„JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon Mainline » Fr, 05. Jan 2018, 18:08

gudrun55 hat geschrieben:Es ist schön, beim Erstellen des Berichtes die Reise nochmal nachzuerleben - ich könnte sofort wieder losfahren! Tatsächlich habe ich ja noch viel mehr Fotos und die Entscheidung, welche ich poste, fällt mir ganz schön schwer :lol:


Hallo Gudrun,
ich habe wirklich gedacht, dass Du alle deine Bilder in den Bericht gepackt hast :lol:

gudrun55 hat geschrieben:Aber es fällt mir auch auf, dass Bilder die Realität nicht wirklich wiedergeben können, in meiner Erinnerung war das alles noch viel schöner.

Aber es werden doch ein paar Bilder dabei sein, die deine schöne Erinnerung wiedergeben, oder? :)
Danke fürs mitnehmen.
Gruß,
Gerhard
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon cani#68 » Fr, 05. Jan 2018, 20:02

Moin,

schön bebilderte und interessante Fortsetzung :)

gudrun55 hat geschrieben:In der Vorbereitung hatte ich immer wieder mal gelesen, das Fjell sei eine „monotone“ Landschaft.
Na, die Autoren haben bestimmt nicht richtig hingeschaut.

Da kann ich nur zustimmen, man muss halt auch mal in die "Kleine Welt" schauen und entdeckt interessante Sachen
____________
Schöne Jrooß
Uwe

Norwegen Bilder - https://www.flickr.com/photos/uwe_cani/albums/72157647598018725
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon gudrun55 » Fr, 05. Jan 2018, 20:19

Voronwe hat geschrieben:Kommt alles auf die lange To-Do-Liste.
Und Struve und sein Meridianbogen - da geht mir als Vermesser natürlich das Herz auf

Den fand ich auch total interessant, diesbezüglich stehen jetzt auch noch Alta und Roros auf meiner To-Do-Liste! Ich hab das Gefühl, die wird immer länger statt kürzer :lol:


Ronald hat geschrieben:Als sie rauswollte, musste sie klopfen …

Ui, das ist der Vorteil, wenn die eigene Toilette dabei ist, da bemerkt man so was gar nicht :)


Mainline hat geschrieben:Hallo Gudrun,
ich habe wirklich gedacht, dass Du alle deine Bilder in den Bericht gepackt hast

Ja, ich weiß, weniger ist oftmals mehr! Fotos bewerten und löschen ist meine nächste große Aufgabe... aber im Moment kommt mir einfach die Begeisterung dazwischen und es wird nichts! :mrgreen:

Mainline hat geschrieben:Aber es werden doch ein paar Bilder dabei sein, die deine schöne Erinnerung wiedergeben, oder?

Na klar, alle! :D


Danke für eure Rückmeldungen! gudrun55
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon syltetoy » Sa, 06. Jan 2018, 22:09

Sehr sehr schöne Urlaubserinnerungen die du uns zeigst...vielen Dank dafür.

Røros ist ein Muss und kann ich nur empfehlen .....ein wirklich toller Ort mit viel Kultur, traumhaften Ecken und vielen Künstlern.
syltetoy
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon gudrun55 » So, 07. Jan 2018, 13:56

syltetoy hat geschrieben:...vielen Dank dafür.

Sehr gerne! :D

syltetoy hat geschrieben:Røros ist ein Muss und kann ich nur empfehlen .....ein wirklich toller Ort mit viel Kultur, traumhaften Ecken und vielen Künstlern.

ja, ist für dieses Jahr fest eingeplant!

Nun geht es erst mal mit 2017 weiter:

Der Aufenthalt auf Nordkyn hat uns landschaftlich total begeistert, ich möchte nun noch nachtragen, dass dort auch Internet – Geschichte geschrieben wurde:

Das Logo der Webseite "Visitnordkyn" ist eine sechseckige Grafik, die an einen Kristall erinnert. Es ist mit einer Wetterstation verbunden, je nach Temperatur ändert es seine Farbe, je nach Windrichtung dreht sich seine Spitze und je nach Windgeschwindigkeit spitzt es sich zu oder verflacht. https://visitnordkyn.com


Mittwoch, 2. August, 5759 km, 14°, Abfahrt 9.15

193 km bis Berlevag https://goo.gl/maps/ZWR38HZk6WB2

Da es gestern Abend doch schon recht spät geworden war, haben wir auf einem Parkplatz an der 98 gestoppt und dort gut geschlafen. Sich draußen aufzuhalten war aber nicht gut möglich, es wimmelte von Mücken, typisch – es war windstill, relativ warm und feucht :roll:

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Das nächste Ziel ist die Varanger Halbinsel und dorthin geht es heute Morgen relativ früh weiter.

Natürlich nicht ohne einen Fotostop an der Tana Kirche in Rustefjelbma. Das Dach der 1964 gebauten, schönen Holzkirche wurde mit Quarzschiefer aus Alta gedeckt. Der neben der Kirche freistehende Kirchturm ist 26 Meter hoch.

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Neben der Kirche das am 24. Oktober 2014 enthüllte Kriegsdenkmal "Muitu", was übersetzt "Erinnerung" heißt und von einer samischen Künstlerin gestaltet wurde.

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Jede der sechs Tafeln gibt den Text in einer anderen Sprache wieder.

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Dann erreichen wir Tana Bru, den Verkehrsknotenpunkt in der Ost-Finnmark. Hier ist die einzige Möglichkeit, den Fluss Tana oder Deatnu, wie er auf samisch heißt, zu überqueren und deswegen laufen hier die Straßen aus allen Richtungen zusammen.

Die alte Brücke wurde beim Rückzug der deutschen Wehrmacht gesprengt, die heutige wurde 1948 gebaut und hat eine Hauptspannweite von 195 Metern. Die nächste Möglichkeit, den Fluss zu überqueren, gibt es 170 km weiter südlich in Karigasniemi / Finnland.

Man soll aber nicht meinen, das wäre ein großer Ort – nein, wir sehen einen Campingplatz, ein Hotel, ansonsten hauptsächlich Geschäfte und tatsächlich sogar 2 Tankstellen!

Wir tanken, bunkern Vorräte und ich schaue mich im Silbershop um, denn ich brauche ein paar Geburtstagsgeschenke. Im Jahre 1977 wurde in einem alten, restaurierten Blockhaus die erste Silberschmiede der Ost-Finnmark eröffnet. Hier werden samische Schmuckstücke aus Gold, Silber und Bronze hergestellt.

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Doch ein Gebäude sticht heraus und erinnert mich einerseits an ein Gapahuk, aber andereseits an das Sami – Parlament in Karasjok.

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Es ist das für die Gemeinden Nesseby, Tana, Karasjok, Porsanger und Kautokeino zuständige Amtsgericht und das erste, wo Gerichtsverfahren in samischer Sprache abgehalten werden können.

Wir überqueren die Brücke,

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und biegen links ab auf den Rv 890, der zum westlichen Teil der Varangerhalbinsel mit den Orten Berlevåg und Batsfjord führt. Diese Straßenverbindung wurde im Jahre 1959 fertiggestellt. Doch erst seit 1980 war die Strecke auch im Winter befahrbar - mittels Kolonnefahren hinter Räumfahrzeugen her.

Zunächst haben wir links das riesige Delta des Tanaflusses neben uns, dann fahren wir über das 326 m hohe Kongsfjordfjellet. Es ist wieder eine baumlose, grüne weite Ebene mit beeindruckenden Felsformationen. Doch das windstille, trübe Wetter, die Mücken und die den Laufdrang behindernden Rentierweidezäune verleiten uns, relativ zügig Richtung Kongsfjord zu fahren.

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Der nächste Winter kommt bestimmt!

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Wie so oft in Norwegen, kurze Zeit später und einige Kilometer weiter sieht es ganz anders aus. Wir bleiben auf der 890 Richtung Berlevag und kommen runter an die Küste, bald ist der Himmel strahlend blau und Mücken- was sind Mücken?

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Zunächst fahren wir durch Kongsfjord, unter anderem vorbei am schönen alten Gulbrandsenhuset .

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Die letzten Kilometer vor Berlevag an der Küste entlang sind ein Erlebnis für sich. Die wilde und bizarre Landschaft ist geprägt von Felsen und Klippen, schräg verlaufenden, "gefalteten" Gesteinsschichten und wunderbaren Stränden.

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Wir passieren Løkvika, hier steht eine restaurierte FischerHütte, welche beim Untergrundkampf eine wichtige Rolle spielte. Sie gehört zu den 103 Kulturdenkmälern, von denen je eines von jeder Kommune Nordnorwegens unter dem Motto „Fotefar mot nord“ ( Fußspuren gen Norden ) zugänglich gemacht wurde.

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Dann die Sandfjord-Bucht, welche im Nordwesten von einem hohen Bergrücken mit markanten, fächerförmigen Steinschlaghalden überragt wird, dem des 288 m hohen Sandfjordfjellet.

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Aufgrund der besonderen Küstenvegetation ist die Bucht als Landschaftschutzgebiet ausgewiesen, was bedeutet motorisierter Verkehr und Camping sind verboten.

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Nachdem wir dann Kjølnes Fyr passiert haben, den nördlichsten Leuchtturm der Welt mit Übernachtungsmöglichkeit , erreichen wir Berlevåg.

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Berlevåg ist einer der ältesten und größten Fischerorte in der Finnmark, der Name hat zwei Ursprünge: er stammt von Perlevåg, aufgrund der Perlmuscheln, die man früher im Storelva gefunden hat und auch von dem samischen Wort Bæral-Vákki, ein Begriff für die riesigen Wellen, die die Seestürme an Land spülen.

Wir finden noch ein Plätzchen auf dem recht vollen Campingplatz und richten uns ein.

Danach erst mal den Ort erkunden. Er ist bunt, vielfältig und erfüllt von unglaublichem Möwengeschrei.

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1877 errichtete man in Berlevåg erstmals eine kleine Kapelle und 1939 begann man mit dem Bau der ersten Kirche. Sie wurde am 7.April 1940 eingeweiht, 2 Tage vor dem Überfall der Deutschen Truppen auf Norwegen. Beim Abzug der Besatzer wurde mit dem Ort auch die Kirche zerstört und 1960 auf dem Hochplateau Granbakken in der Nähe des Friedhofs über dem Ort wieder aufgebaut. Im sehr aktiven Kulturleben von Berlevåg spielt die Kirche eine nicht unerhebliche Rolle. Sie wird häufig für Konzerte genutzt. Der berühmte „Männerchor von Berlevåg“ hat ihr sogar ein besonderes Lied gewidmet : „Kom til den hvitmalt kirke “.

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In einem der vielen Fischgeschäfte kaufe ich frischen Fisch, der köstlich zum Abendessen schmeckt.

Dann begeben wir uns auf die Svartoksmole, denn jeden Abend laufen zwei Hurtigruten-Schiffe gleich nacheinander den Hafen auf Nord- resp. Süd-Kurs an. Erst kommt das eine Schiff, legt an, fährt ein Stück rückwärts, wendet und verlässt die enge Hafeneinfahrt. Draußen wartet das zweite Schiff, wenn sie einander passieren, gibt es ein lautes Begrüßungskonzert der Typhone. Anschließend vollführt es das gleiche Manöver wie sein Schwesternschiff, und dieses Spektakel wollen wir uns ansehen.

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Dass wir uns das überhaupt ansehen können, hat eine besondere Geschichte:

Die Fischbänke vor Berlevåg garantierten einen reichen Fang. Ein Problem stellte es aber dar, dass der Hafen ohne natürlichen Schutz zum offenen Meer lag. Zwei mal wurde ein großer Teil der Fangflotte zerstört. 1875 begann man die ersten Molen zu bauen. 1882 zerstörten riesige Wellen in einer heftigen Sturmnacht erneut fast die ganze Nordlandflotte, für die Fischer eine Katastrophe. 1913 begann man größere Molen zu bauen. Es wurde sogar eine kleine Bahnstrecke angelegt, um Material an den Hafen zu bringen. Doch auch diese Schutzdämme fielen 1932 und 1959 der sturmgepeitschten Barentssee zum Opfer. Beim Sturm 1959 wurde die Hälfte der sogenannten Svartoksmole zerstört.

Erst die im Jahre 1964 neu aufgebaute Svartoksmole und die 1973 erbaute Revnesmole erfüllten den Anspruch, allen Stürmen zu widerstehen. Dies ist einem französischen Patent zu verdanken. Man goss Hunderte über 6,3 m hohe, vierarmige Betonkolosse, sogenannte Tetrapoden, die ein Gewicht von 15 t hatten und schützte damit die Außenflanken der langen Betonmole. Für den Schutz der Molenköpfe, die ja besonders dem Angriff der Wellen ausgesetzt sind, verwendete man Tetrapoden von 10 Metern Höhe und einem Gewicht von 25 t. Sie alle wurden so miteinander verbunden, dass Wasser zwar hindurchfließen kann, aber auch registrierte 9,8 m hohe Wellen den Molen bisher nichts anhaben konnten.

Endlich war der Hafen geschützt. Die Tetrapoden sind zum Wahrzeichen von Berlevåg geworden und stehen für Stärke, Standhaftigkeit und Zusammenhalt.

Danach konnten auch die Schiffe der Hurtigrute im Hafen anlegen. Vorher mussten Passagiere und Fracht mit Booten transpotiert werden, wenn der Seegang es zuließ

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Heute ist es die nordgehende „Vesteralen“ die draußen wartet, während die südgehende „Polarlys“ in den Hafen einfährt.

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Sie wird be- und entladen, dreht sich einmal um sich selber und verläßt den Hafen wieder.

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Währenddessen hat sich die Vesterålen wieder in Bewegung gesetzt und das Konzert bei der Begrüßung hat irgendwie Gänsehautfeeling.

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Dann fährt auch sie in den Hafen, vollführt das gleiche Manöver und fährt wieder hinaus.

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Wir sind gegen halb zwölf zurück am Campingplatz, zufrieden und erfüllt von vielfältigen Eindrücken, es ist eine wirklich fantastische Reise -

- und noch nicht zu Ende - Fortsetzung folgt!


Einen schönen Sonntag allerseits und liebe Grüße! gudrun55
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon Ronald » So, 07. Jan 2018, 14:40

Moin,

"es ist eine wirklich fantastische Reise "

Liebe Gudrun55 - so haben wir es auch empfunden, dem ist nichts hinzuzufügen.

Vielen Dank
Noch einen schönen Sonntag.
Gruß
Ronald
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Und wenn Du denkst, Du hast die Welt bereist - da ist immer noch Nord-Ost Grönland!
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon Kumulus » So, 07. Jan 2018, 15:07

Danke für die guten Wünsche zum Sonntag, Gudrun

Ich habe mir neben deiner letzten Etappe auch noch einmal die vier vorangegangenen durchgelesen und die schönen Aufnahmen angesehen. Da kommt echt Fernweh auf. Ich hätte nicht gedacht, dass diese nördliche Region so interessant und attraktiv ist.

Danke für deine ganze Mühe und

Gruß aus Norddeutschland
Martin
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon Ronald » So, 07. Jan 2018, 15:44

Moin,

@Martin,
was meinst Du denn, warum es uns dort 2 x hingezogen hatte? :D

Wer nicht in der Finnmark war, hat m.E. Norwegen nicht in seiner ganzen Schönheit, Vielfalt, Einzigartigkeit etc. gesehen.
Gruß
Ronald
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon KaZi » So, 07. Jan 2018, 15:51

Vielen Dank für den kurzweiligen Bericht und die super Fotos. Die Brücke ist schon stark. :D
Gruß Karsten


http://www.kazis-seite.de
"Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg in einer Kupferrüstung zu stehen und »SCHEISS GÖTTER!« zu rufen." (Terry Pratchett)
KaZi
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon syltetoy » So, 07. Jan 2018, 17:45

Schöne Fotos und wieder so nett geschrieben ...ich bin froh das deine Reise noch nicht zu Ende ist
syltetoy
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon Burkhardt » So, 07. Jan 2018, 18:33

Danke für die mühevolle Arbeit, die in deinem tollen Reisebericht eurer Skandinavientour 2017 steckt, Gudrun55.
Alle Eindrücke, die man selbst schon auf seinen Nordlandreisen erlebt hat, kommen beim Lesen deiner Zeilen wieder hoch.
Die Bilder sprechen für sich. Wir sind von den sich wechselnden Lichtstimmungen auch immer sehr beeindruckt.
Ich bin auf die Fortsetzung schon sehr gespannt. Hamningberg war bisher unser Highlight, allein die herrliche Fahrt am Eismeer entlang ist ein Traum. Wir konnten dort sogar Wale vom Womo aus beobachten.
Grüße aus Schl.-H.
Burkhardt
 
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon Wollina » So, 07. Jan 2018, 20:17

Ein wundervoller Bericht, beeindruckende Fotos, Erinnerungen werden wach. Herzlichen Dank und ich freue mich auf die Fortsetzung.

Wollina
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon gudrun55 » Mo, 08. Jan 2018, 13:49

Hallo zusammen und ganz herzlichen Dank für die netten Worte!

Nun geht es weiter:

Donnerstag, 3. August

Tanahorn Wanderung https://goo.gl/maps/Re5Ciy9XVA32

Im Reiseführer steht: „Das ganze Areal der Gemeinde Berlevåg bietet sich als gutes und übersichtliches Wandergebiet an. Es gibt viele Möglichkeiten für spannende Strand-, Tal- und Fjell-Touren, welche sich als leichte und erlebnissreiche Tagestouren eignen für Gross und Klein. Dazu finden sich markierte Wanderpfade zum Tanahorn und nach Kvitnes“

Wir nehmen uns für heute das Tanahorn vor, ein 270 m hoher Gipfel, der als ehemalige samische Opferstätte gilt. Ca. 9 km außerhalb von Berlevag befindet sich eine kleine Parkbucht, hier startet die 4 km lange Tour.

Zunächst sind wir mal froh dass es einen Campingplatz gibt, an dem der Wohnwagen abgestellt werden kann – diese „Straße“ hätten wir als Gespann nicht bewältig!

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Es ist eine wirklich schöne und einfache Wanderung. Es geht kontinuierlich, aber nicht steil bergan, zunächst durch üppige Vegetation an einem von Sträuchern bewachsenen Bachbett entlang, dann über feuchte grüne Wiesen und zum Schluss über karges Geröll.

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Aber wer mit mir geht braucht Geduld… ich muss ja üben... :wink:

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Irgendwann sind wir so weit oben, dass wir über die Abruchkante der Steilküste hinaus sehen können, wow! Die Blicke in die Ferne sind unbeschreiblich und auf den Fotos kaum wiederzugeben.

Über den Tanafjord zur Nordkinnhalvoya,

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das müsste der Blick rein in den Tysfjorden sein,

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und zur anderen Seite auf die endlose Weite der Barentssee. Du weißt wirklich nicht mehr, wo das Meer aufhört und der Horizont anfängt…

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Der eigentliche Gipfel des Tanahorn ist eine relativ kleine Fläche, die nach 3 Seiten durch steil abfallende Hänge begrenzt wird. Da habe ich richtig Angst, ich kann nicht aufrecht stehen, bewege mich auf den Knien rutschend vorwärts und bin nach ein paar Fotos in die Tiefe schnell wieder weg.

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Doch auf dem ein Stück darunterliegenden Plateau ist alles gut. Clevererweise ist auch dort der Kasten mit dem Gipfelbuch, in dem jetzt unsere Namen stehen.

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Na, wer bestaunt hier wen?

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Eine sehr schöne Wanderung mit unbeschreiblichen Ausblicken, herrlich. Obwohl es ja nicht so viele Kilometer waren, haben wir daraus eine Tageswanderung gemacht, sind am späten Nachmittag erst zurück und es gibt wieder köstlichen frischen Fisch – ein toller Tag - der dann leider traurig zu Ende geht.

Auf einmal klingelt mein Handy. Als ich auf dem Display sehe ich wer es ist, bekomme ich eine Gänsehaut; es ist Wolff – und er spricht die Worte, die ich gehofft habe, nicht auf dieser Reise hören zu müssen: „Hallo Gudrun, ich muss dir sagen, dass Helga heute Nachmittag ruhig eingeschlafen ist“

Wir kennen die beiden, seit wir vor 40 Jahren als junge Familien im gleichen Haus gewohnt haben, und auch als wir später 50 km voneinander entfernt wohnten, blieb die Verbindung erhalten. Vor 3 Jahren erkrankte sie an Krebs und dass sie den Kampf verlieren würde, wussten wir. Sie ist eine Woche vor unserer Abreise ins Hospiz gezogen, wir hatten sie dort noch besucht und uns auch voneinander verabschiedet. Aber...

Ich gehe in den Ort und kaufe eine sehr schöne stimmungsvolle Karte mit einem Sonnenuntergang, die will ich der Familie senden – doch schaffe es auch nach ein paar Tagen noch nicht, sie abzuschicken. Ich rufe lieber an und wir verabreden ein Treffen an ihrem Grab, sobald wir wieder zu Hause sind.

Johannes und ich reden an dem Abend noch sehr lange über die gemeinsam verbrachte Zeit, unsere vielen Spieleabende bzw. - Nächte, erinnern uns daran, wie oft wir heftig diskutiert und uns übereinander geärgert haben – aber noch mehr, wieviel wir zusammen gelacht haben.

Ha det godt! Mach et jut! :winkewinke:

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Freitag, 4. August

Der nächste Tag wird dann auch wirklich Wasch- und Ruhetag, das muss jetzt mal sein.

Am Morgen geht es zunächst zur Revsnesmole.

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Dann verbringe ich einige Zeit im Arctic Glasstudio, und auch am Campingplatz gibt es einiges zu entdecken.

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Am Abend führt der Weg mit wunderbarsten Lichtstimmungen den Strand entlang Richtung Kjølnes Fyr und wieder zurück, die Schiffsbegegnung genießen.

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Ich spiele mit der Kamera und probiere verschiedene Effekte aus.

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Die „Richard With“ läuft zuerst ein, da ist die Sonne leider schon hinter den Wolken verschwunden, aber der Himmel explodiert noch immer in Farben.

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Zwischendurch ein Abstecher zu den Pomorgräbern nahe der Mole.

Wie viele Orte der Finnmark profitierte nämlich auch Berlevåg bis zur russischen Revolution im Jahre 1916 vom Pomorhandel, dem Tauschhandel mit der russischen Bevölkerung am Weißen Meer. Aus den letzten Jahren dieser Handelsbeziehungen findet sich hier eine Grabstätte zweier russischer Fischer.

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Als zweites wird die „Nordnorge“ ent- und beladen und als sie den Hafen verläßt sieht man die „Richard With“ nur noch als kleinen Schatten am Horizont. Dann erst mal gute Nacht...

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... bevor es auf die nationale Touristenstraße Varanger und nach Hamningberg geht!

bis denn, liebe Grüße! gudrun55
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon Kumulus » Mo, 08. Jan 2018, 13:57

Phantastische Aufnahmen, Gudrun. Ich komme mehr und mehr ins Träumen und bei fast geneigt, meine diesjährige Planung zu überdenken.

Super
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Re: „JoGu on Tour“ - Skandinavien 2017

Beitragvon inesmstaedt » Mo, 08. Jan 2018, 14:49

Hallo Gudrun,

vielen lieben Dank, dass Du uns teilhaben lässt an dieser wunderbaren Reise! Die Fotos sind echt toll. Und sehr amüsant sind diejenigen, auf denen Du Euren Bello sozusagen „im Flug“ bzw. Hops erwischt hast! :lol:

Der Bau der Halogalandsbrua hat Fortschritte gemacht

Oh ja, eindeutig, wir haben die Baustelle fast ein Jahr davor gesehen, seitdem hat sich ja einiges getan.

„Strikkhoppe“

:lol: Hurra, da ist es wieder, mein neues norwegisches Lieblingswort, mit dem mich schon Ronald begeistert hat!

Dazu sitzen wir schon wieder draußen und grillen frischen Lachs, zu schade, dass es keine Bilder mit Duft gibt!

Mir tropft schon wieder der Zahn, freue mich schon auf den Sommer und hoffe auf Angelerfolge… :wink:

Genauso freue ich mich auf die Fortsetzung Deines herrlichen Berichtes.
LG Ines
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