Zuerst einmal: Willkommen im Forum.
Zu Deinen Fragen:
- 200 km/Tag: Die kommen zustande, weil man ständig anhält. Man kann gerade in den norwegischen und schwedischen Teilen von Lappland auch gut wesentlich weiter fahren. In Finnland lassen abseits der E75 die Straßen keine 60 km/h als Höchstgeschwindigkeit zu. Weite Strecken sind nicht asphaltiert.
- Übernachtung: Mit 4 Personen kann es ohne Vorbuchung schwierig werden. Das Land ist einfach zu dünn besiedelt und entsprechend wenig Hotels gibt es. Eine weitere Möglichkeit sind Hütten auf Campingplätzen.
- Vorbuchen: ist einfach nur blöd. Wenn das Wetter nicht mitspielt hat keiner Lust, stundenlang in der baumlosen Küstenregion des Nordpolarmehres zu spazieren, an der stürmischen Küste nach Norden zu blicken oder bei Dauerregen vergeblich auf die Mitternachtssonne zu warten. Dann fährt man weiter. Geht nicht, wenn vorggebucht ist. Ist das Wetter gut, dann gibt es so viel zu erkunden. Aber im Inland von Schweden und Finnland gibt es außer bei Sturm Billionen dieser kleinen Raubtiere, die wir hier Mücken nennen. Wenn man da an einen Hotspot kommt, fährt man ohne feste Buchung weiter.
- Eine
mögliche Route habe ich mal skizziert. Die Strecke von Senja über Kvaløya und Sommarøy ist zur Zeit nicht darstellbar, da die Fähre nur im Sommer fährt. Dann könnt Ihr die Nationale Landschaftsroute Senja nutzen.
- Sehenswürdig ist vor allem die Natur. Aber auch die Städte und die vielen kleinen Orte bieten viel.
- Ich würde unbedingt Tromsø anschauen und in Alta die Felszeichnungen und die Nordlichtkathedrale ansehen.
- Hammerfest ist keine schöne Stadt aber ein interessanter Ort, an dem samische Kultur und industrielle Entwicklung aufeinander treffen, lange Zeit die nördlichste Stadt Europas. Bei schönem Wetter lockt in der Nähe Kjerkegårdsbukta, dort am Strand einen Tag zu verbringen.
- Bei einem Abstecher nach Havøysund genießt man wieder einen Landschaftsroute mit sehenswerten Rastplätzen und beeindruckenden Felsformationen.
- In Gamvik lockt neben dem Leuchtturm der Blick zum Nordpol. Damit kann man sich den Besuch des Nordkapps sparen. Überbleibsel von Bunkern und Stellungen aus der Besatzungszeit duch die Deutschen können erkundet werden und mahnen uns. Die halbwilden Rentiere der Samen beleben dort die Straßen.
- Weiter geht es zur Varangerhalbinsel. Man nutzt wieder eine Landschaftsroute um bis Vardø (Festung, Hexenmahnmal, Drakkar Leviathan...) oder sogar bis Hammningberget zu fahren.
- Die östlichste Stadt Norwegens ist Kirkenes, kurz vor der russischen Grenze. Letzte Station der Hurtigruten, geprägt von der Schifffahrt und durch den kleinen Grenzverkehr mit Russland, der vor 2022 sehr rege gewesen ist. Ein Abstecher nach Grense Jakobselv bieten sich an.
- Nun geht es nach Finnland Richtung Rovaniemi. Auf dem Weg liegt Inari mit vielen Mögichkeiten, das frühere und das heutige Leben der Samen kennen zu lernen. Ich weiß gerade nicht, ob und wo man da Gold waschen kann. Wird an mehreren Stellen angeboten.
- Auf endloser geradeaus führender E75 bekommt man eien Eindruck von der Weite und Leere der Region. In Rovaniemi kann man neben dem Weihnachtsmanndorf noch viel mehr anschauen, z.B. das Arktikum.
- Über Schweden geht es zurück nach Norwegen. Wenn man nicht den weiteren Weg über Gällivare fährt und die Mine Malmberget besichtigt, dann kann man das in Kiruna nachholen. Kiruna - "eine Stadt zieht um".
- Die Erzbahn nach Narvik begleitet die E10 in Richtung Abisko. Vielleicht ein Hubschrauberflug zum höchsten Bergmassiv Schwedens, dem Kebnekaise oder doch nur ein kleiner Spaziergang von der Abisko-Fjellstation hinüber zum Torneträsk? Jedenfalls ein Blick auf Lapporten.
- Einmalig die Fahrt hinauf zur Grenze nach Norwegen und wunderschön die Abfahrt hinunter nach Narvik in der Abendsonne. Narvik als Stadt reißt mich nicht vom Hocker. Aber seine historische und seine heutige Bedeutung zu erkunden ist spannend.
- Über die Insel Senja (Nationale Landschaftsroute) geht es dann zurück nach Tromsø.
Das sind meine Anregungen für knapp 2 Wochen Lappland. Alles wird man nicht schaffen in diesere kurzen Zeit. Es gibt noch so viel mehr zu sehen und zu erleben.
Grüße Gudrun