von fcelch » Fr, 28. Jul 2006, 20:55
Hei,
also zunächst mal zur Eklärung:
Ich habe mal festgestellt, dass sich viele Leute darauf versteifen unbedingt den schönsten Moment auf Foto oder Video festzuhalten. Dabei vergisst man ganz den Moment als solchen zu genießen. Mir ist das mal auf einer Walsafiri so gegangen. Ich wollte unbedingt die Schwanzflosse beim abtauchen knipsen. Nachher als wir wieder im Hafen waren fiel mir auf das ich die ganze Zeit wie ein Jäger mit der Kamera rungelaufen bin, das eigentlich "Magische" der tollen großen Meeressäuger aber gar nicht so genießen konnte. Das foto, obwohl gut gelungen, bedeutet mir nichts.
Also habe ich versucht mir folgendes anzueignen:
Ich versuche den Moment in mir "aufzusaugen", so das ich ihn später wieder abrufen kann. Ich habe einmal einen Kurs autogenes Training gemacht, praktizierre es aber nicht regelmäßig. Dachte vorher: alles Blödsinn, aber es hat was. Man kann sich selber unter Konzentration und mit geschlossenen Augen "im Geist" an verschiedene Orte mit verschiedenen Stimmungen versetzten. Man spürt die Wärme des Körpers und fühlt sich wohl. Dies kann dann sehr entspannend wirken. Ein Ort ist dabei für mich eine Obstbaumwiese unterhalb des Campingplatzes in Lofthus. Dort kann man die Abendsonne genießen, die Bienen summen, es riecht nach "Wiese", gegenüber auf der anderen Fjordseite sieht man den Folgefonngletscher und hinter einem rauscht oben ein mächtiger Wasserfall von der Hardangervidda. Man hört in der Ferne die Stimmen vom Campingplatz, ein Trecker rattert vorbei und unten aufm Fjord tuckert ein Boot zum angeln. Diesen Moment kann ich, wenn ich möchte, jeder Zeit "abrufen.
Vergleichbar gehts mir z.B. mit einer Stelle oberhalb der Hadlaskard-Hütte in der Hardangervidda. Auch ein schönes Plätzchen, sehr früh morgens, kalt und etwas dunstig: oberhalb des Gjendesees, bevor man an das große Geröllfeld vor dem Besseggen kommt. Da sitze ich dann "im Geiste" immer in meinem warmen Schlafsack.
Gruß,
FCElch