Südnorwegen mit Kindern

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Fjellpolo » So, 16. Okt 2016, 21:35

Hallo Norwegenfreunde,
in den letzten zwei Jahren habe ich mit Begeisterung viel im Norwegen-Forum gelesen und Anregungen für unseren Urlaub im Sommer 2016 gesammelt. Deshalb gebe ich gerne etwas wieder und schreibe einen Reisebericht von unserer schönen Rundreise durch Südnorwegen für andere Interessierte.

Nachdem unsere drei Kinder inzwischen mit 6 bis 11 Jahren schon „groß“ sind und sich beschwerten, dass sie noch nie im Ausland waren, haben wir uns für Norwegen entschieden. Dort waren wir vor 13 Jahren schon einmal zu zweit, hatten nur die Fährfahrt gebucht und sind mit Zelt im Auto zwei Wochen unterwegs in Norwegen gewesen ohne vorher groß zu planen. Diesmal haben wir es anders gemacht: Wir mussten wegen der Schulferien in der Hauptsaison fahren. Ein Zelt für 5 Personen mit Isomatten etc. passte definitiv nicht ins Auto, so dass wir auf Hütten angewiesen waren. Diese haben wir schon frühzeitig gebucht, um nicht andauernd den Stress zu haben, bis zum Abend eine Hütte für 5 Personen finden zu müssen. Die Vorfreude auf die Reise mit vielen unterschiedlichen Übernachtungen war bei allen riesig. Mitte Juli 2016 ging es los!


1. Tag – 17. Juli 2016
Morgens gegen 6 Uhr ging die Reise los. Das Auto hatten wir schon am Vorabend gepackt. Nach vielen Hörspiel- und Musik-CDs sowie Pinkelpausen sind wir nach einer Autofahrt ohne Stau um 15 Uhr gut an der Nordspitze Dänemarks in Hirtshals angekommen. Wir waren gleich begeistert, dass die Jugendherberge in Hirtshals direkt am Meer liegt. Die Jugendherberge war noch geschlossen, was aber nicht weiter schlimm war, so dass wir erstmal bei Sonnenschein durch Dünen zum Meer gegangen sind, um einen Strandspaziergang zu machen.

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Der Wind, das Wellenrauschen, das Salz in der Luft und der Geruch nach Nordsee waren herrlich! Insgeheim haben wir uns gefragt, warum wir eigentlich weiter nach Norwegen fahren…
Nach 16 Uhr konnten wir in die Jugendherberge, wo wir von einer sehr, sehr freundlichen Herbergsmutter aufgenommen wurden und unser Familienzimmer mit Blick auf das Meer beziehen konnten. Schön an der Jugendherberge ist, dass es eine voll ausgestattete Küche gibt, in der man sich Mahlzeiten zubereiten kann. Sogar Kühl- und Gefrierschränke für die Gäste gibt es! Da wir vorher nichts von der Ausstattung der dänischen Jugendherbergen mit Küche wussten, hatten wir schon 100 Euro in dänische Kronen umgetauscht und waren in Hirtshals zum Urlaubsauftakt erstmal in einer Familienpizzeria essen. Wir hatten Glück, dort noch den letzten Tisch zu ergattern – das kleine Hirtshals ist voll von Touristen auf der Durchreise nach Norwegen, die wohl auch gerne essen gehen…


2. Tag – 18. Juli 2016
Morgens war wieder frühes Aufstehen angesagt, da wir spätestens um 8 Uhr an der Fähre sein mussten. Frühstück in der Jugendherberge gibt es erst ab 7.30 Uhr, so dass ich nur einen Haufen Nutella-Brötchen geschmiert, die Thermoskanne mit frischem Kaffee und die 5 Trinkflaschen je nach Geschmack mit verdünntem Sirup oder Wasser gefüllt habe – das Essen auf Reisen fällt leider nicht unter „gesundes Frühstück…“ Von der Jugendherberge aus konnten wir schon die Fjordline auf ihrem Weg zum Fährhafen in Hirtshals sehen – also nichts wie los:

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An den Check-In-Schaltern der Fähre waren lange Schlangen, und es dauerte sehr lange bis wir endlich auf der Fähre waren. Wir haben auf einer Bank und ein paar Hockern noch Sitzplätze gefunden und los ging die 4 ½-stündige Fahrt bis nach Langesund. Zwischendurch war die Fahrt für die Kinder doch etwas langweilig – ich war froh, dass wir nicht die Fähre von Frederikshaven nach Oslo gebucht hatten. Aber schließlich kam Norwegen in Sicht!

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Nachdem wir die Fähre verlassen hatten, ging es auf der E18 Richtung Norden. Wir waren alle gleich begeistert von der norwegischen Landschaft und den vielen notwendigen Tunneln, durch die die Straßen führen. Allein an diesem ersten Tag zählten die Kinder 32 Tunnel, durch die wir gefahren sind! Auf meist gut ausgebauten Straßen ging es ohne Pausen an Oslo vorbei und die E16 weiter Richtung Norden bis Aurdal am zum Aurdalsfjorden aufgestauten Fluss Begna, wo wir abends nach 4 ½ Stunden Fahrt ankamen. Wir bekamen eine gemütliche Hütte mit Grasdach und ganzen Baumstämmen als Wänden auf dem Campingplatz Aurdal Fjordcamping.

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Es war richtig warm und wir sind nach kurzem In-Beschlag-Nehmen der Hütte und Verteilen der Betten erstmal zum Baden im Fluss-See-Fjord gegangen… Das Wasser war eiskalt!!! Aber besonders die beiden großen Jungs hatten Spaß auf dem Wassertrampolin mit Wasserrutsche.

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Danach wurden Nudeln mit Tomatensauce und Hackbällchen aus Deutschland gekocht, die Kinder sind dabei gerne zum Wasserholen vom Zapfhahn am Haupthaus fürs Kochen und das Abspülen gelaufen. Als die Jungs schließlich im Bett waren, haben wir in aller Ruhe bei einem Glas Wein den ersten Abend in Norwegen mit herrlicher Aussicht über den Fluss-Fjord genossen.

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3. Tag – 19. Juli 2016
Am nächsten Morgen ging es nach Duschen, Frühstücken und Packen weiter Richtung Norden. Wir waren noch nicht weit gefahren, als ein Schild rechts den Weg zu einer Stabkirche den Berg hochwies, dem wir gleich folgten. Betreten durften wir die Kirche leider nicht, da gerade eine Führung stattfand. Als wir die Stabkirche von vorne fotografieren wollten, kam ein Lamborghini angefahren, fuhr um uns herum und parkte genau vor der Kirche, obwohl neben unserem Auto sonst außer einem alten Volvo und einem alten Trecker der gesamte Parkplatz frei war. Der Fahrer fuhr erstmal die Türen nach oben auf und machte eine Frühstückspause! So blieb uns nach einiger Wartezeit nichts anderes übrig, als die Kirche mit den außergewöhnlichen Karossen davor zu fotografieren…

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Leider habe ich mir den Namen der Kirche nicht notiert. Bestimmt weiß jemand im Forum den Namen der Kirche und kann mir helfen? Sonst muss ich sie mal bei den Bilderrätseln reinstellen… :)
Weiter ging es dann auf der RV51, der Norwegischen Landschaftsroute Valdresflye, durch das Jotunheimen-Gebirge. Im Gegensatz zum Vortag war das Wetter an diesem Tag sehr regnerisch, und die Wolken hingen tief. Trotzdem war die Fahrt auf dieser Straße toll – gerade wegen des Regens wirkte die Landschaft sehr rauh!

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Am Bygdin wollten wir unsere erste Wanderung in Norwegen auf das Synshorn machen – die Tourenbeschreibung haben wir von dieser Homepage. Herzlichen Dank dafür! Wir hatten zunächst Schwierigkeiten, den Anfang der Wanderung zu finden und sind zwischen Café-, Hotel- und öffentlichem Parkplatz rechts der Straße hin und her gefahren. Schließlich haben wir gemerkt, dass man von jedem Parkplatz aus die Wanderung beginnen kann – am schnellsten ist es aber vom Bygdin Café-Parkplatz aus. Nachdem wir zwei hilfsbereite Norweger (Norweger sind eigentlich immer ausgesprochen hilfsbereit!!!) gefragt hatten, welcher der Berge denn das Synshorn ist und schließlich der Beginn der Wanderung gefunden war, war der gut markierte Weg nicht mehr zu verfehlen.

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Von unten sah das Synshorn ganz schön imposant aus: Besonders weil dort winzig kleine Menschen an der Steilwand zu erkennen waren, die den direkten Weg zum Gipfel genommen haben…
Wir haben uns aber für die Variante „bequeme und leichte Bergwanderung – geeignet auch für jüngere Kinder“ entschieden. Die Wanderung war für unsere Kinder Abenteuer pur: auf Trittsteinen Bäche überqueren, auf schmalen Pfaden den Berg erklimmen, an einigen Stellen musste man ganz schön klettern – zwischendurch hat es auch mal geregnet, was die Wanderung nicht einfacher machte… Uns sind zwar auch Norweger mit kleinen Kindern in Kraxen begegnet – ich würde die Tour allerdings nicht mit kleinen Kindern machen – man kann dabei auch mal leicht abrutschen und stürzen.

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Außerdem war die Überwindung der 410 Hm ganz schön anstrengend. Nach etwa 2/3 der Wanderung wollten die Kinder fast schon umdrehen. Mit ein bisschen Ansporn sind sie dann doch weiter gewandert und waren RICHTIG stolz, schließlich den ersten Gipfel erklommen zu haben! Bei allen anderen Wanderungen im Urlaub liefen dann immer die Jungs vorne weg – nur ich bin kaum hinterher gekommen…

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Auf dem Gipfel war es zwar ziemlich kalt und windig und die Aussicht bei den tief hängenden Wolken und Nieselregen etwas getrübt, was unserer guten Laune aber keinen Abbruch getan hat. Fröhlich sind wir nach einem Picknick unterhalb des Gipfels den Berg wieder herab gestiegen. Es war eine wirklich schöne und empfehlenswerte Wanderung!

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Danach ging es mit dem Auto weiter über die Valdresflye durch die noch teilweise mit Schnee bedeckte Landschaft. Hier konnten die Jungs ihre erste Schneeballschlacht im Juli machen!

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Nach der baumlosen Hochebene ging es wieder abwärts. Am Ridderspranget sind wir noch abgebogen, um uns die Stelle des „Rittersprungs“ anzusehen. Vom Parkplatz sind wir etwa 10 Minuten ins Tal hinab spaziert, bis wir am sich durch die Felsspalte rauschenden Fluß Sjoa angekommen sind.

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Nach der anstrengenden Wanderung auf das Synshorn und dem netten Spaziergang zum Ridderspranget war es nun Zeit, den Rest der Strecke ohne Pause bis Lom zurück zu legen, wo der Vermieter schon fast nicht mehr mit uns gerechnet hatte. Die winzig kleine Hütte für 5 Personen auf dem Bauernhof Strind Gard war unter die Auffahrt zur Scheune gebaut und urgemütlich eingerichtet. Aber es war Platz für alle da. Küche und Waschräume musste man im Haupthaus benutzen. Dafür hat die Nacht in dieser tollen Hütte nur 500 NOK gekostet, Duschen inklusive.

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Leider mussten wir am nächsten Tag weiter, wir wären hier (wie eigentlich auch sonst überall) gerne noch länger geblieben…

Das waren erstmal die ersten drei Tage unseres Urlaubs. Ich hoffe, dass es gleich mit dem Hochladen klappt - bisher habe ich das noch nie gemacht...

Viele Grüße, Claudia
Fjellpolo
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Kumulus » Mo, 17. Okt 2016, 6:52

Danke Claudia für diesen Auftakt eines sicher wunderschönen Berichtes.

Ich denke, deine Eingangsfrage "Warum fahren wir eigentlich weiter nach Norwegen" habt ihr inzwischen selber beantwortet. Oder? Ist doch ein super tolles Land, gerade für Kinder. Und deine scheint ja selbst die Wanderungen auf hohe Gipfel Spaß zu machen. Denn das Synshorn ist doch schon eine kleine Herausforderung, wenn man das nicht gewohnt ist. Ich war im August oben - sogar bei perfektem Wetter.

Die Stabkirche ist übrigens die in Hegge Stabkirche in der Kommune Øystre Slidre und in der Nähe des RV51 gelegen; eine traumhaft schöne Strecke durch das Valdresflye.

Nun bin ich bereits ganz gespannt, wie's mit euch weiter geht. Ich hoffe, das Wetter wird dann auch für euch wieder etwas besser.

Danke für die Mühe mit dem Bericht und den tollen Bildern.
Martin
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon syltetoy » Mo, 17. Okt 2016, 8:26

Hallo Claudia, das ist ein schöner Anfang eurer Reise, ich freue mich auf die Fortsetzung.
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon gudrun55 » Mo, 17. Okt 2016, 17:19

Hallo Claudia,

da ist man etwas traurig, dass der eine Reisebericht zu Ende ist, und schon fängt der nächste tolle an! Super!

Vielen Dank, ich freue mich auf die nächsten Beiträge.


liebe Grüße
gudrun55 :D
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Fjellpolo » Mo, 17. Okt 2016, 18:53

Danke euch für die netten Rückmeldungen! Dann mache ich gerne weiter... :D
Und vielen Dank auch für den Namen der Stabkirche, Martin!
Weiter geht`s mit einem der schönsten Tage des 3-wöchigen Urlaubs:

4. Tag – 20. Juli 2016
Am nächsten Morgen war das Wetter wieder besser. Nach dem Räumen der Hütte sind wir die 2 km nach Lom gefahren und haben uns ein bisschen im Zentrum des kleinen Städtchens mit Besuch von Stabkirche und Nationalparkzentrum aufgehalten.

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Interessant sind in Norwegen auch die Friedhöfe, welche hauptsächlich aus Rasenflächen bestehen. Lediglich direkt an den Grabsteinen sind einige Blumen gepflanzt. Durch das helle Grün wirken die Friedhöfe wesentlich freundlicher als in Deutschland.

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Am späten Vormittag ging es weiter auf dem RV 15 Richtung Westen. Allerdings sind wir nicht weit gekommen: Die Strecke am Fluss Otta entlang ist so schön, dass wir uns schnell dafür entschieden, gleich schon wieder eine Pause zu machen und die belegten Brote am wunderschönen Fluss zu essen. Die Jungs hatten großen Spaß, am Flussufer zu spielen und über die Steine zu balancieren. Dabei gab es das erste Paar unter Wasser gesetzte Halbschuhe…

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An der Straße standen immer wieder Schilder, die vor querenden Elchen warnten:

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Auch Elchkot konnten wir auf der Lichtung neben dem Fluss finden. Und schließlich sahen wir ihn: Unseren 1. Elch in Norwegen, der friedlich am helllichten Tag auf der Lichtung stand!!!

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O.k., er war nicht sehr groß. Unser Jüngster hatte gleich im Nationalparkzentrum in Lom sein Urlaubstaschengeld investiert… :wink:
Nach einer längeren Mittagspause ging es weiter Richtung Westen – an diesem Tag haben wir andauernd für Fotostopps angehalten!

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In Grotli sind wir auf die Norwegische Landschaftsroute Gamle Strynefjellsvegen abgebogen. Diese Strecke war traumhaft schön! Die Straße war zwar eng und zu einem großen Teil nicht asphaltiert, aber es gab viele Ausweichbuchten. Es sind relativ viele Reisebusse die Strecke entlang gerast, die wahrscheinlich voller Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs aus dem Geirangerfjord waren. Wir waren glücklich, mit dem Auto unterwegs zu sein, viele Pausen machen und die Landschaft in aller Ruhe genießen zu können!

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An einem wunderschönen Bergsee haben wir die nächste größere Pause gemacht. Während wir Erwachsenen auf den Felsen am Seeufer die Sonne, Landschaft und Ruhe genossen haben, haben die Kinder Spaß gehabt beim Klettern, Steine werfen und auch Fotografieren. Schließlich haben sie mit den Füßen im eiskalten See gebadet, nachdem das 2. Paar Schuhe an diesem Tag unter Wasser gesetzt worden war…

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Natürlich gab es auch wieder eine Pause an einem Schneefeld, wo wir bei richtig warmen Wetter und strahlendem Sonnenschein eine Schneeballschlacht gemacht haben. Was müssen hier für Schneemassen gelegen haben, dass trotz der Hitze Mitte Juli immer noch so viel Schnee liegt!

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Auf dem Gamle Strynefjellsvegen sind wir immer wieder auf ein Schaf mit zwei Lämmern getroffen. Die Jungs dachten, es wären jedesmal dieselben Schafe und haben sich gewundert, wie diese schneller als wir mit dem Auto sein konnten!

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Auf der Westseite des Gamle Strynefjellsvegen wurde das Tal deutlich enger und rauher. Uns wunderte es, wie hier Kühe und Schafe leben und die Bauern Landwirtschaft betreiben können.

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Nach so vielen Pausen auf der Strecke mussten wir dann, nachdem wir am Ende des Gamle Strynefjellsvegen angekommen waren, die 2. Hälfte der gut 200 km an diesem Tag mit nur noch einer kurzen Pause an einem Supermarkt zurück legen: Auf dem RV 15 ging es weiter bis zum Nordfjord und dann auf die E39 Richtung Nordwesten bis zum Austefjorden. Hier leitete unser Navi uns statt weiter auf der E39 bis Volda über eine richtig enge Straße fast ohne Ausweichmöglichkeiten durch das Aldalen. Zum Glück kam uns auf dieser Strecke nur 1 Auto entgegen – dabei gab es ein nicht so schönes Geräusch, als wir beim Ausweichen am steil abfallenden Seitenrand der asphaltierten Straße mit dem Unterboden aufsetzten…
Schließlich kamen wir am Abend auf dem Bauernhof Brudevoll Gard in der Nähe von Ørsta an, wo wir eine schöne Hütte mit tollem Ausblick auf die Sunnmøre-Alpen für eine Woche gemietet hatten. Es war immer noch sommerlich warm, und wir konnten bis spät abends auf der Terrasse sitzen und den Mondaufgang beobachten. Richtig dunkel wurde es bis 0.30 Uhr nie – die Dunkelheit haben wir hier an unserem nördlichsten Punkt des Norwegenurlaubs immer verschlafen.

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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Kumulus » Mo, 17. Okt 2016, 19:10

Traumhaft schön !!!!

Der Gamle Strynfjellvegen war die perfekte Wahl, die ihr dort habt treffen können. Die Strecke ist einfach nur schön. Ich hatte dort 2014 auch den Wunsch, immer nur anhalten und staunen zu wollen.

Das mit dem Schnee im Sommer ist immer wieder faszinierend, erklärt sich aber ganz schnell. Denn man fährt dort auf über 1.100 m ü. M. Und deshalb ist es im Schatten auch noch im Sommer immer sehr kalt. Und Kinderfüße scheinen gegen solche Kälte immun zu sein. Zumindest in den Ferien.

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Ich hab jetzt schnell noch mal geguckt, wo ihr gelandet seid und die nächste Woche verbringt. Tolle Gegend. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung.

Danke
Martin
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon fcelch » Mo, 17. Okt 2016, 21:33

Toller Bericht und schöne Fotos.
Danke fürs mitnehmen.
fcelch
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Dixi » Mo, 17. Okt 2016, 22:48

Super Bericht, Vielen Dank.
Warte schon gespannt auf die Fortsetzung.
Viele Grüße
Dixi
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon syltetoy » Di, 18. Okt 2016, 8:23

Herrlich, einfach schön zu lesen und zu schauen
syltetoy
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon KaZi » Di, 18. Okt 2016, 10:58

Vielen Dank für diesen schönen Bericht und die tollen Fotos. Freue mich schon auf die Fortsetzung. :D
Gruß Karsten


http://www.kazis-seite.de
"Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg in einer Kupferrüstung zu stehen und »SCHEISS GÖTTER!« zu rufen." (Terry Pratchett)
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Fjellpolo » Di, 18. Okt 2016, 22:01

Vielen Dank für eure netten Kommentare! Da macht das Weiterschreiben gleich nochmal doppelt soviel Spaß!
Natürlich war es für alle nach 2 Tagen in Norwegen schon klar, dass es sich gelohnt hatte, mit der Fähre weiter von Dänemark aus nach Norwegen zu fahren!!! Schon in zwei Tagen haben wir wahnsinnig viel erlebt und atemberaubende Landschaften gesehen...

Weiter geht’s in den Sunnmøre-Alpen:

5. Tag – 21. Juli 2016
Am nächsten Morgen genossen wir es, in Ruhe zu frühstücken, ohne gleich wieder packen und eine Hütte putzen müssen. Danach liefen wir erstmal zu dem etwa 200 m entfernten Bauernhof, wo wir uns die Kälbchen und Norwegerpferde anschauten. Der Senior-Bauer Tormod, welcher gut deutsch spricht, lieh uns einige Karten und gab uns Tipps zum Wandern, Baden und Angeln. Außerdem versprach er den Jungs eine Kutschfahrt am Abend. Natürlich gab es auch hier am Straßenrand ein typisch norwegisches Häuschen für die Briefkästen:

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Die beiden kleineren Jungs fingen danach an, mit einem norwegischen Jungen Fußball auf dem Bauernhof zu spielen, so dass wir anderen ohne sie den Rückweg zur Hütte angetreten haben.

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An diesem Tag war richtiges Sommerwetter – es war so heiß, dass man sich kaum bewegen konnte. Nachmittags haben wir uns deshalb dafür entschieden, zum Baden an den See Vatnevatnet zu fahren. Hier konnte man auf jeden Fall baden, allerdings waren die Sand- und Grasflächen am Ufer zum Liegen doch ziemlich beschränkt, da natürlich auch andere Familien den heißen Tag zum Baden nutzten.

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Zurück fuhren wir über Volda, wo wir uns noch im Supermarkt mit Essen und im Sportgeschäft mit Informationen und Pilkern für das Fjordangeln eindeckten. Als wir am frühen Abend wieder am Bauernhof ankamen, war das Norwegerpferd schon eingespannt, und die Jungs durften mit dem Bauern Tormod zum Abschluss des Tages eine kleine Fahrt mit der Kutsche machen.

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6. Tag – 22. Juli 2016
Am nächsten Morgen war es stark bewölkt. Vom Wandern in die Berge riet uns Bauer Tormod aufgrund der schlechten Sicht ab. Also beschlossen wir, uns Fisch zum Abendessen zu organisieren, also angeln zu gehen.
Zunächst ging es auf einer nur teilweise asphaltierten Straße durch das Follestaddalen. Von den bis über 1400 m hohen Gipfeln der Sunnmøre-Alpen war wenig zu sehen…

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In Store Standal erreichten wir den Hjørundfjord, welcher als einer der schönsten Fjorde Norwegens bezeichnet wird. Hier wollten wir vom Ufer aus unser Angelglück versuchen. Leider waren hier im Wasser sehr viele Algen, so dass immer wieder die Pilker hängen blieben und wir nach relativ kurzer Zeit wieder aufgaben.

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Weiter ging es den Hjørundfjord entlang. An der Spitze der Halbinsel kamen wir an der Fähre vorbei, welche von Festøya nach Ålesund hinüber setzt. Ich wäre gerne nach Ålesund gefahren, aber die Männer hatte der Jagdtrieb gepackt, sie wollten weiter angeln… Um die Spitze herum hielten wir an einem kleinen Parkplatz und suchten eine Angelstelle am Vartdalsfjord: Leider war es auch hier so, dass die Pilker immer wieder in den Algen hängen blieben. Um die Fjorde Norwegens nicht mit zuviel Metall zu belasten, gaben wir dann auch hier ziemlich schnell wieder auf.

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Weiter ging es dann auf der E39 einmal um die Halbinsel bis Ørsta herum. Inzwischen schüttete es wie aus Kübeln und wir versuchten, die Tourist Information zu finden, was sich als sehr schwierig erwies, da die Schilder an der Straße nicht mehr mit dem neuen Aufenthaltsort der Tourist Information im Einkaufszentrum beim Hafen überein stimmten. In der schließlich doch noch gefundenen Tourist Information gab uns die Dame den Tipp, am ehemaligen Fähranleger zur Insel Hareid zu angeln. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Hafen von Ørsta fuhren wir also wieder 10-15 km zurück bis nach Rjåneset, wo 4 Fjorde aufeinander treffen. Hier waren immerhin einige Angler, was doch auf erfolgreicheres Angeln hoffen ließ… Die Ecke hier war wunderschön! Wir konnten sogar Schweinswale beobachten. Und nach einigen Stunden hatten wir immerhin einen Pollack gefangen :-). Diesen gabs zum Abendessen als Vorspeise - ausgesprochen lecker!!!

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Das war's für heute... Noch einen schönen Abend - auch wenn es im Gegensatz zum sommerlichen Norwegen schon längst dunkel und kalt ist!
Gruß, Claudia
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Kumulus » Mi, 19. Okt 2016, 7:35

Danke für die schöne Fortsetzung Claudia.

Das mit den Algen und den festsitzenden Pilker kennt wohl jeder von uns. Schade. Aber ihr habt ja so noch einen super Tag in fantastischer Umgebung gehabt.

Ich freue mich jedenfalls auf die Fortsetzung.

Martin
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Ari » Mi, 19. Okt 2016, 9:31

Vielen Dank fuer die schøne Fortsetzung! Ich freue mich auf mehr!

Viele Gruesse,
Ari
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Fjellpolo » Mi, 19. Okt 2016, 16:51

Und jetzt geht's weiter mit noch einem Highlight:

7. Tag – 23. Juli 2016
Heute war der Himmel zwar immer noch bewölkt, aber nicht mehr ganz so mit Wolken verhangen, so dass wir uns zur Insel Runde aufgemacht haben. So „weit“ in den Norden sind wir deshalb gefahren, weil unsere Jungs unbedingt zur Vogelinsel wollten. Schon die Fahrt dorthin durch den tiefsten Straßentunnel der Welt und über einige Inseln mit steilen Brücken dazwischen war schön.

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Runde ist eine wunderschöne kleine Insel, die vor allem wegen der Papageientaucher von vielen Touristen aufgesucht wird. Es gibt nur eine Straße, die am Campingplatz endet; vorher hielten wir am öffentlichen Parkplatz, auf dem schon viele Autos standen.

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Die ersten Vögel, die sich hier auf der Vogelinsel in Scharen fanden und gierig auf von Touristen verfütterte Kekse und Brote stürzten, waren Möwen.

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Der Wanderweg zum Vogelfelsen begann auf dem Campingplatz hinter einer netten Galerie. Zunächst ging es sehr steil auf einem asphaltierten Weg den Berg herauf. Wie haben die Norweger es nur geschafft, so einen extrem steilen Weg zu teeren???

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Oben angekommen machten wir erstmal Mittagspause auf einem Felsen mit Blick über den mit Wohnmobilen gut besetzten Campingplatz.

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Nach dem ersten steilen Anstieg ging es dann auf ziemlich morastigen Pfaden quer über die Insel weiter – an den schlimmsten Stellen fanden sich zum Glück Bretter oder Stege.

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Auf der Westseite der Insel ging es dann steil nach unten: Die Vogelfelsen! Dummerweise hatten wir die extra für diesen Ausflug ausgedruckten Wanderungen mit Karten in der Hütte liegen lassen, so dass wir nicht wussten, ob wir links oder rechts weitergehen sollten. Wie wir später erfahren haben, wäre der eigentliche Papageientaucherfelsen links gewesen… Nachdem uns ein von rechts kommendes Paar auf der Kamera ein paar Bilder von Papageientauchern zeigte, die sie gerade geschossen hatten, entschieden wir uns für rechts. Der Vorteil war auf jeden Fall, dass hier deutlich weniger Wanderer unterwegs waren und man relativ alleine war!

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Es war ein tolles Erlebnis, an den Klippen mit wunderschönem Ausblick entlang zu wandern. Nach einem kleineren Anstieg hatten wir schließlich einen tollen Blick auf den ersten Vogelfelsen: Obwohl es ja erst früher Nachmittag war, konnten wir einige Papageientaucher und Trottellummen mit den Ferngläsern beobachten!

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Nach einiger Zeit ging es weiter an den Klippen entlang bis zum nächsten Vogelfelsen. Hier waren Tausende von Basstölpeln, die wir mit großer Begeisterung beobachteten!

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Auch eine Skua hat unser 11-Jähriger mit seiner kleinen Kamera eingefangen:

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Von der Westseite mit den Vogelklippen ging es abwärts bis zur Nordspitze der Insel. Den kompletten Abstieg bis zum Leuchtturm haben wir uns allerdings gespart. An der Nordost-Seite ging es über einen neu gebauten Holzsteg und noch teilweise im Bau befindliche Granittreppen am Berg wieder zurück bis zum Ausgangspunkt.

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Gegen 17 Uhr waren wir wieder unten, als sich die ersten passionierten Fotografen mit Wahnsinns-Objektiven auf den Weg zu den Vogelfelsen machten… Die beste Zeit, die Papageientaucher zu fotografieren, ist ab 21 Uhr – aber wahrscheinlich muss man schon ein paar Stunden eher da sein, um einen guten Platz zum Fotografieren zu erwischen… Das Problem hatten wir wenigstens zu unserer Tageszeit und am vermeintlich „falschen“ Vogelfelsen nicht.
Auf der Rückfahrt ging es wieder durch den 7,8 km langen Eiksundtunnel, der mit 10 % Gefälle steil bis zur Tunnelmitte abfällt, um 287 m unter NN den Fjord zu unterqueren; auf der anderen Seite geht es dann mit 9 % Steigung wieder aufwärts. Wir konnten es kaum glauben, dass so steile Tunnel gebaut werden! Normalerweise werden ja Tunnel gebaut, damit man NICHT steile Passstraßen nehmen muss…

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Die Jungs haben die Rückfahrt allerdings verschlafen…
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Re: Südnorwegen mit Kindern

Beitragvon Kumulus » Mi, 19. Okt 2016, 17:57

Das war ja ein toller Tagesausflug, den ihr da auf die Vogelinsel gemacht habt und den du so schön beschrieben und bebilderst hast, Claudia.

Ich habe mir als allererstes ein Lesezeichen für spätere Norwegenreisen gesetzt.

Danke für diese schöne Fortsetzung.
Martin

P.S. War die neue Wegführung über Holzstege und Granittreppen vom Ausgangspunkt am Campingplatz nicht ausgeschildert und nicht zu sehen. Oder warum seid ihr den "steinigen" Weg nach oben gewandert?
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