Auswandern nach Alesund/ Umgebung

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Re: Auswandern nach Alesund/ Umgebung

Beitragvon Jeanni12 » Fr, 11. Mär 2016, 20:07

Hallo Christoph,
Lieben Dank für deine Nachricht. Ich denke schon das wir weder blauäugig noch unvorbereitet auswandern. Ich wollte 2001 schon mal dahin und hab es mir ausreden lassen, obwohl die Vorbereitungen schon auf Hochtouren liegen und mein Exmann sogar schon Arbeit hatte....naja nun der 2.Anlauf :-)
Aber der Tip mit der Kritik ist wirklich hilfreich. Daaaanke!
Danke auch an alle die uns hier so zahlreiche und vor allem hilfreiche Tipps geben.
Viele Grüße
Jeanni12
 
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Re: Auswandern nach Alesund/ Umgebung

Beitragvon troll70 » Sa, 12. Mär 2016, 14:12

@groepel zwei:
Es gibt sicher solche Extremfaelle (wie auch bei Deinem Post ueber Kinder in Norwegen). Aber die Art, wie Du diese Extremfaelle verkaufst, ist doch nun wirklich sehr uebertrieben. Faelle, wie Du sie beschreibst, sind allenfalls Ausnahmen.

Wie schon oefter geschrieben, haben wir von Anfang an grossen Wert auf Integration gelegt und dadurch nur wenig Kontakt zu anderen Deutschen oder Auslaendern hier in der Ålesund-Gegend. Aber keiner von denen, die wir kennen, hat auch so extreme Erfahrungen gemacht, wirklich keiner.

Ich gebe Recht, dass auch in Norwegen die in den Baechen Wasser fliesst und kein Honig. Man muss auch hier arbeiten, um weiter zu kommen und man bekommt als Auslaender auch keine roten Teppiche ausgerollt (so besonders sind wir Deutschen nun mal nicht). Aber meine Famlie fuehlt sich absolut akzeptiert, integriert und willkommen hier. Und ich glaube, dass wir da keine Ausnahmen sind.

Auswandern ist einfach. In der neuen Heimat anzukommen dagegen, kann dauern und es erfordert hier und da auch etwas Durchhaltevermoegen. Aber mit der erforderlichen Beharrlichkeit, einer Portion Offenheit, mit einer guten Mischung aus Optimismus und Realismus sowie eine Mengen harter Arbeit (Sprache!!) gelingt es jedem.
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Re: Auswandern nach Alesund/ Umgebung

Beitragvon Gröpel zwei » Mo, 14. Mär 2016, 9:31

Troll 70, teilweise stimme ich mit dir über ein, teilweise nicht. Auch mit Christoph stimme ich überein, aber ziehe andere Schlüsse.

Mir ist das so passiert und dem Einzelfall nützt es nichts, zu wissen, dass er eine Ausnahme ist. Ich bestreite nicht, dass es den meisten besser geht, ich hoffe das sogar. Ich kann auch nicht ausschließen, dass ich am Ende sogar noch etwas länger hierbleibe (bleiben muss).

Dass es in Norwegen jeder schaffen kann, sehe ich überhaupt !!! nicht so. Man kann Pech haben und hat dann vielleicht einfach keinen Bock mehr auf das Land (wozu sollte man es dann "schaffen" wollen? Was heist das überhaupt - was muss man den hier schaffen?- Felsen, Moore, Eis, Meer und kulturelle Einöde, Klima und Licht (no words), das kann seine guten Seiten haben. Aber ich frage mich wirklich danach, was eigentlich die guten Seiten am Auswandern sind: Ist das Gesundheits- und Sozialsystem in D wirklich schlechter? Ist es die Bezahlung? Sind es die Arbeitsbedingungen? Kann man sich hier leichter selbstverwirklichen?

Es wurde mehrfach gesagt, dass man wisse, dass in Norwegen "auch nicht alles besser" ist. Ich frage mich, was ist es denn dann, warum man auswandert?

Das ist eigentlich alles, was ich sagen möchte, als Warnung für diejenigen, die nicht "wirkliche" Gründe haben, nach Norwegen auszuwandern. Geld/Verdienst oder romantische Vorstellungen über ein Leben in der Wildnis - wer deswegen auswandert, könnte enttäuscht sein. Mentalitätsunterschiede sind vielleicht größer, als man denkt (habe nicht nur in Norwegen Erfahrungen gesammelt....). Was ist wirklich wichtig ist im Leben muss, jeder für sich selbst entscheiden, aber ich wünsche keinem, dass er es auf ähnliche Weise wie ich lernt (keine Details mehr... :-? )
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Re: Auswandern nach Alesund/ Umgebung

Beitragvon motorkruizer » Mo, 14. Mär 2016, 19:04

Hallo,
das hoert sich wohl etwas viel nach Frust an,,sonst wuerdest Du nicht Alles schlecht reden!..Wir haben den Schritt nie bereut,wir sind nicht blauaeugig ausgewandert,,mit der richtigen Portion Realissmuss ist es kein Problem in Norwegen ein besseres Leben(meine subjektive Meinung )zu fuehren als in D...Richtig ist natuerlich ,das es im Moment schwierig ist Jobbs zu finden,die Chancen steigen und fallen auch mit den Sprachkentnissen!.Es liegt an Jedem selber ob und wie man hier klar kommt!...was ich persoenlich ziemlich schlecht finde,,das man ein Land derart schlecht redet,nur wenn man persoenlich nicht klarkommt!...wie gesagt,,es gibt in Norwegen auf jeden fall mehr positive Erfahrungen von Auswanderen ,als negative.Ich persoenlich kenne keine Deutschen hier in unserer Umgebung(das sind Einige)die den Schritt bereut haben.
Hilsen Juergen
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Re: Auswandern nach Alesund/ Umgebung

Beitragvon der westfale » Di, 15. Mär 2016, 8:38

Hallo


Ich denke mal mit fast ein Jahrzehnt des Lebens hier in Norwegen hat sich so einiges an Erfahrung angesammelt. Wir haben viele Menschen im realen wie auch hier im Form kommen und gehen gesehen. Menschen bei denen heute noch alles Gold war und morgen voellig am Boden zerstoert wieder abgewandert sind.
Eins hatten die meisten aber alle gemeinsam. Sie begannen langsam aber immer haeufiger sich immer mehr schlecht zu reden, immer mehr mit dem hier zu hadern was hier in Norwegen alles nicht richtig ist. Irgendwann ueberwog dann der gefuehlte Nachteil und man wollte nur noch weg. Der Weg nach Deutschland ist ja auch nicht verwehrt. Eher im Gegenteil, auch dort floriert der Arbeitsmarkt, der ja jahrelang eher der Grund war auszuwandern.

Integration ist ja oft hier das Schluesselwort. Keine deutsche Bekannte, oder Freunde und die ganz Harten laufen dann schon im zweiten Jahr am 17. Mai mit einem Bunad zum Umzug. Ich denke das ist velogen sich selber gegenueber und fuehrt irgendwann zum, wenn man etwas Selbstachtung besitzt, grossen Knall.
Wir persoenlich machen hier unser Ding. Machen wozu wir Lust haben, oft auch gegen die Stimmen der ueblichen Noergler. Haben in der Hauptsache deutsche Freunde, eine gute norwegische Nachbarschaft. Sind aber sicherlich nicht intregiert bis in die letzte Haarspitze. Wollen wir auch gar nicht. Dafuer muessten wir uns zu sehr verbiegen, wollen wir aber nicht.

Das ist aber eben unser Weg, der bei uns funktioniert, da meine Frau und ich als Team hier sind und uns auch als sollches verstehen.
Und auch das zeigt die Zeit hier. Menschen in einer funktionierenden Paartnerschaft, wo sich beide Paartner einig sind, sind hier erfolgreicher. Wandern eher seltener zurueck.

Das alles sind aber nur persoenliche Erfahrungen.

Gruss
der westfale
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Re: Auswandern nach Alesund/ Umgebung

Beitragvon troll70 » Di, 15. Mär 2016, 11:52

@westfale:

Deinem ersten Absatz stimme ich vollumfaenglich zu.

Und um erst gar nicht in diese Negativspirale reinzurutschen, haben wir uns in den 5 Jahren hier ein Bekanntenkreis unter den Eingeborenen aufgebaut. Man kann seine Herkunft nicht abschuetteln, aber man hat sich ja bewusst fuer ein neues Umfeld entschieden. Warum also staendig mit Leuten zusammensitzen, die der "guten-alten-Zeit" hinterher trauern? Nicht umsonst sagt man oft, dass wir Deutschen eher zuerst mal die Probleme sehen, dann erst die Chancen.

Aber ganz egal, welchen Weg man fuer sich selber geht - und damit komme ich zurueck auf die Ausgangsfrage - muss man einfach sehen, dass im Vestland (wahrscheinlich gilt es fuer ganz No) viel ueber persoenliche Verbindungen laeuft. Und davon kann man profitieren, wenn man eben von den Einheimischen nicht nur akzeptiert, sondern Teil deren Netzwerk ist. Keine noch so gute deutsche Bekanntschaft kann es aufwiegen, wenn ein Personalchef, der deine Bewerbung auf dem Tisch hat, den Bekannten seines besten Freundes anruft, der "zufaellig" vier Haeuser neben dir wohnt und der bestaetigen kann, dass der Deutsche in der Nachbarschaft ein super Typ ist, dessen Kinder im Fussballverein sind und der bei jeder Dugnad mit dabei ist.
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Re: Auswandern nach Alesund/ Umgebung

Beitragvon der westfale » Di, 15. Mär 2016, 12:57

troll70 hat geschrieben:@westfale:

Keine noch so gute deutsche Bekanntschaft kann es aufwiegen, wenn ein Personalchef, der deine Bewerbung auf dem Tisch hat, den Bekannten seines besten Freundes anruft, der "zufaellig" vier Haeuser neben dir wohnt und der bestaetigen kann, dass der Deutsche in der Nachbarschaft ein super Typ ist, dessen Kinder im Fussballverein sind und der bei jeder Dugnad mit dabei ist.



Mit der Einschaetzung hast du natuerlich recht, heute mehr denn je als noch vor zwei Jahren,allerdings mit dem Ergebnis, so zeigt es unsere Erfahrung, das gerade anfaenglich von Deutschen gerne versucht wird, norwegischer als der Norweger zu sein. Das funktioniert nur in wenigen Faellen und zumeist geht es in die Hose. Mit dem haeufigen Resultat der Rueckwanderung.



Gruss
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Re: Auswandern nach Alesund/ Umgebung

Beitragvon Gröpel zwei » Do, 17. Mär 2016, 18:00

Nein, alles schlecht reden wollte ich nicht und habe ich hoffentlich nicht. Vieles ist wirklich toll hier. Ich stimme auch weitgehend ueberein bei den Verhæltnissen, Anpassung osv.

Nur wegen Arbeitsmarkt/Einkommen/Romantische Wildnis auszuwandern ist m.E. riskant, das kann gut gehen, muss aber nicht. Abgewogen gegen die Chancen in D wuerde ich eher sagen: Nein, es ist ZU riskant (es ist eben auch vieles toll an Deutschland ;) ). Daher frage ich mich, ob das den Auswanderungswilligen klar ist....

Das war schon alles.

PS: natuerlich hatte ich Frust ;)
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