Island mit dem Wohnmobil - 2016

Schweden, Finnland, Svalbard, ...

Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon Mainline » Di, 06. Mär 2018, 13:26

Nachdem bereits Mark und Matthias über Ihre Islandreisen berichtet haben, möchte ich gern unseren Islandtrip aus 2016 vorstellen. Und im Gegensatz zur Mehrzahl der Islandreisenden, begann unsere Reise nicht an einem Flughafen 8)
Los gehts:

Ein kleines Vermögen kostet die Fährüberfahrt von Dänemark nach Island. Ganze 48 Stunden quert das Schiff den Golfstrom im Nordatlantik. Also genug Zeit um unterwegs unzählige aluminiumbeschichtete Papiertütchen zu füllen. Endlich angekommen erwartet einen eine Aschewüste mit Regen, Kälte und Sturm.

Hört sich doch gut an. Also habe ich schon 10 Monate :!: vor Abreise die letzten verfügbaren Aussen-Kabinenplätze an Bord gebucht. Bis dahin habe ich täglich das Buchungsportal beobachtet und erst gebucht, als nur noch die letzte Außenkabine verfügbar war.

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Zunächst hatte ich für unseren roten VW Bus gebucht. Als die Reise dann fest stand, traten jedoch leichte Bedenken bei der Frau auf. Die finale Feststellung lautete: Mit dem Bus ist OK, aber im Wohnmobil wäre es Urlaub. :roll:
Smyril Line hatte noch Platz für ein Wohnmobil und der Vermieter meines Vertrauens keine Einwände zum Reiseziel Island. Frau glücklich - Reisekosten verdoppelt. 8)

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Die einzige Fährverbindung nach Island wird von Syrilline mit der MS Norröna bedient. Am Eingang zum Hafen von Hirtshals treffen wir an einem Dienstag auf eine bunte Fahrzeugansammlung. Und alle wollen auf das Schiff nach Island. Zunächst werden die Fahrzeuge auf einem Schotterplatz von den Einweisern vorsortiert. Fahrzeuge direkt nach Island auf den einen Platz, die mit Zwischenziel Faröer Inseln auf einen anderen Platz.

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Danach werden wir zum Einchecken ein paar hundert Meter weiter vor gelassen. Die Prüfung der Unterlagen geschieht bei allen Fahrzeugen sehr gründlich und es dauert eine Weile, bis wir in den eingezäunten Bereich, der dritten Warteschlange, vorrücken dürfen.
Hier müssen alle Fahrzeugpassagiere das Fahrzeug verlassen und die 300 Meter zu Fuss zum Terminal laufen, denn beim Einfahren auf das Fahrzeugdeck darf nur der Fahrer im Fahrzeug sitzen. Irgendwann kommt das Signal und meine Reihe darf zum Schiff vorfahren. Im Schiff muss zweimal eine 180° Wende gefahren werden, bevor der endgültige Abstellplatz erreiche ist.
Auf den Fahrzeugdecks wird jeder Zentimeter genutzt und ich konnte sehen dass es leider auch zu Beschädigungen an Fahrzeugen kam. Als Fahrer eines PKW sollte man sein Auto zügig verlassen, denn wenn die nächste Reihe platziert wird geht die Tür nicht mehr auf.

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Die Überfahrt von Dänemark nach Island dauert etwa 48 Stunden. Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir den Hafen von Hirtshals und steuern die norwegische Küste an. Die taucht 3 Stunden später am Horizont auf. In der Zwischenzeit konnten wir auch unsere Kabine beziehen, denn die Reinigung auf Deck 6 hatte sich noch eine gute Stunde hingezogen. Nachdem Norwegen ausser Sichtweite ist, gibt es erst einmal nichts zu sehen. Erst am nächsten Morgen, als wir beim Frühstück sitzen, passieren wir die Shetland Inseln. Dann bis zum Abend – Nichts als Horizont! Nur einmal tauchte direkt vor dem Kabinenfenster ein Wal auf, der einige Sekunden parallel zum Schiff schwamm und dann ausser Sichtweite war.

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Lindenes Fyr

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Da wir nicht wussten, wie der Seegang wird, haben wir die Überfahrten nur mit Frühstück gebucht. Wäre ja schade, wenn das vorab gebuchte teure Essen wieder raus kommt. Es ist aber kein Problem sich an Bord individuell zu verpflegen. Eine günstige Möglichkeit sind z.B. die Tagesgerichte, von denen jeweils zwei zur Auswahl stehen.

Während unserer Überfahrt war das Meer spiegelglatt und wir hatten Nebel. Trotzdem hat es mir sehr gut gefallen, denn es war total entspannend. Keine Termine und nichts zu verpassen. Alle 2 Stunden ein Spaziergang an Deck dann wieder die Füße hoch legen, zwischendurch einen kleinen Snack. Es ist genau die richtige Einstimmung zu unserer Reise, bei der wir nur einen ganz groben Reiseplan haben, ohne uns auf exakte Ziele festgelegt zu haben.

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Zum Ende unserer Rundreise habe ich mich schon auf die entspannte Rückfahrt mit der Norröna gefreut.

Fortsetzung folgt.
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon cani#68 » Di, 06. Mär 2018, 15:36

Moin,
dann steige ich mal zu - der erste Teil mit dem Schiff ist aber nix für mich :)

Mainline hat geschrieben:Fortsetzung folgt.

Jut

Mainline hat geschrieben:Zum Ende unserer Rundreise habe ich mich schon auf die entspannte Rückfahrt mit der Norröna gefreut.

Das klingt irgendwie nach Sturm o.ä. :shock:
____________
Schöne Jrooß
Uwe

Norwegen Bilder - https://www.flickr.com/photos/uwe_cani/albums/72157647598018725
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon CrazyHorse » Di, 06. Mär 2018, 16:40

Wenn ich sehe, wie eng es auf der Fähre zugeht, ist man mit einem Fahrzeug mit Schiebetür evtl. im Vorteil... :wink:

Ansonsten freue ich mich auf weitere Beiträge und erhoffe mir etwas Inspiration und hier und da kleine Tipps, da wir in 2 oder 3 Jahren mit eigenem Fahrzeug nach Island reisen wollen.

Gruß Matthias
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon Andrea.t77 » Di, 06. Mär 2018, 17:12

Oh wie schön! Danke für den - wie immer toll geschriebenen - Auftakt.

Wir sind 2007 auch mit der Fähre angereist, da damals noch ein Zwangsstopp auf den Färöern dazu gehörte, und dort wollte ich unbedingt hin.

Krass, wie die Autos auf der Norönna zusammengeparkt werden. Ich hatte das mal, dass ich auf der Fähre Rostock -Gedser hochschwanger kaum aus dem Auto kam, weil auch alles so eng war :-? Aber sooo eng... :shock:

Auf der Color-Line Kiel-Oslo finde ich es immer sehr entspannt. Also doch wieder nach Norge... :D
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon Mainline » Mi, 07. Mär 2018, 11:12

cani#68 hat geschrieben:Das klingt irgendwie nach Sturm o.ä. :shock:

Die Überfahrt hat uns auch lange im Vorraus beschäftigt. Armbänder und Reisekaugummis waren auch im Gepäck.
Letztlich war auf Hin- und Rückfahrt eine spiegelglatte See, was die Reise sehr gemütlich machte :D

Entgegen einiger Berichte aus dem Internet, verlief das verladen der Fahrzeuge sehr professionell und freundlich. Wenn aber jemand an Bord noch einmal an den Kofferraum muss, hat er ein Problem, denn da steht dann schon mit wenigen Zentimeter Abstand ein Auto. Also Rucksack/Tasche rechtzeitig auf den Beifahrersitz platzieren.

Gruß,
Gerhard
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon Mainline » Mi, 07. Mär 2018, 17:07

Am zweiten Abend unserer Schiffspassage legen wir auf den Färöer Inseln an, wo einige Reisende das Schiff verlassen und andere für die Weiterfahrt nach Island zusteigen. Die MS Norröna fährt Samstags und Dienstags von dänischen Hirtshals nach Tórshavn auf den Faröern. So besteht die Möglichkeit auf dem Weg nach oder von Island einen dreitägigen Zwischenstopp einzulegen. Wir haben uns jedoch für die direkte Anreise entschieden und können folglich an Bord bleiben.

Die anschließende Fahrt durch die Inselwelt der Faröern ist sehenswerten. Einige Wasserfälle stürzen von der Steilküste direkt ins Meer (und weil meine Frau volle Akkus in Ihrer Kamera hatte, hat SIE auch Fotos davon)

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Am nächsten Morgen erreichen wir Island. Die Bordzeit auf der Norröna entspricht übrigens Isländischer Zeit, d.h. bereits in Hirtshals haben wir die Uhr 2 Stunden zurück gestellt. Die Ankunft in Seyðisfjörður verbringen wir unter Deck, denn wir müssen die Kabine eine Stunde vor Abfahrt räumen. Also stehen, sitzen oder liegen die Passagiere mit ihrem Gepäck auf den Gängen und warten auf das öffnen des Autodecks.
Nach dem Anlegen sind wir schnell vom Schiff runter, erhalten einen Aufkleber mit unserer Aufenthaltsdauer auf die Windschutzscheibe gepappt und der Zoll hält uns auch nicht für auffällig. Mist, - hätten wir mal mehr Lebensmittel eingepackt :-(

In Seyðisfjörður stehen überall Fahrzeuge, die jetzt auf die Fähre wollen. Wir folgen dem zügig davon brausenden Tross nicht und suchen uns stattdessen einen Platz am Fjord, um auf die Ausfahrt der Norröna zu warten. Wir sind auf Island angekommen und richtig happy :-)

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Nachdem die Norröna ausser Sichtweite ist, erklimmen wir über die Straße 93 den ersten Pass. Bevor wir ganz oben sind legen wir beim „ersten Wasserfall“ gleich wieder eine Pause ein.
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Jetzt müssen wir erst einmal Einkaufen.
Den Blick in den Einkaufskorb gibt es morgen zu sehen.
Gruß,
Gerhard
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon CrazyHorse » Mi, 07. Mär 2018, 19:14

Sehr schöne Eindrücke, Gerhard!

Als ich mir die Bilder nochmal angeschaut hatte, musste ich bei dieser Aufnahme kurz stutzen, aber dann ging mir ein Lichtlein auf...

Mainline hat geschrieben:
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...denn der graue Pickup mit der Geocar-Wohnkabine gehört keinem Geringeren als dem Stefan Forster, ein bekannter Fotograf aus der Schweiz, der eigens für seine Island-Trips ein Pickup mit Kabine umbauen ließ. Das Logo auf der Kabine ist unverkennbar.

Hier ist der Beweis, wenn man zur Bildgalerie nach untern scrollt.

http://stefanforster.com/photography/content/toyota-hilux-expedition-v1

Du hast also einen bekannten Fotografen mit an Bord gehabt...

Gruß Matthias
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon Rapakiwi » Do, 08. Mär 2018, 10:31

Sehr beeindruckend, Gerhard!
Momentan herrscht hier im Forum anscheinend Island-Alarm. :wink:
Es freut mich sehr, mit diesen unterschiedlichen Berichten mehr über dieses interessante Land zu erfahren. Ich finde, die Berichte ergänzen sich hervorragend. :super:
Besonders freut es mich, dass du die Anreise mit der Fähre detailliert schilderst.
Vielen Dank für den tollen Auftakt; ich freue mich auf die Weiterreise mit euch!
Ha det bra
Anja
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon syltetoy » Do, 08. Mär 2018, 15:13

Noch so ein ein toller Bericht ....herrlich ...vielen Dank !
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon Kumulus » Do, 08. Mär 2018, 15:21

Wow - super ! Ein wunderschöner Auftakt !!

Die Fahrt mit der Fähre von Hirtshals aus wäre auch meine erste Wahl für eine Überfahrt nach Island. Ist ja nur doof, dass man sich schon fast ein Jahr im voraus anmelden und buchen muss. Ich denke, da sollte man frühzeitig alle Bestimmungen für eine Umbuchung oder Stornierung kennen. Denn wer weiß heute schon, was in einem Jahr los ist?

Jetzt freue ich mich auf die Weiterfahrt und sehe darin eine perfekte Ergänzung zu den Reiseberichten von Mark und Matthias.

Danke
Martin
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon Mainline » Do, 08. Mär 2018, 16:43

CrazyHorse hat geschrieben:Du hast also einen bekannten Fotografen mit an Bord gehabt...
Gruß Matthias

Naja, Fotografen sind ja ständig auf Island, schließlich verdienen Sie dort viel Geld.
Er war zum Arbeiten da, ich hatte Urlaub :lol:

Rapakiwi hat geschrieben:Momentan herrscht hier im Forum anscheinend Island-Alarm. :wink:
Es freut mich sehr, mit diesen unterschiedlichen Berichten mehr über dieses interessante Land zu erfahren. Ich finde, die Berichte ergänzen sich hervorragend. :super:

Wer Norwegen bereist, ist auch ein Islandkandidat :D
Und Island ist wie Norwegen, nur mit mehr „Nordkapp-Feeling“ :twisted:
Wieviel Touristen erträgt Island?

Kumulus hat geschrieben:Wow - super ! Ein wunderschöner Auftakt !!
Die Fahrt mit der Fähre von Hirtshals aus wäre auch meine erste Wahl für eine Überfahrt nach Island. Ist ja nur doof, dass man sich schon fast ein Jahr im voraus anmelden und buchen muss. Ich denke, da sollte man frühzeitig alle Bestimmungen für eine Umbuchung oder Stornierung kennen. Denn wer weiß heute schon, was in einem Jahr los ist?

Martin, Umbuchen ist nicht, - sind ja alle Überfahrten ausgebucht. Wir sind ohne Rücktrittsversicherung unterwegs gewesen und haben auch vorher unsere eigenen Bedingungen für einen Reiseabbruch festgelegt. Diese waren sehr eng definiert.
Wenn Du flexibel sein willst, mach es wie die 2 Millionen anderen, - komm mit dem Flieger. :)

Vielen Dank Euch allen für die Kommentare.
Gruß,
Gerhard
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon Mainline » Do, 08. Mär 2018, 17:19

In Egilsstadir, dem nächst gelesen größeren Ort, suchen wir zunächst einen Supermarkt auf, um ein paar Essenvorräte für die nächsten Tage zu kaufen.
Der erste Einkauf, bestehend aus 1 Liter Milch, 500g Butter, Quark. Brot, 100g Käse, 100g Räucherlachs und einem kleinen Glas Marmelade kostet uns schlappe 32,00 Euro.
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Muu – das kann ja nur Milch sein und der Quark mit dem praktischen Klapplöffel ist echt lecker. Die eigene Einfuhr von Lebensmittel ist in Island stark eingeschränkt, denn pro Person sind nur 3 Kg zugelassen.
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Die spannendste Sache beim Einkauf ist wahrscheinlich das Brot. Wie auch in Norwegen werden hier verschiedene Formen von Weißbrot bevorzugt.
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Für Touristen gibt es sogar deutsche Produkte :lol:

Genial einfach ist das mobile Internet auf Island. 1 GB Datenkarte für 2000 ISK kaufen (15,- Euro), SIM Karte einlegen, – fertig. Ohne Registrierung oder Aktivierung. Aufladen ist günstig und funktioniert genauso einfach über die Kreditkarte. Klar, bei nur 330.000 Einwohnern sind die 1.5 bis 2 Millionen Touristen pro Jahr ein gutes Geschäft für Siminn. Auch die Netzabdeckung ist hervorragend. Es ist auch gut, ein eingeschaltetes Mobiltelefon dabei zu haben. Denn in Gefahrenfällen, z.B. einem plötzlichen Vulkanausbruch, werden an alle im Gefahrenbereich eingebuchten Mobilfunkgeräte automatisch Warnungen als Textnachrichten gesendet.

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Bevor es mit der Rundreise weitergeht, noch ein paar Anmerkungen zum Straßenverkehr.
Das Fahren auf isländischen Straßen kann gelegentlich anspruchsvoll sein. Neben gut ausgebauten Asphaltstraßen gibt es die Gravel Roads, auf denen der Fahrbahnbelag aus festgefahrenem Sand und Lavaschotter besteht. Auf norwegischen Straßen hatten wir bisher regelmäßig Steinschläge zu verzeichnen, aber auf Island werden wir davon verschont bleiben. Wenn man bedenkt, dass die Gravel Roads mit 80 km/h befahren werden, ist das um so erstaunlicher. Möglicherweise liegt es daran, dass die Steine rundgefahren sind, während Splitt scharfkantig gebrochen ist.

Wie in Norwegen, sind auch Rastplätze markiert. Allerdings sind Toiletten sehr selten.
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Der Weg zur nächsten Zapfsäule kann weit sein,
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oder gar nicht existieren :D
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Auf Schotterstraßen gilt maximal 80 km/h, die aber auch gern überschritten werden.
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Häufig trifft man auf unübersichtliche Kuppen,
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die bei einspurigen Straßen zur Sicherheit auch mal zweispurig werden.
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Die meisten Brücken auf Island sind einspurig!
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Viele (Kilometer lange) Tunnel ebenfalls.
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Manchmal werden bestimmte Fahrzeuge ausgeschlossen,
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oder alle (aber man kann es ja trotzdem mal probieren)
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In der Nähe von Reykjavik gibt es Sammelhinweise
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Eben so wichtig fand ich die folgenden Hinweise:
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Warum? Auf Island treten sehr heftige Windböen auf, die einem ruckzuck die Tür aus der Hand reißen und Schäden am Fahrzeug verursachen können.
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon gudrun55 » Fr, 09. Mär 2018, 7:41

Sehr schön, wieder ein neuer Bericht!

Mainline hat geschrieben:Rapakiwi hat geschrieben:
Momentan herrscht hier im Forum anscheinend Island-Alarm.
Es freut mich sehr, mit diesen unterschiedlichen Berichten mehr über dieses interessante Land zu erfahren. Ich finde, die Berichte ergänzen sich hervorragend.

Wer Norwegen bereist, ist auch ein Islandkandidat


Dem stimme ich voll zu!

Unsere Wahl wäre definitiv ebenfalls das Schiff. Vor einigen Monaten hatte ich auch die Preise mal recherchiert - aber dafür müssen wir denn doch noch ein bisschen sparen :) - aber ob das klappt- wir wollen dieses Jahr ja wieder auf große Tour nach Norwegen... :lol:

Wirklich sehr schön, das hier so individuell unterschiedlich miterleben zu dürfen. Danke!

Gut gefällt mir dein Ansatz, allgemeine Informationen voranzustellen.

Dann bin ich mal sehr gespannt, wie es weitergeht...

LG gudrun55
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon Mainline » Sa, 10. Mär 2018, 10:03

Nachdem die Besorgungen in Egilsstadir, abgeschlossen sind, gehts in die Berge. Ein Teil der Hochlandstraße F910 wurde zum Bau eines Staudamms asphaltiert und soll angeblich etwas Hochlandfeeling ohne Schotterpiste vermitteln. Das schauen wir uns mal an. Die Gegend ist wirklich einsam und erinnert uns stark an Nordnorwegen, nur mit weniger Siedlungen.
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Am Staudamm regnet es leider und so bleibt nur ein kurzer Blick in die trockengelegte Schlucht.
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Die erste Nacht auf Island verbringen wir an exponierter Stelle auf dem „Fjell“. Weil der Wind heftig am Fahrzeug rüttelt, muss ich es noch in der Nacht mit dem Heck in den Wind drehen.

Auf der Rückfahrt zur Ringstraße, schauen wir am nächsten Tag noch am Hengifoss vorbei. In einer kurzen Wanderung (1,5 Kilometer, 170 Höhenmeter) klettern wir zum Wasserfall hoch..
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Die Ringstraße wollen wir angesichts des Wetterberichts im Uhrzeigersinn befahren. Dazu folgen wir zunächst der 95 in Richtung Süden. Es gibt auch „Abkürzungen“ zur Ringstraße, z.B. die 939, aber als Frischlinge wollen wir uns langsam an die schlechten Straßen ran tasten. Aber auch auf der guten Strecke passieren wir einen Abschnitt der nicht asphaltiert ist und verpassen so dem Wohnmobil ungewollt einen Offroad Look :D
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Wir saugen die vielen neuen Eindrücke begierig auf und versuchen deshalb auch unser Reisetempo etwas zu reduzieren.

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Der isländische TINE-Laster :D

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Von der Hauptstraße folgen wir einem schmalen Pfade in Richtung Küste und haben schnell unseren nächsten Übernachtungsplatz gefunden.

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Viele Grüße,
Gerhard
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Re: Island mit dem Wohnmobil - 2016

Beitragvon CrazyHorse » Sa, 10. Mär 2018, 10:57

Wunderbare Eindrücke! Die Ostfjorde mag ich auch sehr!

Gruß Matthias
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