Wir folgten weiter der Europastraße 45 nach Süden. In Hoting machten wir einen kurzen Abstecher zu einer Dampflok, die dort an die Inlandsbahn erinnert. Die Ecke war uns bekannt – hier hatten wir schon vor Jahren mit dem roten Bus Station gemacht.


Vor Brunflo entdeckte ich plötzlich eine Fahrzeugwaage. Also kurzer Schlenker nach links, Vollbremsung, rauf auf die Waage. Die Frau war kurz der Meinung, irgendetwas Dramatisches sei passiert. War es aber nicht. Ergebnis wie gehabt: 4,24 Tonnen. Offenbar bewegt sich unser Gewicht ausschließlich im Rahmen von „Tank voll“, „Tank leer“ oder „mehr Wasser an Bord als nötig“. Natürlich könnte man Getränkekisten und Wasserkanister reduzieren, aber so weit wollten wir die Expedition dann doch nicht optimieren.

In Brunflo ging die Frau zum Coop um nach heißen Brathähnchen zu schauen – und wurde tatsächlich fündig. Währenddessen suchte ich einen passenden Platz fürs Mittagessen und fand einen kleinen Rastplatz am „Hafen“ mit Blick aufs Wasser und die Mole. Windgeschützt genug, um sogar das Fenster zu öffnen. Also saßen wir in der Sonne und verzehrten äußerst zufrieden unser Brathähnchen.
Direkt am Ufer stand eine Hollywoodschaukel. Die Frau wollte dort unbedingt noch fotografiert werden. Solche Wünsche sollte man bekanntlich nicht unnötig diskutieren.

Danach verließen wir die E45 und bogen westwärts zur Flatruet ab. Die Strecke Richtung Ljungdalen wurde zunehmend einsamer, holpriger und landschaftlich immer großartiger. Immer wieder tauchten Rentiere auf. Einige hielten es nicht für nötig auszuweichen und spazierten lieber gemütlich vor uns auf der Straße entlang.



Je höher wir kamen, desto weniger Bäume gab es – und desto mehr Wind. Oben auf dem Pass pfiff es ordentlich, gefühlt waagerecht. Ein Wohnwagengespann hielt kurz durch und verschwand dann wieder. Kurz darauf kam noch ein Wohnmobil, überlegte es sich ebenfalls anders und fuhr weiter. Offenbar waren wir die Einzigen, die das Wetter noch als „ganz nett“ einstuften.
Der Wind erreichte Böen bis etwa 60 km/h, Regen war angekündigt, vielleicht sogar Schnee. Trotzdem wurde es ein ruhiger Abend. Nur unser „Esel“ erinnerte uns mit gelegentlichem Geschaukel daran, dass draußen der Wind ungebremst auf den Esel traf.
Rund um uns herum hingen dicke Wolken, aber direkt über uns war der Himmel strahlend blau. Draußen herrschte allerdings eine Kälte, die keine Diskussionen zuließ. Ich machte morgens den Fehler, nur in Jogginghose kurz zum Fotografieren rauszugehen. Der Fototrip fiel entsprechend kurz aus – brrr.

Zum Frühstück gab es frische Brötchen. Der Coop in Brunflo hatte nämlich erfreulicherweise nicht nur Brathähnchen im Angebot. Kurz darauf begann es tatsächlich zu schneien. Wobei „schneien“ vielleicht etwas freundlich formuliert ist – eher wurden kleine weiße Körnchen waagerecht über die Flatruet geschossen und sammelten sich in den Senken als Mini-Schneeverwehungen.




