Endelig sommer i Norge!

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Endelig sommer i Norge! - Kystriksveien

Beitragvon Ronald » Mo, 20. Nov 2017, 11:42

Moin,
Kystriksveien in der Sonne: Wir sind diesen ja schon 2013 gefahren von Süd nach Nord und hatten fantastisches Wetter. Es wurde ja von Rørvik nach Bodø immer wärmer: Von 25° bis 30°in Bodø.
Wenn Ihr Euch von hier "vortastet", dann habt Ihr den FV 17 in schönster Sonne:

viewtopic.php?f=45&t=27560&hilit=Von+Halstenbek+nach+Hamningberg#p244722

Gruß
Ronald

PS Im Moment arbeite ich an der Strecke von Sandnessjøen über Steinkjer nach Oppdal.
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Endelig sommer i Norge! Teil 22 Abschied vom FV 17

Beitragvon Ronald » Mo, 20. Nov 2017, 16:17

Teil 22 Endelig sommer i Norge! - Abschied vom FV 17
Tag 44 – 29. Juni 2017 – Sandnessjøen – Brønnøysund


Nacheinem guten Frühstück und der Vervollständigung unser „Flüssigkeitsvorräte“ machten wir uns auf den Weg in Richtung Brønnøysund. Heute schien der Sommer angekommen zu sein: „Endelig sommer i Norge“ bei 18 bis 20 Grad!
Nach kurzer Zeit stehen wir vor den um die 1.000 m hohen Gipfel der Bergkette Syv Søstre. Nun hatten sie auch ihr weißes Kleid abgelegt, so dass wir deren Gipfel erkennen konnten. Obwohl, ehrlich gesagt, etwas mehr Schnee auf deren Häuptern hätte denen gut gestanden.

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Syv Søstre

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Von Süden aus gesehen

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Stortinden 899 m (links) und Breidtinden 910 m (rechts) Kvasstinden 1.010 m (hinten)

Eine halbe Stunde später standen wir vor der mittelalterlichen Kirche Alstahaug, deren ältester Teil um 1200 erbaut wurde. Sie war die „Hauptkirche“ des Dichterpriesters Petter Dass, in der er von 1689 bis 1707 seelsorgerisch tätig war und in seiner einfachen und klar verständlichen Weise das harte Leben seiner Gemeinde, insbesondere während der Kontinentalblockade, beschrieb (siehe 26.06. Bodø Nyholms Skandse). Daneben verfasste er Kirchenlieder.

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Alstahaug Kirche

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Der älteste Teil der Kirche

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Alstahaug Kirche

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Kirche und Altartafel

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Petter Dass

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Pfarrhof

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Das alte Pfarrhaus, in dem Petter Dass lebte

Nächster Anlaufpunkt war die Steinkirche von Tjøtta, 1851 gebaut.

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Jetzt aber mussten wir uns beeilen, die Fähre um 13.15 Uhr von Tjøtta nach Forvik zu bekommen. Andernfalls müssten wir hier bis 15.35 Uhr auf die nächste Fähre warten. Man ist also gut beraten seinen „Fahrplan“ nach den Fährplänen auszurichten. Im schlimmsten Fall bleibt man sogar über Nacht zurück – und das könnte so einen Reiseplan natürlich total über den Haufen werfen. Als wir an der Fähre ankamen, hatte sich eine lange Schlange von Autos gebildet und wir hatten schon Befürchtungen, dass wir nicht mehr mitkommen würden. Aber die Fährbesatzung hat uns so dicht „eingestaut“, dass der Fahrer des letzten Wagens während der Überfahrt in seinem Auto verbringen musste – siehe Foto.

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Unser Auto steht links

Eigentlich könnte die Fähre „BOGØY“ auch mal „einen Pott Farbe vertragen“. Allerdings müsste vorher Rost geklopft werden. Na ja, sie ist ja auch schon 44 Jahre alt – und für ein immer noch im Fährdienst aktives Schiff ein ganz beachtliches Alter.

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Fähre

Jetzt konnten wir einen Blick auf die „Sieben Schwestern und deren Hinterteile“, oder wie der Seemann sagen würde „deren Achtersteven“ werfen.

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Nun kam der Fähranleger Forvik in Sicht.

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Forvik

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Vevelstad Kirche von 1796

Nach Ankunft der Fähre machten wir einen kleinen Abstecher nach Vistnesdalen, wo sich wieder Felsritzungen befinden sollen. Schon nach kurzer Zeit standen wir vor der Informationstafel, auf der wir lesen konnten, dass diese Felszeichnungen etwa 6000 Jahre alt sein sollen, also etwa 4000 v.Chr.

http://www.visitvevelstad.no/de/vv/felszeichnungen/

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Elch

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Rentiere

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Heilbutt

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Mensch

Langsam treibt uns Kaffeedurst in die nördlichste Kaffeerösterei der Welt, zur Handelsstedet Forvik AS, die sich gleich neben dem Fähranleger befindet.

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Kaffeerösterei geöffnet

http://handelsstedetforvik.no/

Derweil machte sich die Fähre „BOGØY“ wieder auf den Weg nach Tjøtta.

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Wir genossen den Kaffee und leckere Croissants auf dem Steg mit Blick auf die Sieben Schwestern und die Fähren.

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Anschließend besuchten wir das Freilichtmuseum Vevelstad bygdetun mit Gebäuden und Einrichtungen aus dem 18. Jahrhundert.

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Vevelstad bygdetun

Auf dem Gelände malte ein junger Mann eines der Häuser an. Wir wurden von ihm freundlich begrüßt und es stellte sich heraus, dass es ein Deutscher war, der hier sein Volontariat (?) machte. Wir bezahlten den Eintritt und erhielten den üblichen Museumssticker. Er meinte, wenn wir etwas wissen wollten, sollen wir ihn ruhig ansprechen, dafür sei er da. Wir erzählten ihm, dass wir vor vier Jahren hier schon einmal waren – und so ließ er uns über das Geländer ziehen.

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Vevelstad Kirche 1796

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Bootshaus mit Nordlandboot „naust“

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Schlafkammer

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Arbeitsraum

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Küche Torvhaugstua

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Vevelstadsundet

Wir unterhielten uns noch ein wenig mit dem jungen Mann, bevor wir uns Richtung Fähre verabschiedeten.
Links der Straße ragte der 1.015 m hohe Høyholmstindan in den blauen Himmel.

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Høyholmstindan

Wir waren immer wieder erstaunt, direkt unter einem über 1.000 m hohen Berg zu stehen. Kein Wunder, denn der höchste Punkt in unserem Landkreis Pinneberg ist auf Helgoland: 65 m über dem Meeresspiegel.
Vor dem 865 m hohen Hornstinden warnte uns ein Verkehrsschild, dass wir wohl gleich ins Wasser fallen würden, wenn wir nicht aufpassen würden.

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Hornstinden

Jetzt hatten wir noch 30 Minuten Zeit bis zur Ankunft der Fähre in Andalsvågen. So genossen wir in der Sonne unsere zuvor gekauften Vestfold-Erdbeeren.

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Sonata – Saftige og søte jordbær fra Vestfold

Zunächst warteten wir ganz alleine, doch kurz vor Ankunft der Fähre kamen immer mehr „getaktete“ Fahrzeuge.

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„TORGHATTEN“ vor dem Hornstinden

Wie ein Wal klappte die Fähre ihren Bug nach oben.

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Es sollte aber noch gute 40 Minuten dauern, bis wir als erstes Fahrzeug auf die Fähre rollen durften – und nicht als vorletztes wie bei der vorherigen Fähre.

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Aber heute machte uns die Wartezeit überhaupt nichts aus, denn es war „Endelig sommer i Norge!“

Noch ein Blick auf den Hornstinden

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und die Sieben Schwestern.

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Schon gegen 16.30 Uhr erreichten wir unser Hotel in Brønnøysund, leider nicht das „Galeasen“-Hotel, wie vor vier Jahren, das sich direkt am Hurtigruten-Anleger befand. Es wurde mittlerweile geschlossen. Schade, denn das Thon-Hotel liegt in der Stadt, direkt an der Durchgangsstraße und es war dementsprechend laut. Dafür war das Restaurant sehr gut.

So ging es von Sandnessjøen nach Brønnøysund.

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Tag 45 – 30. Juni 2017 – Brønnøysund – Steinkjer

Am nächsten Morgen machten wir uns nach dem Frühstück und einem kurzen Einkaufsbummel auf den Weg nach Vennesund. Vorher mussten wir aber noch das Schild „Kystbyen midt i Norge“ fotografieren, zufolge dessen sich Brønnøysund 740 km vom Nordkapp entfernt befindet als auch 740 km von Lindesnes.

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Die gesamte Promenade ist in den letzten vier Jahren toll umgestaltet worden mit schönen Sitzplätzen und neuen Gastliegeplätzen für Sportboote.

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Die Sonne warf ihre ganze Kraft auf diese schöne Umgebung und die Skulptur „Steinar Breiflabb“. Es ist eine 70 m lange Landschaftsformation in Form eines Fisches, eines Seeteufels (breiflabb), die Teil der Skulpturlandschaft Nordland ist. Die Skulptur wurde 1997 von dem schwedisch-französischen Künstler Erik Dietman geschaffen.

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Noch einmal warfen wir einen Blick über den Tilremfjorden nach Norden auf die Schwestern, bevor wir uns auf den Weg machten.

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Am Torgfjorden

Nun hatten wir den sagenumwobenen Berg Torghatten vor uns.

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Torghatten

Wir meinten auch das Loch von hier aus erkennen zu können - oder auch nicht.

Um 12.00 Uhr kamen wir am Fähranleger Vennesund an. Das „Kafe & Kiosk Vennesund brygge“ lud uns ein, auf der Terrasse gleich am Fähranleger zu verweilen. Und so ließen wir die auch schon etwas ältere „Fährdame“ „BOGNES“ abfahren,

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derweil wir uns mit einem Riesenomelette stärkten.

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Kurz danach kam auch schon der nächste „Wal“

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um etwas später mit uns an Bord abzulegen. Noch einmal sahen wir in der Ferne den Torghatten. Dies sollte die letzte Fährfahrt auf dem wunderschonen FV 17 sein.

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Vennesund Camping und Torghatten

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Nun waren wir 2013 den FV 17 einmal von Süden nach Norden gefahren und jetzt von Norden nach Süden. Wir waren beide der Meinung, dass der FV 17 von Süden nach Norden spannender zu fahren ist. Von Süd nach Nord fährt man eine Sehenswürdigkeit, eine landschaftliche Schönheit, einen interessanten Punkt nach dem anderen an. Von Nord nach Süd, lässt man diese Punkte hinter sich, man begegnet ihnen nicht überraschenderweise.
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Auf der Überfahrt kam uns die „BOGNES“ auf ihrem Weg nach Vennesund entgegen.

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Kurz vor der Ankunft in Holm lugte die Kirchturmspitze der 1888 erbauten Solstad Kirche hinter den Felsen hervor.

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Solstad Kirche

Auf der anderen Seite des Kjella (Fjord) entdeckten wir einen kleinen Wasserfall.

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Brudesløret oder KollstraumenDank Kumulus („Back to the Road“) konnte ich diesem Wasserfall nun einen Namen geben: Brudesløret in der Kommune Bindal. Kumulus hatte ihn als Kollstraumen beschrieben – und so hat er wohl zwei Namen. Danke!-

Wir fuhren nun auf einem Teilstück des FV 17, den wir 2013 nicht gefahren sind, also etwas „Neuland“.
Ziemlich früh erreichen wir das Steinkjer Best Western Tingvold Park Hotel.

Wieder angekommen im Hotel, erkennt uns der Rezeptionist und sagt gleich: “Room 226, as requested“ und überreichte uns die Zimmerkarte mit dem Gutschein für das Abendbuffet mit einem Lächeln. Das Best Western Tingvold Park Hotel war das einzige Hotel auf der gesamten Strecke von Fredrikstad nach Kirkenes und zurück, das nicht nur abends ein ausgezeichnetes kaltes und warme Buffet mit sehr vielen „hjemmelaget“, hausgemachten Spezialitäten sondern auch ein ebensolches Frühstücksbuffet bot.
Die Köche selbst legten laufend frische Sachen nach. Der Garten mit den Pavillons war ebenfalls einladend, wie auch die frischen Waffeln am Nachmittag zum Kaffee. Da das Hotel in einem Wohngebiet gelegen ist, kommt eine einmalige Ruhe hinzu – die nur noch vom Hotel in Kjerringøy geschlagen wurde, wegen der Aussicht dort.

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Die Route von Brønnøysund nach Steinkjer

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Fortsetzung folgt.
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Re: Endelig sommer i Norge!

Beitragvon Kumulus » Mo, 20. Nov 2017, 18:43

Endelig sommer !!!

Dat ik dat noch beleven döff !!
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Kumulus
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Re: Endelig sommer i Norge!

Beitragvon Rapakiwi » Mo, 20. Nov 2017, 21:11

Blauer Himmel und 20'C - und dazu diese wunderschöne Strecke: Toll!
Ha det bra
Anja
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Endelig sommer i Norge! Teil 23

Beitragvon Ronald » Di, 21. Nov 2017, 15:50

Teil 23 – Endelig sommer i Norge!
Tag 46 – 1. Juli 2017 – Steinkjer – Oppdal


Auch heute war uns das Wetter hold. Das Thermometer erreichte sogar 29° - in der Sonne. Es war Sonnabend und Sonnabend im Juli scheint wohl Renntag zu sein, gleich ob Marathon oder mit dem Rad. So wurde die E 6 dann als Laufstrecke benutzt. Zahlreiche Helfer sicherten die Rennstrecke ab und auch die Autofahrer nahmen Rücksicht, d.h. es wurde nicht rücksichtslos überholt, sondern man zuckelte gemächlich hinterher und wartete auf eine geeignete Stelle zum Überholen, an der die Radfahrer nicht gefährdet wurden. Übrigens, über die gesamte Strecke, die wir verfolgen konnten, so ca. 20 km, war nicht ein einziger Polizist zu sehen. Die gesamte Sicherung wurde von Freiwilligen übernommen (siehe „dugnad“ 25.06.) Hochachtung!

Nachdem wir die „Straßenbau-Großbaustelle“ Trondheim hinter uns gebracht hatten, überlegten wir an der Tankstelle in Hovin, die E 6 zu verlassen und durch das Tømmesdalen zu fahren. Denn das Studium des Reiseführers und der Blick auf die Straßenkarte – es geht eben nicht ohne, auch wenn man ein Navi hat – erbrachte die Information, dass wir noch an einem Grubenmuseum und einem Eisenbahnmuseum vorbeikommen würden, wenn wir denn wollten.
So entschieden wir uns auf dem FV 475 am Svorksjøen vorbei in Richtung Svorkmo zu fahren. In Skjølberg, oder Sjølberg, stoppten wir wegen eines recht ungewöhnlichen „dreistöckigen“ Bauwerks. Die Informationstafel gab uns weitere Hinweise: Es handelte sich um den 1951 wieder aufgebauten Schornstein der Svorkmo Schmelzhütte, in der von 1655 bis 1845 Erz für das Løkken Kupferwerk geschmolzen wurde.

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Svorkmo war für gute einhundert Jahre ein Industriezentrum von großer Bedeutung, denn die Arbeiter der Kupferhütte von Løkken, das wir im Anschluss noch besuchten, wohnten hier in der Gegend um Svorkmo. Svorkmo war eine der größten nicht-städtischen Gemeinden mit Hotel, Bäckereien, Sägewerken und einer Eisenbahnstation, die heute nur noch als Museum besteht.

Neben dem Schornstein steht ein Meilenstein für die Pilgerer des St.Olavsweges. Von hier sind es noch 61 km nach Trondheim zum Nidaros-Dom. König Olav war ja in der Schlacht bei Stiklestad gefallen. Er wurde 1030 nach Nidaros überführt und begraben. Nach Olavs Heiligsprechung 1031 wurde Nidaros zum Hauptwallfahrtsort der nordischen Gläubigen und „ersetzte“ die Wallfahrt nach Rom. Heute gibt es mehrere Olavswege, die zum Nidarosdom in Trondheim führen.

http://pilegrimsleden.no/de/about/om-pilegrimsleden

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Meilenstein

In den nächsten Tagen sollten wir noch den einen oder anderen Meilenstein sehen.
Nach kurzer Fahrtzeit erreichten wir Løkken. Hier steht das „Orkla Industriemuseum“, ein Zusammenschluss des Grubenmuseums mit dem Eisenbahnmuseum der „Thamshavnbanen“.
1655 wurde hier Kupfererz und Schwefelkies (Pyrit) gefunden, abgebaut und geschmolzen. Zum Vergleich: Das erste Kupfererz in Røros wurde 9 Jahre später, 1664, gefunden. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hauptsächlich Kupferkies für deutsche Chemieunternehmen gefördert.

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Bergmannsdenkmal

Durch die Gründung der Ørkdal-Bergwerksgesellschaft stieg die Fördermenge ab 1868 ständig an. Sie wurde von dem Sägemühlenbesitzer Thams und seinem Buchhalter Salveson gegründet. Die Nachfolger von Thams und Salveson erweiterten den Bergbau ständig und gründeten 1904 die Orkla-Grube-Aktiebolag.

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Sitz der ehemaligen Verwaltung der Bergwerksgesellschaft

Der Abbau erforderte aber auch eine vernünftige Beförderung zur Verschiffung. So wurde eine 25 km lange Eisenbahnverbindung zwischen Løkken und der Hafenstadt Thamshavn gebaut. Sie wurde 1908 vom norwegischen König in Betrieb genommen.

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Museumsbahn Thamshavnbanen

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Eisenbahnmuseum

Sie ist damit nicht nur die älteste Eisenbahnverbindung Norwegens sondern auch die älteste Wechselstromeisenbahn der Welt. Bis 1963 wurden auch Passagiere befördert, Erz nur noch bis 1974.
Heute sind die Waggons, teilweise noch aus 1908 und unter ihnen der „Königswaggon“, sowie die Lokomotiven liebevoll restauriert und bilden mit dem zum Museum umgestalteten Bahnhof Løkken das Orkla Industriemuseum. In diesem Museum wird umfangreich über die Grubenarbeit, die Lebensumstände der Arbeiter und die weitere Industrialisierung berichtet. Dargestellt wird aber auch der Einfluss der Nationalsozialisten auf die Bergwerksgesellschaft und die Zusammenarbeit mit dieser, als auch über die norwegischen Widerstandskämpfer und deren Schicksal.

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Schwefelkiesblock-Mahnmal

Der dargestellte Schwefelkiesblock stammt aus der Løkken-Grube und wurde 1986 als Denkmal aufgestellt. Auf der Tafel steht (frei übersetzt):
„Im 2. Weltkrieg 1940-1945 hatte Schwefelkies aus der Grube von Løkken eine große Bedeutung für die deutsche Kriegsmacht. Um die Ausnutzung des Kieses durch die Deutschen zu behindern, wurden verschiedene Aktionsformen von Norwegern und den alliierten Verbündeten in England ausgeführt.
Die Mannschaft der Kompanie Linge, mit guter Unterstützung der Bevölkerung in der Umgebung unternahm eine Reihe geglückter Sabotageaktionen um den Kiestransport mit der Thamshavnbanen zu verhindern.“

Weitere Informationen sind hier zu finden:

http://www.erih.de/da-will-ich-hin/site ... eum-orkla/

Eigentlich wollten wir uns jetzt stärken, aber im „Bergmanskroa“ war immer noch „middag-servering“ angesagt, so dass für Kaffee und Kuchen noch keine Zeit war. Also zogen wir weiter entlang der Orkla durch das Meldal, wo wir die erst 1988 erbaute Kirche Meldal fanden. Eigentlich machte sie einen älteren Eindruck und das hat seinen Grund. Die alte Kirche von 1651 ist 1981 abgebrannt. Die Orkdal-Kirchengemeinde wollte aber einen Nachbau der alten Kirche. Und somit ist die neue Kirche eine Kopie der alten Kirche.

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Meldal Kirche

Und dann erreichten wir wiederum einen Ort, der schlicht und einfach Å hieß. Also nicht nur auf den Lofoten und Senja, sondern auch hier gab es einen solchen Ort.

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Ortsbezeichnung und Å Kaffebar

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Kaffebar

Hier konnten wir einen exzellenten Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen genießen, bevor es auf die letzte Strecke nach Oppdal ging. An der Straßenecke Stensveien und FV 700 steht eine Holzstatue: „Porridge Crone at Aa“ – offensichtlich sollte es wohl „kone“ (Ehefrau) heißen, denn die traditionelle Hafergrütze wurde in den alten Zeiten stets von der Frau des Hauses zubereitet. Die Hafergrütze war eine wichtige Speise für die Landbevölkerung, während das Vieh Vollkorngrütze erhielt. Und diese Statue soll an das historische Almendorf Vaalaaskaret und die Hafergrütze erinnern.

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0833 Porridge Crone at Å

Bevor wir bei Berkåk wieder auf die E 6 Richtung Oppdal fuhren, kamen wir noch an der alten Rennebu-Kirche vorbei. Sie wurde 1669 erbaut und ist die älteste norwegische Kirche von fünf in der –Y-Form. Sie liegt in der Ortschaft Voll.

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Rennebu Kirche

Und auch hier stand ein Meilenstein des Olavsweges: 101 km nach Trondheim
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Bei leichtem Nieselregen erreichten wir das Quality Hotell Skifer, ein modernes, sehr schön mit dem Oppdal-Schiefer gebautes Hotel. Das Zimmer ist ausreichend groß und wir hatten die Aussicht auf Baustelle und Parkplatz aber auch auf die Gemeinde Oppdal.

Kurz nachdem wir ankamen, trudelte eine Busgruppe nach der anderen ein. Wir schauten kurz auf das Buffet, das in der Tat das sog. „Sommerbuffet“ war – es gab kein Menu – und außerdem bekamen wir wiederum eine „Reisegruppen-Bevorzugungs-Individualtouristen-Benachteilgungs-Essenszeit“. Also stapften wir über die Baustelle durch den Nieselregen in den Møllekro, wo wir ausgezeichnet gegessen und hervorragend von dem aus Eritrea stammenden Personal bedient wurden.

In der gemütlichen Lounge konnten wir bei einem Absacker einem unserer Hobbies nachgehen: Leute gucken.

Hier ist der Fahrtverlauf von Steinkjer nach Oppdal

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Tag 47 – 2. Juli 2017 – Oppdal FV 70


Nun blieben von den insgesamt 50 Tagen nur noch drei Tage und die Fahrt zur und auf der „COLOR FANTASY“. Doch jetzt wollten wir erst einmal zwei Ruhetage einlegen, nach der Fahrerei. Immerhin hatten wir bis jetzt 9.497 km zurückgelegt.
Morgens weckte uns ein bekanntes Geräusch am Fenster: Regen. Somit verbrachten wir den Vormittag im Hotel.

Gegen Mittag machten wir uns auf, um das Oppdal Museum zu besuchen. Wir hatten über dieses Museum schon vor unserem Reiseantritt gelesen. Nach eigener Aussage soll es eines der größten Dorfmuseen in Norwegen sein. Über 30 alte und neuere Gebäude sowie 5.000 Gegenstände aus über 300 Jahren aus Oppdal wurden ausgestellt, zusammen mit umfangreichen Informationen.
Gegenüber dem Eingang stand ein sehr hübsches Haus mit einem tollen Grasdach. Das Haus selbst hätte schon zum Museum gehören können.

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Gleich am Eingang zum Museum – nicht zum Privathaus - fiel uns auf, dass, sämtliche Türen offen standen, mit einer Ausnahme. Wir gingen erst einmal zur Kasse, um uns auf dem Gelände frei bewegen zu können. Diese befand sich in der „Skjorstadstuggu“,

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die einem „Universalgenie“ gehörte: Sjur Jamtsæter aus Lønset, der von 1816 bis 1873 hier lebte. Er soll Schmied, Instrumentenbauer, Holzschnitzer, Maler und „Astronom“ gewesen sein und sich alles autodidaktisch angeeignet haben. Und wer wusste zu jener Zeit in Oppdal etwas vom Halley’schen Kometen? Jamtsæter! So die Broschüre des Museums in Oppdal.

Das Museum war ein „lebendes Museum“, denn hier arbeiteten auch Holzschnitzer, Weber, Handwerker verschiedener Zünfte zusammen mit Besuchern und insbesondere Kindergartengruppen und Schülern.

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Wir schauten uns auf dem Gelände um.

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Nachdem wir uns auf dem Gelände und in den verschiedenen Gebäuden umgesehen hatten, erhielten wir wieder eine „Soloführung“, denn wir waren an diesem Sonntag offensichtlich die einzigen Gäste. Jetzt wurde für uns die „Sverrestuggu“ aufgeschlossen und die Führerin schilderte lebendig und detailliert den Hintergrund zu den ausgestellten Stücken.

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Es wurde uns eine wunderschöne silberne Hochzeitskrone erklärt, so wie sie auf dem Gemälde „Brudeferd i Hardanger“ von Adolph Tidemand und Hans Gude, 1848, gemalt wurde:

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Hochzeitskrone

https://no.wikipedia.org/wiki/Brudeferd ... roject.jpg

Dann wurde uns eine umfangreiche Sammlung von Messern gezeigt: Alle hergestellt von einem einzigen Mann, dem Holzschnitzer Ola Olsen Moene.

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Messer

Ebenso verschiedene Butterformen,

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Fotos von den vielen Geigen (oder waren es Hardanger-Fiedeln?),

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ein Butterfass.

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Butterfass

Dieser Holzschnitzer hatte auch eine kleine, fein ziselierte Holzkiste geschnitzt, die Kaiser Wilhelm II bei ihm während einer seiner zahlreichen Norwegen-Aufenthalte bestellt hatte.

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Meine Frau hatte hierzu geschrieben:

„Nach 30-40 Tagen war diese fertig und wurde an den Kaiser geschickt. Weil aber Ola Olsen Moene so ein ausgesprochen bescheidener Mann war, berechnete er nur 1 Krone pro Tag. Zu guter Letzt kostete die kleine Kiste nur 40 Kronen. Der Kaiser schickte die Kiste zurück mit der Begründung, sie sei zu billig. Das könne keine gute Qualität sein.
Glück für das heutige Museum und seine Besucher, die sich nun über dieses detailreiche kleine Kunstwerk freuen können.“

Nach dieser Führung stärkten wir uns im Museumscafé mit Kaffee und einer Waffel. Es war für uns auch interessant „zu schmecken“, dass die Waffeln doch immer wieder eine Nuance anders schmecken als die vorherige.

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Am Ende unseres Besuches schauten wir uns noch in der alten Telegraphenstation um.

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Toll, wie liebevoll alles im Detail erhalten wurde.

http://www.oppdalsmuseet.no/deutsch-sprache/

Da es erst ca. 15.00 Uhr war – immerhin hatten wir uns wieder einmal über eineinhalb Stunden im Freilichtmuseum aufgehalten, was für uns schon als Museumsbesuch eine „reife Leistung“ war – beschlossen wir, noch zur alten Oppdal Kirche zu fahren, die am westlichen Ortsrand von Oppdal lag.

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Die Kreuzkirche wurde 1651 gebaut und hat 400 Sitze. Da es sich um eine Pilgerkirche handelte, war sie geöffnet und wir konnten die prächtige Ausstattung bewundern,

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Orgel 1651

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ebenso wie die prachtvollen Malereien in der „Pilgerstube“.

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Pilgerstube

Auf dem Altar liegt an jedem Gottesdienstsonntag die Bibel von Fredrik II – ein Kleinod.

Das gegenüberliegende rote Gebäude aus dem Jahr 1675 wurde Ravlåna genannt und beherbergte Würdenträger.

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Als wir die Kirche verließen begegneten uns zwei Pilger, die erschöpft, aber zufrieden aussahen.

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Meilenstein

Wir fuhren noch ein Stück in das Sunndal. Links lag der Dovrefjell-Sunndalsfjella nasjonalpark, rechts voraus Trollheimen.

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Sunndalen

Am Wegesrand stand ein Zeichen für eine Sehenswürdigkeit: Vognildsbua.

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Leider waren wir, wie so manches Mal, kurz vor Toresschluss angekommen. Wir konnten aber noch einen kurzen Blick in einen der ältesten Gemischtwarenläden von Norwegen werfen. Vognildsbua wurde 1860 von der örtlichen Handelsvereinigung eröffnet. Der Ort Vognill diente als „Zentrum“ für Handel, Kommunikation. Hier konnten die lokalen Bewohner Kleidung kaufen, Meierei und Bäckerei sowie ein Hotel war vorhanden. Der Ort war schlicht DIE Verbindung zwischen dem damaligen Christania und Trondheim bis zur Eröffnung der Dovre-Bahn 1921.

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In Vognildsbua konnten die Bauern ihre Erzeugnisse verkaufen, auch Fisch und Wild wurde angeboten, die Einwohner konnten hier auf Kredit kaufen und die letzten Gerüchte hören.
Der Gemischtwarenladen wurde bis 1982 betrieben, das dazugehörige Vognill Hotel bis 1960, stets von der Familie Wognild. 1997 wurde die Stiftung Vognildsbua gegründet und die Erben der Familie Wognild übertrugen das Land und die Häuser mitsamt der Einrichtung unentgeltlich auf die Stiftung. Man kann Vognildsbua als „ländlichen Kontrapunkt“ zu den seeseitigen Handelsplätzen Kjerringøy und Jennestad betrachten.

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Wir fuhren noch ein Stückchen weiter in das Tal hinein bis Gravaune Gård aus dem 17.-18. Jahrhundert – ein stattliches Gehöft. Plötzlich schoss es uns durch den Kopf: Hier standen wir mit unseren norwegischen Freunden 2001, als wir mit einem Wohnmobil unterwegs waren und unsere Freunde auf den Campingplätzen in den Hütten übernachteten. Hier standen wir über der Straßenkarte gebeugt, um unseren weiteren Weg zu beratschlagen.

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Nun fing es an zu regnen, wieder einmal, und so machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Am Wegesrand lagen noch einige hübsche Opplandhäuser, die wir natürlich fotografieren mussten.

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Sunndalsvegen Oppdal Maskin

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Sunndalsvegen 585

Das Abendessen nahmen wir wieder im Møllekro in Oppdal ein, wo wir bestens bedient wurden.

Unser „Abstecher“ in das Sunndal

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Fortsetzung folgt.

@Kumulus: Noch een de Platt schnacken deit.

@Anja: Danke!!!

PS. Gestern sind mir leider drei Fotos auf einmal reingerutscht.

Gruß
Ronald
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Endelig sommer i Norge! Teil 24

Beitragvon Ronald » Di, 21. Nov 2017, 17:29

Teil 24 Endelig sommer i Norge!
Tag 48 – 3. Juli 2017 – Oppdal – Sunndal – Oppdal


Inspiriert vom gestrigen Kurzausflug wollten wir heute noch einmal versuchen, die Kirche von Lønset zu besuchen. Aber irgendwie fuhren wir am Abzweig zu dieser Kirche vorbei. So ging es dann weiter durch das Sunndal.
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Heute hatten wir mehr Sonnenschein, so dass Gravaune Gård noch einmal mit Sonne fotografiert werden konnte.
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Über der reich verzierten Haupteingangstür konnte man die Jahreszahl 1814 sehen
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und die Wetterfahne der großen Scheune zeigte die Jahreszahl 1848.

Auf der Südseite des Sunndal machten wir mehrere Bergbauernhöfe, „sæter“, aus. Es ist schon bewundernswert, unter welchen Bedingungen hier Landwirtschaft betrieben wird.

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Auch den einen oder anderen Wasserfall konnte ich im Nachhinein „identifizieren“, wie hier den Dindøla.

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Rechtüberraschend stand am Straßenrand das Schild „Møre og Romsdal fylke“ und „Sunndal kommune“. Kurz darauf sichteten wir in Gjøra ein neueres Gebäude mit der Bezeichnung „Sunndalsporten“. Auch ein Joker-Laden war vorhanden. Sunndalsporten ist das Sunndal Nationalpark Center und beherbergt eine kleine, aber feine Ausstellung der Attraktionen des Sunndal.

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Hier entdeckten wir am Parkplatz auch ein Hinweisschild nach „Åmotan“. Aber was war oder was ist „Åmotan“? Eigentlich hätten wir es mit unseren „soliden“ Norwegisch-Kenntnissen doch herausfinden müssen! Also fragen wir im Nationalparkzentrum nach und erhalten die Antwort, dass es sich um einen „Treffpunkt dreier Wasserfälle“ handelt. Klar: „Å“=Fluss, „motan“ bzw. „møte“= Begegnung, Treffen. Und wie kommt man zu dem Treffpunkt? Sie gab uns eine Karte und ein Informationsblatt und so waren wir schon einmal vorbereitet. Zuvor aber mussten wir non vier handgefertigte Mützen für die Enkel kaufen, für die Jungen natürlich mit Treckermotiven! Und natürlich musste auch die Gjøra Kirche von 1935 und der gegenüberliegende Wasserfall Gryta aufgenommen werden.

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Gjøra kapell 1935

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Gryta Sunndalsporten

Und letztlich weckte ein Bautastein mit der Inschrift „1932 – Brorekruttkp“ mein Interesse. Zuhause konnte ich dann Folgendes herausbekommen:

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Nach der großen Überflutung 1932 waren zahlreiche Brücken und Wege im Sunndal zerstört. Die Situation war so ernst, dass eine militärische Ingenieurkompanie zur Hilfe erbeten wurde. Diese „Brückenrekrutenkompanie“ waren dann auch im Sunndal im Einsatz und sendeten dem König Haakon VII zu dessen 60. Geburtstag ein Telegramm mit zufolge dessen man zu Ehren des Landes und seines Königs nun Wege und Brücken aufgebaut habe und dem König einen Salut mit Dynamit gegeben habe. Man wünschte dem König dass das kommende Jahr friedlich und gut sein möge.
Nun aber fuhren wir entlang eines wilden Wasserlaufes, der seinem Namen alle Ehre gab: „Grøvu“. Eine nach der anderen Stelle schäumte und sprudelte hellgrünes Wasser durch das Tal.

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Dann hangelten wir uns auf dem FV 314 bis zur ersten Kehre nach oben. Auf der gegenüberliegenden Talseite sahen wir drei Bauernhöfe, die alle noch bewirtschaftet werden: Jenstad.

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Hier hörten wir das Rauschen eines Wasserfalls. Direkt rechts hinter uns fiel der Svøufallet nach unten. Der Svøufallet kam aus über 700 m Höhe, während wir uns in 385 m Höhe befanden.

Auf der gegenüberliegenden Seite im Osten schossen Lindøla
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und Reppa herunter, Grøvu

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und Geitåa im Südosten – es waren faszinierende Anblicke, die aber wegen der ungünstigen Fotosituation nicht so wiedergegeben werden können.

http://www.sunndal.com/en/item/amotan-nordens-niagara
https://de.fjordnorway.com/aktivitaten/ ... e-p1308153

Die unverhofften und nicht erwarteten Anblicke, Augenblicke und Erlebnisse sind die besten – siehe Berlevåg.
Wir entschlossen uns, bis nach Sunndalsøra zu fahren: „Mal sehen, was wir noch sehen können“.
Im weiteren Verlauf entdeckten wir einen Wasserfall nördlich vom Sunndal, es
könnte der Skorga gewesen sein – und er war es auch.

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Und dann entdeckte wir den höchsten Wasserfall Europas: Vinnufossen! Er kommt aus 860 m Höhe in das Tal geschossen. Unglaublich, wenn man so ziemlich direkt davor steht und sehen kann, wie er über die Felskante fällt. Der Vinnufossen wird aus dem 1.816 m hohen Vinnufjellet, dem Gletscher Kaldfonna gespeist. Das Vinnufjellet am Sunndalsfjorden ist das südwestliche Ende des Gebirgsmassivs Trollheimen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Vinnufossen

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Jetzt machten wir uns auf den Rückweg und legten einen kleinen Stopp an der Romfo Kirche von 1821 ein.

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Die Anordnung der metallenen Grabkreuze auf dem Kirchhof war interessant. Zur Kirche hin standen die Grabtafeln in einer Reihe und von der Kirche weg dann die Grabkreuze. Gleiches sahen wir an der Kirchhofmauer. Trotz Suche konnten wir uns keinen Reim aus der Aufstellung machen.

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Das Straßenschild nach Hasåsen brachte uns noch den Hinweis, dass wir dort noch einen Wasserfall identifizieren konnten: Løstølbekken.

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Gegen 18.00 Uhr waren wir, nach einem weiteren „Ruhetag“ im Hotel.

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Und so war unsere Strecke durch das Sunndal

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Das Quality Skifer Hotel in Oppdal war eines der besten Hotels, was die Ausstattung und die Lage anging. Auch das Frühstück war ausgezeichnet, denn es gab endlich mal mehrere Brotsorten und frisch zubereitete Spiegeleier. Sehr nachteilig ist allerdings, wie mehrfach erwähnt, die „Berücksichtigung von Individualtouristen“ bei den Essenszeiten am Abend. Entweder wird man auf einen sehr frühen Termin, d.h. 18.00 Uhr oder einen späten Termin, ab 20.30 Uhr verweisen, weil die ankommenden „Bustruppen“ ab 18.30 Uhr „bespeist“ werden.
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Am nächsten Morgen sollte es auf die letzte „Bergetappe“ von Oppdal nach Hønefoss gehen, um dann den kurzen Sprung zur Fähre nach Oslo zu machen.

Fortsetzung folgt.
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Re: Endelig sommer i Norge!

Beitragvon Kumulus » Di, 21. Nov 2017, 18:51

Die Oppdal-Sunndal-Etappe macht mich sprachlos und etwas verlegen. Da war ich diesen Sommer selber dort an drei Tagen und bin an solchen schönen historischen Stätten schlichtweg vorbeigefahren. Na, ich komme ja sicherlich noch mal wieder dort vorbei.

Danke Ronald
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Kumulus
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Endelig sommer i Norge! Teil 24 Nachtrag

Beitragvon Ronald » Mi, 22. Nov 2017, 16:51

Nachtrag Teil 25 Åmotan

02.07.2017


Meine Frau hat mir freundlicherweise ihre Fotos vom Åmotan zum Einstellen in den Reisebericht zur Verfügung gestellt. Da sie nicht schwindelt, also schwindelfrei ist, hatte sie natürlich einen ganz anderen „Fotoaussichtspunkt“ erwischt. Und hier sind die Fotos.

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@Martin: Gräme Dich nicht, wir haben diese Reise etwa 9 Monate geplant und den Reiseführer von M. Schmidt beide von vorne bis hinten (d.h. die beabsichtigten Strecken) durchgelesen und unterwegs immer noch einmal gelesen und auch heftigst im Internet recherchiert. Diesen Zeitaufwand kannst Du Dir nur als Rentner leisten.
Gruß
Ronald

Fortsetzung folgt.
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Re: Endelig sommer i Norge!

Beitragvon Wollina » Fr, 24. Nov 2017, 18:56

Ein sehr, sehr schöner, informativer Bericht mit interessanten, aussagekräftigen Fotos. Hat Spaß gemacht mitzureisen.
Mich würde interssieren, habt ihr eure Hotels alle von zu Hause vorher gebucht oder?

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Re: Endelig sommer i Norge!

Beitragvon Ronald » Sa, 25. Nov 2017, 10:56

Moin,
@wollina: Wir haben alle Hotels etwa6-7 Monate vorher von Zuhause aus gebucht. Das war u.a. für Stokmarknes schon zu spät, so dass wir dort nur eine statt der "erhofften" drei Nächte bekamen. Leider war auch Sommaroey ausgebucht (komplett wegen einer Hochzeit). Daher hatten wir das Nachsehen mit Senja Hotel in Finnsnes und Tjeldsund brua in Evenskjer.
Gruß
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Endelig sommer i Norge! Teil 25 - Norwegen vom Feinsten

Beitragvon Ronald » Sa, 25. Nov 2017, 12:55

Teil 25 Endelig sommer i Norge! Noch einmal Norwegen vom Feinsten!
Tag 49 – 4. Juli 2017 – Dovrefjell – Jotunheimen – Valdresfly – Hønefoss


Auf unserer letzten Etappe – abgesehen von der Fahrt zwischen Hønefoss und der Fähre in Oslo – haben wir bereits um 09.20 Uhr im Auto gesessen und bei „heiter bis wolkigem Wetter“ die Fahrt auf der E 6 durch das Drivdalen und den Dovrefjell Sunndalsfjella Nasjonalpark angetreten. Nachdem wir ja nun schon in der „Hölle“ mit der „Gods-Expedition“ waren und auch bei Søsterbekk in Schweden ein „Godshus“ passierten, entdeckten wir bei Kåsan den Abzweig nach „Gottesvegen“, einer Straße, die westlich der Driva verlief.

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Nur kurze Zeit später rauschte es hinter Drivstua in einer Felsspalte. Da musste ich einfach noch einmal wenden, um diesen Wasserfall im Bild festzuhalten. Die Recherche ergab, es handelte sich um den Slåbergsbekken, der aus dem 1.245 m hoch gelegenen Slåbergstjønnin gespeist wird und dann selbst etwa 350 m tief in die Driva fällt.

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Der nächste Fotostopp – jedoch nur kurz, denn eine Bustruppe kündigte sich an, das Fotomotiv zu stören – war an der Kongsvoll fjellstue. Die ältesten Gebäude der heutigen Kongsvoll fjellstue stammen aus 1720. Die allererste „fjellstue“, also Berggasthof, befand sich zwei Kilometer vom heutigen Berggasthof und wurde durch einen Erdrutsch zerstört. 1712 begann der Wiederaufbau. In den napoleonischen Kriegen wurden die gerade fertiggestellten Gebäude und andere Berghöfe verbrannt. Der erneute Wiederaufbau begann 1720.

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Gleich hinter Kongsvoll tat sich das Dovrefjell auf mit Blick auf Hjerkinn und den 2.286 m hohen Snøhetta, der sein oberstes Viertel leider mit einer Wolkenhaube versteckte.

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Nun erreichten wir auch den Abzweig zum Aussichtspunkt „Snøhetta viewpoint“ ein recht modernes, aber schlichtes Aussichtsgebäude, das wir aber leider versäumt hatten, uns näher anzusehen.

http://nvs.villrein.no/viewpoint-snhetta/

Nachdem wir die schmale Zufahrtstraße zum Parkplatz am Aussichtspunkt erreicht hatten, bot sich uns ein fantastischer Anblick der umliegenden Berge bis hin zum Drivdalen.

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Snøhetta Aussichtspunkt

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Hjerkinnshøe

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Unten im Tal rauschte die Dovre-Bahn nach Oslo vorbei.
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Dovrefjell

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Hjerkinnsdammen

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Wir hatten einen Moschusochsen gesichtet – der erste dieser Reise! :D

Endlich hatten wir einmal eine Panoramasicht hier oben im Dovrefjell. Und wie haben wir diese genossen!!! Toll!
Weiter ging es auf dem Trondheimsvegen

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zur Dovregubben Hall, einem kleinen Ferienhauskomplex von 1938 mit Restaurant und Souvenirshop. Auch wenn die Gaststube im Gudbrandsdalen-Stil mit den geschnitzten Rückenlehnen der Stühle einen recht gemütlichen Eindruck machte, eignet sich das kleine Hotel wohl nicht für eine ruhige Übernachtung, denn es lag direkt an der E 6 und ist zudem ein beliebter Rastplatz für Touristenbusse.

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Und jetzt hatten wir den zweiten Moschusochsen gesichtet! :lol:

Auf dem Außengelände steht ein Riesentroll, der wohl irgendwann mal hier sein Unwesen trieb.

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Wir fuhren weiter Richtung Dombås. Kurz davor bot sich ein traumhafter Blick bis in den Reinheimen Nasjonalpark.

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Im Gudbrandsdalen beim Abzweig nach Høvringen kreuzte die E 6 von der Westseite auf die Ostseite des Flusses Lågen. Hier an der Brücke sprudelte und toste es, denn das Flussbett des Lågen wurde hier sehr eng und der Fluss wurde hier noch durch den Høvringsåe gespeist.

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Waren das Gletschertöpfe oder wie entstanden diese Löcher?

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Wieder „zurück“ in Rondane stoppten wir in Sel bei der Kreuzkirche aus dem Jahr 1742, die – weil Pilgerkirche – geöffnet war.

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Drinnen erwarteten uns ein überaus reichlich geschnitzter Altar und eine ebenso farbenprächtige Kanzel mit Baldachin. Der Baldachin soll erheblich älter sein, als die Kanzel.

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In der Altartafel aus 1783 ist Jesus mit seinen 12 Aposteln beim Abendmahl „eingeschnitzt“, sehr eindrucksvoll!

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Als wir uns umdrehten sahen wir eine nicht minder prachtvolle Orgel. Diese wurde 1943 eingebaut und 1952 bemalt.

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Auch die bunten Glasfenster aus dem Jahr 1925 beeindruckten uns sehr.

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Das Taufbecken aus Speckstein ist aus dem Mittelalter.

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Nach diesem Rundgangdurch die kleine Kirche erwartete uns draußen herrlichster Sonnenschein.

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Und am Meilenstein des St.Olavsweges erkannten wir, dass wir doch schon recht weit südlich waren, immerhin 284 km vom Nidarosdom entfernt.

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Die Fahrt bei herrlichstem Frühlingswetter, nein, es war ja „sommer i Norge“, entlang des/der (?) Lågen machte richtig Spaß.

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Bei Stjøa bogen wir auf den FV 257 ab, um zur Kirche von Heidal zu gelangen, denn es war gerade 13.00 Uhr – und was wollten wir so früh in Hønefoss, der „grauen Vorstadt“ von Oslo? So entschieden wir uns, die nationale Touristenstraße Valdresflya zu fahren. Aber zunächst nach Heidal.
Die Kreuzkirche Heidal wurde in den Jahren 1937 bis 1941 als Kopie der 1933 angebrannten alten Kirche erbaut. Die Kirche war ebenso reich ausgestattet, wie die vorher besuchte Sel Kirche. Die Schnitzereien waren im Akantus-Stil ausgeführt.

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Heidal Kirche mit Bjølstad-Kapelle

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Das mächtige geschmiedete Schloss …

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… und der prächtige Schlüssel dazu.

Die Bjølstad-Kapelle, die auf demselben Kirchhof wie die Heidal-Kirche steht,

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hat Norwegens älteste Schnitzerei an den Türpfosten. Die Kirchengemeine schrieb diese dem 11.Jahrhundert zu.

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Die Straße entlang oberhalb des Heidals empfand ich, wohl auch wegen der teilweise recht waghalsigen Fahrweise einiger norwegischer Fahrer, recht anstrengend, bis wir uns langsam dem RV 51 näherten.

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Hier oben standen auch einige hübsche Höfe.

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Um 14.00 Uhr erreichten wir die Vågå Gemeindegrenze und fuhren nun entlang des sich durch Felsen schlängelnden Flusses Kverngrov in Richtung RV 51.

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Nun befanden wir uns auf der Nationalen Touristenstraße Valdresflye.

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Besstrond Sæter

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Ein Kiosk, der noch Filme verkauft!

Endlich konnten wir auch einmal die Bergspitzen von Jotunheimen sehen, denn in den vergangenen Jahren erlebten wir tiefliegende Wolken gehabt und grauen Himmel. Heute konnten wir die Landschaft genießen. Allerdings mussten wir uns dieses schöne Fleckchen Erde mit anderen Touristen teilen – anders als Ende Mai in Jotunheimen. Wir schrieben ja schon 4. Juli!

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Nedre Sjodalsvatnet Richtung Osten

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Brücke Hoskelivegen Bessheim

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Bei genauerem Hinsehen entdeckten wir, dass wir nicht alleine in dieser wunderschönen Gegend waren. Der Parkplatz war gerammelt voll – aber die Wanderer waren nicht zu sehen. Oder es war ein Parkplatz für ein angrenzendes „hyttegrend“ – Ferienhaussiedlung?

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1486

Von hier aus hatten wir einen fantastischen Blick in das Gebiet des Jotunheimen Nationalparks und auf den Surtningssue, der mit seinen 2-368 m der siebthöchste Berg Norwegens ist und auf der Gemeindegrenze zwischen Lom und Vågå liegt.

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Surtningssue 2368 m

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Surtningssue 2368 m Surtingsbreen

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Östlich der Gipfel des Surtningssue war der Surtningsbreen zu sehen.

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Der Galdhøppigen, mit seinen 2.469 m zwar „nur unwesentlich höher“ als der Surtningssue, aber der höchste Berg in Norwegen und ganz Skandinavien wurde von dem davorliegendem Massiv des Surtingssue verdeckt.

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Hier in der Valdresfly erreichten wir auch den „geographischen Höhepunkt“ unserer Reise, nämlich 1.389 m über dem Meeresspiegel. Auch die Schneestöcke am Straßenrand standen noch – und wir nahmen an, dass sie auch nicht mehr vor der nächsten Schneesaison entfernt werden.

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Hier haben wir noch einmal tief eingeatmet und die tolle Luft und die wahnsinnig schönen Aussichten genossen, ebenso wie den Blick über den Bygdin, den wir ja nur mit Schnee und Eis bedeckt kannten.

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Valdresflye

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Und jetzt sollen die Fotos der südwestlichen Valdresflye für sich sprechen.

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Bitihorn 1607 m (links)

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1532

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Bitihorn (rechts)

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Vinstre

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Bygdin

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Vinstre pano

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Bygdin

Dann war aber auch die Touristenstraße zu Ende und es ging auf der E 6 über Fagernes durch das Begnadalen und Ådalen durch mehrere Straßenbaustellen, aber dennoch „zügig“ nach Hønefoss. Für die 184 km von Bygdin nach Hønefoss brauchten wir dann auch gute 3 Stunden.
Hier bezogen wir im reichlich abgewohnten und renovierungsbedürftigen Hotel ein ebensolches Zimmer. Draußen war es warm und wir wollten vor dem Hotel vor dem Abendessen noch ein Bier genießen. Aber aus einem Plastikbecher schmeckte es einfach nicht. Anschließend machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Offensichtlich waren wir in die falsche Richtung gelaufen, denn wir fanden nur eine Pasta Bar und einen Hamburger Laden. Andere, ansprechend aussehende „Speisestätten“ hatten bereits geschlossen.
So genossen wir den letzten Abend auf der Terrasse eines an das Hotel angrenzenden Restaurants.
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Wir stellten fest, dass wir wahnsinnig viel gesehen und erlebt haben, aber auch, dass unsere „mentale Festplatte“ nun langsam voll war – insbesondere nach einem solchen Tag mit tollen landschaftlichen Höhepunkten, die wir ja bisher nur bei bedecktem Himmel, Nieselregen und Schnee erlebt hatten.

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Der Fahrtverlauf eines tollen Tages.

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Fortsetzung folgt.
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Endelig sommer i Norge! Teil 26 und Schluss

Beitragvon Ronald » Sa, 25. Nov 2017, 13:18

Teil 26 - War es Sommer in Norwegen? Eindeutig – Ja!
Tag 50 – 5. Juli 2017 – Hønefoss – Oslo – COLOR MAJESTY

Der letzte Tag in Norwegen war angebrochen. Das „Frühstück“ war das schlechteste auf der gesamten 50 –Tage-Reise; selbst Finnsnes wurde noch unterboten – oder sollte ich sagen: Beide waren gleichauf? Hier gab es eine Sorte wirklich trockenes Brot sowie kalte, hartgekochte Eier. Wir haben die Hotel-Frühstückssitzung abgebrochen und sind wieder einmal in eine Bäckerei gegangen, wo wir je zwei leckere Croissants bei einem guten Kaffee genossen haben.
Der letzte Fahrtverlauf in Norwegen.

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Wir erreichten den Fährterminal, wie immer mehr als rechtzeitig nach insgesamt 9.227 km in Norwegen, gerechnet vom Erreichen der schwedisch-norwegischen Grenze bis zum Fährterminal Oslo. Der Warteplatz für die Fahrzeuge war „proppenvoll“ und so war dann auch die „COLOR FANTASY“. Während der Wartezeit überraschten uns dann noch zwei Bekannte, die die Fähre zum gleichen Zeitpunkt wie wir gebucht hatten, denn sie kannten unseren Reiseplan und waren, wie wir auch in Norwegen unterwegs. So wurde die Wartezeit abgekürzt mit dem Austausch der Erlebnisse.

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Gemeinsam genossen wir die Ausfahrt aus dem Oslofjord bei schönstem Wetter und sagten Norwegen „Auf Wiedersehen“ für dieses Jahr. Da wir aber wussten, dass wir wiederkommen würden im nächsten Jahr (???) fiel der Abschied nach 50 Tagen nicht ganz so schwer.

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Drøbak

Nach dem Abendessen, das wir wieder im Oceanic à la Carte Restaurant einnahmen, trafen wir uns für den Rest des Abends in der Panoramalounge.

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Tag 51 – 6. Juli 2017 – Kiel – Zuhause

Pünktlich und bei gutem Wetter erreichten wir Kiel. Nach einem Croissant und einem Kaffee wurde es auch Zeit auf das Autodeck zu gehen. Dort bei unserem Autoangekommen, wurden wir von einer deutschen Passagierin recht unwirsch angegangen, wieso wir so parken würden, da sie nur unter großen Schwierigkeiten in ihr Auto gekommen seien. Meinen Einwand, dass wir so eingewiesen wurden, wischte sie mit der Bemerkung beiseite, dass man sich eben gegenüber „dem Personal“ durchsetzen müsse. Tja, Tante, dann hatte Dein Norwegen-Aufenthalt – Urlaub war das ja wohl nicht, wenn man mit so einer Laune zurückkommt – ja keinen Erholungswert.
Schneller als gedacht fuhren wir von der Fähre und waren, wegen der Baustelle auf der A 7, etwas langsamer Zuhause. Ein kurzer „Boxenstopp“ erfolgte bei unserem Bäcker für frische, knackige Brötchen, und dann eine Tasse Kaffee auf der Terrasse im Anblick unserer „Wiese“, die auch noch „geheut“ werden musste.

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Heu

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Heu

Anschließend wurde das Gepäck ausgeladen und ich fuhr zum Autohaus, wo die Dachbox abgegeben wurde. Das Auto blieb gleich dort, denn die „Winterpuschen“ mussten gegen die „Sommerpuschen“ ausgetauscht werden, zudem war die 40.000 km Wartung fällig. Von Norwegen aus hatten wir mit dem Autohaus vereinbart, dass alle drei Aufgaben am Tag der Rückkehr ausgeführt würden. Am nächsten Morgen stand das Auto vor der Tür – und auch gleich frisch gewaschen und gesaugt; das nenne ich Service!
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Fazit

50 Tage Norwegen. In diesen 50 Tagen sind wir insgesamt 10.264 km gefahren und haben gesehen:
5 Felszeichnungsfelder,
8 Elche,
unglaublich viele, nicht zu zählende Rentiere – man fragt die Sami nämlich auch nicht nach der Größe ihrer Herde -,
haben 11 Provinzen durchfahren,
haben 15 Fähren benutzt und auf diesen, einschließlich der Oslo-Fähre 28 Stunden und 35 Minuten verbracht,
in 28 Hotels verschiedenster Qualität übernachtet,
28 Museen und Freilichtmuseen besucht,
auf der Reise viele Wasserfälle gesehen und davon 35 identifizieren können,
sind über 43 Brücken gefahren, davon 41 in Norwegen und 2 in Dänemark,
haben 44 Mautstellen passiert,
sind 62 Kirchen angefahren und haben diese fotografiert und
letztlich auch die dunklen Seiten durch
129 Tunnel mit insgesamt 202,652 km „erfahren“.
Der längste Tunnel war der Steigentunnelen mit 8,079 km, der zweitlängste der Svartisentunnelen mit 7,624 km.
Unser längster Tunneltag war der 1. Juni von Kjerringøy nach Narvik mit 24 Tunneln mit 33,622 km, der zweitlängste am 25. Juni von Innhavet nach Bodø mit 21 Tunneln und 23,719 km.

Auch unsere Mautrechnungen haben wir zwischenzeitlich erhalten, aus Schweden mit 0,02 EUR und für Norwegen mit 47,60 EUR Und 49,90 EUR, insgesamt also 98,42 EUR, entspricht einer durchschnittlichen Mautgebühr von 2,24 EUR.
Soweit das statistische Fazit.
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Epilog

Es waren die landschaftlich so kontrastreichen Eindrücke, der stete Wechsel vom Winter zum Frühjahr und wieder zum Winter, die Weite und Stille des Landes im Kontrast mit dem, zumindest so empfundenen, Lärm der Städte, die vielen kulturellen und geschichtlichen Eindrücke, wobei besonders letztere mehr als nur einmal sehr nachdenklich gemacht hatte. Wir waren „heftig og begeistret“ von den verschiedenen Gebirgsformationen, den Fjellregionen, ob Rondane, Sør-Trøndelag, besonders das Nordland mit dem Saltfjell, den Ofoten, Vesterålen, und Lofoten, die Helgelandsküste, die Weite der Finnmark, die Grenzlandregion und der Nähe zur russischen Grenze, schließlich die Rückfahrt durch das Gudbrandsdal über das Dovrefjell und die Valdresflya.

Wir haben uns gefreut über unerwartete Begegnungen, Einladungen zur Kirchenbesichtigung, besonders zum 100-jährigen Jubiläum des Männerchors von Berlevåg, die mehr als freundlichen Aufnahmen in einigen Hotels und, und, und.
Aber wir sind ja nicht nur gefahren, wir sind ja so in Bewegung geblieben durch Spaziergänge und das viele Aussteigen aus und Einsteigen in das Auto, dass wir wohl das Sprichwort betätigen können:

"Norge er ikke skapt for å sitte på ræva.“

Wir kommen wieder!
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Re: Endelig sommer i Norge!

Beitragvon Rapakiwi » Sa, 25. Nov 2017, 16:31

Was für ein Hammerurlaub! Was für ein Hammerbericht! :super:
Das, was du zum zeitlichen Aufwand der Planung schreibst (kann man sich nur als Rentner leisten), lässt sich m.E. 1:1 auf deinen Bericht übertragen. Unfassbar, wieviel Zeit du da reingesteckst hast, um uns mit deinen unglaublich vielen Fotos, Texten und Karten an eurem gigantischen Norwegenurlaub teilhaben zu lassen.

Auch wenn man selbst viel Freude aus dem Schreiben eines solchen Berichts zieht, weil man den Urlaub noch einmal nacherleben kann (geht mir zumindest so), so ist die Veröffentlichung in einem Forum ein Aufwand, der zusätzlich hinzukommt. Toll, dass du ihn auf dich genommen hast!

Ich habe mich sehr gefreut, auf diese Weise viele mir unbekannte Ecken in Norwegen zu sehen.
Herzlichen Dank, dass du uns auf diese lange und vielfältige Reise mitgenommen hast!!!
Ha det bra
Anja
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Re: Endelig sommer i Norge!

Beitragvon Ronald » Sa, 25. Nov 2017, 17:12

Moin,
Gerne doch Anja. Man freut sich ja auch über Rückmeldungen! :D Und ganz besonders, wen es so nette sind, wie Deine. :D :D
Und da ich weiß, dass es nicht viele Leute gibt, denen es vergönnt ist, eine solch lange und weite (und auch kostspielige) Reise zu unternehmen, sollte man doch Gleichgesinnte - so ist es wohl im Forum - daran teilhaben lassen.
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Ich bin jetzt schon am Überlegen, wenn die Weihnachtspost weg ist und ich meinen Bericht zum Ausdrucken fertig habe, weitere Berichte einzustellen, so z.B- unsere Reise mit der AMADEA von Hamburg entlang der norwegischen Küste weiter nach Spitzbergen und dann - der Hammer! - Jan Mayen im strahlenden Sonnenschein über Island (kurz) nach Hamburg zurück.
Oder unsere paradiesische Reise mit der FRAM von Spitzbergen in den Nationalpark Nordost-Grönland und Island. Denn der Teil Grönlands war ja bis 1933 von Norwegen beansprucht worden. Vielleicht äußert sich ja einer der Admins zu diesem Teil, ob das angebracht ist.

Nochmals vielen herzlichen Dank.
Gruß
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Re: Endelig sommer i Norge!

Beitragvon Kumulus » Sa, 25. Nov 2017, 17:18

Tja, Ronald, was soll ich das sagen? 50 Tage sind viel zu schnell vorbei gegangen. Aber sie waren auch für mich spannend und erlebnisreich. Und ab und an auch mal zum Träumen, Schwärmen und sich-selber-wiederfinden.

Eure Rückfahrt durch das Gudbrandsdal, das Dovrefjell und vor allem die Valdresflye ist traumhaft schön. Auf dem Fv51 hat man immer das Gefühl, man würde schweben. Finde ich jedenfalls.

Und die vielen Fahrzeuge am Sjoa bei Maurvangen waren vermutlich Besseggen-Touristen, die ihr Fahrzeug auf dem kostenfreien Parkplatz ein paar hundert Meter vor dem Gjendesheim abgestellt haben, um die Gebühren zu sparen.

Danke Ronald für all deine Mühe. Du hast uns mal wieder begeistert.

Danke
Martin
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