Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer

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Re: Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer

Beitragvon Kumulus » So, 18. Nov 2018, 20:17

Bei Halbzeit feiern wir erst einmal - am besten in, auf oder zumindest bei einem Leuchtturm.

Ich biete Kiel-Holtenau an - oder Bülk
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Re: Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer

Beitragvon Ronald » Mo, 19. Nov 2018, 10:42

Moin Martin,
dauert noch ein bisschen. Sind ja erst 54 von 122 :D
Wie wäre es denn mit Westerheversand?
Gruß
Ronald
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Re: Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer

Beitragvon Kumulus » Mo, 19. Nov 2018, 19:26

Ronald hat geschrieben:Wie wäre es denn mit Westerheversand?


Das wäre auch meine Alternative !
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Re: Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer

Beitragvon Ronald » Di, 11. Dez 2018, 15:29

Moin,
es geht weiter, denn die Pause war durch die Fertigstellung der Kalender und das Schreiben der etwa 50 Weihnachtskarten bedingt. Bild

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Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer
„Leuchtturmreise“ entlang der norwegischen Küste
Teil 31

Røværsholmen - Haugesund - Rogaland


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Im Januar 1890 fand in Haugesund ein Treffen statt, an dem Leuchtfeuerdirektoren, Oberlotsen und Repräsentanten von Seemannsvereinigungen, Dampfschiffsgesellschaften und anderen Interessierten teilnahmen, auf dem die Notwendigkeit des Baus eines Ansteuerungsfeuers für Haugesund besprochen wurde. Zählte Haugesund um 1854 nur etwa 10.000 Einwohner, wuchs diese Zahl jedoch enorm durch den aufkommenden Heringsfang und den wachsenden Handel. Man sagt heute, dass Haugesund „auf den Gräten der Heringe gebaut“ wurde.

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Davon zeugt auch das 1920 von Sofus Madsen geschaffene Denkmal der Heringsfischer („Fiskeren“). Für Haugesunder symbolisieren die Fischer ihre Identität als Heringsstadt, wo die Fischer den Blick zum Meer richten und auf den Hering warten.

So war es nicht verwunderlich, dass die Schifffahrt eine sichere Zufahrt nach Haugesund benötigte. Auch einigte man sich bei diesem Treffen darauf, dass die Schäre Røværsholmen vor der Insel Røvær und etwa 12 km von Haugesund entfernt der geeignetste Ort für den Bau eines Leuchtfeuers sei.

Da die Schäre bei schwerem Wetter oft überspült wurde, musste das Baukonzept noch einmal überarbeitet und neu kalkuliert werden, so dass sich die Kosten von zunächst 30.000 Kronen auf 63.000 Kronen erhöhten. Nachdem die Gelder für das Haushaltsjahr 1891/1892 bewilligt wurden, begann der Bau 1891 und wurde 1892 mit der Inbetriebnahme abgeschlossen.

So wurde zunächst ein Granitsteinsockel, zum Teil mit Steinen vom 1873 abgerissenen Leuchtturm von Lista gebaut, auf dem ein relativ niedriger Gusseisenturm errichtet wurde. Der Turm als auch das Leuchtfeuerhaus wurde von der Hauptwerft der Marine in Horten geliefert.

Im Turm befanden sich sechs kleine Zimmer und im Betonanbau zum Turm ein großer Wohnraum und die Küche. Später wurde auf den Betonanbau ein Stockwerk aus Holz aufgesetzt. Das Brennholz wurde in einer kleinen separaten Hütte gelagert.

Das Bootshaus aus Beton mit einer Slipanlage für das Boot und ein Landungssteg fanden ebenso Platz auf der kleinen Schäre. Wenn schwerer Schwell (Seegang) herrschte, musste das Boot oft hochgezogen und im Winter im Bootshaus gelagert werden. Und das Bootshaus ist nicht umsonst aus Beton gebaut worden, um den oft schweren Wetterbedingungen standzuhalten.

Die Bedienung des Leuchtfeuers oblag dem Leuchtfeuerwärter samt seiner Familie und einem Reserveassistenten ohne feste Anstellung.

Auf der kleinen Schäre befanden sich auch ein Hühnerstall und ein Schweinestall. Auch eine kleine Grasfläche wurde innerhalb der Bebauung angelegt, denn auch eine Kuh wurde auf der Schäre gehalten, denn dies war die einzige Möglichkeit, die Kleinkinder mit frischer Milch zu versorgen. Somit war Røværsholmen die einzige draußen im Meer liegende Station mit einer Kuh.

Nachdem die Station in den 1950er Jahren in eine Wachstation umgewandelt wurde, bestand die Besatzung aus einem Leuchtfeuerwärter und zwei Leuchtfeuerbediensteten.

1961 erhielt das Leuchtfeuer elektrischen Strom durch ein Unterwasserkabel von der Insel Røvær. 1975 wurde die Station automatisiert und die Besatzung abgezogen.

Die Station Røværsholmen steht unter Denkmalschutz, da sie ein Beispiel für eine sehr kleine, draußen im Meer liegende Station ist und der kleine, nur 13,5 m hohe Turm ein relativ seltener Bau ist.

Die Schäre kann von der Insel Røvær aus besucht werden; die Leuchtfeuergebäude sind nicht zugänglich. Auf der Schäre sollen aber noch Überbleibsel mehrerer Miniaturleuchttürme stehen, die von den Kindern der Leuchtfeuerfamilie während der Zeit des 1. Weltkrieges gebaut worden sein sollen.

Da ich leider nur ein Foto aus sehr großer Entfernung habe, kann man auf diesen Fotos die minimalistische Ausstattung der Station samt Bootshaus aus Beton und dem Landungssteg sehen:

http://norske-fyr-og-kystverkets-bygg.o ... checkpoint

https://kulturminnesok.no/minne/?queryS ... itet/87042

Quellen:
Finn et fyr, Eli Johanne Ellingsve, Tapir Akademisk Forlag, Trondheim 2007, S. 176,
Fyrene rundt Norges sydspiss, Bjørn Arild Hansen Ersland, Høyskole Forlaget 1999, S.118 ff.,
Norges Fyr, Fra svenskegrensen til Stad, Bind 1, Birger Björkhaug, Sven Poulsson, Grøndahl & Søn Forlag A.S., Oslo, 1986, S. 191 f.,
Norske Fyr, Nasjonal verneplan for fyrstasjoner, Riksanikvarens rapporter nr. 24 1997, Danckert Monrad-Krohn, Oslo 1997, ISBN 82-7574-018-5, S. 87
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