Danke für Eure netten Reaktionen.
Genau so geht es mir oft beim Lesen anderer Reiseberichte.
Mittwoch, 16.09.2020: weiter nach MoraDer Morgen ist genau so nieselig grau wie der Abend. Passt auch etwas zu unserer Stimmung…
Da wir kurz vor Östersund sind, der Stadt des Frauenschuhs, suche ich in unserer Naturkartan-App nach einem Naturreservat in der Umgebung mit interessanter Flora. Da wir seit diesem Jahr auch eine Frauenschuh-Staude im Garten haben, sind wir sicher, die verwelkten Blätter und Blütenstände noch sehen zu können.
Ich werde fündig. Wir verlassen die E45 und fahren in die Stadt, über imposante Brücken am Flughafen auf der Insel Rödön vorbei und wieder über eine Brücke. Ein Waldweg führt zu einem kleinen Parkplatz – wir sind am Acksjön.


Im Nieselregen laufen wir los.
Im 17. Jahrhundert wollten Bauern durch einen Graben Wasser aus dem See in den tiefer gelegenen Storsjön fließen lassen, um ihn zu verkleinern. Doch das Wasser spülte den Kiesrücken weg und der See lief völlig leer.






Wir entdecken die erste Frauenschuh - Staude:



Irgendwann laufen wir auf dem kalkweißen ehemaligen Seeboden. Es führt ein Bohlensteg durch das Gelände. Hier muss es auch viele Elche geben…



Wir sind eindeutig zu spät für die Orchideen




Die Pilze sprießen auf den Elchkötteln.


Im Nieselregen geht es wieder zum Auto zurück. Zurück nach Östersund und zur E45.



Kurz hinter Asarna fällt uns ein Hinweisschild auf (zur Stenvalvbro) – wir wollen Rast machen und haben nebenbei noch etwas zu fotografieren.
Inzwischen zeigen sich immer mal Wolkenlücken und die Sonne guckt durch.










Weiter auf der E45 – unter Wolken, durch Regen und danach unterm Regenbogen.








Kurz vor Sveg kommt die Sonne mit Macht durch und beleuchtet eine hübsche Holzkirche. Wir halten und umrunden die Älvros gamla kirka. Die Kirche wird gerade abgeschlossen – wir sind zu spät für einen Besuch. Dass es sich gelohnt hätte, haben wir ja bei
gudrun55 gesehen.












Und der nächste Regenschauer zieht durch.

Wir passieren Sveg und fahren guten Mutes weiter nach Mora. Dort gibt es zahlreiche Möglichkeiten.
Erster Versuch am Stellplatz Kättingen – ein asphaltierter Parkplatz. Bezahlung über switch – irgendwie nicht wirklich ersichtlich, wie und was.


Zweiter Versuch: Campingplatz Orsa. Riesen-Einfahrt, Schranke zu, Rezeption geschlossen, wir fahren unverrichteter Dinge wieder zurück. Es dunkelt.
Dritter Versuch: Mora Golfclub. Eigentlich sehr schön, wir fahren ewig über Golfgelände und durch Wald – inzwischen schon im Dunklen – und sehen die Stellplätze alle mit Schildern versehen: nur mit Reservierung. Golfer 150 SEK, Nichtgolfer: 300 SEK. Viele große teure WoMos.
Um Gottes willen, bloß wieder weg.
Panik…
Letzter Versuch: Camping Åmåsängsgården.
Rezeption geschlossen, zahlreiche Lampen, Minigolfplatz, Absperrketten… aber eine Telefonnummer an der Tür.
Wir rufen an, und als wir sagen, wir stehen vor der Tür, kommt die Inhaberin tatsächlich runter, schließt die Rezeption auf und kassiert wortkarg, Wir entschuldigen uns für die späte Störung – und dürfen am Servicehus einparken, um die anderen Gäste nicht zu stören.
Abgesehen von den zahlreichen Lampen ist es ziemlich dunkel auf dem Platz und ich kann die Milchstraße über uns deutlich sehen. Die Toiletten und Waschräume sind sauber, mit Bewegungsmeldern, und wenig besucht und endlich fallen wir erleichtert ins Bett.

Fortsetzung folgt
Grüße Astrid