Hallo Leute,
hier gibt es doch sicherlich einige, die sich in Norwegen bereits Eigentum angeschafft haben oder sich zumindest gut damit auskennen.
Nachdem ich gestern eine Besichtigung hinter mich gebracht und nun eine Nacht darüber geschlafen habe, tauchen Fragen auf, die mir weder der Makler noch der Hausbesitzer beantworten können. Vorab, ich kenne mich überhaupt nicht mit derartigen Dingen aus, da es absolutes Neuland für mich ist.
Ich meine, mal gelesen zu haben, dass diejenigen, die ein Haus errichten und relevante Arbeiten wie z.B. die Elektroinstallation ausführen, dafür einen sehr langen Zeitraum haftbar sind.
Mir geht es im Prinzip nicht darum, da ich nicht glaube, dass sich diese Verantwortung über 35 Jahre hinzieht. Nur existiert vom Haus kein Schaltplan oder Grundriss der elektrischen Anlage und weder Makler noch derzeitiger Besitzer wissen, wer diese Arbeiten damals ausgeführt hat. Sicher ist nur, dass dort diese "traditionellen", also uralten Sicherungen verbaut sind. Aber ich würde gerne wissen, wer solche Unterlagen haben kann. Geben muss es sie ja, oder?!
Gibt es so etwas wie ein Bau(ordnungs)amt in Norwegen? Ein Anruf beim Servicetog der Kommune hat mir nicht großartig geholfen, weil der Tipp mit "alles auf unseren Webseiten zu finden" zeugt nun nicht gerade von übermäßiger Arbeitsmotivation wie ich finde.
Inwieweit ist die vom Besitzer abgegebene Eigenerklärung zum Zustand, Schäden etc. bindend? In meinem Fall sieht diese ein bisschen einfach gestrickt aus, weil pauschal mal überall "nein" angekreuzt wurde, d.h. er weiß wohl von gar keinen Beeinträchtigungen etc. Sollte ich nach dem Kauf einen gravierenden Schaden feststellen, der bei der Besichtigung nicht aufgefallen ist, welche Möglichkeiten und Chancen habe ich, sollte es Meinungsverschiedenheiten geben?
Ferner sagt der Prospekt aus, dass der boligrapport ohne ein Energieattest unvollständig ist. Eben dieses wurde durch den Verkäufer aber nicht in Auftrag gegeben und sei auch gar nicht zwingend nötig, wenn ich den Makler richtig verstanden habe. Ich hingegen habe gelesen, dass dieser ab dem 1.7.2010 Pflicht sein soll, z.B. hier. Wird das streng gehandhabt oder ist das auch so eine "Kann-aber-muss-nicht"-Regel?
Zu guter letzt: Der Makler hat mir erläutert, dass das erste Gebot schriftlich abgegeben werden muss und alle nachfolgenden telefonisch erfolgen könnten. Ich habe in Norwegen ja schon vieles erlebt, was ich nicht für möglich gehalten hätte, aber das kann ich mir nun überhaupt nicht vorstellen. Wie kann ich mich davor schützen, dass andere, z.B. Bekannte/Verwandte des Besitzers oder sogar der Makler "Scheingebote" abgeben, um den Preis zu pushen? Zumal in der Ausschreibung auch schwarz auf weiß steht, dass der Verkäufer nicht verpflichtet ist, an das höchste Gebot zu verkaufen.
Ich sehe da als einzige Option, quasi wie bei eBay, einen max.-Preis für mich selbst zu setzen und mich anschließend auf nichts mehr einzulassen. Das würde mir aber die Chance nehmen, in den Verhandlungen ein bisschen flexibel zu sein.
Ist die Kaufurkunde (skjøte) mit dem Grundbucheintrag in Deutschland zu vergleichen?
Sehe ich alles viel zu eng und meine deutschen Eigenschaften sind noch zu sehr ausgeprägt oder könnt ihr meine Bedenken nachvollziehen?
Freue mich auf eure Meinungen.
Grüße
Karsten




