Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon buecherwurm » So, 09. Sep 2018, 21:38

Durch Schweden nach Nord-Norwegen 30.05. - 18.06.2018


Bereits im Herbst 2017 hatten wir unser WoMo gemietet, die Fähre (Kiel - Göteborg) im Februar gebucht, es waren volle 20 Tage!!!
Endlich Mitternachtssonne auf Senja und Lyngenalpen und und...

Der Reihe nach:
Tag für Tag wird es heißer; unser Urlaubstermin rückt näher und zaubert mir ein Dauergrinsen ins Gesicht. Endlich ins Kühle!!
Mein Mann ist in Albanien mit Kumpels unterwegs und selbst er als Hitzefanatiker stöhnt über die Hitze dort. Nur - zu Hause ist es nicht besser …
Wir dürfen unser MietWOMO sogar etwas eher abholen, nun steht es auf dem heimatlichen Hof im Schatten der Einfahrt und alle Fenster sind zum Lüften offen….
Am Nachmittag schaffen wir einen Teil, doch ganz fertig werden wir erfahrungsgemäß nie ;)

30.05.2018
So hüpfen wir am zeitigen Morgen im Schlafanzug über den Hof und packen unser Bettzeug und Lebensmittel um. Dazu das Fotozeugs, ich packe heimlich Mütze und Handschuhe und Daunenschlafsäcke in die Heckgarage… ;)
Bild

Erst gegen 10 Uhr ist alles verstaut und wir sind halbwegs zufrieden - aber irgendetwas fehlt ja immer.
Kurz vor 12 rollen wir aus der Ausfahrt in Richtung A2. Wir nehmen heute keine Umleitung, sondern bleiben auf der empfohlenen Route – also Autobahn. Es klappt. Zwar mit etwas Verspätung, aber immer noch rechtzeitig reihen wir uns in die Warteschlange am Schwedenkai ein.
Beziehen unsere Kabine auf Deck 9 mit Blick auf den Norwegen-Kai.
Essen einen Happen Kartoffelsalat und dann zieht es uns aufs Deck. Recht windig hier oben. Nach einer Weile ziehe ich mir die Jacke über.
BildBEY_0027 by Astrid Beyer, auf Flickr
BildBEY_0034 by Astrid Beyer, auf Flickr
BildBEY_0053 by Astrid Beyer, auf Flickr

Und irgendwann wird es auf Dauer zu kalt und wir verziehen uns nach unten.
Abendbrot dieses Mal in der Kabine mit Kartoffelsalat und Bouletten. Lecker.
Gin Tonic aus dem Duty free shop.
Zum Sonnenuntergang wieder an Deck. Inzwischen eine Jacke mehr…
BildBEY_0253 by Astrid Beyer, auf Flickr
BildBEY_0345 by Astrid Beyer, auf Flickr
BildBEY_0366 by Astrid Beyer, auf Flickr
Und Durchfahrt unter der Storebeltbrøn...
BildBEY_0527 by Astrid Beyer, auf Flickr

Den Rest der Nacht endlich Schlafen… :wink:

Grüße Astrid
Fortsetzung folgt...
buecherwurm
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon Kumulus » So, 09. Sep 2018, 21:58

"Flucht" nach Norwegen - das klingt interessant. Ich bleib am Ball !!!

Danke für den Auftakt
Bild
Kumulus
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon Ronald » Mo, 10. Sep 2018, 10:38

Moin,
hoffentlich konnten Ihr dicke Daunenjacke, Handschuhe und Mütze gebrauchen! :lol:
Ich spreche aus Erfahrung, siehe mein Bericht "Von Halstenbek nach Hamningberg".
Bin gespannt auf die Fortsetzung.
Gruß
Ronald
-----------
Man kann sich jeden Tag ärgern, aber man ist nicht verpflichtet dazu!
Ronald
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon buecherwurm » Mo, 10. Sep 2018, 20:46

Danke Euch :)
@Ronald: Die Daunenjacken hatte ich ja dummerweise nicht eingepackt, bei 29° im Schatten fand ich es etwas übertrieben... :|

Donnerstag, 31.05.2018
Nach Uppsala ... ähm - Falun


Strahlende Sonne und Wind auch am nächsten Morgen.
Nach dem Frühstück in der Gaststätte sind wir wieder an Deck. Wie jedesmal fotografieren wir die grüne Brücke beim Einlaufen in Göteborg. Entdecken ein Riesenschiff in merkwürdiger Form, die "Lydden"- Google sagt später, ein Autotransporter. Aha. (Als wir in Hamburg zwei Monate später den "Höegh Trotter" vom Elbufer aus sehen, werden uns die riesigen Ausmaße so richtig bewusst.)

BildBEY_0597 by Astrid Beyer, auf Flickr
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BildBEY_0684 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_0731 by Astrid Beyer, auf Flickr

Erst nach der Durchsage begeben wir uns hinunter aufs Autodeck und rollen, immer wieder stockend, von der Fähre. Berufsverkehr und Baustellen - es dauert, bis wir das Hafengelände verlassen können. Am ersten Rastplatz drehen wir die Gasflaschen wieder auf.
BildAMB_0289 by Astrid Beyer, auf Flickr

Schlagen die Richtung nach Uppsala ein - immer auf der E20. Unser Ziel ist eigentlich der botanische Garten (sahen wir in einer Fernsehsendung). Und von dort soll es weiter gehen zur Höga kusten - der hohen Küste. Nur wird es erstens wieder mal später als geplant, zweitens wärmer als gedacht und drittens sind wir irgendwann sehr genervt vom Verkehr. Es ist Donnerstag. Morgen Freitag - es wird also noch voller werden ...
Nach kurzer Überlegung wechseln wir die Fahrtrichtung - Falun ist jetzt unser Ziel. Den Campingplatz kennen wir bereits aus dem Jahr 2010, und die Straßen dorthin sind wesentlich ruhiger.
Was uns unterwegs auffällt, ist die Blütenpracht des Flieders. Bei uns ist er schon verblüht. Und Lupinen überall.
Unterwegs (Grenze zwischen Örebro län und Dalarnas län auf der 50) entdecken wir ein riesiges Wasserrad an der Straße. Wir halten auf einem rechts abgehenden Sträßchen und laufen hinüber zur Lombergshjulet. https://sv.wikipedia.org/wiki/Lombergshjulet
Lupinen auch hier überall am Straßenrand.
BildBEY_0767 by Astrid Beyer, auf Flickr
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Extra für uns auch ein Zug auf der Dalsporten (Ampelregelung für Autos!) :D
BildBEY_0811 by Astrid Beyer, auf Flickr
BildAMB_0317 by Astrid Beyer, auf Flickr
Kurz nach 20:00 Uhr erreichen wir Falun und das Gelände am Skistadion. Schon bei der Einfahrt in die Ortschaft stellen wir fest, dass wir mit Sicherheit auch in diesem Jahr nicht die Kupfergrube besuchen werden... Kulturbanausen!

BildAMB_0336 by Astrid Beyer, auf Flickr

Die Rezeption wird gerade abgeschlossen. Als wir anrollen, halten sie kurz inne und wir werden wir gefragt, ob wir reserviert haben. Haben wir nicht. Also wieder rumgeschlossen. Ratlose Gesichter bei uns. Nun zeigen uns die Mädels den Automaten neben dem Eingang – Zahlung per EC-card, ein Schließfach steht auf der Quittung und der zugehörige Code und im Schließfach gibt’s den Schlüssel mitsamt Chip für die Waschräume. Cool.
Problem dabei: man soll sich aus den freien Plätzen eine Stellplatznummer auswählen. Also brechen wir den Vorgang ab und schlendern erst mal kurz über den Platz. Schauen, wo die freien Plätze sind. Merken uns ein zwei Nummern, dann folgt erneut die Buchung, jetzt aber komplett.
Nun dürfen wir per Chip durch den Schlagbaum, Kabel an Strom angeschlossen, kurzes Abendbrot.
Nach Sonnenuntergang wandern wir noch zu den Sprungschanzen hinauf. Das Gelände sieht aus wie eine riesige Baustelle. Es wird nicht wirklich dunkel... Leider entdecken wir weder Polarlicht noch NLC – für beides wohl zu hell.
Die Schanzen sind aus massivem Schwedenstahl, die Schweden sind unheimlich stolz darauf, doch seit 2015 ist es wohl etwas stiller geworden um das Gelände...

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Auf dem Rückweg merken wir, dass die Beleuchtung der gesamten Anlage nichts mit der tiefstehenden Sonne oder Abendrot zu tun hatte - überall brennt Licht. Die spinnen, die Schweden!
Am Stadion entdecken wir auf dem Heimweg noch Tafeln mit den Namen aller Medaillengewinner der hier stattgefundenen Meisterschaften.

BildBEY_0961 by Astrid Beyer, auf Flickr
BildBEY_0960 by Astrid Beyer, auf Flickr

Gegen Mitternacht sind wir wieder am WoMo. Und es ist immer noch nicht wirklich dunkel. ;)

Grüße Astrid

Fortsetzung folgt.
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon buecherwurm » Mo, 10. Sep 2018, 21:45

Freitag, 01.06.2018
Falun - Norrfällsviken


Unsere Wetter-App sagt für unterwegs Regenschauer an. Wir brechen noch bei Sonne auf, erreichen über Gävle die E4 und fahren relativ entspannt zur Höga Kusten. Nur etwas enttäuscht bin ich, weil auf der gesamten Strecke die Ostsee eigentlich kaum in Sichtweite ist…
Grandiose Wolken unterwegs, imposante Wetterwechsel. Auf der Nebenstrecke zu unserem Ziel werden wir immer wieder mit der Nase auf die Landhebung gestoßen. So richtig vorstellen können wir uns das allerdings nicht wirklich. Die Hohe Küste ist wohl das Gebiet Skandinaviens mit der höchsten Landhebung seit der letzten Eiszeit: 286m!

BildBEY_0986 by Astrid Beyer, auf Flickr

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Straßenrand mit Schattenblume:
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Siebenstern und arktische Brombeere am Straßenrand:
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Rastplatz am See:
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BildAMB_0393 by Astrid Beyer, auf Flickr

Höga Kusten:
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und immer wieder Lupinen:
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In der Nähe von Norrfällsviken suchen wir das Naturreservat, finden den Parkplatz im Wald und obwohl es recht warm ist, ziehen wir uns zusätzlich Jacken über - doch das und das Mückenspray schützen uns nicht vor der gewaltigen Mückeninvasion...
BildBEY_1147 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1149 by Astrid Beyer, auf Flickr

Die Norne blüht gleichzeitig mit der Heidelbeere, heißt es - wir sind optimistisch :)
BildBEY_1150 by Astrid Beyer, auf Flickr

Urwald:
BildBEY_1160 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1164 by Astrid Beyer, auf Flickr

Der Weg ist jetzt durch Seile begrenzt, damit keine Pflanzen zertrampelt werden:
BildBEY_1171 by Astrid Beyer, auf Flickr



Wenigstens entdecken wir tatsächlich zahlreiche Exemplare der Norne (Calypso bulbosa) – der Grund unserer Reise hierher. Einige Exemplare stehen tatsächlich an sonnigen Flecken. Wunderschön fotogen – wenn nur die Mücken nicht wären…
BildNorne (Calypso bulbosa) by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1183 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildNorne by Astrid Beyer, auf Flickr

BildNorne by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1372 by Astrid Beyer, auf Flickr

Nach knapp zwei Stunden auf den Knien, mit Makro und Tele, wandern wir außenrum zum WoMo zurück.
Fahren zum Ende der Straße auf den weitläufigen Campingplatz und lassen den Abend gemütlich ausklingen…

BildAMB_0567-2 by Astrid Beyer, auf Flickr

Bild2018-06-01 22.15.09-2 by Astrid Beyer, auf Flickr

Grüße Astrid

Fortsetzung folgt.
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon Rapakiwi » Mo, 10. Sep 2018, 21:54

Sehr schöne Bilder und ein interessanter Bericht, toll!
Vielen Dank, dass du uns mitnimmst. Ich genieße die mückenfreie Reise... :wink:
Ha det bra
Anja
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon gudrun55 » Di, 11. Sep 2018, 6:52

Schön!!!!

Da kommt sofort wieder das Fernweh, obwohl wir gerade mal knapp zwei Wochen wieder zu Hause sind... 8)

Ich warte gespannt, wie es weitergeht, vielen Dank, dass wir dabei sein dürfen!

LG gudrun55
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon Julindi » Di, 11. Sep 2018, 7:50

Hach wie schön... so schöne Fotos und sehr kurzweilig geschrieben!! Ich freue mich auf die Weiterführung und noch mehr tolle Fotos :D
Reiseberichte mit Fotos auf http://www.ju-cara.jimdo.com
Julindi
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon Kumulus » Di, 11. Sep 2018, 9:39

Sehr schön geschrieben und mit phantastischen Bildern "unterlegt". Gerade die Makro und Tele der Botanik finde ich sehr gelungen. Sie bereichern den Reisebericht, der sofort wieder Fernweh bei mir erzeugt.

Danke
Martin
Bild
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon syltetoy » Di, 11. Sep 2018, 11:24

Wunderschön geschrieben und ganz tolle Fotos, ich freue mich auf die Fortsetzung.
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon buecherwurm » Di, 11. Sep 2018, 19:36

Vielen Dank für die netten Worte!!
Da macht es doch gleich noch mehr Spaß beim Schreiben :wink:
Ich finde es auch schön, mich so noch einmal mit unserem Urlaub beschäftigen zu dürfen, nur leider fehlt etwas die Zeit...

Und jetzt muss ich erst die nächsten Tage aufbereiten, habt bitte noch ein wenig Geduld.

LG Astrid
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon buecherwurm » Mi, 12. Sep 2018, 17:56

Samstag, 02.06.2018
Über Skuleskogen/Slättdalsberget nach Ratan

Am nächsten Morgen erwartet uns eine unangenehme Überraschung: wir haben die Campingmöbel gleich draußen stehen lassen.
Und alles ist jetzt mit einer dicken gelben Schicht Kiefernpollen überzogen – ja klar, zu Hause hatten wir das ja bereits überstanden, doch hier war die Blüte noch in vollem Gange…

Wir lassen uns Zeit und verlassen erst gegen 10Uhr den sonnigen Platz. Auf einer Nebenstrecke der Nebenstrecke (holprige schmale Wege – aber korrekt beschildert) kommen wir letztendlich bei Ullånger doch zur E10. Fahren diese ein Stück (ca. 15km) bis der Wegweiser zum Skuleskogen Nationalpark auftaucht.
Auf einer endlos scheinenden Nebenstraße kurven wir zum südlichen „Entree“ des Nationalparks.
Ein ziemlich voller sonniger Parkplatz, teilweise noch im Bau, puh ist das schon wieder warm.
Packen unseren Rucksack, Fotozeugs, Sonnencreme auf Arme und Gesicht; ich glaube, den Mücken war es dort bereits zu warm…
Erst gegen halb zwölf brechen wir auf. Gut ausgeschilderte Bohlenwege durch den urigen Wald, anfangs am Berghang, nach einer Gabelung moderat bergauf. Mehrere Leute kommen uns im Laufschritt entgegen – in professioneller Laufkleidung und Trinkflaschen als einziger Ausrüstung :shock: – wir machen bereitwillig Platz auf dem „Laufsteg“. Kopfschüttelnd. :wink: Und keuchen weiter bergauf, schließlich auch über Steine, Wurzeln und immer wieder Bohlen. :lol:

BildBEY_1389 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1396 by Astrid Beyer, auf Flickr

Erste Geröllfelder kommen in Sicht, die finden wir noch nicht wirklich beeindruckend.
BildBEY_1432 by Astrid Beyer, auf Flickr

Das nächste ist schon größer. Vom Wasser rundgeschliffene Steine, vor langer Zeit - inzwischen ca. 150m über dem Meeresspiegel. Wow. Ein Schild klärt die Wanderer auf.
BildBEY_1441 by Astrid Beyer, auf Flickr

Auf einer Lichtung zweigt ein Pfad zum Gipfel ab.
Kurzentschlossen steigen wir zum Slättdalsberget hinauf, statt nur zur Schlucht zu laufen. Eine kluge Entscheidung! Erfrischender Wind auf den Felsen, es gibt wahnsinnig schöne Ausblicke, die rötlichen Felsen und die Bäume darauf sind einzigartig, dazwischen Wassertümpel mit Wollgras - aber alles ziemlich trocken. Wir kommen nur langsam voran - es gibt sooviel zu sehen...

BildBEY_1501 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1503 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1525 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1530 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1531 by Astrid Beyer, auf Flickr

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BildBEY_1625 by Astrid Beyer, auf Flickr

Auch ganz ausgetrocknete Tümpel finden wir, nur das Wollgras verrät, dass es eigentlich eine feuchte Stelle sein müsste...
BildBEY_1653 by Astrid Beyer, auf Flickr

Wir müssen etwas suchen, da wir den Einstieg zur Schlucht verpasst haben - die Aussicht hat uns abgelenkt ;)
BildBEY_1661 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1672 by Astrid Beyer, auf Flickr

Der Abstieg ist sehr steil, teilweise setze ich mich auf den Hosenboden und taste mit den Füßen nach unten, bis da wieder Halt ist. Das hält natürlich auf und strapaziert unsere Nerven ;)
Und ist wahrscheinlich mit ein Grund, weshalb wir den Großteil der Schlucht gar nicht gesehen haben...
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Schließlich sind wir unten. Entdecken den ersten Schnee bzw. den letzten :D

BildBEY_1702 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1698 by Astrid Beyer, auf Flickr

Finden die Schlucht gar nicht sooo gewaltig ( - weil wir Dussels nur in Richtung Südeingang orientiert waren. Später sehen wir Fotos im www und entdecken unseren Fehler. :oops:
Also: Müssen bzw. wollen wir definitiv noch einmal dorthin, weil der Großteil der Schlucht ab unserer Abstiegsstelle zur anderen Seite verläuft.... )

Der Rückweg führt zuerst steil im Wald bergab, später erscheinen wieder Holzstege und Tümpel und Feuchtstellen, bis wir wieder an der Abzweigung bei den uns bekannten Steinfeldern landen. Zum Parkplatz gehen wir dieselbe Strecke wie auf dem Hinweg.

BildBEY_1731 by Astrid Beyer, auf Flickr

schwedischer Hartriegel:
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"Strand"fichte
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BildBEY_1756 by Astrid Beyer, auf Flickr

Kurz nach 17 Uhr sind wir wieder am WoMo.
Aber jetzt endlich: auf in den Norden - in die Kälte!
Nur wie? Von Umeå nach Mo i Rana - zu weit südlich. Die E10 - immer noch zu weit südlich und kennen wir von 2007. Die E 8 sind wir ab Kaaresuanto im Herbst 2015 gefahren - den nördlichen Teil kennen wir schon. Also bis zur finnischen Grenze und erst auf der E8 und über Kautokeino nach Alta. Auf gehts!

Nur heute kommen wir nicht mehr allzuweit.
In Örnsköldsvik kaufen wir noch ausgiebig ein, dann gehts weiter entlang der Küste.

Blickfang in Ö-vik (Örnsköldsvik):
BildAMB_0672 by Astrid Beyer, auf Flickr

jeder Blitzer wird angekündigt und man beachte das Schild rechts: zum Parkplatz 301 m! :lol:
BildAMB_0682 by Astrid Beyer, auf Flickr

Schließlich wird es abendlich - wir suchen einen Schlafplatz. Nördlich von Umeå, der Stadt aus den Kreuzworträtseln, gibt es ein Hinweisschild zum Stellplatz Ratan mit einem komischen Turm drauf...
Dem folgen wir und landen an der Küste, ein kleiner Hafen, vier WoMos stehen bereits dort, ein Feuerchen brennt, es wird geangelt.
An der Hauswand entdecken wir das Schild: es gibt vier numerierte Stellplätze, Nr. 5 ist noch frei, muss aber morgens ab 9 Uhr geräumt sein, weil Hafen-Kunden-Parkplatz.
Wir stecken das Geld in den Umschlag (Kasse des Vertrauens), sehen das mit der zeitigen Abreise nicht ganz so schlimm: morgen ist ja Sonntag.
Es gibt einen Aufenthaltsraum (geheizt!!!!), Küche, Waschräume, Waschmaschine, sogar WLan.
Und das Allerbeste ist die Aussicht:

Wir witzeln: die Landhebung geht weiter und extrem schnell, man sieht ja, dass das Boot schon auf dem Trockenen liegt... :wink: :D
BildAMB_0688 by Astrid Beyer, auf Flickr

der Turm auf der vorgelagerten Insel
BildAMB_0691 by Astrid Beyer, auf Flickr

Ein Traum: die spiegelglatte silbern glänzende Ostsee am Horizont vor dem aufsteigenden Erdschatten...
Hierher setzen wir uns in die Campingstühle mit der Rotweinflasche und lassen die Kamera auf dem Stativ allein arbeiten.
Allerdings mit Fleecejacke - es ist erfrischend kühl, so um die 16 °C nur noch. Schließlich sind wir bereits bei 63,99°N, 20,89°O.

BildRatan by Astrid Beyer, auf Flickr

BildRatan II by Astrid Beyer, auf Flickr

BildAMB_0718 by Astrid Beyer, auf Flickr

Von der Insel dringen Vogelrufe - wir wissen nicht, ob Kraniche oder Singschwäne - aber einfach schön.

Grüße Astrid

Fortsetzung folgt...
Zuletzt geändert von buecherwurm am Mi, 12. Sep 2018, 18:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon Badener1972 » Mi, 12. Sep 2018, 18:22

Wunderschöne Bilder, unter anderem die Wolkenformationen sind traumhaft! Dazu auch toll geschrieben.
Vielen Dank dafür!
Mit auf die Fortsetzung gespannten Grüßen
Wolfgang
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon buecherwurm » Do, 13. Sep 2018, 21:18

Danke Wolfgang!

Weiter gehts.

Sonntag, 03.06.2018 Ratan – Pajala
(Immer noch Schweden?? - Immer noch Schweden.)

Am Morgen erkunden wir nach dem Frühstück noch kurz die nähere Umgebung unseres Stellplatzes:
Das bereits am Abend fotografierte Häuschen ist ein Mareograf. Ein Schacht mit einem Schwimmer, früher verbunden mit dem Meer, zur Wasserstandsmessung. So wurde die Landhebung protokolliert.
Inzwischen ist die Verbindung zur Ostsee wohl trockengefallen…

BildBEY_1846 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1848 by Astrid Beyer, auf Flickr

Wir kehren zurück zur E4 und auf der meist einspurigen Straße geht es über Skellefteå und Luleå nach Töre, dort biegen wir auf die E10 ab. Immer wieder staunen wir, wenn wir auf solchen Straßen Traktoren oder andere Schleicher sehen ;)
Hier ist er endlich auf der Ausfahrt, nachdem wir und zahlreiche andere in Kolonne hinterhertuckeln mussten:

BildAMB_0775 by Astrid Beyer, auf Flickr

Heute ist Elchtag! Bereits am Vortag sahen wir unseren ersten Elch, aber die Kamera war leider nicht schnell genug bereit. Und das zählt nicht, meinen die Kinder ;)
Heute klappt es - nicht besonders nah oder schön, aber Beweisfotos :wink:
BildAMB_0792a by Astrid Beyer, auf Flickr

BildAMB_0810 by Astrid Beyer, auf Flickr

Unser Weg führt uns weiter auf die 98 – aber nur ein kurzes Stück, dann lotst mich Micha auf die 392. Bin anfangs skeptisch - die Straße schmal und etwas holprig, es geht völlig einsam durch die Wildnis. Wir zählen auf der Strecke vielleicht ganze vier oder fünf Autos im Gegenverkehr…
BildAMB_0882 by Astrid Beyer, auf Flickr

Zahlreiche Kraniche stehen auf den Feldern, aber immer fluchtbereit, wenn das WoMo zum Stehen kommt.
Später halten wir an einer Brücke – ein Schwarm Kraniche zieht über unsere Köpfe. Auf dem See Singschwäne. Wir fotografieren Trollblumen, die Landschaft, plötzlich ein lautes Trompeten und paarweise fliegen die Schwäne direkt über uns hinweg. Wir sind zu langsam, sehen sie nur noch vor der Sonne in grellem Gegenlicht. Ein Nachzügler tut uns dann den Gefallen und dreht noch eine Ehrenrunde für unsere Kameras ;)
Ich entdecke vom Biber angenagte Baumstämme. Und die Stelle, wo vermutlich der Bau sein könnte…
Kraniche:
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BildBEY_1889 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1899 by Astrid Beyer, auf Flickr

Trollblumen:
BildBEY_1909 by Astrid Beyer, auf Flickr

BildBEY_1911 by Astrid Beyer, auf Flickr

Singschwäne am anderen Ende des Sees:
BildBEY_1918 by Astrid Beyer, auf Flickr

und direkt über uns:
BildBEY_1931 by Astrid Beyer, auf Flickr
BildBEY_1936 by Astrid Beyer, auf Flickr

Spuren der Biber:
BildBEY_1950 by Astrid Beyer, auf Flickr
Sumpfdotterblumen am vermutlichen Biberbau:
BildBEY_1952 by Astrid Beyer, auf Flickr

Am Polarkreis ein verrosteter Globus und halb zerfallene Gebäude... ist wohl keine Touristen-Strecke mehr.
BildBEY_1969 by Astrid Beyer, auf Flickr

Endlich landen wir am Torne Älv bei Pajala. Sozusagen am Wasser aus Abisko ;)
Hier haben wir die Möglichkeit, auf schwedischer oder auf finnischer Seite weiterzufahren. Eine Stellplatz App zeigt auf schwedischer Seite in 2km eine Übernachtungsmöglichkeit. Doch dort finden wir nichts. Also drehen wir wieder um und folgen der am Wege entdeckten Ausschilderung zum Pajala Camping.

Ein schöner Platz in der Abendsonne, aber keiner da. Einfach hinstellen? Das verträgt sich nicht mit unserem Gewissen.
An der Rezeption steht neben den Öffnungszeiten eine Telefonnummer, die man anrufen soll, falls das Büro geschlossen ist. Todesmutig wähle ich also die angegebene Handynummer, doch praktischerweise versteht mein Gegenüber mein Englisch und antwortet sogar deutsch – wir sollen uns am besten auf den asphaltierten Platz stellen, Strom ist am Kasten, Duschhäuschen mit Blick auf den Fluß und morgen ab 9:00 Uhr ist er in der Rezeption.
Dann ist ja alles klar. :)

Erreichte Position: 67,203°N, 23,408°O

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BildBEY_1976 by Astrid Beyer, auf Flickr
BildBEY_1978 by Astrid Beyer, auf Flickr

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Grüße Astrid

Fortsetzung folgt...
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Re: Flucht nach Norwegen (Juni 2018)

Beitragvon Rapakiwi » Do, 13. Sep 2018, 22:13

Ich könnte nach jeder deiner Fortsetzungen ein «toll» bzw. „wunderschön“ mit mindestens fünf Ausrufezeichen setzen; ich bin total begeistert von deinem Bericht. :super:
Freue mich schon auf die Fortsetzung.
Ha det bra
Anja
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