Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer

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Re: Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer

Beitragvon Ronald » So, 07. Okt 2018, 14:35

Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer
„Leuchtturmreise“ entlang der norwegischen Küste
Teil 6

Stavernsodden – Larvik - Vestfold


Mit königlichem Dekret vom 21.09.1849 wurde bestimmt, dass die Bewilligung für ein Ansteuerungsfeuer für Fredriksvern höchste Priorität auf dem nächsten Haushaltsplan haben sollte. Es sollte ein Steingebäude mit einem Leuchtfeuer in einem angebauten kleinen Turm werden. Die ganze Angelegenheit sollte jedoch eine reine Kostenrechnung bleiben, denn im Budget war „kein Platz“ für die Berücksichtigung eines Leuchtfeuers. Fünf Jahre später wurde dann eine kleine 13,5 qm messende Wachstube mit einem angebauten Leuchtfeuer errichtet. Der Bau beruhte auf einer Bekanntmachung des „Königlich Norwegischen Regierungs-Marine-Departement“ vom 21.09.1855.

Auch wenn ab 1830 ein neuer Marinestützpunkt in Horten gebaut wurde, blieb der Marinestützpunkt Frederiksvern bei Stavern ein wichtiger Standort.

Bild

Der Eingang zum alten Marinestützpunkt Fredriksvern aus dem 18. Jahrhundert

1874 wurde ein richtiges Gebäude aus Feldsteinen gebaut. Das Leuchtfeuerhäuschen wurde auf einem niedrigen Sockel an dem Südostende des Wohnhauses platziert. Etwa um die Jahrhundertwende wurden weitere Gebäude wie ein Wohnhaus, Werkstattgebäude, Maschinenhaus, Ölhaus und Landungssteg hinzugefügt. Ein neuer, kleiner Feuerturm wurde 1930 angefügt. 1954 wurde ein neues Wohnhaus gebaut, das 1961 ein neues Stockwerk erhielt. Das Feldsteinhaus wurde aufwendig renoviert. Nach der Automatisierung wurde die Besatzung 1984 abgezogen. Die Anlage wird heute vom Meteorologischen Institut für verschiedene Zwecke benutzt, insbesondere als Ferienhaus für die Mitarbeiter.

Bild

Die Leuchtfeuerstation Stavernsodden 2012

Die gesamte Insel Stavernsøya gehört dem norwegischen Verteidigungsministerium. Unterhalten werden die Gebäude von einer Gruppe Ehrenamtlicher, die ihre Arbeit im Rahmen des in Norwegen üblichen „dugnad“ leisten (https://de.wikipedia.org/wiki/Dugnad)

Stavernsodden Leuchtfeuerstation wurde 1997 unter Denkmalschutz gestellt, da es zusammen mit der Zitadelle von Stavern und der umliegenden Kulturlandschaft eine kleine, harmonische Anlage darstellt.

Quellen:
Finn et fyr, Eli Johanne Ellingsve, Tapir Akademisk Forlag, Trondheim 2007, S. 197
Norges Fyr, Fra svenskegrensen til Stad, Bind 1, Birger Björkhaug, Sven Poulsson, Grøndahl & Søn Forlag A.S., Oslo, 1986, S. 82 f
Norske fyr, Nasjonal verneplan for fyrstasjoner, Riksantikvarens rapporter nr. 24, Oslo 1997, S. 53
http://www.stavernsodden.info/om-fyret/fyrets-historie
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Re: Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer

Beitragvon Ronald » So, 07. Okt 2018, 15:34

Küstenkultur: Norwegens Leuchtfeuer
„Leuchtturmreise“ entlang der norwegischen Küste
Teil 7

Tvistein – Larvik - Vestfold


Zufolge einer Eingabe des sog. „Skagerakkomité“ für das Budget 1898/1899 sollte auf der kleinen Insel Tvistein – was so viel wie ‚Zwei Steine‘ bedeutet‘ - ein Nebelsignal installiert werden, da die Insel ihrer Lage wegen wohl kaum als Ort für ein neues Leuchtfeuer in Frage kommen würde. Etwas später, 1907, schlug das Leuchtfeuerdirektorat doch vor, ein kleines Leuchtfeuer zusammen mit einem Nebelsignal zu bauen.

Es bestanden jedoch Zweifel an den Eigentumsrechten der beiden Inseln. Und so kam am 02.05.1905 ein Brief des Amtsgerichts Larvik, in dem Zweifel geäußert wurden, ob das private Eigentumsrecht unterminiert werde. Letztendlich wurde geklärt, dass die Inseln dem norwegischen Staat gehören würden.

1908 wurden ein Wohnhaus und ein Maschinenhaus aus Beton mit einem Leuchtfeuerhaus auf dem Dach gebaut. Zusätzlich erhielt die kleine Station eine Unterkunft für den Assistenten. Es kamen noch ein Schuppen sowie ein Bootshaus hinzu. Das Nebelhorn war an der Südseite des Maschinenhauses angebracht.

Die Station liegt auf der östlichen der beiden Inseln, die zum Ort Nevlunghavn in der Kommune Larvik liegen.

Bild

Tvistein Leuchtfeuerstation 2012

Nach einem Sturm 1912, bei dem das hölzerne Bootshaus weggewaschen wurde, baute man ein Bootshaus aus Beton. Zwei Jahre später wurde eine Schutzmauer vor dem Haus errichtet, denn der kleine Anlandungsplatz im Norden erwies sich als geschützter Platz, die Südseite war jedoch ungeschützt und der See ausgesetzt.

1939 kam ein weiteres Wohnhaus für den Assistenten hinzu. In Verbindung mit der Elektrifizierung im Jahr 1951 wurde das Leuchtfeuer in einem neuen Betonturm neben dem Maschinenhaus installiert. Die Station erhielt nun anstelle des alten Nebelhorns ein neues, stärkeres Diafon. Auch ein neues Wohngebäude für die Leuchtfeuerbesatzung wurde gebaut.

Der Kran am Landungsplatz ist 1987 entfernt worden und ein Jahr später wurde die Besatzung nach der Automatisierung abgezogen und das Diafon entfernt. Die Gebäude blieben leer, bis 2011 der Verein „Tvisteins Venner“ gegründet wurde und nach einer Leihvereinbarung mit der Küstenwacht die Restaurierung beginnen konnte.

Quellen:
Finn et fyr, Eli Johanne Ellingsve, Tapir Akademisk Forlag, Trondheim 2007, S. 225
Norges Fyr, Fra svenskegrensen til Stad, Bind 1, Birger Björkhaug, Sven Poulsson, Grøndahl & Søn Forlag A.S., Oslo, 1986, S. 85 f
http://tvistein.info/
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