Auswandern mit Familie ohne Arbeitssuche und Hauskauf

Arbeiten, Formalitäten, Wohnen, Studieren, Au-pair, Schüler-/Studentenaustausch, Praktika. Wir sind keine Jobbörse!

Re: Auswandern mit Familie ohne Arbeitssuche und Hauskauf

Beitragvon JanaVD » Mi, 16. Sep 2020, 10:32

Knallfrosch hat geschrieben:Warum so angefressen, nur weil es Kritiker gibt?
Du wurdest doch in keiner Weise angegriffen.....aber deine Reaktion ist schon etwas befremdlich.

Kritik bzw. die eigene Meinung von anderen sollte man doch schon vertragen können ohne gleich beleidigt zu reagieren.

Aber Entschuldige wenn du hier erwartet hast nur wohlwollende und unterstützende Antworten zu erhalten, hättest du das womöglich am Anfang schon dazu schreiben sollen.

Tja....die Welt ist schlecht.... :roll:

Ich wünsche dir/euch viel Erfolg bei eurem Vorhaben, es gibt ja auch hier einige im Forum die das mit dem Auswandern gut gemeistert haben.
Aber es gibt eben auch einige wo es nicht so geklappt hat, wie gewünscht.

Grüße


Sachliche Kritik nehme ich ja auch gerne auf. Aber nach der Meinung, wie jemand dies oder jenes seiner Ansicht nach empfindet (ob gut oder schlecht, richtig oder falsch), danach war eben nicht gefragt.
Wohlwollende und unterstützende Antworten brauche ich keines Weges, eben nur sachliche.

Natürlich ist nicht immer alles was man tut "das Beste" - für die Umwelt, für den Geldbeutel, etc. Manchmal muss man eben eine Kompromiss mit sich selber schließen. Aber leider interessieren sich die meisten Menschen eh nicht für solche Themen - machen sich keine Gedanken und treffen bewusst eine Entscheidung.

Natürlich wäre es am Besten, wenn mein Mann keine eigene Firma mit Angestellten hätte (für die er selbstredend auch Verantwortung trägt, dass diese ein auskömmliches Einkommen haben und einen sicheren Arbeitsplatz), mit uns sofort nach Norwegen ziehen könnte und dort eine One-Man Show in seiner Selbstständigkeit machen könnte.
Aber klar, noch viel besser: Machen wir die Firma einfach dicht. Die Mitarbeiter bekommen als Abschiedsgeschenk ein wohlwollendes und gutes Zeugnis und dann sollen die sich mit den vielen Anderen um einen neuen Arbeitsplatz bewerben. Aber da viele von denen auch schon älter sind, bekommen die (gerade jetzt) wahrscheinlich keinen neuen Arbeitsplatz. Ist aber ja auch nicht so schlimm, weil die dann ja damit ihre Ökobilanz aufbessern (keinen Arbeitsweg mehr, kein Geld, um neue Dinge sich zu leisten, etc).

Diese und viele andere Entscheidungen sind wohl überlegt. Viele Wege führen zum Ziel. Nicht alle Wege sind "gut", aber keine ist eben Perfekt. Leider sitzen wir nicht alle an einem Tisch und können alle gemeinsam immer überlegen, wie man all unsere Entscheidungen und Eure Entscheidungen am allerbesten fällen sollte.

relch hat geschrieben:(Ganz egal ist es mir nicht: wir alle müssen mehr mit anpacken, wenn es um die Natur geht!)

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Nach bestem Wissen und Gewissen fällen wir unsere Entscheidung. Und ständig lerne ich dazu. Am besten werden alle Autos (E-Autos sind ja auch ein Thema für sich, da die Akkus ja auch nicht gerade umweltfreundlich sind) abgeschafft. Genauso wie Handys, Flugzeuge, Kreuzfahrten, viel zu große und prunkvolle Luxusanwesen, Primark, Fertiggerichte, etc. Für das Wohl der Tiere sollte nur noch Biofleisch verkauft werden. Für das Wohl der Insekten (und allen anderen), sollten die Acker nicht mehr mit diesen Chemiekeulen bespritzt werden. Es sollte kein flüssiges Shampoo (und Duschgels) verkauft werden dürfen - festes Shampoo (bzw. Haarseife) und ein Stück Seife tun es auch ("Zero Waste"). Und warum mit so vielen (und teils schädlichen) Inhaltsstoffen die Wäsche waschen - hast Du es schon mal ausprobiert, nur mit (Wasch-)Soda (und Natron für Wolle und feines) Deine Wäsche zu waschen? Funktioniert wunderbar, wie wir finden. Auch selber das Geschirrspühlpulver herstellen geht ganz schnell und ist viel besser für die Umwelt (das einzige, was nicht so sauber wird sind die Löffel mit Eigelb dran (per Hand dann eben waschen) und die Teeverfärbung geht auch nicht weg (da dann eben ab und zu "normales Geschirrspülmittel nehmem, oder es in Natron über Nacht einweichen). Plastikkleidung sollte auch nicht mehr hergestellt werden, weil dadurch so viel Mikroplastik ins Wasser gelangt. Unser Hund muss jetzt auch dadurch, dass dieser kein feuchts Futter aus der Dose mehr bekommt. Gefällt nicht so, aber sie frisst das Trockenfutter ja auch... Ich könnte noch ewig so weitermachen, weiß aber längst noch nicht alles und lerne gerne dazu. Aber, sehr gerne können wir uns mal treffen und uns gegenseitig wertvolle Denkanstöße geben. Aber ja, Sowohl Handys, als auch zwei Autos (ja, leider zwei! Ist eben so.) befinden sich in unserem Besitz. Und nein, Kreuzfahrten haben wir noch keine gemacht. In den letzten sieben Jahren ganze drei Urlaube.
JanaVD
 
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Re: Auswandern mit Familie ohne Arbeitssuche und Hauskauf

Beitragvon Wutschi » Di, 22. Sep 2020, 23:28

Dann will ich trotzdem noch ein bisschen von meinen Erfahrungen berichten:
Vor 13 Jahren hat mich mein damaliger Arbeitgeber gefragt, ob ich nicht in einem Projekt in den USA unterstützen könnte. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir 2 Kinder (2 und 4 Jahre)
Firma zahlt möblierte Wohnung, 2 Dauermietwagen usw… Als Dauer war geplant 6 Monate minus 1 Tag um nicht in den USA steuerpflichtig zu werden.
Interessante Erfahrung, Sprache verbessern, haben wir gemacht. Dann kam das was kommen musste. Kann ich nicht um weitere 6 Monate verlängern? Der 4 Jährige hat im Kindergarten pausiert, ist mittlerweile 5 und nach den Sommerferien geht im Kindergarten die Vorschule los.
Uns war klar, meine Frau und Kinder gehen auf jeden Fall zurück. Ich habe mich entschieden zu pendeln, bzw. teilweise aus Deutschland und teilweise in den USA zu arbeiten. Nachdem wir alle zurück waren bin ich nach 2 Wochen Deutschland für 3 Wochen in die USA aufgebrochen.
Ich habe auf dem Flug in die USA mehrmals mir die Tränen wegwischen müssen, in den 3 Wochen habe ich gelitten wie ein Hund. Den ursprünglich geplanten Rhythmus 3 Wochen USA 1 Woche Deutschland habe ich dann auf jeweils 2 Wochen geändert. Mit dem Wissen das dies ein Ende, hat ging es dann. Eine weitere Verlängerung habe ich abgelehnt was bei meinem Arbeitgeber nicht gut ankam. Aus dieser Zeit weiß Ich, das das Erreichen von diversen Status beim Vielfliegen keinesfalls erstrebenswert ist. Ein getrennt sein über das Wochenende kommt für mich heute nicht mehr in Frage. Sonntags anzureisen lehne ich ebenfalls ab.
Das Leben geht weiter, es kam noch ein Kind dazu, mein damaliger Chef ist immer von Süddeutschland nach Frankfurt gependelt, Montags hoch und Freitags wieder runter. Wir hatten immer ein sehr gute Verhältnis und ich habe ihn davon überzeugt das der Laden auch läuft wenn er nur 4 Tage die Woche in Frankfurt ist.
Das war auch so und mein Chef war, nachdem er 1 Tag die Woche remote gearbeitet hat genauso effizient wie wenn er vor Ort war.
Ich bin dann zu einem großen Software Hersteller gewechselt, zu dieser Zeit war es in Europa noch üblich das man von Montag bis Freitag beim Kunden vor Ort war. Ich habe das für mich immer so gehandhabt, dass ich dies die ersten Wochen gemacht habe und mir dann das OK geholt Freitags remote zu arbeiten.
Während dieser Zeit habe ich in Brüssel jemanden kennengelernt der auf Korsika wohnte und immer zu seinen Projekten von Montag bis Donnerstag fliegt. Ich fand das echt cool, warum denn nicht dort leben wo es einem gefällt.
Kurz darauf habe ich mich vor 9 Jahren entschlossen ebenfalls selbstständig zu machen. In der Regel war ich zu Anfang auch von Montag bis Freitag vor Ort und habe dann nach einigen Wochen, wenn die Vertrauensbasis da war, auf 4 Tage vor Ort und 1 Tage remote gewechselt.
Vor einigen Jahren habe ich beschlossen das mir das zu blöd ist und ich generell nur 4 Tage beim Kunden vor Ort bin und seit 2018 bin ich in der Regel nur noch 3 Tage vor Ort. Ich reise Montags Abends an und Donnerstags Abends wieder ab. Den Rest arbeite ich Remote. Ich kann genauso gut aus Norwegen arbeiten. Bei uns ist der nächste Flughafen in Bergen und vor dort aus ist eine Anreise Montags Abends genauso gut möglich.
Jetzt kenn ich die Tätigkeit Deines Mannes nicht, aber wenn es keine körperliche Arbeit ist, kann man auch sehr gut von einem anderen Standort arbeiten. Wie gut etwas finanzierbar ist und ökologisch vertretbar ist, muss jeder selbst ausrechnen und beurteilen.
Warum schreibe ich das alles, 2 Wochen in den USA und 2 Wochen Zuhause waren für mich die Hölle, heute kann ich super arbeiten egal wo, Hauptsache ich bin Freitags + Wochenende bei meiner Familie. Jeder ist anders jeder erlebt es anders und was für euch das Richtig ist, müsst ihr selbst durch ausprobieren rausfinden. Habt den Mut, mietet euch etwas Schönes und testet verschiedene Pendel-Modelle aus. Ein wichtiges „Learning“ bei uns war, sucht man etwas für einen gewissen Zeitraum, z. Bsp. 6 Monate ist man zu schnell bereit Kompromisse zu machen, nachdem Motto sind je doch nur 6 Monate, oder für 6 Monate ist das OK. Da können dann auch mal 6 Monate extrem lang werden. Auch wenn es nur 6 Monate sind, es sollte trotzdem passen, egal ob Haus, Auto, Boot, Kindergarten, Schule, Umgebung, zu weiter Weg zum Flughafen, Stadt, Einkaufen, usw…
Frei nach dem Motto träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.
Wutschi
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