Hei!
Ich wohne jetzt zum 2. Mal für ein Jahr auf Spitzbergen, glaub also ich kann ein bißchen was davon erzählen.
Es ist schon richtig, dass man Longyearbyen nicht ohne Gewehr verlassen sollte, soweit ich weiß ist es aber selbst für Touristen nicht besonders schwierig eins zu mieten, nur leider relative teuer (hab mal was von 1000NOK gehört, weiß aber nichtmehr ob des der Wochen oder der Tagenpreis war).
Zumindest vor zwei Jahren hat ein Besucher von einer Freundin von mir eins ausleihen können, obwohl eigentlich nur polnisch sprechen konnte, also dem Händler bestimmt nicht schlüssig erklären konnte, ob er damit Erfahrung hat oder nicht (und er hatte soweit ich weiß keine). Ich hoffe die sind mitlerweile etwas strenger, aber wenn man von der Bundeswehr o.ä. weiß wie man mit einem Gewehr umgeht, kriegt man
sicher auch eins.
Wenn man natürlich noch nie ein Gewehr in der Hand hatte sollte man es lieber lassen, sonst ist das Gewehr eine größere Gefahr als die Eisbähren.
Die Straße hoch zur Svalsat Station oder nach Adventdalen richtung Grube7 würde ich ohne Gewehr schon nicht mehr sosehr empfehlen da dort sehr wenig Verkehr ist, und der letzt tödliche Zusammenstoß zwischen einem Menschen und einem Eisbären auf dem gleichen Berg stattfand, aufdem auch die Svalsat Station steht (ist ein Plateau, war also schon ein paar km weg von der Station).
Andererseits könnte man auf der Straße einen Eisbären mit dem Rad durchaus entkommen, sie sind zwar sehr schnell, aber im Sommer nicht besonders ausdauernd und einen Bären auf der Straße zu treffen ist auch nicht so sehr warscheinlich.
Vom Flughafen aus gibt es auch einen Bus, der ist billiger als die Taxis, und mit viel Gepäck würde ich zumindest nicht laufen, obwohl man es auch durchaus per Anhalter versuchen kann. Oder man übernachtet gleich auf dem Campingplatz, der ist direkt am Flughafen.
Falls Du weiter weg willst, solltest Du mit einem der kleinen Touranbieter mitgehen, da sind die Gruppen häufig nicht so sehr groß und die Touren durchaus anspruchsvoll.
Links zu den Seiten fast aller Tourismusanbieter (und allem möglichen was es sonst noch so in Longyearbyen gibt) findest Du auf
http://www.svalbard.com .
Der Massentourismus konzentriert sich hier eher auf die Kreuzfahrtschiffe, Longyearbyen selbst und die Umgebung ist gar nicht so überlaufen.
Ab einer bestimmten Tourlänge darf man auch nicht mehr als Tourist alleine gehen, wenn man dem Governeur nichteine entsprechene Versicherung und Ausrüstung nachweißt.
Neben den Kreuzfahrtschiffen gibt es auch noch kleiner Boote, die Tagestouren nach Barentsburg o.ä. anbieten, das ist natürlich schon relativ touristisch, lohnt sich aber trotzdem, und ab und an sind auch mal ein paar Localsoder zumindest Studenten mit auf dem Boot.
Fürs Wetter ist eher der Spätsommer (Mitte Juli bis Ende August) die bessere Reisezeit, dann sind die Chancen auf Sonne etwas besser. Svalbard gilt ja als Halbwüste, war aber zumindest letzten Sommer sehr verregnet und man kann Pech haben und eine Woche abwechselnd Nebel und Nieselregen haben, aber auch durchaus eine Woche Sonnenschein. Häufig bis Ende Mai, manchmal sogar bis Mitte Juni gibt es auf den Bergen noch Schnee, wenn der schmilzt ist ersmal alles sumpfig und einige Flüsse werden unpassierbar, deshalb ist der Frühsommer nicht so zu empfehlen. Insgesamt ist es im Sommer oft so 5-10 Grad warm (oder kalt

), es können aber auch mal 17 Grad seinund -5 Grad sind auch möglich.
Jetzt muss ich mal wieder was für die Uni tun (ich schreib hier oben Diplomarbeit)
Hilsen
Katja
Falls Du ein paar Bilder von Svalbard sehen willst, schau mal unter
http://www.fotos.web.de/katjaweigel