Lappland Rundreise

Übernachtungen, Sehenswürdigkeiten, Einfuhrbestimmungen, Geldverkehr, etc.

Lappland Rundreise

Beitragvon jwedenig » Di, 04. Mär 2025, 16:32

Hi!
Wir (4 Personen mit 2 Kindern(14/17))haben einen Flug nach Tromsö im August schon gebucht und würden gerne zum Nordkap, dann nach Finnland bis Rovaniemi und wieder zurück nach Tromsö.
Also quasi eine Lapplandrundreise mit Mietauto. Wir haben 15 Tage zur Verfügung.
Ich tu mir jetzt sehr schwer Quartiere zu buchen, da ich überhaupt nicht einschätzen kann, wann ich wo sein möchte und wie lange ich dafür brauchen werde.
Ein Rat wurde mir genannt - nie mehr als 200km/Tag einzuplanen.
Kann uns wer ein paar Tipps geben, wie wir es am Besten anstellen können um eine schöne Reise zu buchen?
Ist es jetzt schon ratsam Hotels/Appartments zu buchen?
Was wären die Sehenswürdigkeiten, welche man auf keinen Fall verpassen sollte?!
Vielleicht hat schon jemand eine ähnliche Reise gemacht und möchte Sie gerne mit uns teilen?
Vielen Dank für Eure Hilfe
Liebe Grüße
Jürgen
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Re: Lappland Rundreise

Beitragvon MarkusD » Di, 04. Mär 2025, 18:46

Moin Jürgen,

ob man nun nur 200 km pro Tag fahren soll darüber wird man sicherlich trefflich diskutieren können. Ich gehöre der Sektion an die auch vor 600 km am Tag nicht zurück schrecken. Spitzenwert war eine Etappe von Rovaniemi nach Uppsala mit 1.087 km an einem Stück und zwar alleine ohne sich abwechseln zu können. Logisch das das eine anstrengende Tour war (die ich heute auch nicht mehr so fahren würde, man wird ja auch älter <g>).

Aber die Strecke Jokkmokk oder Vuollerim nach Tromsø (ca. 567 km) fahre ich seit Jahren locker an einem Tag und zwar im Winter.

So viel dazu.

Ob man Unterkünfte buchen sollte? Mein Rat wäre, auf jeden Fall. Ich weiß nicht wie es im Sommer dort so aussieht, aber im Winter ist die Auswahl an Unterkünften in der Gegend ***sehr*** überschaubar. Ohne Buchung würde ich das auf keinen Fall machen. So wie ich es verstehe seid ihr in einem normalen PKW unterwegs, also campen kommt auch nicht in Frage.

Klar, wenn ihr gebucht habt, dann ist der Ablauf fest.

Zu Sehenswürdigkeiten kann ich euch nicht wirklich was sagen. Was man da so im Sommer macht, keine Ahnung, da liegt ja kein Schnee. :-))

Wenn ihr in Gällivare seid, dann würde ich mir die dortige Grube (Malmberget) ansehen, ich war noch nicht dort, habe mir aber von Hotelbesitzern erzählen lassen, dass das absolut ein Erlebnis wäre.

Gruß, Markus
MarkusD
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Re: Lappland Rundreise

Beitragvon Gudrun » Mi, 05. Mär 2025, 0:01

Zuerst einmal: Willkommen im Forum.

Zu Deinen Fragen:
- 200 km/Tag: Die kommen zustande, weil man ständig anhält. Man kann gerade in den norwegischen und schwedischen Teilen von Lappland auch gut wesentlich weiter fahren. In Finnland lassen abseits der E75 die Straßen keine 60 km/h als Höchstgeschwindigkeit zu. Weite Strecken sind nicht asphaltiert.
- Übernachtung: Mit 4 Personen kann es ohne Vorbuchung schwierig werden. Das Land ist einfach zu dünn besiedelt und entsprechend wenig Hotels gibt es. Eine weitere Möglichkeit sind Hütten auf Campingplätzen.
- Vorbuchen: ist einfach nur blöd. Wenn das Wetter nicht mitspielt hat keiner Lust, stundenlang in der baumlosen Küstenregion des Nordpolarmehres zu spazieren, an der stürmischen Küste nach Norden zu blicken oder bei Dauerregen vergeblich auf die Mitternachtssonne zu warten. Dann fährt man weiter. Geht nicht, wenn vorggebucht ist. Ist das Wetter gut, dann gibt es so viel zu erkunden. Aber im Inland von Schweden und Finnland gibt es außer bei Sturm Billionen dieser kleinen Raubtiere, die wir hier Mücken nennen. Wenn man da an einen Hotspot kommt, fährt man ohne feste Buchung weiter.
- Eine mögliche Route habe ich mal skizziert. Die Strecke von Senja über Kvaløya und Sommarøy ist zur Zeit nicht darstellbar, da die Fähre nur im Sommer fährt. Dann könnt Ihr die Nationale Landschaftsroute Senja nutzen.
- Sehenswürdig ist vor allem die Natur. Aber auch die Städte und die vielen kleinen Orte bieten viel.
- Ich würde unbedingt Tromsø anschauen und in Alta die Felszeichnungen und die Nordlichtkathedrale ansehen.
- Hammerfest ist keine schöne Stadt aber ein interessanter Ort, an dem samische Kultur und industrielle Entwicklung aufeinander treffen, lange Zeit die nördlichste Stadt Europas. Bei schönem Wetter lockt in der Nähe Kjerkegårdsbukta, dort am Strand einen Tag zu verbringen.
- Bei einem Abstecher nach Havøysund genießt man wieder einen Landschaftsroute mit sehenswerten Rastplätzen und beeindruckenden Felsformationen.
- In Gamvik lockt neben dem Leuchtturm der Blick zum Nordpol. Damit kann man sich den Besuch des Nordkapps sparen. Überbleibsel von Bunkern und Stellungen aus der Besatzungszeit duch die Deutschen können erkundet werden und mahnen uns. Die halbwilden Rentiere der Samen beleben dort die Straßen.
- Weiter geht es zur Varangerhalbinsel. Man nutzt wieder eine Landschaftsroute um bis Vardø (Festung, Hexenmahnmal, Drakkar Leviathan...) oder sogar bis Hammningberget zu fahren.
- Die östlichste Stadt Norwegens ist Kirkenes, kurz vor der russischen Grenze. Letzte Station der Hurtigruten, geprägt von der Schifffahrt und durch den kleinen Grenzverkehr mit Russland, der vor 2022 sehr rege gewesen ist. Ein Abstecher nach Grense Jakobselv bieten sich an.
- Nun geht es nach Finnland Richtung Rovaniemi. Auf dem Weg liegt Inari mit vielen Mögichkeiten, das frühere und das heutige Leben der Samen kennen zu lernen. Ich weiß gerade nicht, ob und wo man da Gold waschen kann. Wird an mehreren Stellen angeboten.
- Auf endloser geradeaus führender E75 bekommt man eien Eindruck von der Weite und Leere der Region. In Rovaniemi kann man neben dem Weihnachtsmanndorf noch viel mehr anschauen, z.B. das Arktikum.
- Über Schweden geht es zurück nach Norwegen. Wenn man nicht den weiteren Weg über Gällivare fährt und die Mine Malmberget besichtigt, dann kann man das in Kiruna nachholen. Kiruna - "eine Stadt zieht um".
- Die Erzbahn nach Narvik begleitet die E10 in Richtung Abisko. Vielleicht ein Hubschrauberflug zum höchsten Bergmassiv Schwedens, dem Kebnekaise oder doch nur ein kleiner Spaziergang von der Abisko-Fjellstation hinüber zum Torneträsk? Jedenfalls ein Blick auf Lapporten.
- Einmalig die Fahrt hinauf zur Grenze nach Norwegen und wunderschön die Abfahrt hinunter nach Narvik in der Abendsonne. Narvik als Stadt reißt mich nicht vom Hocker. Aber seine historische und seine heutige Bedeutung zu erkunden ist spannend.
- Über die Insel Senja (Nationale Landschaftsroute) geht es dann zurück nach Tromsø.

Das sind meine Anregungen für knapp 2 Wochen Lappland. Alles wird man nicht schaffen in diesere kurzen Zeit. Es gibt noch so viel mehr zu sehen und zu erleben.

Grüße Gudrun
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Re: Lappland Rundreise

Beitragvon jwedenig » Mi, 05. Mär 2025, 7:31

wow, so umfassende Antworten. Vielen Dank erstmal!
Ich werde mir mal einen Überblick verschaffen und wenn ich darf, Fragen stellen, wenn welche aufkommen.
Liebe Grüße
Jürgen
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Re: Lappland Rundreise

Beitragvon jwedenig » Mi, 05. Mär 2025, 10:25

Und wegen der Frage Camper JA/Nein - naja, leider haben wir NULL Erfahrung mit Camper, obwohl es natürlich bezüglich der Quartiere von Vorteil wäre, und ich und meine Sohn sind 2m gross, ist auch eher ein Nachteil glaube ich
jwedenig
 
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Re: Lappland Rundreise

Beitragvon Gudrun » Mi, 05. Mär 2025, 11:42

Ein Camper ist für eine Reise von Ort zu Ort in der skandinavischen Natur ideal, aber kein muss. Sucht Euch passende Übernachtungsorte und fahrt zur Not auch mal größere Distanzen. Dann habt Ihr Zeit, Euch an anderen Stellen intensiver umzusehen. (meine ganz persönliche Meinung)

Grüße Gudrun
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Re: Lappland Rundreise

Beitragvon jwedenig » Mi, 05. Mär 2025, 15:15

Ein Urlaub mit dem Camper ist sicherlich ideal, aber ich schrecke da ein wenig zurück, ob ich dass alles schaffe mit Wasser/Strom etc. - habe überhaupt keine Erfahrung diesbezüglich.
Glaubst Du, es ist ratsam dann gleich in einem fremden Land auszuprobieren?
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Re: Lappland Rundreise

Beitragvon Gudrun » Mi, 05. Mär 2025, 16:03

- Ich würde meinen ersten Camper nicht in einem fremden Land ausleihen. Eine gründliche Einweisung, die ich gut verstehe, ist bestimmt nicht verkehrt. Auch eine Bedienungsanleitung auf Deutsch sollte verfügbar sein. Die Norweger sprechen fast alle gut englisch - aber nicht, wenn es Probleme gibt.
- Von Euren 13 Tagen geht dann weitere Zeit für die Übergaben ab.
- Die Straßenverhältnisse, sind nicht überall so sind, dass man gut mit einem großen Mobil zurecht kommt.
- Liegt Euch diese Art zu reisen überhaupt? Man muss es mögen.
Neben der Flexibilität hat eine Camper für mich den großen Vorteil, dass man sich selbst gut verpflegen kann und nicht auf Restaurentbesuche angewiesen ist. Aber da findet sich eine andere Lösung.

Grüße Gudrun
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