Es ist ein Drama...

Arbeiten, Formalitäten, Wohnen, Studieren, Au-pair, Schüler-/Studentenaustausch, Praktika. Wir sind keine Jobbörse!

Re: Es ist ein Drama...

Beitragvon Christoph » Sa, 29. Jul 2017, 14:26

Uargh! hat geschrieben:@Ihr seht mich jetzt in der vielen bekannten "Soll ich" oder "soll ich nicht " Situation.


Die Entscheidung wird Euch niemand abnehmen können..., aber das wisst Ihr ja selbst.

Ich kann Dir nur von uns sagen, dass wir diese Entscheidung, die uns allerdings auch ganz leicht gemacht wurde (trotzdem muss man sich entscheiden), nicht ein halbes Sekündchen bereut haben und auch noch nie in irgendeiner Form Heimweh gehabt haben. Ganz im Gegenteil: Wir bezeichnen uns mittlerweile als "helgelandspatrioter" und uns tut es richtig weh, wenn wir mal ein paar Wochen nach D müssen, um nach Eltern/Schwiegereltern zu gucken. Wir fühlen uns hier wirklich pudelwohl. Aber das ist sicherlich auch von Eurer Mentalität usw abhängig...wir wohnen halt in einer Kleinstadt mit fantastischer Natur drum herum und könnten uns z.B. es nicht vorstellen, in einer der großen Städte Norwegens zu wohnen.

God helg...Christoph
"Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land am Polarkreis (Helgeland)."

frei interpretiert (erweitert) nach einem Zitat von Dr. Ludwig Ganghofer
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Re: Es ist ein Drama...

Beitragvon limor » So, 30. Jul 2017, 21:39

@ Alex
Danke fuer Rueckmeldung auf meinen Beitrag. Du fragst erstaunt warum wir uns das Rueckwandern usw... Wir sind nicht im Gram weg aus der 1. Heimat – und alle deine aufgezaehlten Aengste sind mir ehrlich gesagt fremd bzw auch zu unwichtig, um mich beeinflussen zu koennen.
Fuer uns sind wich tig: das soziale Umfeld – heute und wenn wir in absehbarer Zeit Rentner waeren ...(also neben Nachbarn auch eine erreichbare Einkaufsmoeglichkeit ev. zu Fuss, medizinische Betreuung falls notwendig, hilfreiche Haende in Haus und Garten, vielleicht auch Theater Kino usw.) ... Anfangs hat uns der rechnerische Aspekt (wird die zu erwartende Rente aus Summe Deutschland und Norge das Leben in Norwegen ueberhaupt ermoeglichen?) zu dem Gedanken – mit Rentnerdasein zurueck – gefuehrt.... auch die Frage: was wenn einer von uns stirbt? --- heute sind wir ueber dieses Nachdenken hinweg und geniessen unser Jetztleben! Wer weiss schon was wird. Aber wir sind offen fuer diese Gedanken.

Ansonsten geht es uns momentan eher wie Christoph – reisen um Familie zu sehen (Einschulung usw.) - meist kurz, schmerzend, anstrengend und nach wenigen Stunden bereits mit «am liebsten zum Flieger und heim!» Gefuehlen – weil Reizueberflutet.

LG. Linda
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Re: Es ist ein Drama...

Beitragvon Mike267 » Sa, 12. Aug 2017, 14:50

Hei Alex (Uargh!),

Mein Thread kommt bissl spät und es wurde hier schon viel Interessantes gesagt. Trotzdem möchte ich auch meinen Beitrag hier lassen und freue mich auf Kommentare.

Als ich Deinen Beitrag gelesen habe musste ich schmunzeln. Ich kann mich selbst in Deinem Beitrag zu einem großen Teil wieder erkennen. Mir geht es ähnlich wie Dir. Zu meiner Person: Ich bin ebenfalls 36 und verheiratet, wir haben aber keine Kinder. Nach meinem Realschulabschluss absolvierte ich eine Ausbildung zum Industriemechaniker, Fachrichtung Betriebstechnik (Kugellagerbranche). Die Ausbildung war großartig und sehr umfangreich (Handwerkliche Stahlbearbeitung aufs Hundertstel, Zerspanungsverfahren konventionell und CNC, sämtliche Schweißtechniken, Pumpen, Getriebe, Lagermontage, etc.) in diesem Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Schweden hat.

Seit meiner Realschulzeit und während der Ausbildung hat mich das Thema Chemie immer verfolgt und daher habe ich nach meiner Ausbildung das Abitur auf dem sogenannten "zweiten Bildungsweg" nachgeholt. Mein Chemiestudium habe ich dann mit Diplom, Schwerpunkt "Organische Chemie - Naturstoffsynthese" abgeschlossen. Nach einem Lehr- und Forschungsaufenthalt in den USA habe ich promoviert auf dem Gebiet der "Metallorganischen Chemie" (Aktivierung kleiner Moleküle wie CO2, NOx, etc.).

Nunmehr arbeite ich seit knapp vier Jahren in einem großen, deutschen Chemieunternehmen in verschiedenen Positionen und bin aufgrund meines Werdegangs relativ viel rumgekommen (sechs Umzüge in 13 Jahren). Meine Frau habe ich während des Studiums kennen gelernt - sie ist jedoch Kauffrau im Einzelhandel - und hat mich während der vergangenen Jahre in Allem unterstützt - und ich sie ebenso. Wir fühlen uns beide in DE aufgrund der ganzen Entwicklung nicht mehr wirklich wohl und auch jobtechnisch gibts spannenderes (es wird in DE immer von Innovation schwadroniert, die dann doch wieder nicht sooo dringend zu sein scheint). Ich habe schon überlegt mich selbständig zu machen und was wirklich innovatives auf die Beine zu stellen, aber wie gesagt, wollen wir Deutschland mittel/langfristig verlassen. Aufgrund der häufigen Umzüge haben wir hier auch keinen Freundes-/Bekanntenkreis und von daher ist auch dieses Thema kein Grund zu bleiben.

Zu Deinem Punkt, es bis zur Rente auszuhalten, ist mir folgendes eingefallen: Es mag für Dich momentan ein harter Knochen sein und vielleicht auch ein beruflicher Rückschritt...aber...Deine Kinder profitieren davon, da sie in Norwegen aufwachsen! Und: wie definiert man eigentlich "Rückschritt"? Formal gesehen kann eine höhere Anstellung auch ein Rückschritt sein, wenn dadurch das Wohl der Familie bzw. des Partners geschädigt wird. Außerdem empfinde ich den zwischenmenschlichen Umgang in DE mittlerweile bestenfalls als fragwürdig. Kein "Bitte" und "Danke" mehr, kein Respekt vor den Mitmenschen, wie bereits in einigen Kommentaren erwähnt (für mich ist eine Verkäuferin genauso viel Wert wie ein Ingenieur oder Chemiker).

Beste Grüße
Micha

P.S.: Wir wollen auch nach Norwegen auswandern, falls das in meinem Post nicht ausreichend betont wurde.
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Re: Es ist ein Drama...

Beitragvon Uargh! » Mi, 06. Sep 2017, 17:22

Lieber Micha,

entschuldige, dass ich deinen Post so lange unbeantwortet gelassen habe.
Aber - Deutschland hat mich wieder und die Arbeit ist wie ein ausgehungertes Tier nach unserer Sommerpause wieder über uns hergefallen. Schon sind fast alle Gedanken übers schöne Skandinavien verflogen und man funktioniert nur noch. Auch jetzt bin ich schon wieder auf dem Sprung. Ich engagiere mich, wie schon geschrieben in der Kommunalpolitik und so gibts auch abends einige Termine. In der Hoffnung, dass du wieder mal vorbei schaust sei aber gesagt, dass ich bald, mit etwas mehr Zeit auf deinen Post antworten werde.

Alles Gute und einen lieben Gruß ans ganze Forum.
Uargh!
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Re: Es ist ein Drama...

Beitragvon SR1969 » Sa, 21. Okt 2017, 17:18

Hallo

Ich kann Dir nur abraten nach Norwegen auszuwandern .Wirf nicht weg was du hast . Ich lebe seit 12 Jahren hier und bin dabei gerade alles wieder zu verkaufen und langfristig wieder zurück zu gehen . Ich habe auch zwei Kinder die hier auf gewachsen sind 10 und 12 Jahre .
Es fängt schon mit der Anerkennung von deinem Job an die viel nerven und Geld kostet und am ende nicht anerkannt wird. Ich bin Ergotherapeut was hier nicht anerkannt wird.
Unterschätzt das Mentalitäten Ding nicht , mit der deutschen Mentalität kommst du hier nicht sehr weit.
Es ist was anderes seinen Lebensunterhalt hier zu schaffen oder Urlaub machen und es interessiert hier absolut niemand was du in Deutschland warst geschweige denn gearbeitet hast . Bist du nicht perfekt in schrift und sprichst du norwegisch mit Dialekt wirst du immer der Ausländer sein und du musst immer das doppelte geben . Es sei denn du hast ne menge Geld. Mehr Freizeit für Familie , vergiss es denn du musst arbeiten wenn die anderen nicht wollen denn du bist der neue der Ausländer.
Ich würde Deutschland nie wieder verlassen, schon das Gesundheitssystem in Deutschland ist schon ein Grund nicht weg zu gehen . Bis hier mal Krank und warte mal auf das Krankengeld vom NAF und du musst deine Rechnungen bezahlen
dann ist es nämlich hier in Norwegen nicht mehr so lustig und romantisch.
Ich könnte hier jetzt meine 12 Jahre Erfahrung erwähnen aber ich will noch mein Wochenende genießen denn es würde den Rahmen hier sprengen .
Ich weiß das ich mir hier wahrscheinlich keine Freunde mache aber ich finde wenn man so etwas vor hat sollte man die Rosarote Brille abnehmen , aber das muss jeder selber wissen.

Ich wünsche trotzdem noch ein schönes Wochenende . :)
SR1969
 
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Re: Es ist ein Drama...

Beitragvon motorkruizer » Sa, 21. Okt 2017, 18:07

Hei Hoert sich gefrustet an,,also subjektiv.Bin jetzt fast 9 jahre hier und kann die meissten deiner Negativpunkte nicht bestaetigen.Klar ist nicht Alles eitel Sonnenschein.aber wie Du es beschreibst..na ja!
Hilsen Juergen
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