Färöer+Island mit eigenem Camper

Schweden, Finnland, Svalbard, ...

Re: Färöer+Island mit eigenem Camper

Beitragvon MarkusD » Mo, 26. Feb 2024, 19:42

Moin Gerhard,

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Wenn wir hier mal kein Drohnenbild dabei haben. :-)

Ich ärgere mich, dass ich sie nicht auch schon bei meiner Reise nach Island im Nov. 2023 dabei hatte.

Den Víti-Krater hatte ich völlig verpeilt und habe ihn verpasst.

Wieder mal tolle Aufnahmen. Danke.

Gruß, Markus
MarkusD
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Re: Färöer+Island mit eigenem Camper

Beitragvon Mainline » Mo, 26. Feb 2024, 21:53

Markus, du hast mich ertappt! In diesem Gebiet dürfen keine Drohnen fliegen :oops:
Genau deshalb habe ich eine Aufnahme von 2016 gezeigt, - damals gab es hier noch keine Restriktionen :P

Grüße Gerhard
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Re: Färöer+Island mit eigenem Camper

Beitragvon Mainline » Do, 11. Apr 2024, 12:45

Hat jetzt etwas länger gedauert. Unser neuer Camper ist da und der musste erst getestet werden 8)
Weiter gehts am Myvatn in Island:

Unterirdische Lagune
Auf der Weiterfahrt Richtung Mývatn über die [860] schauen wir die Grjótagjá an. Eine kleine unterirdische heiße Lagune, die sich direkt auf der sichtbaren geologischen Verwerfungszone der beiden Kontinentalplatten von Amerika und Europa befindet. In der Höhle herrscht dichtes Gedränge und wir müssen einigen Zeit warten, bis ein Platz auf einem der Felsbrocken frei wird. Der Eigentümer des Geländes hat für die Lagune ein Badeverbot ausgesprochen.

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Vulkankrater Hverfjall

Weiter geht es auf der [848] zum Tuffring Hverfjall. Hier stieß vor 2500 Jahren Magma auf Grundwasser und löste eine gewaltige Wasserdampfexplosion aus. Um die aufsteigende Wasserdampfsäule herum fiel die erstarrte Lava herab und bildetet diesen Ring von einem Kilometer Durchmesser und bis zu 150 Meter Höhe.

Der Aufstieg sieht steil aus und es ziehen Regenwolken heran. Trotzdem marschiere ich da hoch. Oben angekommen stelle ich fest, dass der Kegel auf den Luftbildern oder aus der Ferne viel imposanter aussieht. Den Rückweg lege ich im Regen zurück.

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Lavafeld Dimmuborgir
Nachdem der Regen aufhört hat, schauen wir uns noch das Lavafeld Dimmuborgir an. Es handelte sich um bizarre Formationen aus Vulkangestein die von üppiger Vegetation und Birkenbewuchs umgeben sind. Über die gut ausgebauten Fußwege können wir das Labyrinth einfach begehen.

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Campingplatz Myvatn
Die Region Myvatn ist touristisch sehr erschlossen und entsprechend gut besucht. Direkt an der Ringstraße [1] in Hlid, finden wir einen terrassenförmig angelegten Campingplatz. Wir stehen weiter oben und weil es sehr windig ist, schließen wir das Dach gleich wieder. Bis zum späten Abend treffen noch viele Fahrzeuge ein und der Platz ist richtig voll.

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Re: Färöer+Island mit eigenem Camper

Beitragvon Mainline » Mo, 22. Apr 2024, 20:15

Bis zur Fortsetzung hat es jetzt etwas länger gedauert. Unser neuer Camper ist da und beanspruchte viel Zeit :lol:


Schwefelwasser
In der Nacht hat es ein wenig geregnet und jetzt nieselt es leicht. Es ist gerade 6 Uhr durch und ich bin auf dem Weg zum Duschen. Es sind Gemeinschaftsduschen wie in einem Schwimmbad der 50er Jahre, recht einfach und leicht lädiert. Das Wasser aus der Dusche riecht nach faulen Eiern und ist sehr heiß. So heiß, dass ich mich gar nicht in den Wasserstrahl stellen kann, dabei steht das Mischventil bereits auf Anschlag kalt.

Den Duschgang konnte ich ohne Verbrühungen hinter mich bringen. Auf dem Rückweg zum Bus höre ich bei den „Happy Campern“ überall die Standheizungen fauchen.

Immerhin können wir nach dem Frühstück unser Geschirr mit echt heißem Wasser aufwaschen! Vor der Weiterreise wird nur entsorgt, dass Auffüllen unserer Trinkwasservorräte wird wegen des Schwefels auf ein andermal verschoben.


Wieder nach Osten
Um 9 Uhr sind wir wieder auf dem Weg nach Osten, der Sonne entgegen. Warum wieder nach Osten? Wir müssen nicht stur einer Route folgen und so in die vielen Schlechtwettergebiete hineinfahren. Deshalb machen wir während unserer Reise einige abrupte Richtungswechsel und fahren gut damit. Leider lassen wir so u.a. auch die Westfjorde ausfallen. Aber das Wetter ist stellenweise richtig übel. Aktuell gibt es nur im Osten und später auch im Süden Sonnenschein. Auf der Ringstraße [1] lässt es sich gut fahren, auch wenn es weniger aufregend ist.

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Reiseroute von rot nach blau. grün = Freistehen, gelb = Campingplatz.

Wir biegen auf die [901] ab. Die Gravel Road windet sich auf und ab und ist ziemlich matschig. Deshalb pausieren wir am Aussichtspunkt von Möðrudalsöræfi bis der Regen vorbei gezogen ist. Das dauert etwa eine Stunde, dann geht es durch eine sehenswerte Landschaft. Weite grauschwarze Felder wechseln mit überraschend leuchtend grünen Ebenen ab und in der Ferne sind hohe Berge zu sehen.

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Irgendwann landen wir wieder auf der Ringstraße [1] , die aber recht langweilig zu fahren ist. Also biegen wir erneut auf eine Gravel Road ab. Die [924] führt über knapp 25 km fast parallel zur Ringstraße [1] und ist kaum befahren. Wir passieren einige Bauerhöfe und die Landschaft erinnert eher an Schweden oder den Südosten von Norwegen.

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An einer Stelle mit festen Untergrund, direkt neben der Straße, machen wir Mittagspause und bereiten an der Heckküche vom roten Bus Hamburger zu. Während des Desserts beginnt es zu regnen! Wir beeilen uns mit dem Wegräumen, Tisch, Stühle, Geschirr, Kocher und verziehen uns in den Bus. Allerdings ist es nur ein kurzer Schauer und bald scheint wieder die Sonne.

Zurück auf der Ringstraße [1] geht es zunächst nach Egilsstaðir, wo wir das dritte Mal in dieser Woche tanken. Danach fahren wir weiter zu den Ostfjorden, denn da ist momentan Sonne! Auf der Straße [955] cruisen wir die Küste entlang und begegnen nur wenigen Fahrzeugen. In Fáskrúðsfjarðar angekommen überlegen wir, wo es für die Nacht hingehen soll und Frau schlägt die [936] vor, eine Gravel Road, die in die Berge führt.

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Auf der digitalen Karte von MapOut sieht es aus wie eine Instandhaltungsstraße für die nebenlaufende Hochspannungsleitung. Aber wir probieren unser Glück. Zu Beginn lässt es sich auch gut an, dann kommt ein Schild 4×4. Doch der Weg sieht mit seinen festgefahrenen LKW-Spuren durchaus machbar aus. Auf geht´s! Es läuft auch gut, doch die Steigung nimmt zu, bis zu 30% sollen es noch werden. Aber wir suchen ja einen Übernachtungsplatz, den wir an einem sonnigen Fleckchen zwischen dem Canyon und der Gravelroad auch finden. Der Blick reicht bis zum Fjord, es sieht beeindruckend aus mit der tief stehenden Sonne.

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Wir sitzen auf einem Stein und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Danach fülle ich an einem Wasserlauf unsere Trinkflaschen und die Kanister auf. Das ist mir auf jeden Fall lieber als das Wasser von Campingplatz heute morgen.


10. August 2022
Die Nacht war ruhig, am Morgen weht allerdings ein heftiger Wind . Die Sonne kämpft gegen die Wolken und gewinnt irgendwann. Nachdem uns bei den Frühstücksvorbereitungen beinahe eine Project Camper Verdunklungsmatte in den Canyon geweht wäre, bleibt die Außenküche bis auf weiteres geschlossen. Ist nicht weiter schlimm, denn wir haben ja noch den IKEA Küchenblock hinter dem Fahrersitz. Nach dem Frühstück zuckeln wir wieder hinunter an den Fjord.

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In Fáskrúðsfjörður gibt es einen kleinen Supermarkt, da füllen wir unsere Vorräte auf.

Auf einem kostenlosen Waschplatz befreie ich den Bus von seiner F-Straßen Patina. Danach folgen wir der Ringstraße [1] in Richtung Süden.

Wir kommen an den weitläufigen Strand, den wir in 2016 schon so toll fanden. Der Weg ist freigegeben, also nix wie hin! Eine versandete Stelle stoppt unseren Vormarsch, sicher ist sicher. Dann bleiben wir halt in diesem Teil. Frau tippelt zu einer grünen Düne, beobachtet die Wellen, freut sich an der Sonne und fotografiert.
Ich gehe im Bogen zur wellenbrechenden Küste (hier nisten diese angriffslustigen Seeschwalben) und filme die Wellen aus nächster Nähe - wortwörtlich! Eine besonders heftige erwischt mich, so dass ich meine Klamotten zum trocknen aufhängen muss.

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Wir wollen eigentlich nicht weiter, aber diese Ecke ist leicht zugänglich und von der Hauptstraße aus einzusehen, also keine Übernachtungsoption. An der [1] ein paar Kilometer hinter Höfn ist ein neuer einfacher C-Platz, den testen wir.

In der Nähe von Stokknes verlassen wir vor dem Tunnel die Ringstraße und fahren auf der alten Strecke zum Aussichtspunkt Almannaskarð. Leider blendet die Sonne so sehr, dass wir die tolle Aussicht nicht auf Fotos bannen können.

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Pannenhilfe
Was wir jedoch sehen, ist ein Mercedes Campervan, der recht flott auf die Passhöhe fährt. Was uns anhand der Geräuschkulisse sofort auffällt, ist ein defekter Reifen. Der Fahrer hält den Mercedes kurz an um aus dem Fenster zu fotografieren, dann fährt er weiter. Da am Ende der Straße die Zufahrt zur Ringstraße mit großen Felsbrocken blockiert ist, kommt er kurze Zeit später wieder am Pass vorbei.

Einige Zeit später machen wir uns auf den Weg zurück zur Ringstraße. Auf halben Weg begegnen wir wieder dem besagten Mercedes. Das Fahrzeug ist hinten angehoben und der Fahrer versucht erfolglos, das Reserverad auszubauen oder abzulassen. Wir bieten gleich unserer Hilfe an, was die junge Frau sehr dankbar annimmt. Dem Fahrer ist es etwas unangenehm. Nach einigen gemeinsamen Versuchen das Rad abzulassen, frage ich mal nach dem Manual zum Fahrzeug. Die junge Frau sucht sofort und steht bald mit der deutschen Bedienungsanleitung vor mir. Aha, ein Lift-System, mit dem das Rad herabgelassen wir. Nachdem wir die Kurbel im Fahrzeug gefunden haben geht alles recht einfach. Die beiden Amerikaner setzen jetzt ihre Fahrt mit einem total abgefahrenen Winterreifen fort.

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Campingplatz
Also; das Positive: der Campingplatz Tjaldsvæðið Myllulækur ist eben, geschottert, ruhig, mit Blick in die weite Landschaft mit Island-Pferden in direkter Nachbarschaft und weil wir keinen Strom nehmen auch sehr großzügig im Platz bemessen. Die Entsorgung ist gut ausgebaut und der Müll ist dezent abseits hinter einem Erdwall.
Das Negative: die Sanitäranlagen. Es wirkt mit ein offenen Kabeln und Rohren alles recht provisorisch und ist nicht sauber. Vor dem Geschirrspülen stehen die Camper vor dem einzigen Spülbecken in der Schlange. Eine Küche oder Aufenthaltsraum gibt es nicht. Kassiert wird jeden Abend 1800,- ISK pro Person. Für uns ist das okay, denn wir sind autark und müssen in keiner Schlange stehen.

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Die Pferde kommen in der Abendsonne auf die Wiese direkt am C-Platz und lassen sich von den Besuchern bewundern, aber: nur gucken, nicht anfassen! Jedenfalls hauen sie gleich ab, wenn jemand zu dicht am Zaun steht. Einige Camper verbinden den Besuch an der Weide gleich mit ihrem Toilettengang. Wie gesagt, es gibt zu wenig Toiletten hier.

Das Wetter lässt es zu, dass wir draußen im abendlichen Sonnenschein unser Brot essen, doch sobald eine Wolke davor zieht wird es empfindlich kühl. Wir beschließen den Abend im Bus mit Standheizung
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Re: Färöer+Island mit eigenem Camper

Beitragvon Andrea.t77 » Di, 23. Apr 2024, 13:32

Ach, wie schön, dass es weiter geht. Das schürt die Vorfreude und dämpft gleichzeitig die Erwartungen (bzgl. mancher Campingplätze) an unseren Sommer dieses Jahr :lol:

Aber: Der rote Bus wird Geschichte??? :shock: :shock: :shock: -- NEEEIIINNNNN... :flenner:

Viele Grüße,
Andrea :wink:
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Re: Färöer+Island mit eigenem Camper

Beitragvon Canadier » Di, 23. Apr 2024, 17:41

Vielleicht wird´s ja wieder nen "Roter"!
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Re: Färöer+Island mit eigenem Camper

Beitragvon Gudrun » Di, 23. Apr 2024, 19:10

Kannst Du den neuen nicht umlackieren? (Zur Not lese ich aber auch Berichte in grau :-? )

Danke für die Fortsetzung und
Grüße Gudrun
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Re: Färöer+Island mit eigenem Camper

Beitragvon Canadier » Mi, 24. Apr 2024, 8:23

Wobei in grauer "Tarnfarbe" passt er sich ja noch besser im Gelände an . 8)
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