„There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

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„There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Ronald » Mo, 29. Jan 2018, 14:07

„There is lots of ice!“
Nordostgrönland – Expedition Nordmeer 2015
Dienstag, 2. September – Wenig Eis – Nebel – Antarctic Havn

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„Um 5 Uhr morgens wache ich auf und traue meinen Augen nicht. Im Spiegel ist ein glutroter Schein zu sehen. Ich zögere. Soll ich aufstehen? Doch dann werde ich unruhig. Das muss ich sehen. Also trotze ich der Kälte, ziehe nur Hose und Fleecejacke über den Schlafanzug, gehe an Deck und genieße diesen sagenhaften, glutroten Sonnenaufgang über dem Eisgürtel. Dieses Licht darf man einfach nicht unfotografiert lassen. So muss die Erschaffung der Welt ausgesehen haben. Außer mir ist nur noch ein weiterer Passagier anwesend. Auch er genießt schweigend dieses wahnsinnige Bild. Hier wäre auch jedes Wort überflüssig. Doch dann treibt mich die Kälte zurück ins warme Bett.“
So begann der neue Tag – jedenfalls für meine Frau, denn ich lag noch in der Koje.

Ich guckte aus dem Fenster. Nanu, kein Eis? Alles Grau in Grau. Doch, vereinzelt schoben sich kleinere Eisstücke an uns vorbei. Für uns waren es nur noch kleinere Eisstücke und Eisschollen, die jedoch zu Beginn Begeisterung ausgelöst hatten. Man gewöhnt sich eben an alles.

Die FRAM fuhr weit außerhalb der Eiskante in Richtung Kong Oscar Fjord, um – wie Steffen gestern erklärte – durch die Hintertür in den Kejser Franz Josef Fjord zu kommen.

Nach dem wieder einmal sehr ausgiebigen und vielfältigen Frühstück hörten wir uns einen sehr interessanten Vortrag über Eis von Steffen an. Er hatte eine wirklich mitreißende Erzählwiese. Wir waren alle mucksmäuschenstill, weil gefesselt!

Da es ziemlich kalt war gegenüber den letzten Tagen, nämlich – 3°C, blieben wir bis zum Mittagessen drinnen. Der Bildschirm in der Kammer zeigte uns, dass wir sehr weit draußen auf See waren.

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Die Minusgrade waren es auch, die „verantwortlich“ waren für die nunmehr dichter werdenden Nebelschwaden.

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Dichter Nebel – Sicht: Keine 300 m, also, wie der Seemann zu sagen pflegt: „Pottendicke Suppe“.

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Hier konnte man die dicke Nebelwand auf uns zukommen sehen.

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Zwischendurch gab es dann auch diese „Lichtspiele“

Jedoch war es dermaßen ungemütlich und nasskalt, dass wir uns nach drinnen verzogen und auch mal ein Nickerchen gönnten.

Nach dem Nachmittagskaffee klarte es plötzlich auf und wir konnten diesen riesigen Tafeleisberg sehen.

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Wir waren weit draußen vor der Küste, über 40 Seemeilen, also knapp 74 km. Und wenn man diesen „Klops“ von Eisberg sieht, dann kann man sich die Gefahr für die Schiffahrt vorstellen, denn bis der Eisberg abgetaut ist, dauert es, so dass er in die Hauptrouten der Schiffahrt vor der kanadischen und nordamerikanischen Küste treibt.
Gegen 16.00 Uhr nachmittags bekamen wir eine Ahnung, dass dies die Küste gewesen sein könnte.

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Allerdings lag auch dort ein dichter Eisgürtel.

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Langsam näherten wir uns der Küste am Davy Sund.

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Rechts war ein Eisberg zu erkennen.

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Die Wolken verfärbten sich leicht in der späten Nachmittagssonne.

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Wir näherten uns dem Eisgürtel. Würde er wieder so dick sein wie gestern? Wir hofften es nicht, denn wir wollten ja in den Kong Oscar Fjord und weiter in den Kejser Franz Josef Fjord, dort, wo uns steile Felsen erwarten sollten – so das Expeditionsteam.

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Hier ist ein solider Eisberg zu sehen.
Nun schien es aufzuklaren, so dass die Sonne ihr Licht auf die eine oder andere Eisskulptur werden konnte.

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Kleine, funkelnde Sternchen auf dem Wasser.

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Arktische Farben

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Naturkunst

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Scholle auf Scholle

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Und ein bisschen Farbe auf dem Wasser….

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… bis der Nebel wieder einsetzte.

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Die Sonne schaffte es nicht, diese Wand zu durchdringen.

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Treibeis im Nebel: Eine mystische, gespenstische Stimmung war es – auch für mich als ehemaligem Seemann, der so manche Nebelfahrt auf dem Nordatlantik vor der kanadischen Küste hinter sich hat. Der Unterschied zu heute ist der, dass die Radargeräte seinerzeit in den 1960er Jahren bei weitem nicht so zuverlässig waren, wie die heutigen.

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Doch hier erhielten wir wieder eine Ahnung, dass die Küste nicht weit entfernt sein konnte.
Auf dem Bildschirm konnte man den großen Bogen sehen, den wir machen mussten, um dem dichten Treibeisgürtel auszuweichen.

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Diese Aufnahme ergab doch einen farbenreichen Kontrast zu der milchigen Suppe von vorhin.
Und dann bekamen wir wieder eine Ahnung, dass wir uns im Reich des Königs der Arktis befanden.

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Eisbärspuren. Offensichtlich wieder eine Eisbärin mit ihrem Nachwuchs, denn es zeigten sich zwei Spuren nebeneinander.

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Und noch mehr ziemlich frische Eisbärspuren.

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Und das könnte der 1.350 m hohe Forchammers Bjerg sein, der an der Nordostseite vom Davy Sund auf Traill Ø liegend von der Nachmittagssonne angestrahlt wird – ein toller Anblick.

Ganz allmählich lichtete sich der Nebel und gab fantastische Küstenanblicke frei.

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Kap Simpson

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Die Rollier Bjerge am Südufer vom Davy Sund.

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Der 835 m hohe Hellispids, der seinen Namen dadurch erhielt, weil er mit Hilfe eines Helikopters „erklommen“ wurde.

Nach dem Abendessen gab es dann für die ganz Aktiven die Möglichkeit in Antarctic Havn anzulanden.

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Es war bereits gegen 20.30 Uhr – und irgendwie war uns nicht danach, an dieser Exkursion teilzunehmen.

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Vom Schiff aus hatten wir einen tollen Blick auf das Kap Biot.

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Claudius Clavus Bjerge und Antarctic Havn

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Wir genossen das “grönländische Alpenglühen” auf den Forchammers Bjerg und den östlich davon liegenden Japetus Bjerg.

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Um 20.50 Uhr

Der Blick in den Kong Oscar Fjord um 20.30 Uhr ließ den Tag fast so farbenfroh ausklingen, wie er begann.

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Fortsetzung folgt.

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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Kumulus » Mo, 29. Jan 2018, 14:57

Das Morgenrot ist ja wohl der absolute Burner, Ronald. Ein phantastisches Foto.

"Lots of ice" - ich hatte vorher immer gedacht, Eis ist weiß und kalt. Aber das es so phantastisch aussehen kann, so vielschichtig farbig hätte ich mir nie träumen lassen. Danke, dass du uns auf diese Expedition mitnimmst.

Diese Ein- und Ausblicke in eine völlig fremde Welt sind schon privilegiert!!

Super
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon CrazyHorse » Mo, 29. Jan 2018, 15:28

Wunderbare Bilder! Die Reise ist ein Traum und ich freue mich schon auf die Forsetzung!

Gruß Matthias
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Ronald » Mo, 29. Jan 2018, 15:37

Moin,
@Martin: Ja, Eis hat viele Farben. Kommt eben drauf an, wie die Sonnen-/Lichteinstrahlung ist und wieviel Luft bzw. Luftblasen im Eis enthalten sind. Nimm nur das Foto von dem Eisberg mit der Tischdecke und dem tiefblauen Streifen.
Ja, das Morgenfoto meiner Frau ist tatsächlich der Renner! Deswegen habe ich es auch reingenommen.
Das werden wir wohl auf Leinwand aufziehen lassen.

@Matthias: Ja, die Reise war wirklich ein Traum. Wartet mal ab. Ich sitze schon am nächsten Tag. :D

Gruß
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Beitragvon Ronald » Mi, 31. Jan 2018, 12:20

„There is lots of ice!“
Nordostgrönland – Expedition Nordmeer 2015
Mittwoch, 3. September – Teil 1 - Blomsterbugten


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In der Tat ging der Plan von Schiffsleitung und Expeditionsleitung auf, über den Kong Oscar Fjord den Kejser Franz Joseph Fjord zu erreichen. So lagen wir dann am Morgen in der Blomsterbugten, der Blumenbucht. Auch hier lag die FRAM nicht am Anker sondern „ruhte“ auf ihrer Warteposition. Zwar war es noch ein bisschen bedeckt, aber es zeigten sich hier und dort blaue Flecken.
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Blomsterbugten, auch bekannt als Blomster Bay, Bay of Flowers oder Blomster bukta ist während der Lauge Koch Expedition 1929 so benannt worden, weil hier eine umfangreiche botanische Sammlung durchgeführt wurde. Das konnten wir während unseres späteren Landgangs bestätigen. Die „Varghytte“ (Wolfshütte), heute Blomsterbughytten, wurde 1930 für die norwegische „Arktisk Næringsdrift“ (Arktischer Gewerbebetrieb) und deren Trappern erbaut. Heute wird sie von der Sirius-Patrouille benutzt.
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Nach dem Frühstück war „Landgang“ angesagt, aber erst mit dem PolarCircle-Boot fahren. Das hieß, sich in die Gummistiefel zwängen, denn mit Sloggy-long-long und Thermohose sowie dicken Socken war das jedes Mal eine richtige Prozedur. Gleiches galt für das Ausziehen nach Rückkehr von Land. Obwohl im „Schuhsalon“ Stiefelknechte standen, ging das gegenseitige Abziehen der Stiefel einfacher.

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Schuhsalon FRAM. Passagiere von Deck 3 sind bereits an Land (deren Schuhe hängen auf der Ablage), Passagiere von Deck 5 (hinten) noch nicht (deren Gummistiefel hängen noch auf der Ablage)

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Ankleide FRAM

Die erste Gruppe war bereits um kurz vor 10 Uhr an Land. Von Bord aus konnte man die „Ansammlung von Blaumeisen“ gut erkennen.

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Eisbärwacht

Das Expeditionsteam war natürlich schon früher zur Erkundung an Land, um das Gebiet als „eisbärfrei“ zu deklarieren. Eisbärwacht auf dem 205 m hohen „Ausguck“.

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Um kurz nach 10 Uhr waren auch wir an Land. Zuvor hatte sich eine Gruppe von 10 Passagieren auf einen Kajak-Ausflug gemacht.

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Nasse Anlandung

Wir begaben uns auf einen „Erkundungstrip“ auf Ymers Ø und stolperten sogleich über das erste farbenfrohe Pflänzchen, ein Arktisches Weidenröschen, dass nun von der Sonne angestrahlt wurde.

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Ja, die Sonne hatte sich ihren Weg gebahnt und die Wolken wurden weniger.

Dann wurden wir von orangeroten Flechten fasziniert, die sich über einen weißen Stein ausgebreitet hatten. Wie lange mag das gedauert haben hier oben in der Kälte, bis sich die Flechten so ausdehnen konnten?

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Zuhause haben wir dann herausgefunden, dass es sich um die Flechtenart Xanthoria elegans handelte, auch als Zierliche Gelbflechte bekannt.

Wohin man auch schaute, überall kleine bunte Pflanzen wie,

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Glockenblume

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Alpenbärentraube,

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Hornkraut

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Tundraweide

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Polarweide oder Arktische Weide

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und Arktischer Mohn.

Die Arktische Weide und der Arktische Mohn sind die am weitesten im Norden lebenden „bedecktsamigen“ Pflanzen, die auch noch auf 80° N „überleben“.

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Auf unserem weiteren Erkundungsgang entdeckten wir noch die gelb leuchtende Krähenbeere

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und überall das Wollgras

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In einer Felsspalte grünte der kleine Farn umgeben von der „eleganten“ Zierlichen Gelbflechte, obwohl die orange leuchtete.

Wir schauten noch in die Wolfshütte, d.h. in den Eingang und das „Zimmer“ in dem ein Bollerofen aus Svendborg in Dänemark stand.

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Genügend Heizvorrat – zumindest für eine Woche oder so, befand sich im Eingangsraum und auch der Kohleneimer war gefüllt.

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m Eingangsraum hing ein Moschusochsenschädel.

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Die Holzwand diente als „Gästebuch“, in dem sich Expeditionsteilnehmer eintrugen.

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Hier lagen auch einige Eisbärenknochen, vielleicht als Erinnerung an die nächste Expedition, dass es sie hier oben gibt.

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Auch die Fensterabdeckung war entsprechend mit langen Nägeln versehen, um den Eindringling abzuhalten.

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Wir machten noch einige Aufnahmen von den Eisgebilden am Ufer.

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In östlicher Richtung konnten wir das Lagfjeldet auf der Gauss Halfø ausmachen. Über den Wolken ragte das 1.650 m hohe Watson Plateau hervor.

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Und jetzt, nachdem sich die Wolken immer mehr verzogen, konnten wir auch den „Sockel“ vom Teufelsschloss erkennen mit dem farbenprächtigen Gestein in Rot-, Graugrün-, Gelb und Orangetönen.

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Teufelsschloss, 1.330 m, in der Eleonore Bugt

Soweit unser Ausflug in die „Botanik“ von Nordost-Grönland.
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Langsam wurde es Zeit, zur FRAM zurückzukehren,

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denn nicht nur die FRAM lag vor uns, sondern auch noch ein ereignisreicher, faszinierender Tag.

Doch darüber mehr im nächsten Teil.
Fortsetzung folgt.

Gruß
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Kumulus » Mi, 31. Jan 2018, 13:37

Es bleibt faszinierend, interessant und spannend !!

Schön
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Kumulus
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„There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Ronald » Mi, 31. Jan 2018, 17:08

„There is lots of ice!“
Nordostgrönland – Expedition Nordmeer 2015
Mittwoch, 3. September – Fjorde, Berge und Gletscher


Mit der Abfahrt aus der Blomsterbukta, begann eine „Märchenbuch-Reise“ durch die -, Fjord-, Berg- und Gletscherwelt Nordost-Grönlands.

Alleine schon der Anblick des 1.340 m hohen Teufelsschlosses gegenüber der Blomsterbugten an der Eleonore Bugt gelegen, war schon gewaltig.

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Teufelsschloss

Zunächst fuhr die FRAM im Kejser Franz Joseph Fjord noch etwas nach Osten um den auf der Ymers Ø gelegenen 1.010 m hohen Chocoladebjerg herum. Er erhielt den Namen wegen seiner braunen Schokoladenfarbe.

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Chocoladebjerg

Von dort aus hatten wir einen ganz anderen Anblick vom Teufelsschloss

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Und zudem in das Benjamins Dal hinein.

Hinter dem Kap Petersen am Gunnar Andersons Land – wir sind immer noch im Kejser Franz Joseph Fjord – tauchten plötzlich Eisberge auf.

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Es ist totenstill an Deck. Wir staunen ehrfürchtig über diese Kolosse, die sich gemächlich auf uns zu bewegten. Plötzlich fragt eine Passagierin in die schweigende Runde: „Da fragt man sich doch, wie dahingekommen sind.“ Tja, gnädige Frau, mit einem Schlepper von DHL???

Etwas weiter nach Osten konnten wir den Blåberggletscher sehen

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Jetzt konnte man den ganzen Gletscher sehen

Dies hier könnte der 2.052 m hohe Alpebjerg sein, der in einem 30 km x 20 km umfassenden Gletschergebiet liegt.

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Fotografiert mit 400 mm Teleobjektiv

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Gletscherplateau Andrées Land

In der Eleonore Bugt staunten wir über die wahnsinnigen Sedimentformen an den Felsen vom Andrées Land.

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Sedimente

Auf Seite 136 in dem Buch “Exploration history and place names of northern East Greenland” befindet sich eine tolle Luftaufnahme mit einem Blick vom Noa Sø auf Ymers Ø über die Blomsterbugten und dem Zentrum des Kejser Franz Joseph Fjords bis hin zur Payers Tinde im Suess Land.

Hier ist noch einmal der Link zum Herunterladen des Buches, dem ich so manche detaillierte Erklärung entnommen habe:
http://www.geus.dk/DK/publications/geol ... 01-368.pdf

Nachdem wir einen Einblick hinter die Kulissen des Teufelsschlosses erhalten haben, drehte die FRAM um und ging auf Westkurs in Richtung Isfjord.

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Im Kejser Franz Joseph Fjord

Nach einer halben Stunde tauchte an Steuerbordseite der Ausläufer eines weiteren Gletschers auf:

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Månesletten

Es ergaben sich ständig andere faszinierende Ansichten, gleich ob es sich um Wolken auf den Gipfeln handelte

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oder die unglaublich abwechslungsreichen Farben dieses Gesteins vom Andrées Land und Ymers Ø.

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Ich habe versucht herauszufinden, wie dieser Berg heißt. Ich bin irgendwo am 1.900 m hohen Angelins bjerg mit seiner eigenartigen Struktur und dem gelben Sandsteinstreifen unterhalb des Gipfels. Unser Expeditionsleiter Steffen Biersack ließ uns wissen, dass diese Gesteine bis zu 1 Milliarde (!!!) Jahre alt seien. Zudem, so Steffen, hätten wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass der rote Sandstein gleich dem Sandstein in der Sahara sei. In einem seiner vielen Vorträge hatte Steffen erklärt, wie die Kontinente entstanden, als sich die ursprüngliche Landmasse vor über 250 Millionen Jahren vom Südpol nach Norden geschoben hatte. Aus dieser Landmasse heraus habe sich Nordamerika und Grönland gelöst und waren weiter nach Norden gedriftet.

Weitere Informationen sind hier zu finden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kontinent ... ben_Stufen

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Angelins bjerg

Wir befanden uns jetzt gegenüber der Zufahrt zum Antarctics Sund und sahen auf unserer Steuerbordseite den gewaltigen Gauli Gletscher.

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Gauligletscher mit Margaretetop 2.360 m (links)

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Gauligletscher

Und immer wieder tauchten verschiedene Sandsteinformationen auf.

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Durch unsere Kursänderungen änderte sich natürlich auch der Lichteinfall der Sonne, so dass wir zusätzliches „Theater“ geboten bekommen haben.

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Vor dem Isfjord

Voraus war der Sanklargletscher auf Suessland zu sehen.

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Suessland: Payers Tinde 2.320 m (links) und Sanklargletscher (rechts)

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Sanklargletscher

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Kap Lapparent und Eingang zum Isfjord,

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der sich mit diesem Brocken zu „erkennen“ gab.

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Blick in den Antarctics Sund

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Wir waren nun im Isfjord und immer mehr Eisberge kamen uns entgegen - was Wunder?

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Im Isfjord mit seinen steil abfallenden oder aufsteigenden Felsen – je nachdem, wie man es sehen will.

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Fahrt in den Isfjord

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Ein Schwamm aus Eis

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Wir staunten angesichts der vielen „Eiskathedralen“ die alle vom Jættegletscher und vom Gerard de Geer Gletscher vom Ende des insgesamt ca. 40 km langen Isfjords kamen

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Eiskathedrale – ungefähr 50 m lang und 10 m hoch

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Und ein „kleiner“ Ableger

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Durch die tiefer stehende Sonne ergaben sich für uns unglaublich spektakuläre An- und Aussichten,

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wie hier zum Gerard de Geer Gletscher

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oder zurück nach Osten

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Blick auf das Frænkels Land

Kurz vor Erreichen des Fjordendes, erblickten wir plötzlich an Backbord noch einen Gletscher:

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Louise Gletscher

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Den hätten wir fast übersehen

Die Abendsonne tauchte die rotbraunen Berge und das Eis in einen tollen Anblick.

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Kurz vor Erreichen des Gerard de Geer Gletschers

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Ende des Fjords: Jættegletscher

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Um 20.00 Uhr hatten wir den im Osten liegenden Jættegletscher mit dem dahinter liegenden Gregory Gletscher

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sowie die Kante des im Norden liegenden Gerard de Geer Gletschers erreicht.
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Nach einem tollen Tag mit viel Treibeis in der Danbukta, einem ebensolchen mit Eisbärmutter und Nachwuchs sowie einer packenden Eis-Kreuzfahrt mit den PolarCircle-Booten, einem weiteren spannenden Tag Myggbukta und Eisgürtel in der Foster Bugt, einem teilweise mystischen Tag mit Nebel auf See, haben wir nunmehr einen weiteren Höhepunkt erlebt mit einer atemberaubenden Fahrt durch den Kejser Franz Joseph Fjord und den Isfjord. Und wir haben noch zwei Tage Nationalpark sowie einem Tag in Scoresbysund vor uns. Was werden wir wohl noch erleben?
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Fortsetzung folgt.
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Kumulus » Do, 01. Feb 2018, 7:28

Ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, wenn ich deinen Bericht lese und die phantastischen Aufnahmen sehe.

Ihr habt aber auch super Wetterverhältnisse gehabt. Die vielfältigen Farben durch die unterschiedlichen Tageszeiten und "Beleuchtungen" sind schon faszinierend.

Großartig !!
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon syltetoy » Do, 01. Feb 2018, 7:52

Eine sehr eindrucksvolle Reise, danke für die tollen Fotos und die lehrreichen Texte dazu.
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Lizzy » Do, 01. Feb 2018, 12:42

Hei Ronald,

traumhafte Bilder.

Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Liebe Grüße
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Ronald » Do, 01. Feb 2018, 14:12

Moin,
Danke an alle für die netten Kommentare!
Bearbeite gerade den nächsten Tag.
Gruß
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon CrazyHorse » Fr, 02. Feb 2018, 8:03

Wieder sehr eindrucksvolle Aufnahmen! Gerade die Bergformationen und Felsstrukturen mag ich sehr. Solche Bilder liebe ich!

Ronald hat geschrieben:Weiter sollte die Reise über Scoresbysund nach Island gehen.

Das wird, glaube ich, noch interessant. habe erst jetzt den Zeitraum eurer Reise registriert und dann klingelte es in meinem Hinterkopf. Am 11.September 2015 war ich in Grundarfjörður und hatte die FRAM fotografiert, die dort festgemacht hatte...

Gruß Matthias
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon cani#68 » Fr, 02. Feb 2018, 11:47

Schöne Fortsetzung, tolle Impressionen.
Irre die ganzen Gletscher, aber auch die Eisberge :)
Ich finde das Eisblau einfach toll - konnte mich in Alaska daran auch nicht satt sehen.

Ronald hat geschrieben:Im Spiegel ist ein glutroter Schein zu sehen. Ich zögere. Soll ich aufstehen?

Gut das zu aufgestanden bist - tolle Farbe und dazu das Eis.
____________
Schöne Jrooß
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Re: „There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Stina_M » Fr, 02. Feb 2018, 19:53

Einfach grandios - das Foto Deiner Frau vom Sonnenaufgang ist traumhaft. Ich kann das gut nachvollziehen, mein Mann hat auch schon diverse tolle Sonnenaufgänge verschlafen, die ich im Pyjama fotografiert habe... :mrgreen:

Bei den Fotos der Nebelwand meint man die Filmmusik aus "The Fog - Nebel des Grauens zu hören.. 8)

Eines der Eisgebilde auf dem Wasser hat etwas von einer Tänzerin :D - und ich bin fasziniert von den Gesteinsschichten. Wie klein und unbedeutend kommt man sich doch vor wenn man hört "Eine Milliarde Jahre"...

LG

Christina
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„There is lots of ice!“ - Nordostgrönland

Beitragvon Ronald » So, 04. Feb 2018, 17:12

„There is lots of ice!“
Nordostgrönland – Expedition Nordmeer 2015
Donnerstag, 4. September – Fjorde, Alpen und noch mehr Gletscher


Wir wurden von einem strahlend blauen Himmel geweckt. Um uns herum war es total ruhig: Die FRAM lag in der Solitærbugt vor Ella Ø im Kempe Fjord, ein Seitenarm vom Kong Oscar Fjord. Nach dem Frühstück mit Ausblick auf die kleinen roten Hütten der Sommerstation der Sirius Patrouille fuhren auch wir an Land.

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Ella Ø Solitærbugt
An Land liegen zwei Holzboote, die wohl im Sommer als Angelboote benutzt werden.

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Das erste Haus, das unsere Aufmerksamkeit auf sich zog, war das Küchenhaus: Kokkens Hus. Auf dem Dach liegen zwei Walknochen, über der Tür hängt ein Rentiergeweih. Interessant war zu sehen, wie die Schaufel aufgehängt wurde, sehr weit oben unter dem Dach. Logisch, denn wenn erst einmal der Schnee liegt, braucht man nicht mit den Händen nach der Schaufel suchen.

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Kokkens Hus
Dann sahen wir zwei Exemplare der selbstgebauten Schlitten, einer davon wohl in Anlehnung an die staatlichen norwegischen Alkoholgeschäfte “Monopolet” genannt. Oder vielleicht, weil die Sirius Patrouille das Monopol der Souveränität Dänemarks und der Nationalparkaufsicht hat? Wir wussten es nicht.

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Holzschlitten
Sinnigerweise waren die Schlitten auf einem Gestell gelagert, damit sie nicht einschneien.

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Bevor wir uns in der Station umschauten, denn ein Haus war geöffnet (hatte vielleicht Bjarki einen Schlüssel?), ging es in die Landschaft, denn die frische, saubere Morgenluft wollte genossen werden.
Die Eisbärenwachen waren ebenfalls schon aufgezogen.

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Eisbärenwacht
Vor uns lag nicht nur das 634 m hohe Fimbulfjeld,

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sondern auch ein knallroter Teppich aus Schneesteinbrechpflanzen

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Von hier schweifte der Blick auf die andere Seite vom Narhvalsund auf das Lyell Land und das Arbenz Kolle-Schneefeld, 1.572 m hoch gelegen. Dazwischen schlängelte sich eine Gletscherzunge bergabwärts. Trotz langem Suchen, konnte ich diesen Gletscher nicht identifizieren. Auf jeden Fall war es ein tolles Bild.

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Arbenz Kolle

Wir kamen zum „Rollfeld“, denn hier landet und startet schon mal das eine oder andere Expeditionsflugzeug. Die „Landebahn“ war mit leeren roten Treibstofffässern markiert. Aber so ganz leer waren sie wohl doch nicht, denn sonst würden sie bei starkem Wind wegrollen. Eine Landung hier, so Bjarki, der Mann von der Sirius Patrouille, sei „keine geplante Landung, sondern ein geplanter Crash“. Na ja, er musste es ja wissen.

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Ella Ø Runway 17 bzw. 35

Hinter dem Runway tat sich ein kleiner See auf: Die Trinkwasserversorgung für die Patrouille.

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„Blue Lagoon“

Auch hier fanden wir eine vielfältige Vegetation vor:

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Zwergbirke

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Roter Steinbrech

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Schneesteinbrech

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Scheuchzers Wollgras

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Wolliges Läusekraut

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Arktisches Weidenröschen
Von hier hatten wir einen Blick über den Kempe Ford nach Norden auf das Suess Land mit seinen bis zu 2.000 m hohen Gletscherbergen.

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Davor lag die FRAM recht malerisch.
Jetzt suchten wir die kleine Station auf. Die „Wellness-Station“ von Ella Ø trug sinnigerweise den Namen „Niagara“.

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Niagara

Diese hatte aber auch noch eine Frischluft-Version

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Bevor wir das Haupthaus „Ørnereden“ – Adlerhorst oder Eagle’s Nest – ohne Blaumeisen fotografieren konnten, mussten wir schon etwas Geduld aufbringen, die der Bordfotograf nicht hatte: Er verscheuchte die Blaumeisen, die allerdings etwas unwillig „davonflatterten.“

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Im Adlerhorst, dem Haupthaus für Expeditionsteilnehmer oder für die Patrouille gab es

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kleine Kammern

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eine Kombüse

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eine Funkstation

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und im Hauptwohnraum – man beachte die Blumenvase -

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steht wohl der wichtigste „Einrichtungsgegenstand“: Ein Bollerofen.
Wer also hier einen richtigen Winterurlaub verbringen möchte ohne Schicki-Micki und ohne Après-Ski, der ist – wenn er die Genehmigungsformalitäten hinter sich hat und die entsprechende Verpflegungsausrüstung sowie die An- und Abfahrt geregelt hat, bestens aufgehoben.

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Die Aussicht ist jedenfalls einmalig.

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Auch ein Strand – wenn auch etwas steinig – lädt zum Baden ein, nach dem Saunagang …

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Bezeichnenderweise wurde dieses Haus „Bellevue“ genannt. Es wurde 1950-1951 gebaut und dient den Angehörigen des dänischen Geodätischen Instituts als Unterkunft.
Nach eineinhalb Stunden Aufenthalt ging es zurück zum Schiff.

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Und wir nahmen Abschied von der Station auf Ella Ø

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Auf der Nordseite vom Kempe Fjord, leuchteten die Gesteinsformationen in allen Farben in der Sonne.

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Kurz vor der Umrundung von Ella Ø, dem 1.367 m hohen Kap „Bastionen“ genannt,

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Bastionen

konnten wir auf dem Lyell Land den Narhvalgletscher sehen, der in der Sonne glänzte

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Narhvalgletscher

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Bastionen, von Westen gesehen

Wir durchfuhren nun den Narhvalsund bei herrlichstem Sonnenschein.

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An der Nordostseite vom Lyell Land thronten die Berge

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Gravhøjen 1.500 m (links) und Hjelmen 1.825 m (rechts)

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Auch der „namenlose“ Gletscher im Skyggedalen leuchtete in der Sonne.
Wir flitzten von einer Fotoposition zur anderen, um die für uns einmalige Durchfahrt durch diese grandiose Natur für uns festzuhalten. Die Felswände wurden immer steiler, immer mehr Gletscher waren zu entdecken, unglaublich faszinierend bunt schimmernde Sandsteinformationen glitten an uns vorbei.

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Narhvalgletscher

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Narhvalgletscher - die Sonne spiegelte sich auf dem tadellos gepflegten Schanzkleid.

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Ella Ø – roter Sandstein

Ella Ø – Antiklinal Bugt, genannt nach den steil abfallenden Bergsatteln, denn die schrägen Falten waren frühere Bergsättel. Diese Felsformation ist im Paläozoikum, in der Erdaltzeit, entstanden. Das Paläozoikum ist das älteste der drei Erdzeitalter und umfasst den Zeitraum von etwa 541 Millionen Jahre bis etwa 252,2 Millionen Jahre vor heute ….. - Solche Information und der Anblick dieser gigantischen Felsen machten uns einfach sprachlos.

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Ella Ø Verwerfungen

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Ella Ø

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Ella Ø

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Narhvalsund

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Abschied von Ella Ø
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Unser Ziel für den Nachmittag und Abend war der Alpefjord, so genannt, weil die Bergformationen Ähnlichkeiten mit den Formationen der kontinentalen Alpen aufweisen. Die Berge hier sind fast überall über 2.000 m hoch! Und das konnten wir vom Wasser aus bestaunen!
An Steuerbordseite lag der 1.800 m hohe Jeannet Bjerg auf Lyell Land.

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Voraus lag das gewaltige Bergmassiv Kongeborgen auf Traill Ø

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„Felsblock“ Kongeborgen 1.700 m

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Auf Traill Ø

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Wir „segelten“ nun in den Segelsällskapet Fjord, den „Yachtclub-Fjord“

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und vorbei an dem verschiedenfarbigen Berzelius Bjerg

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Er wurde benannt nach dem schwedischen Chemiker Jöns Jakob Berzelius (1779-1848), dem Vater der modernen Chemie und der Tabelle der atomaren Gewichte.

Faszinierend waren auch hier wieder die verschiedenen Faltungen des Bergs.

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Wir erreichten nun den etwa 30 km langen, oder sagt man „tiefen“, Alpefjord?

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Das Wasser wurde wieder türkisgrün, was ein sicheres Zeichen für „Gletscher voraus“ war.

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Murchinson Bjerge

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Schon schoben wir uns am ersten Gletscher vorbei: An der Backbordseite „floss“ der Sedgwickgletscher in den Fjord. Na ja, nicht ganz, aber sein Schmelzwasser wohl sicher.

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Sedgwickgletscher

Danach erblickten wir weiter hinten im „Tal“, das bestimmt auch schon wieder einige hundert Meter hoch lag,

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den Fangsthyttegletscher.

Es folgten

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der Sydvestgletscher (links) und der Sandgletscher (rechts) an Steuerbordseite.

An Backbordseite, etwa 5 km vor dem Ende des Alpefjords lag der mächtige

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Vikingebræ

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dessen Eis teilweise durch Sand und Geröll verdeckt ist, ein sog. Blockgletscher.

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Im hinteren Teil liegt noch wenig Geröll auf dem Gletschereis.
Bevor wir nun das Ende des Fjords erreichten, passierten wir noch an unserer Steuerbordseite

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den Trekantgletscher

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Auch dieser war teilweise mit Geröll bedeckt.

Schließlich lag das Ziel vor uns: Der Alpefjord mit den beiden mächtigen Eismassen Gullygletscher und Sefström Gletscher.

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Über diesen Gletschern thronte der 2.442 m hohe Berg Attilaborgen.

Das war ein sagenhafter Anblick! Man hörte nur das laufende Klicken der Kameras.

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Das erste Boot fährt zum Gletscher

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Die Eismassen des Sefström Gletschers

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Unter dem Gullygletscher taten sich gewaltige Gletschertore auf, durch die das Schmelzwasser des Eises floss.

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Es ist gefährlich, in diese hineinzufahren oder an Land in diese Gletschertore hineinzugehen, da sie jederzeit zusammenbrechen können.
Bei der Einfahrt in den Alpefjord hatte sich der Himmel etwas bezogen. Jetzt aber zum Abend hin, rissen die Wolken auf und die Sonne bot uns ein Schauspiel der Extraklasse:

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„Goldenes Gipfelglühen“ am Attilaborgen. Wir wurden angesichts dieses Bildes richtig ehrfürchtig, dass wir das erleben durften!
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Ganz hinten im Fjord „tuckerte“ das PolarCircle-Boot mit 11 Passagieren.

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Im roten Kreis das Boot.
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Langsam verschwand die Sonne und wir erlebten nun unser „blaues Wunder“,

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Gullygletscher und Sefström Gletscher zur „blauen Stunde“,

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während sich die FRAM gegen 22.50 Uhr langsam in die Nacht hinein schob.
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Fortsetzung folgt.
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@Christina: Ja, wir sind wirklich ganz klein im Gegensatz zu Mutter Erde. So haben wir es auch empfunden!
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PS Die Abwesenheit war bedingt durch einen unvorhergesehenen Großelterneinsatz und der wirklich langen Suche nach den Gletschernamen und den Zuordnungen.

Gruß
Ronald
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Man kann sich jeden Tag ärgern, aber man ist nicht verpflichtet dazu!
Ronald
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