Liebe machen fuers Dorf => braucht deutschland auch sowas

Literatur, Musik, Kunst, Sprache, etc.

Liebe machen fuers Dorf => braucht deutschland auch sowas

Beitragvon oli » Di, 01. Feb 2005, 21:46

da: http://www.aftenposten.no/nyheter/iriks ... fid=rss1.0
kommentiere das erstmal nicht weiter... ;) :oops:

lieb gruss
oli

edit: wieso kann man hier immer noch so lange betreffs in die ausgangszeile schreiben, die dann gekuerzt werden??? geht weiter mit "...h sowas?"
einen tropfen glück møchte ich haben - oder ein fass verstand - menander
oli
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 205
Registriert: Sa, 07. Sep 2002, 11:03
Wohnort: bergen

Re: "Liebe machen fuer's dorf" => braucht deutschland

Beitragvon Pedro » Mi, 02. Feb 2005, 1:06

Ach, Olli, da musst du aber nicht direkt rot werden. Ist doch ne nette Idee. Und es schien ja woanders schon gefruchtet zu haben. Ausserdem ist doch " fuck for bygda " schöner als " fuck for forest ", oder? Gut, dann ist der Nachwuchs da. Was macht man dann? " Fuck for Arbeitsplatz "?
Auf jeden Fall versucht ein Lokalpatriot alles, damit das Dorfleben nicht gänzlich vor die Hunde geht, damit ginge auch ein Haufen Kultur verloren.
Gruss vom Pedro ( Ich habe meinen Soll zum Thema Nachwuchs auf dem Dorf erfüllt, hihi )
Pedro
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 269
Registriert: Fr, 06. Feb 2004, 17:49
Wohnort: 5627 Jondal i Hardanger

Re: "Liebe machen fuer's dorf" => braucht deutschland

Beitragvon Kerstin i Norge » Mi, 02. Feb 2005, 11:03

also an uns soll es ja nicht liegen. :lol: Melde mich,äh uns, sofort.

Wenn wir unser traditionelles Birkedal Treffen aller Birkedal Einwohner (die, die dort feste wohnen, WE Besuche, um zu schauen ob der Bauernhof noch steht ...gelten bei uns nicht) haben, ist die Runde sehr übersichtlich. Wir sind 6 Personen, Espen und ich die einzigsten unter 40 (und 50), die anderen sind 55,81,86 und 89 Jahre alt. Also wir wollen gerne Kinder haben, ich bin ja auch dabei nen Hofverkauf aufzubauen, damit ich irgendwann mal als Mutter zu Hause sein kann und trotzdem finanziell was dazusteuern kann.

Und es ist wirklich ne gute Aussage, denn die Dörfer brauchen Einwohner. Aber was sie auch noch brauchen, sind Arbeitsplätze ohne Weltreise als Arbeitsweg. Und ne vernünftige Politik, wenn es um Boplikt geht. Für 5 Jahre finden die meisten ne Lösung, dann ziehen die meisten aber auch schon wieder nach Hause und die Häuser/Hôfe auf dem Lande stehen leer, werden ab und an an Wochenenden, für Touris, bei Elchjagd und manchmal in den Ferien benutzt. Dadurch hält man die Leute nicht auf dem Land. Da würde ich sagen :Schafft die Boplikt ganz ab, oder erhöht, auf z.B. 20 Jahre. Da setzt man sich dann wirklich hin und überlegt, und macht da kein vorübergehendes Gastspiel drauss, um an ein Feriendomizil ranzukommen.

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung.

lg

Kerstin
Kerstin i Norge
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 1037
Registriert: Di, 02. Sep 2003, 13:26
Wohnort: Holum - Mandal

Re: "Liebe machen fuer's dorf" => braucht deutschland

Beitragvon Jupp, der Wal » Mi, 02. Feb 2005, 16:32

hei kerstin in norge,
was ist denn bitteschön eine "boplikt" ? werden da etwa ernsthaft leute verpflichtet (wie auch immer) irgenwo (zumindest vorübergehend) zu wohnen?
klär mich bitte doch mal auf!

gruss aus tromsø
jupp, der gott sei dank im wasser lebende wal
Jupp, der Wal
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 267
Registriert: Mi, 07. Apr 2004, 1:40
Wohnort: Tromsø

Re: "Liebe machen fuer's dorf" => braucht deutschland

Beitragvon Kerstin i Norge » Mi, 02. Feb 2005, 16:52

Huhu Jupp

also als Beispiel. Du kaufst einen Bauernhof in Birkedal, oder noch besser, Du erbst einen. Dann hast Du (ob nun immer, oder ab einer gewissen Grösse...keine Ahnung) 5 Jahre Wohnpflicht, d.h. DU (kein Mieter) musst dort auch wohnen...und theoretisch nicht nur ne Briefkastenadresse haben...theoretisch. Wenn die 5 Jahre um sind, kannst Du wieder in die Stadt ziehen (falls Du dort vorher gewohnt hast) oder eben auf dem Lande bleiben. Es gilt nicht für alle Häuser, aber eben verstärkt bei Bauernhöfen (wie gesagt, ich weiss nicht ab welcher Grösse). Falls Du einen alten Hof übernimmst, der z.B. weder Bad, noch fliessend Wasser etc. hat...kannst Du ein Gesuch einlegen, damit die Wohnpflicht verschoben wird. Aber irgendwann musst Du einziehen (oder Du findest eine nette Ausrede, warum nicht). Leider finden die meisten für diese 5 Jahre eine Lösung und danach, tja, danach ziehen sie wieder in die Stadt und das Haus steht die meiste Zeit leer. Was auf dem Lande eben stark auffällt...

Nimm z.B. Birkedal,Håland,Igland...die drei sind eigentlich ein Bygda, mit (Bedehus mal nicht mitgezählt) 16 Häusern. Davon muss eins demnächst bezogen werden - da hatte der Besitzer 4-5 Jahre Zeit, um es bewohnbar zu machen - , eins wird leer, weil die Besitzer ihre 5 Jahre "abgesessen" haben, eins wird nur zur Elchjagd benutzt, 1 so hin und wieder und 2 sind ab und an bewohnt, z.B. durch Novasol Touris.
Die Idee mit der Boplikt war wohl, dass wieder mehr Leute "aufs Land kommen". Tun sie auch, aber eben meistens nur für 5 Jahre. Denn in der Zeit wohnt er oft in der alten Wohnung (wegen Job) und sie zieht nur mit den Kindern hoch, oder umgekehrt...und danach hat man halt einen Ferienwohnsitz. Und so gibt es immer mehr Gehöfte die leer stehen. Verkauft werden sie selten ? Weil man eben 3 Nächte im Jahr dort übernachten möchte und , was noch wichtiger ist, man will die Elchjagd nicht vermissen. :wink:

Dann gibbet auch noch Nutzungspflicht, ab ner gewissen Grösse, ob nun landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich. *verwirr-verwirr*

lg

Kerstin
Kerstin i Norge
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 1037
Registriert: Di, 02. Sep 2003, 13:26
Wohnort: Holum - Mandal

Re: "Liebe machen fuer's dorf" => braucht deuts

Beitragvon Hjelleflat » Mi, 02. Feb 2005, 22:43

Kerstin i Norge hat geschrieben:Und es ist wirklich ne gute Aussage, denn die Dörfer brauchen Einwohner. Aber was sie auch noch brauchen, sind Arbeitsplätze ohne Weltreise als Arbeitsweg. Und ne vernünftige Politik, wenn es um Boplikt geht.

Aber das ist nur meine bescheidene Meinung.


... und auch meine, liebe Kerstin. Meine Kommune grenzt fast an Gloppen und hier sieht es ähnlich aus. Landflucht. Kaum einer geht gern weg, aber aus ermangelung von Arbeitsplätzen sehen sich nicht wenig bygdefolk gezwungen in Ecken des Landes zu ziehen wo es größere Arbeitsplatzauswahl gibt. Mein 80jähriger Nachbar hat sechs töchter. Eine wohnt hier im Nachbardorf, alle anderen in Bergen und vor allem Oslo. Keine will hier her zurückkommen und den Hof übernehmen. Es ist angenehmer und risikoloser für sie in den groösseren Ballungsgebieten Geld zu verdienen.
Und zum Arbeitsweg. Meiner sieht wie fölgt aus. 15minuten fahrt zur Fähre, Uberfahrt 15 Minuten, fahrt zur Firma in Lærdal nochmal 15 -20 Minuten.Das ginge ja noch wenn da nicht die Kosten für Bom,Fergee und Diesel währen. Schlappe 3000Nok im Monat. Ich nehme es in Kauf. Wohne gern dort wo ich wohne, die Arbeitstelle ist okay, auf meiner Seite des Fjordes war nichts zu finden.
Langfristige Perspektiven müssen her, dann werden die leute auch nicht mehr weg ziehen.
Bzw. nach ausbildung und erfahrung - sammeln zurück kommen.
Das Phenomen gibt es doch überall in Europa. Ob in der Extremadura, Meck-Pomm, oder Westirland.
Babys werden daran nichts ändern, denke ich.

Dirk
Hjelleflat
 

Re: Liebe machen fuers Dorf => braucht deutschland auch s

Beitragvon Kerstin i Norge » Do, 03. Feb 2005, 9:03

ja, so ne Weltreise mach ich auch. Bei mir sind es 1-1 1/2 Std.Autofahrt. Nicht weil ich so langsam fahre, es kommt auf die Qualität (sprich Räumung, Streudienst etc.) der Strasse an. Im Sommer fahre ich die 53 km in ca. einer Stunde, im Winter wahlweise und wetterbedingt können da gut 1 1/2 Std drauss werden.

Für mich persönlich käme kein Umzug Richtung Stadt in Frage. Ich hab mein Zuhause gefunden, auch wenn es "O-Ton Arbeitskollegen" fast in Kautokeino ist. Worauf ich meistens nur konter : wenn Du Rentiere siehst, bist Du zu weit gefahren". :wink:

Darum bin ich ja beim Aufbau des Hofverkaufs....*zwinker*

lg

Kerstin
Kerstin i Norge
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 1037
Registriert: Di, 02. Sep 2003, 13:26
Wohnort: Holum - Mandal

Re: Liebe machen fuers Dorf => braucht deutschland auch s

Beitragvon Jupp, der Wal » Do, 03. Feb 2005, 18:07

hei und hallo aus tomsø mal wieder,
@ kerstin i norge:

jetzt hast du mich ein bischen neugierig gemacht liebe kerstin, und mich würde doch mal interessieren, was so ein hof bei euch in der gegend kostet. grobe preisveranschlagung natürlich. freue mich auf eine antwort, vielen dank schon mal im voraus

jupp, der sich nicht nur für das meer interessierende wal
Jupp, der Wal
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 267
Registriert: Mi, 07. Apr 2004, 1:40
Wohnort: Tromsø

Re: Liebe machen fuers Dorf => braucht deutschland auch s

Beitragvon oli » Do, 03. Feb 2005, 21:20

@Hjelleflat, was arbeitest du denn in lærdal?
die idee dieses projektes finde ich auch genial, es ist eine lockere weise, auf ein ernsthaftes problem hinzuweisen. wir haben die landflucht auch im studium ein paar mal angeschnitten, es ist aber ein thema, womit ich mich gerne weiter beschæftigen wuerde (studiere soziologie).

lieb gruss
oli
einen tropfen glück møchte ich haben - oder ein fass verstand - menander
oli
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 205
Registriert: Sa, 07. Sep 2002, 11:03
Wohnort: bergen

Re: Liebe machen fuers Dorf => braucht deutschland auch s

Beitragvon Hjelleflat » Do, 03. Feb 2005, 22:36

@Oli
maler, byggtapetserer, lakkerer, flisleger, golvleger osv.
Hjelleflat
 

Re: Liebe machen fuers Dorf => braucht deutschland auch s

Beitragvon oli » Do, 03. Feb 2005, 23:12

flott! :)
einen tropfen glück møchte ich haben - oder ein fass verstand - menander
oli
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 205
Registriert: Sa, 07. Sep 2002, 11:03
Wohnort: bergen

Re: Liebe machen fuers Dorf => braucht deutschland auch s

Beitragvon Kerstin i Norge » Fr, 04. Feb 2005, 9:25

*lach*

Huhu Jupp

nee,nee,nee, ich verkaufe nicht den Hof, ich baue einen Hofverkauf auf. :lol:

Den ersten Teil, mit unterschiedlichen Kräuterprodukten, Marmeladen, Eingelegtem, Chutneys, Seifen, Bonbons etc. hab ich. Dann wird aus dem Keller ( mit altem Backes) in Zukunft noch eine Produktionsküche mit Backofen, um norwegische und deutsche und internationale Sachen zu kochen und zu backen. Und die Tiere sind für die Kinnings zum schmusen da....ok, nicht die Hühner, die sind für die Eier da. :wink:

Das zum persönlichen Hofverkauf.

Zum generellen Hofverkauf : Hier gibbet bei uns im Moment keinen zu verkaufen, nur zu vermieten. Aber es war jetzt einer zu verkaufen, der näher bei Grimstad als wir liegt. Da wollten sie für ein abbruchreifes Haus (ohne Fenster, Gardinen flattertern munter herum und morschem Fussboden - Bruder eines Nachbarn hat sich da das Bein gebrochen) und ca. 30 mål 1,5 Million haben. Und Odel war auch noch drauf (um die Sache noch ne Stufe spannender zu machen).
Gib einfach mal bei notar oder finn als erweiterten Suchbegriff "Småbruk" oder "Gårdsbruk" ein, da findest Du einiges.
Aber das Problem ist eigentlich nicht so der Preis. Für Dich hätte ich vielleicht in Iveland was im Angebot. Wenn Du Dir ne Stelle im Krankenhaus in Kristiansand vorstellen könntest und kein Problem mit ca. 1 Stunde Arbeitsweg hast... da findest Du unter http://www.notar.no nen Bauernhof in Iveland. :wink: Da wurde das Angebot von 500.000 kr abgeschlagen. :lol:

Oder in Vest Agder, zwischen Bjelland und nem Campingplatz ( in der Pampa), da standen auf 11 km Abstand 25 Höfe leer. Ist halt schwer, dort ne Stelle zu finden, ohne den langen Arbeitsweg Richtung Mandal oder Kristiansand auf sich zu nehmen. Ob diese Höfe allerdings verkauft werden, bezweifel ich fast.

lg

Kerstin
Kerstin i Norge
NF-Stammbesucher
NF-Stammbesucher
 
Beiträge: 1037
Registriert: Di, 02. Sep 2003, 13:26
Wohnort: Holum - Mandal


Zurück zu Kultur und Sprache

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste