...garnfiske...

Wandern, Skilaufen, Angeln, Pilzen, Kanu/Kajak, Segeln, Tauchen

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Beitragvon Christoph » So, 15. Sep 2002, 16:38

Hallo,

hat eigentlich irgendwer von Euch schon mal im Meer "garnfiske" betrieben oder war dabei?

Mich würde mal interessieren, mit was für Netzen oder wahrscheinlich eher Reusen die Hobbyfischer da agieren (Netze der "richtigen" Berufsfischer interessieren mich dabei nicht).

Vielleicht kennt ja auch jemand eine interessante homepage zu dem Thema.

Vielen Dank schon mal im voraus...

und einen schönen Restsonntag wünscht der

NarVikinger Christoph
"Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land am Polarkreis (Helgeland)."

frei interpretiert (erweitert) nach einem Zitat von Dr. Ludwig Ganghofer
Christoph
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re: garnfiske

Beitragvon Jürgen Becker » So, 15. Sep 2002, 21:21

Hei Christoph,

ich betreibe zusammen mit meinem Sohn jedes Jahr so ein wenig „Binnen- und Meeres-Fischerei“ sowohl mit der Rute, „Oter“, Netz etc. in Binnengewässern als auch mit unterschiedlichem Gerät vorzugsweise im offenen Meer – also weniger in den Fjorden.

An der Küste benutzen wir regelmäßig Reusen zum Fang von Seekrebs, Taschenkrebs, Hummer etc. und dies bereichert den Kücheplan ungemein – beim Seekrebs ist aber auch ein heftiger „sportlicher Einsatz“ erforderlich aufgrund der erforderlichen Tiefe der Reusen (größer 80 m). :-).

Hin und wieder finden sich aber auch einige kleinere Fische in den Reusen wie Kliesche (übrigens, scheinbar ein „Modefisch“ in D geworden; z. Z. der teuerste Fisch in D auf dem Markt!), Flunder, einige Buttarten etc. oder auch anderes, wie z. B. dieses Jahr ein kleiner Steinbeißer, den wir dann trotz seinen heftigen Angriffen einigermaßen schonend aus der Reuse zurücksetzen konnten.

Dann haben wir auch schon mit der sog. „festen Netzausrüstung“ gefischt wie „kilenot“, „lakseverp“, „krokgarn“ etc., klar, das ist nur möglich „unter der Lizenz“ des örtlichen Grundbesitzers.
Es war zwar recht interessant auch diese traditionelle Fischfangtechnik einigermaßen zu erlernen, aber aufgrund der regional unterschiedlichen Bestimmungen ist diese Methode auch sehr aufwendig. Z. B. darf von Freitag 18.00 Uhr bis Montag 18.00 Uhr nicht mit diesen „Geräten“ gefischt werden und die schweren Netze werden dann mit Tracktor zum Trocknen abtransportiert und aufgehängt.
Zudem werden im „kilenot“ hauptsächlich Lachse gefangen – heute jedoch meistens leider nur noch Zuchtlachse, die aus den Mastanlagen ausgebüchst sind, und die mag ich nicht auf dem Speiseplan bei soviel Fischartenreichtum an der Norwegischen Küste.

Zudem haben wir auch noch das „settegarn“ (58 mm oder größer) in verschiedenen Tiefen je nach dem was wir fangen wollten ausprobiert, aber so viele Fische konnten wir auch nicht mit eine 4-köpfigen Familie verzehren – also haben wir das Netzesetzen im Meer schnell wieder aufgegeben, auch, wenn man schon interessante Fische fängt, die man sonst nicht an die Angel bekommt, wie z. B. den Seehasen mit seinem schmackhaften Rogen etc.

Heute schonen wir die Tiere und schauen lieber zu, wenn die Hobby-/Kleinquoten-Fischer vor Ort die Netzfischerei betreiben, wie z. B. in diesem Jahr in einer Schärenbucht mit einer Art Ringwade, denn 4 Tonnen Makrele sind wirklich zu schwer zu „handeln“, aber die Fangtechnik vom Sichten des Makrelenschwarms am Horizonts bis zum Zuziehen der Ringwade gerade in dieser kleinen Bucht ist schon sehr interessant.

Eine HP zum Thema „Netzfischerei“ ist mir nicht bekannt – würde mich aber auch interessieren, insbesondere aus N, S oder Dk.

So, das waren meine Erfahrungen beim Reusen- und „garnfiske“ im Meer in Kürze.

Liebe Grüße nach Narvik und eine schöne Woche – auch beim Angeln.

Jürgen
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...

Beitragvon Christoph » Di, 17. Sep 2002, 9:45

Hallo Jürgen,

danke für Deine ausführliche Schilderung von Euren garnfiske-Erfahrungen.

Weitere Tipps werde ich mir dann mal von den Einheimischen hier holen.., die Kollegen von Doris betreiben das garnfiske im Winter wohl auch mit Vorliebe.

Falls Euch dann später meine Erfahrungen interssieren, könnt Ihr mir ja mal mailen.

Nur um evt. falschen Vorstellungen noch vorzubeugen:
Mir geht es nicht darum, den Fjord leerzufischen..., das würde ich wohl auch nicht bis an mein Lebensende geschafft haben. Ich möchte vor allem an die ungewöhnlicheren Fische herankommen, die man mit der Angel hier im Fjord nur sehr schwer fängt..., wie Heilbutt, Dornhai und Katfisch.

Beste Grüße
vom NarVikinger
Christoph
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.. Heilbutt, Dornhai und Katfisch...

Beitragvon Jürgen Becker » Di, 17. Sep 2002, 20:34

Hei Christoph,

Christoph hat geschrieben:
Weitere Tipps werde ich mir dann mal von den Einheimischen hier holen.., die Kollegen von Doris betreiben das garnfiske im Winter wohl auch mit Vorliebe.


Ja, das kann ich dir nur empfehlen; insbesondere die Berufsfischer können dir viele interessante und hilfreiche Tipps geben, z. B. hinsichtlich des lokalen Fischartenbestandes (auch zu bestimmten Jahreszeiten), der Wanderung, Nahrungsaufnahme, besondere Vorlieben an Banken, Kanten etc., Temperaturverhalten etc.
Ich bin immer wieder erstaunt wie genau die Fischer „ihren“ Bestand, das Verhalten und die Fangplätze vor Ort kennen – und im Detail kann das von Jahr zu Jahr anders sein, vieles hängt halt‘ auch von den einkommenden Fischschwärmen (Hering, Makrele etc.) ab.
Dieser jährliche Erfahrungsaustausch – insbesondere mit „den alten Hasen“ - macht uns eigentlich noch mehr Spaß als der praktische Fischfang.

Christoph hat geschrieben:Ich möchte vor allem an die ungewöhnlicheren Fische herankommen, die man mit der Angel hier im Fjord nur sehr schwer fängt..., wie Heilbutt, Dornhai und Katfisch.


Die von dir genannten Fischarten kannst du normalerweise auch sehr gut mit der Rute fangen – ok., in den Fjorden könnte es m. E. mit der Artenvielfalt manchmal schon etwas schwierig werden – gerade hier sind Tipps der lokalen Fischer erforderlich.
Der Dornhai z. B. tritt in manchen Jahren und zu bestimmten Jahreszeiten und an bestimmten Plätzen sogar massenhaft auf und beißt dann auf jedes Stück Draht im Wasser :-) (zu beachten ist aber die Zersetzung durch Ammoniak bei dieser Fischart).
Heilbutt, Steinbeißer etc. beißen vor allen Dingen auf Naturköder wie Makrele, Hering etc., und ihre lokalen Standorte sind wichtig zu kennen – beim Heilbutt kommt erschwerend dazu, dass er sich je nach Gegebenheiten in den unterschiedlichsten Wassertiefen aufhalten kann.
Auch die naturköderbestückte „Klein“-Leinenfischerei („line“)
führt bei diesen Fischarten zum Erfolg, wenn, die nach den Lebensgewohnheiten der Fischarten ausgewählten Standorte sorgfältig vorbestimmt wurden.
Auch hier ist also hinsichtlich Standort etc. der Erfahrungsschatz der Berufsfischer gefragt.
Gezielt bestimmte Fischarten mit Netztechniken zu fangen ist auch für die Berufsfischer aufgrund des enormen Beifang-Anteils recht schwierig.

Also nur rann an Heilbutt, Steinbeißer, Dornhai und Co. mit der Rute – denn genau dieses selektive Fischen macht aufgrund der enormen Artenvielfalt besonderen Spaß in Norwegen.

Noch etwas würde mich in diesem Zusammenhang interessieren:
Wie war bei euch im Fjord in diesem Jahr die Wurmbelastung bei insbesondere pål oder sei (insbesondere Leberbefall) und wie wird der Bestand der Seehundpopulation in deinem Angelgebiet eingeschätzt?

Liebe Grüße nach Narvik

Jürgen
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Beitragvon Trollschreck » Di, 17. Sep 2002, 21:43

Hai Christph ( natürlich Doris auch)
meine Frau geht im Urlaub auch immer mit dem Netz los.
Ich kenne es unter der Bezeichnung "Trollnetz".
Gab es im Supermarkt und ist super.
In Der Mitte ein Normales Netz( gibt es in verschiedene Maschenweiten-nimm nicht so klein, so ca 55 mm) und Vorn und hinten ist ein großmaschieges Netz davor.
Das ausbringen ist ganz leicht.
Näheres bei interesse. Kannst ja auch Mailen.
Was macht die Sprachschule " Zungenfrei"?
Hau rinn, Alter.
Gruss Trollschreck :prost:
Trollschreck
 

diverse Antowrten und Rückfragen

Beitragvon Christoph » Mi, 18. Sep 2002, 8:10

Hallo Jürgen, hallo Trollschreck...

zunächst zur Sprache: Da ich hier ja noch nicht arbeite, sondern mich noch lieber vom Riesterclan aushalten lasse (leider nur noch bis Mitte Oktober), ist das mit der Sprache nicht so leicht für mich. Ich lerne mangels an Gesprächpartnern sehr langsam die Sprache und der Ehrgeiz zum Selbststudium geht mir im Moment auch noch ein wenig ab. Ich habe jetzt mal die örtliche Bücherei besucht und habe mir wg. der Einfachheit der Sprache ein Kinderbuch ausgeliehen...auch auf die Gefahr hin, daß "ich mich danach nur in der Sandkiste mit den Kleinen, nicht aber mit Erwachsenen unterhalten kann" (Zitat eines Freundes hier). Aber das wird schon. Doris spricht allerdings schon echt klasse norwegisch.

Nun zum Thema garnfiske:
Nach den Trollnetzen werde ich auch mal die Augen offenhalten und mir die angucken.

Jürgen..., was ist ein pål...ich habe noch kein norwegisches Fischbuch und im blå ordbok steht das Tierchen auch nicht drin.

Ich hatte bei einigen Wittlingen und Seelachsen das Gefühl, daß sie Würmer in den Innereien hatten...., habe aber eigentlich immer nur die Bauchlappen auf Würmer gecheckt, da ich die Innereinen eh nicht verarbeite. Sollte in den Lebern Befall gewesen sein, "kriechen" die Würmer jetzt in den Bäuchen der Möwen herum. Aber eigentlich sahen die Fische sehr gesund aus, keine Anzeichen von Geschwüren oder sonstigem Auffälligen.

Seehunde habe ich übrigens bei uns hier im Fjord noch nicht gesehen..., hier schwimmen höchstens mal die Tümmler herum.

Jetzt noch eine Frage zu den Dornhaien:
Was ist das mit dem Amoniak?...davon habe ich ja noch nie gehört.

Ansonsten geht es mir übrigens wie Dir..., das bloße Rausholen und Abschlachten der Fische macht nicht den Reiz aus..., irgendwann ist auch die Fisch-Gefrierschrankschublade voll. Das schöne ist eigentlich, draußen auf dem Fjord rumzuschippern und die Schönheit des Fjords über und anscheinend auch Unterwasser zu erforschen und dabei Fisch für den wöchentlichen Bedarf mitzubringen.

Was mich im Moment total an unserem Fjord interessiert, ist eben der Unterwasserberg mitten im bis 300m tiefen Wasser...ein Berg, der bis auf wenige Meter unter der Wasseroberfläche aufsteigt.

Na ja...soweit erstmal...

Grüßlis vom NarVikinger
Christoph
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der pål……

Beitragvon Jürgen Becker » Mi, 18. Sep 2002, 20:36

Hei Christoph,

Christoph hat geschrieben:Jürgen..., was ist ein pål...ich habe noch kein norwegisches Fischbuch und im blå ordbok steht das Tierchen auch nicht drin


Die Westländer nennen den kleinen Köhler/Seelachs „pål“; er ist sehr beliebt als middag und die Leber vom „pål“ wird ebenfalls sehr gerne gegessen.

Christoph hat geschrieben:Ich hatte bei einigen Wittlingen und Seelachsen das Gefühl, daß sie Würmer in den Innereien hatten...., habe aber eigentlich immer nur die Bauchlappen auf Würmer gecheckt, da ich die Innereinen eh nicht verarbeite. ......


Danke für deinen Hinweis. Mir ist in diesem Jahr besonders aufgefallen, dass der „pål“ deutlich seltener und auch viel weniger Würmer in der Leber aufwies als z. B. letztes Jahr (Sogn og Fjordane) – aber auch die Seehund–Population war dort geringer als im Jahr zuvor.
Mich interessiert in diesem Zusammenhang die in N oft zitierte hohe Wurmbelastung bei einigen Fischarten bedingt durch eine zu hohe Seehundpopulation (?)

Christoph hat geschrieben:Seehunde habe ich übrigens bei uns hier im Fjord noch nicht gesehen..., hier schwimmen höchstens mal die Tümmler herum.


Ja, du meinst vermutlich die Schweinswale (niser) – das ist immer wieder ein sehr beeindruckendes Bild, wenn die „niser“ ihre schnaufenden Runden um das Boot ziehen....

Christoph hat geschrieben:Jetzt noch eine Frage zu den Dornhaien:
Was ist das mit dem Amoniak?...davon habe ich ja noch nie gehört.


Nun das Thema war mir bis vor einigen Jahren auch neu.
Norwegische Berufsfischer haben mich darauf aufmerksam gemacht den Dornhai je nach Außentemperatur, jedoch spätestens nach etwa 2 Stunden, die Haut abzuziehen, da sonst - bedingt durch Ammoniakbildung/-anreicherung - das Fleisch verdirbt.
Nun, das ist keine so angenehme Sache, denn auch auf den „Dorn/Stachel“ ist zu achten, sonst handelt man sich Vergiftungs - oder zumindest allergische Probleme ein.
Aber, auch geräuchert schmeckt er sehr gut – na ja, halt‘ die Schillerlocken, die wir alle kennen.


Christoph hat geschrieben:Was mich im Moment total an unserem Fjord interessiert, ist eben der Unterwasserberg mitten im bis 300m tiefen Wasser...ein Berg, der bis auf wenige Meter unter der Wasseroberfläche aufsteigt.


Genau, das fasziniert mich auch immer wieder – diese Berge, Kanten, Hänge etc.
Mit Hilfe einer Seekarte kannst du schon vieles vorab grob analysieren, denn auch z. B. die Bodenbeschaffenheit ist dort vermerkt; dann noch einige Fachgespräche mit den lokalen Fischern und du lernst den Fjord immer besser kennen, so dass du auch gezielt die Fischarten fangen kannst, die du dir zum Abendessen wünschst. :-)

Liebe Grüße, viel Spaß beim Erforschen des Fjords (ich beneide dich schon) und viele netten Gespräche zum Erlernen der norwegischen Sprache,

Jürgen
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Re: ...garnfiske...

Beitragvon Christoph » Sa, 28. Sep 2002, 19:45

So, Ihr garnfiske-Erfahrenen...jetzt habe ich nochmal eine Frage...

aber erstmal Hallo!!!

Heute gab es in einem unserer billigeren Läden trollgarn. Das bestand aus einem Mittelnetz mit einer Maschenweite von 52mm und jeweils ein Außennetz mit einer Maschenweite von 240mm. Dieses Netz soll nun wohl auch für das Fischen im Fjord geeignet sein.

Jetzt die Frage:
Wie verfängt sich denn darin ein größerer Fisch, denn von dem mittleren Netz kann er ja höchstens gestoppt werden....oder mal mit einem Auge durchlinsen.

Also, wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr mir ja nochmal die "kleine garnfiske-Nachhilfe" geben.

Einen schönen Sonntag wünscht
der NarVikinger Christoph
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Re: ...garnfiske...

Beitragvon Jürgen Becker » So, 29. Sep 2002, 4:06

Hei Christoph,

Christoph hat geschrieben:Heute gab es in einem unserer billigeren Läden trollgarn. Das bestand aus einem Mittelnetz mit einer Maschenweite von 52mm und jeweils ein Außennetz mit einer Maschenweite von 240mm. Dieses Netz soll nun wohl auch für das Fischen im Fjord geeignet sein. )


Gratuliere zum Kauf :super: – Trollgarn, auch eine gute Alternative die Tiefkühltruhe im Winter mit dieser Technik zu füllen. Du wirst gerade zu der Zeit Fische mit einer außerordentlich guten Fleischqualität fangen.

Christoph hat geschrieben:Jetzt die Frage:
Wie verfängt sich denn darin ein größerer Fisch, denn von dem mittleren Netz kann er ja höchstens gestoppt werden....oder mal mit einem Auge durchlinsen.
Also, wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr mir ja nochmal die "kleine garnfiske-Nachhilfe" geben.


Nun, ich versuche das mal so zu erklären:
Die Fische schwimmen von links oder rechts auf das Trollgarn zu – schwimmen durch das jeweils 240 mm Netz und treffen auf das für die jeweilige Fischgröße undurchdringliche 52 mm Netz; schon hier könnten sich Fische im 52 mm Netz an den Kiemen verfangen.
Die besondere Effizienz des Trollnetzes ist jedoch noch darin begründet, dass
die Fische weiter vorwärts schwimmen wollen und ziehen/drücken mit ihrer Nur-Vorwärts-Schwimmbewegung das 52 mm Netz durch das letzte (äußere) 240 mm Netz – dann sind sie „wie eingesponnen“ in einem Art Netz-Beutel ge- oder verfangen.
Ich weiß nicht, ob dir diese Kurzerklärung reicht, sonst nimm dir den Bleistift zur Hand und skizzier dir den Vorgang „des Duchschwimmens“ von den 3 Netzteilen mal auf dan erklärt sich das wie von selbst.
Spätestens beim Hochholen des ersten Trollgarnes mit Fang wird dir klar, warum sich die Floßler so verheddern konnten. :-)
Aber bloß keine Panik beim Herausholen der Fische aus dem Netz – sieht manchmal am Anfang etwas verwirrend aus, denke immer daran, wie und warum sich der Fisch verfangen hat – also, den in „garn“ eingewickelten Fisch erstmal aus dem äußeren 240 mm „garn“ zurückschieben und schon sieht die Sache ganz einfach auch. :-)
Ok., da hat jeder so seine Technik..
Mein Rat: Setze abends ein Netz mal kurz über Grund , z. B. für die Plattfische und hol’ das Netz dann am nächsten Morgen ohne jegliche Hektik hoch. Ordne das Netz über die Länge und schaue dir bewusst das Verfangen der Fische in den 52 und 240 mm Netzteilen an.

Ich weiß auch nicht, ob dir diese Beschreibung nun hilft, aber es ist eigentlich – spätestens beim 2. Mal „des Fischentwirrens“ – wirklich ganz einfach, probier es einfach mal aus.

Achte nur darauf, dass sich das Netz am Grund nicht an Fels, Wracks etc. verfangen kann und dass die Leine der„Netz-Boje“ nicht zu kurz eingestellt ist, sonst hast du bei Flut eine „Unterwasserboje“ und du findest dein Netz so leicht nicht wieder. Ist mir auch schon passiert, wenn das Netz ganz tief stehen sollte. :-)

Liebe Grüße, einen schönen Sonntag und eine gute Woche

Jürgen
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Re: ...garnfiske...

Beitragvon Christoph » So, 29. Sep 2002, 13:25

Hallo Jürgen,

super Beschreibung!!! :super:

Nun kann ich mir durchaus vorstellen, was da so Unterwasser ablaufen soll. :idea:

Da bin ich mal gespannt, wie das mit meinem "Kutter" (4,3m Länge) funktioniert und ob ich nicht zum Schluß der bin, der sich klassisch in seinem eigenen Netz verfangen hat...nach dem Motto: Wer anderen eine Grube gräbt,... :D

Dann werde ich mir jetzt nochmal Boje und Gewicht besorgen und das richtige Wetter abwarten...ich werde dann mal kurz von dem ersten "garnfiske-Abenteuer berichten".

Aber sag mal Jürgen...die Frage von mir war jetzt wirklich nicht so wichtig, als das Du um 4.06 Uhr aufstehen und eine Antwort schreiben mußtest....aber trotzdem nochmal vielen Dank für die prompte Antwort!!!!!

Liebe Grüße aus dem heute immer noch total verregneten Narvik

vom NarVikinger :viking:
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Re: ...garnfiske...

Beitragvon Jürgen Becker » So, 29. Sep 2002, 15:46

Hei Christoph,

Christoph hat geschrieben:Da bin ich mal gespannt, wie das mit meinem "Kutter" (4,3m Länge) funktioniert und ob ich nicht zum Schluß der bin, der sich klassisch in seinem eigenen Netz verfangen hat...nach dem Motto: Wer anderen eine Grube gräbt,...


Keine Sorge, der 13-14“ Kutter ist schon ok., wenn es nicht gerade stürmt, und sei unbesorgt, die Fische kennen den Spruch von „der Grube“ bestimmt noch nicht. Und zudem hast du ja immer einen Chirurg in der Nähe :lol:

Christoph hat geschrieben: Dann werde ich mir jetzt nochmal Boje und Gewicht besorgen und das richtige Wetter abwarten...ich werde dann mal kurz von dem ersten "garnfiske-Abenteuer berichten"
.

Das würde mich sehr freuen, insbesondere welche Fischarten du in welchen Tiefen gefangen hast.

Christoph hat geschrieben: Aber sag mal Jürgen...die Frage von mir war jetzt wirklich nicht so wichtig, als das Du um 4.06 Uhr aufstehen und eine Antwort schreiben mußtest....aber trotzdem nochmal vielen Dank für die prompte Antwort!!!!! "
.

Nein doch, wir kamen zu dem Zeitpunkt von eine netten Gesellschaft nach Hause :wink: :-) und der PC meinte ich sollte doch noch mal reinschauen… :lol:

Liebe Grüße aus dem sommerlichen Gummersbach

Jürgen
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Re: der pål……

Beitragvon Olli » Mo, 30. Sep 2002, 8:54

Jürgen Becker hat geschrieben:Ja, du meinst vermutlich die Schweinswale (niser) – das ist immer wieder ein sehr beeindruckendes Bild, wenn die „niser“ ihre schnaufenden Runden um das Boot ziehen....

Da kann ich nur zustimmen. Besonders dann, wenn sie einen mit ihrem Atemloch regelrecht nassmachen. :D
Da saßen wir dann in unserem Boot, "umzingelt" von Schweinswalen, und warteten darauf das sie zu Abend gegessen hatten, in der Hoffnung danach unsere Ruten zu Wasser lassen zu können und das sie uns noch was übrig gelassen hatten. :wink:
Gruß :winkewinke:
Olli
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Re: nis(s)er

Beitragvon Christoph » Mo, 30. Sep 2002, 9:14

...mit den niser, Schweinswalen, hat einer der tyske Kollegen meiner Frau neulich den ganzen OP in Schwingungen versetzt...ich hoffe mal nicht zum Schaden von dem, der sich gerade unter dem Messer befand.

Der Kollege erzählte, daß er mit seinem Schlauchboot draußen gewesen sei und plötzlich von 6 nisser (!!) umgeben war, die ums Boot schwammen. Sämtliches OP-Personal guckte wohl erst total ungläubig, bevor sie in schallendes Gelächter ausbrachen.

Bei so einem süßen Versprecher war es halt auch mit der "norwegischen Höflichkeit bei Sprachproblemen" vorbei.

Sollte bei mir mal tatsächlich ein nisser ums Boot schwimmen, werde ich von ihm sofort ein Bild machen und es ins world-wide-web stellen.

Grüßlis vom nis(s)er-Fjord

der Narvikinger Christoph
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Re: ...garnfiske...

Beitragvon Jens P. » Mo, 30. Sep 2002, 11:24

Hei Christoph,

noch ein Tipp zum Dornhai. Unter folgendem Link wird gezeigt, wie man dem Dornhai die Haut abzieht (mit vielen Fotos: http://www.gfwendt.com/praxis/dornhai.htm

Sieht aus, als muß man da erstmal üben, aber Du hast ja Zeit und hoffentlich viele Gelegenheiten :-)

Gruß,
Jens
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