Drama um den Dorsch

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Drama um den Dorsch

Beitragvon Jürgen Wulf » Do, 21. Nov 2002, 11:14

Folgenden Artikel fand ich heut im Weltspiegel:

"Fischbestände gehen weltweit zurück

Meeresbiologen warnen seit geraumer Zeit: Weltweit nehmen die Fischbestände dramatisch ab. Unter dem Motto: Fisch für alle haben internationale Fischereiexperten jetzt in Kuala Lumpur zu einer Schutzkampagne aufgerufen. Sie fordern Fangverbote und Beschränkungen für bedrohte Fischarten, damit sich die Bestände bis 2015 regenieren können. Vor unserer Haustür ist ein drastischer Rückgang der Dorsche in der Ost- und Nordsee zu beklagen.
Wie die Landwirtschaft müsse auch die Fischerei in Form nachhaltiger Bewirtschaftung erfolgen, meinen Experten. Erforderlich seien selektive Fangtechniken, die nur den richtigen Fisch - also den, den der Fischer auch tatsächlich fangen will - in die Maschen gehen lassen. Denn der so genannte Beifang wird meist zurück ins Meer befördert; oft sind diese Fische bereits tot.
Dem äußerst bedrohten Dorsch in der Ostsee hilft nicht einmal ein generelles Fangverbot. Der gegenwärtig geringer werdende Salzgehalt des Binnenmeeres hat zur Folge, dass der Dorschlaich nicht wie üblich frei im Wasser schwebt, sondern auf den Meeresboden sinkt. Dort erstickt er oft im abgelagerten und belasteten Faulschlamm"

Auch Fangquoten bieten also keinen Schutz. Hab von einem Industriefischer erfahren, seit es die Quoten gibt, wird der Beifang ins Meer geworfen, um die Quote zu drücken. Früher wurde der Beifang zu Fischmehl verarbeitet. Heute wird er aufgrund der Quotenregelung tot ins Meer geworfen. Also auch kein Erfolg, eher Sinnlos.

Ich denke, es muß wirklich an der Fangtechnik gefeilt werden. Es muß doch technisch machbar sein, nur den Fisch zu fangen, der auch wirklich erzielt werden soll. Die großen Schleppnetze haben nicht nur den Nachteil des großen Beifanges, sondern sie zerstören beim Schleppen auch die gesamten Laichplätze auf dem Grund. Schwierig für den Nachwuchs. Und der Salzgehalt der Meere sinkt im allgemeinen.

Ich denke, das Thema wird uns noch lange verfolgen.

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Re: Drama um den Dorsch

Beitragvon Charly » Do, 21. Nov 2002, 11:21

Jepp, so ist es leider.

Zu dieser Thematik gab es einen interessanten Artikel im SPIEGEL 22/02.
Leider ist dieser jedoch nur gegen Bezahlung (0,40€) online abrufbar... :cry:
Charly
 

Re: Drama um den Dorsch

Beitragvon Charly » Do, 21. Nov 2002, 11:36

Und zum Phaenomen Beifang und Schleppnetze:

Diese sind ein grosses Problem, wie Juergen richtig schreibt. Auch andere Arten werden durch diese Art der industriellen Abfischung in hoher Anzahl getoetet. Besonders die amerikanischen Fangflotten, die sich auf Thunfisch spezialisiert haben vernichten damit jaehrlich ein Vielfaches der normalen Quoten, die durch kommerziellen Wakfang gefangen werden.

Unter anderem gefaehrdete Kleinwale, Delfin- und Tuemmlerarten werden somit von der grossen "Walschutznation" USA ohne Sinn getoetet... Traurig insbesondere deshalb, weil es Netze mit speziellen Schleusen gibt, die den Walen ein Entkommen ermoeglichten. Aber diese sind halt ein bisschen teurer...

Wie man sieht endet Artensschutz auch hier mal wieder am Geldbeutel.

By the way: Die Familie Bush hat betraechtliche Vermoegenswerte im kommerziellen Fischfang investiert. Aus diesem Grunde hat die Fischlobby natuerlich einen guten Stand und ueber die IWC kann man sich ja gut als Artenschuetzer profilieren und gegen andere Nationen agiereren, solange es nicht die eigene Wirtschaft betrifft. Und der Wal als schuetzenswerte Art wurde von den USA erst entdeckt, als sich der kommerzielle Walfang im eigenen Land nimmer rentierte...

Schoene Gruesse aus Tromsø,

Charly
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Re: Drama um den Dorsch

Beitragvon Jürgen Wulf » Do, 21. Nov 2002, 12:41

Hei Charly,

zum Thema Bush noch folgendes:

Der Autor Michael Moore hat Bush als Marionette bezeichnet. In "Die Zeit"
kritisierte er Bush nicht, weil dieser "unterbelichtet, legasthenisch und Ex-Alkoholiker" (M. Moore) sei, sondern er werfe ihm vor, "nur eine Marionette mit einem Namen zu sein, eine Puppe, die von Papas alten Kumpeln Cheney, Powell und Co. gesteuert wird."

Noch Fragen?????

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Re: Drama um den Dorsch

Beitragvon Charly » Do, 21. Nov 2002, 13:10

Dem ist in der Tat nix hinzuzufuegen.

Michael Moore ist uebrigens ein origineller Dokumentarfilmer, der kuerzlich ein wirklich schoenes, subversives Werk ueber den Waffenfetischismus in den Staaten herausgebracht hat.

Auch sein Buch "Stupid White Men" ist lesenswert.

Hilsen,
Charly

PS: Aber man sollte die Legastheniker nicht belieidigen, indem man sie mit Bush jr. in einen Topf wirft :twisted:
Charly
 


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