Mal was zum Nachdenken

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Mal was zum Nachdenken

Beitragvon harald0409 » Sa, 13. Mai 2017, 3:49

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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon Gudrun » Sa, 13. Mai 2017, 12:17

Schwer, etwas dazu zu sagen, wenn sich nur die eine Seite zu Wort meldet. Zwangsadoptionen kennt man eigentlich nur aus Diktaturen.
Wo ist der richtige Weg?

Grüße Gudrun
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon Kumulus » Sa, 13. Mai 2017, 13:57

Das Thema "Barnevernet" hatten wir hier doch schon. Die persönlichen Eindrücke und Erlebnisse, die Schicksale sind so individuell, dass wir das hier nicht in einem Forum diskutieren sollten. Finde ich !!
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon Gudrun » Sa, 13. Mai 2017, 14:27

Kumulus hat geschrieben:Die persönlichen Eindrücke und Erlebnisse, die Schicksale sind so individuell,...
Wenn es denn so ist. Da ich das aber nicht beurteilen kann, werde ich
Kumulus hat geschrieben:das hier nicht in einem Forum diskutieren.
Trotzdem kann an sich doch informieren.

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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon Kumulus » Sa, 13. Mai 2017, 14:59

Gudrun hat geschrieben:Trotzdem kann an sich doch informieren.



Natürlich - jederzeit und überall. Es stünde mir auch gar nicht zu, hier irgendetwas reglementieren zu wollen. Ich wollte einzig meine persönliche Meinung kund tun.
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon Gudrun » Sa, 13. Mai 2017, 15:05

Nichts anderes habe ich angenommen. Ich hätte auch schreiben können: "Danke Harald für die Info."

Und vielleicht hat ja jemand Infos von/über die "Gegenseite", die für uns Ausländer gut verständlich sind. (Was ich nicht glaube, denn schließlich stellen wir in D auch nicht alle unsere behördlichen Infos in norwegisch bereit. Warum sollte es umgekehrt so sein?)

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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon troll70 » Sa, 20. Mai 2017, 10:42

Das Thema Barnevernet wird auch hier in Norwegen mitunter stark diskutiert. So stand erst vor ein paar Wochen in unserer Regionalzeitung (Sunnmørsposten), dass die Fluktuationsrate im Barnevernet sehr hoch sei und man Schwierigkeiten habe, offene Stellen zu besetzen. Als Grund wurde die psychische Belastung angegeben.

Ich wollte mit den Leuten (sowie auch denen in den deutschen Jugendaemtern) nicht tauschen wollen. Diese Leute muessen ueber Familien- bzw Kinderschicksale entscheiden.

Aber ganz generell: Man sollte die Vorgehensweise von auslaendischen Behoerden (und das ist das Barnevernet) nicht durch die Brille deutscher Wertevorstellungen betrachten. Andere Laender, andere Sitten (auch wenn wir uns im selben Kulturkreis befinden). Ich selbst kenne einen Fall, in dem das Barnevernet Eltern einbestellte, die ihrer 16-jaehringen Tochter ein Handyverbot erteilten. Man muss eben wissen, dass alle Arten von direkter Massregelung, Kritik o. a. - auch innerhalb von Familien - hier in Norwegen eben nicht gerne gesehen ist und das Barnevernet schon bei kleinstem Verdachtsmoment einschreitet.

Dabei werden auch Lehrer/Kindergaertner befragt und von daher ist es als Auslaender wichtig, dass genau diese Leute die Familien kennen und einschaetzen koennen. Gute Integration (Sprache, Mitgliedschaft in Vereinen, Teilnahmen an Dugnads...) sind das einfachste Mittel, das zu erreichen.
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon hinnerk » Mi, 24. Mai 2017, 17:02

troll70 hat geschrieben:Aber ganz generell: Man sollte die Vorgehensweise von auslaendischen Behoerden (und das ist das Barnevernet) nicht durch die Brille deutscher Wertevorstellungen betrachten. Andere Laender, andere Sitten (auch wenn wir uns im selben Kulturkreis befinden). Ich selbst kenne einen Fall, in dem das Barnevernet Eltern einbestellte, die ihrer 16-jaehringen Tochter ein Handyverbot erteilten. Man muss eben wissen, dass alle Arten von direkter Massregelung, Kritik o. a. - auch innerhalb von Familien - hier in Norwegen eben nicht gerne gesehen ist und das Barnevernet schon bei kleinstem Verdachtsmoment einschreitet.

Dabei werden auch Lehrer/Kindergaertner befragt und von daher ist es als Auslaender wichtig, dass genau diese Leute die Familien kennen und einschaetzen koennen. Gute Integration (Sprache, Mitgliedschaft in Vereinen, Teilnahmen an Dugnads...) sind das einfachste Mittel, das zu erreichen.

Nun, auch ich halte für alles andere als richtig Werte- und Moralvorstellungen, sowie Traditionen und Rituale anderer Bevölkerungen auf Grund der vorherrschenden Umstände des eigenen Landes in Frage zu stellen. Das möchte ich anfangs klarstellen.

Wenn wir nun diese Sichtweise als Makro bezeichnen und die Zustände innerhalb der Gesellschaft als Mikro, dann frage ich mich, ob nicht auch bei den Befragten Personen in der Umgebung der Eltern subjektive Wert- Erziehungsvorstellungen eine Rolle bei ihren Aussagen spielen. Darauf aufbauend frage ich mich dann, inwieweit alternative Lebenskulturen überhaupt eine Chance haben in diesem Klima zu gedeihen – und natürlich spreche ich nicht von Lebenskulturen, in denen es okay ist, Kindern gewalt anzutun oder ihnen Angst zu machen.

Ein Abschnitt auf der Seite von arte.tv bereitet mir darüberhinaus große Sorgen: "Sie entziehen Eltern häufig ohne Vorgespräche ihre Kinder, Gerüchte von Klapsen auf den Po reichen da schon oder der Verdacht, dass sie nicht fähig seien, ihr Kind zu erziehen."

Ich würde gerne wissen, ob diese Darstellung einer gewissen Realität entspricht oder hier lediglich überspitzt formuliert wurde. Auf Basis von Gerüchten und Hörensagen derartige Entscheidungen zu fällen, erinnert mich doch leider an Zeiten, zu denen die Menschheit niemals zurückgehen sollte.
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon muheijo » Do, 25. Mai 2017, 11:27

hinnerk hat geschrieben:Ein Abschnitt auf der Seite von arte.tv bereitet mir darüberhinaus große Sorgen: "Sie entziehen Eltern häufig ohne Vorgespräche ihre Kinder, Gerüchte von Klapsen auf den Po reichen da schon oder der Verdacht, dass sie nicht fähig seien, ihr Kind zu erziehen."

Ich würde gerne wissen, ob diese Darstellung einer gewissen Realität entspricht oder hier lediglich überspitzt formuliert wurde. Auf Basis von Gerüchten und Hörensagen derartige Entscheidungen zu fällen, erinnert mich doch leider an Zeiten, zu denen die Menschheit niemals zurückgehen sollte.


Nicht allzu weit weg von uns ist genau das einem hervorragend integrierten deutschem Ehepaar passiert. Ein paar unbedarft erzählte Phantasiegeschichten des einen Kindes hatten ausgereicht, um die Maschinerie ganz brutal in Gang zu setzen.*
Die haben sich inzwischen intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt und mussten feststellen, dass sie a) kein Einzelfall sind und b) speziell ausländische Familien auf dem Kiker sind.

* Ich kenne natürlich nur die Seite der Eltern, habe aber nicht den geringsten Grund, davon irgendetwas anzuzweifeln.

Gruss, muheijo
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon trd » Do, 25. Mai 2017, 17:43

muheijo hat geschrieben:b) speziell ausländische Familien auf dem Kiker sind.

bist Du da sicher? Habe gerade auch ein haarsträubende Geschichte von einer mir gut bekannten norwegischen Familie gehört. Gut situiert, geschieden (wie fast alle), Patchworkfamily usw.
Ein pubertierendes Kind erfindet/überhöht Geschichten, die neue junge Helsesøster schreibt einen abenteuerlichen Bericht und Barnevernet rückt generalstabsmäßig in der Schule an und reißt drei Kinder aus dem Unterricht zum Verhör.
Unfassbar, gegen alle Regeln (z.B. vorher saubere Recherche, Befragung Lehrer etc.). Schule schreitet dagegen ein, Case ist noch offen.
Ironie des Schicksals: Der Vater ist Anwalt für Barnevarnet und wusste sofort, dass er stillhalten muss, da keine Chance.

Das muss ein ekelhaftes Gefühl sein, wenn man so machtlos ist.
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon muheijo » Do, 25. Mai 2017, 19:40

trd hat geschrieben:
muheijo hat geschrieben:b) speziell ausländische Familien auf dem Kiker sind.

bist Du da sicher?


Ich habe nur wiedergegeben, was ich relativ verlässlich gehört habe. Persönlich habe ich die Statistiken bislang nicht bemüht. Angst macht das Thema aber schon, zumal genau das hier:
trd hat geschrieben:Ein pubertierendes Kind erfindet/überhöht Geschichten, ...

anscheinend der Klassiker ist.

Gruss, muheijo
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon hinnerk » Mo, 29. Mai 2017, 13:31

trd hat geschrieben:
muheijo hat geschrieben:b) speziell ausländische Familien auf dem Kiker sind.

bist Du da sicher? Habe gerade auch ein haarsträubende Geschichte von einer mir gut bekannten norwegischen Familie gehört. Gut situiert, geschieden (wie fast alle), Patchworkfamily usw.

Diese Geschichten sind unglaublich schwer zu verdauen, kaum zu fassen was einige Familien durchmachen mussten und müssen.

Eine Statistik ob nun ausländische Familien gezielter zum Barnevarnet herangezogen werden, wäre in der Tat wünschenswert. Ich kann es mir aber gut vorstellen. Gerade weil häufig eine andere Sprache, Kommunikation und in gewissen Maßen auch Erziehung in den ausländischen Familien stattfindet, unterliegen sie einem höheren Risiko etwaigen Missverständnissen oder Fehlinterpretationen zum Opfer zu fallen. Ist aber natürlich alles, so ganz ohne konkrete Zahlen und Statistiken, pure Spekulation.
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon der westfale » Mo, 29. Mai 2017, 13:52

Herrgott,


welch Verschwoerungstheorien. Natuerlich klaut Norwegen den Auslaendern ihre Kinder. Unsere will aber wohl keiner hier haben.

Mal was zum Nachdenken heisst es in der Ueberschrieft. Genau das wuenscht man sich hier auch. Das mal wirklich nachgedacht wird. Welche Familie wuerde freiwillig zugeben das sie ihr Kinder mishandelt. Natuerlich gehen alle nur vorbildlich mit ihren Kindern um. Spricht ein Kind von Gewalt in der Familie, hat es ja nur eine sehr lebhafte Fantasie. Die blauen Flecken kommen auch nur so von allein.

Mir zeigt die Erfahrung die ich in den letzten Jahren hier machen durfte, man schaut seinem Gegenueber nur vor dem Kopf und nicht einen deut weiter.
Eltern denen die Kinder entzogen wurden, geschiet natuerlich nur Unrecht. Wer wuerde auch ein Fehlverhalten zugeben. Oftmals fehlt auch einfach die Einsicht, oder der Horizont um zu verstehen das es falsch ist so mit seinen Kindern umzugehen.

Um mich noch schnell in die Argumentation einzureihen. Ja auch wir kennen Familien dennen die Kinder entzogen wurden und es war mehr als noetig dieses zu tun.


LG Mark
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon Christoph » Mo, 29. Mai 2017, 14:33

Das Problem ist wohl, dass das barnevernet so gut wie gar nicht "kontrolliert" wird. Ist es dann vor Ort mit Leuten besetzt, die ihre Macht ausspielen oder völlig ungeeignet für solche Aufgaben sind, dann kommen schnell diese negativen Schlagzeilen zustande...und das berechtigt. Aber es gibt eben auch andere örtliche barnevernet...über unser hier in Mo i Rana habe ich z.B. solche Schauermärchen noch nicht gehört.

Aber auf jeden Fall ist es ein sehr sensibles Thema...und wenn da wirklich etwas falsch läuft beim barnevernet, egal in welche Richtung, hat das immer gravierende Konsequenzen.

Grüsslis aus dem Sonnenschein am Polarkreis...
Christoph
"Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land am Polarkreis (Helgeland)."

frei interpretiert (erweitert) nach einem Zitat von Dr. Ludwig Ganghofer
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Re: Mal was zum Nachdenken

Beitragvon hinnerk » Mi, 31. Mai 2017, 11:31

der westfale hat geschrieben:Herrgott,


welch Verschwoerungstheorien. Natuerlich klaut Norwegen den Auslaendern ihre Kinder. Unsere will aber wohl keiner hier haben.

Mal was zum Nachdenken heisst es in der Ueberschrieft. Genau das wuenscht man sich hier auch. Das mal wirklich nachgedacht wird. Welche Familie wuerde freiwillig zugeben das sie ihr Kinder mishandelt. Natuerlich gehen alle nur vorbildlich mit ihren Kindern um. Spricht ein Kind von Gewalt in der Familie, hat es ja nur eine sehr lebhafte Fantasie. Die blauen Flecken kommen auch nur so von allein.

Lieber westfale,

ich glaube niemand hier in diesem Thread zweifelt auch nur eine Sekunde an, dass häusliche Gewalt ggü. Kindern in Familien existiert und bestraft werden sollte. Es werden hier auch keine "Verschwörungstheorien" gesponnen, sondern Fragen an eine Institution gerichtet, dessen Arbeit gravierende Konsequenzen für das Leben vieler Menschen hat. Und eben deshalb ist es so immens wichtig, dass diese Institution ihre Arbeit auch gewissenhaft verfolgt.
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