FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangervidda

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangervidda

Beitragvon fcelch » Do, 10. Aug 2017, 21:06

Zeitraum: 23.7.2017 bis 2.8.2017

Planung:
Die Kinder fahren das erste Mal ohne uns in Urlaub :bounce: . Hannah (15) mit RUF Jugend- und Partyreisen an die Costa Brava, Elin (13) auf einen Pferdehof in Norddeutschland.
Wir wollen in der Hardangervidda laufen. Bisher waren wir schon einige Mal dort. Es ist noch nie gelungen eine Tour so zu laufen wie geplant. Immer mussten wir spontan umentscheiden oder abbrechen. Es soll ein letzter Versuch sein….
Im Vorfeld sind wir bei uns im Bergischen Land einige Runden zw. 12 und 20 km gelaufen.

Zusammenfassung:

Gewandert (tatsächlich wie geplant):
Ca. 115 km
8 Tage inkl. Einem Pausentag
Norwegische Gehzeitangaben passen recht genau (ohne Pausen)

Gepäck:
Ein 75 ltr Rucksack (ich, ca. 12 kg) der nicht randvoll war, und ein 32 ltr Rucksack (ca. 9 kg).
Ganz grob: Einmal regendicht für 0 Grad angezogen + einmal Wechselklamotten für die Hütten. Dazu der übliche Kram, nur das nötigste. Nur Essen für unterwegs, max. 1 Liter Getränke. Fotos: Handys und kl. Kamera.

Wetter in der Hardangervidda:
6 bis 12 Grad, Sonne, Wolken, Regen, Wind…..alles dabei, s.u.

Benzinverbrauch Nissan Micra lt. Anzeige:
In D 8,2 ltr/100 km (volle Pulle gefahren)
In S und DK 6,4 ltr/100 km (Autobahn 110 km/h (S) bzw. 130 km/h (DK))
In N 4,4 ltr/100 km (Autobahn max. 110 km/h, sonst 80 km/h oder langsamer)

Vorher:
Noch einiges an Stress. Heizung defekt. Kleine Reparatur am Auto. Notarzt und Rettungswagen bei der Mieterin. Durch Zufall entdeckt, dass der gebuchte Zug der Tochter nicht fährt. O-Ton DB: „Das kann vorkommen…nein Sie werden nicht automatisch informiert denn das hätten sie ja am Bahnhof gemerkt…nein wir können uns nicht um die Kinder beim (nun notwendigen) Umsteigen kümmern…es gibt keinen Zug mehr der durchfährt.“ 3 Stunden und 10 Telefonate („drücken sie die 1“…..“sie werden verbunden“…la-la-la Musik….wir danken für Ihr Verständnis :keppler: .) später folgende Feststellungen:
- das auf Deeskalation geschulte Personal der Bahn kann / will nicht helfen
- die Bahnhofsmission HH (hat nichts mit der DB zu tun!!) hilft den Kindern beim Umsteigen
- nie, nie, nieeeee wieder wird jemand unserer Familie mit der Bahn verreisen (solange ich das zahle). :evil: Das ist nur was für Irre oder Menschen die Schmerzen lieben. Das war das Erste und Letzte Mal. :fuckyou:
:peng:

1. Tag, Anreise (1)
Köln – Fredrikstad (1270 km) 13:40 h inkl. Tanken, Pause und Fähren Puttgarden-Rödby und Helsingör-Helsingborg
Unsere Tochter fährt 5:09 Sonntagmorgen mit einer Freundin aus dem Kölner Hauptbahnhof in die Reiterferien. Wir gehen zum Auto (Nissan Micra) und fahren direkt gen Norwegen. Ziel: Die Hütte unserer norwegischen Freunde in Fredrikstad, möglichst noch in der Abendsonne. Kurz vor HH müssen wir uns entscheiden: Fähre oder Brücken? Die Fähren würden wir bevorzugen um Pause zu machen. Ein Telefonanruf, die Bestätigung das noch Plätze frei sind….und wir reservieren für die Fähre um 10:45 in Puttgarden. Wir sollen 15 Min vorher da sein. Das wird knapp, es schüttet immer wieder wie aus Eimern. Wir erreichen den Check-in um 10:40, fahren direkt aufs Schiff, Klappe zu, los geht’s.
Die 200 km durch DK sind schnell erledigt, einmal tanken, und an der 2. Fähre klappt es genau so reibungslos. Keine nennenswerte Wartezeit. Gegen 14:30 rollen wir in Schweden vom Schiff. Unni aus Norwegen schickt Bilder aus der Sonne. Ob die von heute sind?
Wir erreichen schließlich Fredrikstad um 19:00. Dort scheint tatsächlich die Sonne. Das Wasser im Fjord soll 23 Grad haben. Aber wir lassen uns nicht zum Baden überreden. Es ist schön Unni, Jon und die Kinder zu treffen. Wir haben uns zuletzt Karneval bei und gesehen. Nach ein paar Bier in der Sonne, netten Gesprächen und einem Abendessen fallen wir tot ins Bett.

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2. Tag, Anreise (2)
Fredrikstad – Övre Eidfjord (ca. 400 km) 7:00 inkl. Pausen (1:00 + 0:50). Durchschnittsgeschwindigkeit in N kanpp 80 km/h (oft schneller als erlaubt gefahren)
+ 1. Etappe (Hjölmö – Vivelid, ca. 7 km, knapp 2 h):

Wir verabschieden uns von unseren Freunden um 9:30. Die Fahrt führt über Oslo, Hönefoss, Hallingdal, Gol und Geilo nach Övre Eidfjord. Unterwegs machen wir in der Sonne eine Stunde Pause (noch mal Hamburger + Pommes vor der Wanderung). In Geilo, es sind nur noch 10 Grad und es regnet, kaufen wir noch etwas ein und ziehen uns in einer Tiefgarage um und packen die Rucksäcke.
Von Geilo geht es in gut einer Stunde nach Övre Eidfjord. Steil am Vöringsfossen den RV7 runter. Unten angekommen dann hinauf nach Hjölmö. Eine abenteuerliche, einspurige Schotterpiste in knapp 10 km auf etwa 900 Hm hoch. Da darf keiner entgegenkommen. Macht mit dem kleinen Micra richtig Spass.
Oben ein Parkplatz. Dort stehen schon ca. 30 Autos. Wir ziehen die Regenjacken an, schnell noch eine Hand voll Haribo in den Mund, es regnet leicht, wir schultern die Rucksäcke und machen uns auf den Weg nach Vivelid. Es geht durch Birkenwald zunächst bergan, dann hinunter nach Vivelid. Wir waren schon ein paar Mal hier. Die Hütte ist toll am Fluss gelegen. Wir erreichen sie gegen 19 Uhr. Der „Klo des Grauens“ :klo: (ein Horrorerlebnis, s. meine alten Berichte) existiert zu unserer freudigen Überraschung nicht mehr. Alles neu. O-Ton des über 70 jährigen „Hüttenvaters“, der mich tatsächlich wiedererkennt: „Den beste toalet i hele Hardangervidda“. Er sollte recht behalten. Erstmalig hatte er uns vor über 20 Jahren erzählt was er noch alles an- und ausbauen will. Er sprach nur norwegisch, aber einen Großteil hatte ich verstanden. Davon hat er inzwischen alles umgesetzt. Auch die heiße Dusche ist prima :-D . Es gibt sogar WLAN. Wir kommen im Selbstversorgerteil der Hütte unter da wir kein Abendessen brauchen. Dort übernachten auch ein paar Schwedinnen und einige Norweger, die wir beim Frühstücksbuffet am nächsten Morgen wieder treffen. Nach 2 Bier fallen wir erschöpft ins Bett.

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3. Tag, 2. Etappe (Vivelid – Stavali, Gehzeit 5,5 h, 16,5 km….die passen recht genau ohne Pause)

Tolles Frühstücksbuffet. Wir machen uns ein Lunchpacket. Packen Käse, Schinken, Gurken, rote Beete und Ei aufs Brot. Das muss man dann ordentlich zusammendrücken, aber zum Glück gibt das norwegische Brot gut nach.

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Als wir gegen 10:00 aufbrechen regnet es noch leicht. Es geht zunächst am reißenden Fluss bergauf, dann stetig auf und ab. Der Regen hört bald auf, wir ziehen die Regensachen aus. Eine schöne und Abwechslungsreiche Strecke. Einmal sind wir etwas irritiert. Lt. unserer über 20 Jahre alten Karte müsste der Weg nördlich eines Sees entlang führen. Jedoch weisen die Markierungen um das Südufer herum. Hier wurde der Weg wohl verlegt. 20 Min vor der Stavali Hütte leider noch ein heftiger Regen. Wir kommen gegen 16:15 an. Später scheint immer mal wieder die Sonne.

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Stavali ist offiziell eine Selbstversogerhütte. Zu unserer Überraschung gibt es einen Hüttenwacht :faq: und ein „Kiosk“, also nicht die klassische Selbstversorgung, man muss am „Schalter“ einkaufen. Man kann sogar ein Frühstück vorbestellen (Buffet) und etwas für abends ordern. Wir entscheiden uns eine Konservendose zu kaufen. „Lapskaus“ (nicht so wie in Norddeutschland), eine sämige Kartoffelpampe mit Möhren und Fleisch. Sehr lecker. Draußen gibt es einen (mit Unterwasserofen beheizten) Badezuber den man „buchen“ kann. Die Hütte ist gut besucht, etwa 30 Wanderer. Abends geht noch 3 Mal der Feueralarm. Ein norwegisches Paar brutzelt Speck in der Küche…..alles eingenebelt. :-?

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Wir kommen in einem 8er Zimmer unter. Leider ist ein Hardcore-Schnarcher auf dem Zimmer. :muede: Der hat noch nicht einmal den Feueralarm gehört…..wird erzählt, wäre also verbrannt. Musik hören und Ohrstöpsel bringen nichts. :nixwissen: So übel, dass wir nach 15 Min unsere Schlafsäcke nehmen und in die Stua, den Aufenthaltsraum, umziehen. Wir unterhalten uns noch ein wenig mit den Norwegern, die bei Kerzenschein den Speck essen. Dort schlafen wir (sehr gut) auf den Sofas. Den Schnarcher hört man aber immer noch durch die Zimmerdecke sägen. :peng: Bild


4. Tag, 3. Etappe (Stavali - Torehytten, Gehzeit 7 h, 18,8 km….abzüglich zwei kleiner Pausen sind wir 30 min schneller)
Vor dieser längsten Etappe hatten wir ein wenig „Angst“. Hoffentlich ist es nicht zu lang und nicht zu anstrengend für uns :nixwissen: . Wir brechen 8:45 auf. Sonne und Wolken wechseln sich ab. Recht windig. Die Landschaft ist atemberaubend. Nach einer kurzen Pause im Windschutz an einer nicht bewohnten Hütte verlieren wir kurz den Weg. Wir landen an einem See, wo ein Boot liegt. Wir waren dem Trampelpfad ab der Hütte gefolgt, der war aber gar nicht mit den üblichen roten Ts vom DNT markiert. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass der Weg oberhalb des Sees verlaufen muss. Wir finden ihn schnell wieder. Eine herrliche Etappe. Tolle, abwechslungsreiche Ausblicke. Tendenziell geht es mehr bergauf. Ca. 1 h vor dem Ziel fängt es an zu regnen. Bei dem Wind unangenehm. Auf einmal macht das Handy Lärm. Wie uns Wanderer am Vortag berichteten gibt es hier auf ca. 10 Metern volles Netz. Wir nutzen die Gelegenheit und telefonieren, um zu erfahren, wie es den Kindern geht. Bestimmt ein komisches Bild: Im Regen, im Wind, im Nirgendwo…und dann ein Handy am Ohr.

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Irgendwann riecht man Feuer, die Hütte kann nicht mehr weit sein. Nach einem kurzen Abstieg sehen wir sie dann auch herrlich am See liegen.

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Wir werden von der netten Hüttenwartin und ihrem 17 jährigen Sohn begrüßt. Wir kommen in einem 4er Zimmer in der Haupthütte unter. 50 Meter weiter steht eine weitere Hütte mit 12 Schlafgelegenheiten. Dort wird eine 12-köpfige Wandergruppe des DNT einquartiert. In „unserer“ Hütte ist es am Abend noch sehr gemütlich :prost: :zigarette: . Es gesellen sich noch einige Norweger und 3 Deutsche dazu. Wir spielen Yazzi (zu deutsch: Kniffel) mit der Hüttenwartin und ihrem Sohn. Außerdem nette Gespräche über das erlebte und das Leben allgemein...

5. Tag – Ruhetag (statt Besteigung des Harteigen)
Eigentlich wollten wir ab der Hütte den Harteigen besteigen (Hin, rauf, runter, zurück ca. 3 h). Jedenfalls wollten wir es versuchen, denn das soll nicht einfach sein. Der liegt aber in den Wolken und es regnet. Vermutlich keine Aussicht und im kritischen, steilen Stück sehr glatt. Wir lassen uns beim Frühstück Zeit. Die DNT-Gruppe hat noch 2 Brote übrig als sie weiterzieht, die backen wir auf. Mal was anderes als das Knäckebrot aus dem Hüttenvorrat. Wir haben noch die Hoffnung, dass sich das Wetter bessert und der Regen aufhört. Tut er aber nur kurz. Wir faulenzen den ganzen Tag auf der Hütte. Irgendwann kommen neue Wanderer und es wird wieder ein geselliger Nachmittag und Abend. Ein Tscheche hat sein Zelt 1 km von der Hütte abgebaut und zieht ein richtiges Dach über dem Kopf vor.
Die Hüttenwartin will uns zum Bad im See überreden. Allerdings reicht der Schnee noch bis in den See…..der angeblich „warme“ 7 Grad hat. Aber bei Wind und Regen ist das nichts für uns. Es finden sich tatsächlich 4 wagemutige für den Sprung ins Wasser.
Gekocht wird auf dem Gasofen. Auf den Tischen brennen Kerzen und Wasser muss hin und wieder unten am See geholt werden.



6. Tag, 4. Etappe (Torehytten - Litlos, Gehzeit 5,5 h, 16,4 km….abzüglich zwei Pausen passt das genau)

Abschied von Torehytten:

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Rückblickend die schönste Strecke und der schönste Tag. Kurz nach unserem Aufbruch fängt es zwar zunächst an zu regnen. Starker Wind kommt hinzu. Es geht eine Stunde bergauf bis an den Fuss des Harteigen. Eine Besteigung (es sieht abenteuerlich steil aus) kommt bei dem Wetter nicht in Frage. Ab dem Abzweig wären es 1,5 h für rauf und runter. Wir laufen weiter, kurze Zeit später hört es auf zu regnen und klart auf. Am Vorabend berichteten uns einige Wanderer das 3 Bäche / Flüsse nicht trockenen Fußes zu queren sind. Über die ersten Bäche kommen wir gut rüber, vermutlich war gestern der Wasserstand wegen dem Dauerregen höher. Dann stehen wir vor einem Bach wo wir zunächst keine Möglichkeit sehen rüber zu kommen. Wir laufen ein Stück zurück und gehen über ein Schneefeld das noch über den Bach / Fluss reicht. Zum Glück hält es.

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Inzwischen scheint die Sonne und wir machen eine Pause und genießen den Ausblick. Aus der Hütte haben wir Knäckebrot, Erbsen-Leberpastete aus der Dose und Kekse mitgenommen. Schmeckt besser als befürchtet :!: .
Uns kommt eine Frau mit kleinem Kind entgegen. Es ist Nachmittag, bis nach Torehytten schaffen die das heute nicht mehr. Alex sagt: „Das können nur Norweger sein“. Ich spreche die Frau auf norwegisch an, sie versteht nichts, dann englisch….Es sind Deutsche, das Mädchen ist 6 und mit Mama auf Tour. Sie wollen später zelten. Respekt!
Dann kommt doch noch ein Bach der über Steine nur bis zur Mitte zu queren ist. Die letzten 4 Meter kommen wir nicht rüber. Wir stehen auf einem großen Stein in der Mitte. Auf der anderen Seite stehen 2 Mädels aus Holland mit dem gleichen Problem. Sie haben schon die Schuhe ausgezogen. Es nutzt nichts, Schuhe ausziehen und rein ins eiskalte Vergnügen. Das Wasser reicht bis zum Knie, schnell sind wir drüben. Nach einer weitern Pause ziehen Regenwolken auf. Wir erreichen Litlos so gerade noch vor den ersten Tropfen.

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Litlos ist voll bewirtschaftet. Wir gönnen uns eine warme Dusche und waschen ein paar Sachen. Abends gibt es Championsuppe, dann Rentierfrikadellen (sehr, sehr lecker) mit Kartoffeln und frischem Gemüse. Danach noch Schokopudding.

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Wir unterhalten uns nett mit einer norwegischen Familie. Sie will morgen abseits der Wege weiter (haben ein Zelt dabei) und irgendwo angeln. Wir finden auch unseren alten Hüttenbucheintrag von Juli 2000 (!!!). Damals mussten wir in Litlos die Pläne ändern, da nach 2 Etappen die Hüfte von Alex und mein Knie sehr stark schmerzte. Irgendwann kommt noch ein Hubschrauber. Das ganze Hüttenpersonal stürmt raus. Innerhalb von 2 Minuten, der Rotor läuft weiter, werden viele Kisten und Bier :-D :prost: ausgeladen. Dann ist es wieder ruhig.

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7. Tag, 5. Etappe (Litlos - Bessa, Gehzeit 5,5h, 19,4 km….abzüglich zwei kleiner Pausen sind wir 10 min schneller)
Nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet (wir machen uns wieder ein Lunchpaket) machen wir uns gegen 10:00 auf den Weg. Die ganze Strecke über regnet es immer wieder kurz. Dazu starker Wind, nicht sehr angenehm. Alex findet den Weg „eintönig“, ich dagegen nicht. Es geht immer leicht auf und ab. Am Ende sind wir froh als wir Bessa erreichen. Eine tolle Hütte, so wie wir es in Erinnerung hatten.

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An den Fenstern stehen Handys. Werbung? Verkauf? Nein! Dort hat man teilweise tatsächlich mal ein Netz und kann Verbindung in die Außenwelt aufnehmen. Aber nur dort. 30 cm weg vom Fenster ist kein Empfang mehr. Und das auch nur drinnen.
Das Essen ist wieder super, es gibt „Speckemat“ (Schinken, Wurst, Römme, Kartoffelsalat….) und frische Fjellöret (Forelle) aus dem See. Am Abend wieder nette Gespräche und das Hüttenpersonal „performt“ mit Gitarre und Kuhglocke noch ein gerade selbstgeschriebenes Lied :rofl: .


8. Tag, 6. Etappe (Bessa - Hadlaskard, Gehzeit 5,5 h, 17,9 km….abzüglich zwei Pausen sind passt das genau)
Es geht ab Bessa zunächst 2 Stunden am großen Nordmannslagen entlang. Alex sichtet ein Rentiergeweih, das ich zu ihrem Bedauern mitnehme. Am Ende des Sees folgt die einzige nennenswerte Steigung des Tages. Danach geht es lange über einen Kiesrücken, der an einen Nordseedeich erinnert. Vermutlich eine Moräne aus der Eiszeit. Der Weg ist fast eben. Einige Zeit scheint die Sonne.

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Die letzte Stunde geht es bergab ins Veigdalen zur Hadlaskardhütte. Erst als wir draußen auf der Bank ein von Litlos mitgebrachtes Bier trinken und dazu einen Enzian, fängt es wieder an zu regnen. In der tollen, schön gelegenen Hadlaskardhütte waren wir schon einige Mal.

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Essensvorräte:

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Der Aufenthaltsraum und die Küche sind sehr gemütlich. Wir bekommen von der Hüttenwartin dieser Selbstversorgerhütte ein 2er Zimmer zugeteilt. Abends gibt’s wieder den leckeren Labskaus aus der Dose.


9. Tag, 7. und letzte Etappe (Hadlaskard – Parkplatz Övre Eidfjord via Hedlo und Viveli, Gehzeit 6 h, 19,5 km….abzüglich Pausen sind wir 15 min schneller)

Es ist trocken als wir loslaufen. Jedoch regnet es auf der ganzen Etappe immer wieder. Es geht zunächst durchs Tal und dann nach 30 Min über glattgeschliffene Felsen ca. 150 Hm bergauf. Dahinter wieder hinunter an den Fluss.

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Nach 2,5 h kommen wir zur Hedlohütte. Der Vorraum ist geöffnet, man kann sich Kaffee, Cola und Schokolade kaufen und die Kronen dafür in ein Töpfchen werfen. Die private Hütte ist voll bewirtschaftet, um diese Uhrzeit ist aber alles andere außer dem Vorraum verschlossen. Die Hütte ist recht teuer, der Hüttenwart ähnelt Karl Dall wie deutsche Wanderer berichteten (da kann ich mich noch gut dran erinnern, wir haben 2003 dort übernachtet).

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Wir wärmen uns kurz auf, trinken einen Kaffee und essen Schokolade, dann gehen wir weiter. Karl Dall lässt sich nicht blicken. Nach einer guten Stunde erreichen wir Vivelid….und dann 1,5 h später unser Auto.

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(Vivilid, der Kreis schließt sich)

GESCHAFFT!
Wie geplant, wie erträumt.
Ich bin froh eine Frau zu haben die das alles mit mir teilt!! :verliebt:


Zu Alex ihrem großen Bedauern habe ich das Rentiergeweih bei keiner der Pausen liegengelassen. Der Schädel schaut nun drohend von der Hutablage.

Wir nehmen noch einen Amerikaner die Schotterpiste mit runter, seine 2 Freunde passen nicht mehr in den Micra. Er will das Auto holen und die anderen dann einsammeln.
Wir wollen noch ca. 2 h fahren und uns dann eine Unterkunft suchen. Es ist Montag, wir organisieren uns aus dem Auto telefonisch für Mittwoch eine Ferienwohnung in Prerow auf dem Darss an der Ostsee. Wir wollen noch ein paar Tage an den Strand, die Wettervorhersage ist nicht so schlecht. Wir bekommen auch noch einen Platz auf der Nachtfähre (Dienstag 23:50) von Trelleborg nach Rostock (Ankunft Mi 6:30). Abends kommen wir in Gol in einer Pension unter. Wir duschen lange und heiß, abends essen wir Burger und Salat in einem Hotel und gönnen uns ein paar Bier.

10. Tag, ca. 900 km bis zur Fähre
Es gibt in dieser leicht seltsamen Pension (der „Organisator“ ist ein südländischer Mann, spricht perfekt deutsch…..die Damen sprechen nur spanisch und weder englisch noch norwegisch) für 6 Euro ein sensationelles Frühstück in einer mehrere hundert Jahre alten Stabbur. Urgemütlich, fast ein Museum. Nur die 2 amerikanischen Reklameschilder passen nicht so recht.

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Wir fahren gut gestärkt via Oslo gen Trelleborg. Legen einige Pausen ein, shoppen Outdoorklamotten im Outlet in Fla (überraschend günstig). Wir erreichen den Hafen von Trelleborg gegen 22:30 und freuen uns auf ein skandinavisches Buffet. Zu früh gefreut. Es gibt nur ein Restaurant mit warmen Essen. Das Essen ist soooo schlecht, ungenießbar. Alles zerkocht :kotzuebel: . Ich kaufe mir Mitternacht im Shop eine Tüte Snickers für das Frühstück. Wie erwartet sieht das genau so schlecht aus…..teilweise die Fleischbällchen und Kartoffeln vom Vorabend. Die Kabine ist nichts tolles aber OK, das Bad eher unsauber, aber wir schlafen fast 4 h gut.
Kurz vor 7 fahren wir von Bord, frühstücken dann (die Snickers zum Kaffee waren gut :super: ) ein zweites Mal in Ahrenshoop, mieten in Prerow Räder und beziehen um 9 Uhr die Ferienwohnung. Meine Schwester mit Familie ist ein paar Häuser weiter. Gegen 11 Uhr liegen wir alle am Weststrand.

Es werden noch schöne Tage in Prerow, wir lassen es uns gut gehen :popcorn: :prost: :bounce: . Samstag sind wir noch bis 15 Uhr am Strand, geben die Räder ab und fahren dann heim und sind gegen 22 Uhr und gut 730 km später zu hause. Der Kater freut sich, die Kinder kommen Sonntag und Montag von ihren Reisen zurück.


....ich hoffe ihr hattet ein wenig Unterhaltung mit meinem Bericht und den Fotos.

LG
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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon Uwe4660 » Do, 10. Aug 2017, 21:58

Toll, einfach super geschrieben
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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon Kupfi » Fr, 11. Aug 2017, 8:31

Sehr schöner Bericht, das Thema mit dem Geweih hatte ich auch einmal, meine Frau wollte es nicht mitnehmen, ein Ranger kam ihr dann zu Hilfe und sagte mir das ich aus einem Nationalpark nicht mitnehmen dürfe, heute wäre sie froh wie hätten es mitgenommen.

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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon ChristianAC » Fr, 11. Aug 2017, 8:46

Moin Moin

Ihr habt euch zwar südlich der RV7 aufgehalten und wart somithin nicht in der kritischen Zone.

https://static1.squarespace.com/static/ ... fjella.pdf

aber es sei euch trotzdem angeraten intensiv die Schuhe zu reinigen und alles wo Erde oder so drangekommen ist

http://www.hjortevilt.no/skrantesjuke/

Mvh

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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon ChristianAC » Fr, 11. Aug 2017, 8:56

Kupfi hat geschrieben:Sehr schöner Bericht, das Thema mit dem Geweih hatte ich auch einmal, meine Frau wollte es nicht mitnehmen, ein Ranger kam ihr dann zu Hilfe und sagte mir das ich aus einem Nationalpark nicht mitnehmen dürfe, heute wäre sie froh wie hätten es mitgenommen.

Kupfi



Moin

Aufgrund der CWD-Problematik (Abart von Kreutzfeldt-Jacob / BSE) bei den Rentieren nur unwesentlich nørdlich würde
ich da aktuell von absehen.

Mvh

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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon Karsten » Fr, 11. Aug 2017, 8:59

Top, Elch! Nur so ein bisschen blöd so ganz ohne Sommer... :lol:

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Christian, wenn du norwegische Links verbreitest, bitte immer den Inhalt für alle auf deutsch zusammenfassen. Danke!
Davon abgesehen, dort rennen tausende Leute rum. Wenn da wirklich irgendetwas für den Menschen Gefährliches am Start wäre, würden die Behörden dort längst niemanden mehr hoch lassen oder eben eine Verordnung zur Desinfektion sämtlicher Ausrüstung erlassen, wie es beim gyrodactylus salaris in den Lachsflüssen der Fall war.
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Ruut-wieß kritt mer ahnjeboore, en die Weech erinnjelaat,
wer en dä Südkurv opjewaaße, dä blieht ruut-wieß bess en et Jraav.
Karsten
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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon ChristianAC » Fr, 11. Aug 2017, 9:17

@Karsten

Für das Nordfjella sind die Überlegungen bzgl. Desinfektionsschleusen aktuell in Gang.

Der zweite Link enthält übrigens norwegische, englische und deutsche Verhaltenshinweise :-)
Beim ersten Link ging es eher um die Karte und der genauen Beschreibund wo die Nordfjella sonse 1 liegt.

Eine menschliche Gefährdung steht aktuell nicht im Raume, es geht eher darum die Prionen (krankhafte Proteine, die
sich wie Bakterien verhalten) nicht weiter zu verbreiten.

Mvh

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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon fcelch » Fr, 11. Aug 2017, 10:16

Danke für die Infos dazu.
Ich wäre auch für eine deutsche Zusammenfassung dankbar. DAS dann, und weitetes zum Thema, in einem eigenen threat....denn das hat ja weniger mit meiner Reise zu tun.
Danke.
fcelch
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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon Katharina1310 » Fr, 11. Aug 2017, 10:58

Vielen Dank für die Tourbeschreibung.
Wir fahren ab dem 08.09. Nach Norwegen und planen von Middalsbu eine 4-Tagestour in die Hardangervidda - allerdings mit dem Zelt. Wir planen und packen in Gedanken schon fleißig, wobei ich auch echt Respekt vor der (wenn auch kleinen) Tour habe, so als Frostbeule...
VG
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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon Dixi » Sa, 12. Aug 2017, 21:07

Hallo FCElch,

ein toller Bericht mit vielen Fakten. :super:
Sehr schöne Bilder, Vielen Dank dafür.
Es war bestimmt eine angenehme und erholsame Tour, wenn man von dem gelegentlich etwas schlechtem Wetter absieht.
Aber dafür ward Ihr ja gut ausgerüstet.
Bei uns geht es Ende September gen Hardangervidda, schau mer mal was das Wetter dann hergibt :roll:
Viele Grüße
Dixi
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Dixi
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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon Katten » So, 13. Aug 2017, 21:29

:D Danke für den tollen Bericht!
Eine super Einstimmung auf unseren Urlaub (noch 12 Tage ...). Einige Hütten habe ich wiedererkannt und auch den Weg an etlichen Stellen. Wir waren 2009 dort.
Mein Mann wird auch immer gefragt wenn er von den Touren erzählt ob ich da mitmache (er sagt dann immer ich wäre schlimmer als er :lol: ) das scheint immer was ganz besonderes zu sein, wenn Frauen sowas gerne machen.
Also dann winke ich mal zu Alex rüber!
vennlig hilsen,
Katten
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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon Fjellpolo » So, 13. Aug 2017, 23:23

Hallo FCElch,
habe deinen Bericht von eurer tollen Wanderung durch die Hardangervidda mit den schönen Fotos mit Begeisterung gelesen. Vielen Dank dafür! Die Landschaft sieht ja toll aus!!! (Wir hatten dort letztes Jahr an 2 Tagen nur einen fiesen, kalten Regen, der gar nicht zum Wandern eingeladen hat, und es sah alles nur sehr trüb aus...)
Es war mir gar nicht klar, dass die Lebensmittel und das Bier per Hubschrauber zu den Hütten geflogen werden müssen! Ganz schön aufwendig für ein Bier... :wink:
Nochmal DANKE für's "Mitnehmen" in die Hardangervidda!
Gruß, Claudia
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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon fcelch » Mo, 14. Aug 2017, 7:11

Fjellpolo hat geschrieben:Es war mir gar nicht klar, dass die Lebensmittel und das Bier per Hubschrauber zu den Hütten geflogen werden müssen! Ganz schön aufwendig für ein Bier... :wink:


Ja, das ist teilweise wirklich so.
Viele Hütten werden wohl auch im Winter mit Schneescootern bestückt....also die Sachen die lange halten.
Besso hat ein paar Kühe und Hühner, außerdem Netze im See für Forellen hängen.

Ich denkeit dem Hubschrauber oder Wasserflugzeug kommen wirklich hin und wieder nur die frischen Sachen wie Gemüse, Obst und Salat.
....und Bier ;-)
fcelch
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Re: FCElch on tour / 8-tägige Wanderung durch die Hardangerv

Beitragvon Ari » Mo, 14. Aug 2017, 9:37

Vielen Dank fuer den schønen Bericht und die tollen Fotos!

Viele Gruesse,
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