Hei Vroni,
da ich Ärztin bin und seit einigen Jahren in Norwegen arbeite, kann ich zumindest einige Deiner Fragen beantworten.
Ein AiP wie in D gibt es hier nicht. Nach dem Studium ist man "turnuslege" und arbeitet 6 Monate in der Chirurgie, 6 Monate in der Inneren (in einigen Krankenhäusern 4 Monate Chirurgie, 4 Monate Innere und 4 Monate Wahlfach - wobei aber nicht alle Fächer möglich sind) und noch 6 Monate als "kommunelege" ("Gemeindearzt", ähnlich einem deutschen Hausarzt), also insgesamt 18 Monate. Die Stellen werden zentral vergeben, man muss sich in Oslo bewerben. Studenten, die nicht in Norwegen studiert haben, müssen dann noch einige Prüfungen machen, bevor sie beginnen können zu arbeiten (Rechtsmedizin usw.). Da es viele Norweger gibt, die im Ausland studieren, die Zahl der "turnuslege"-stellen aber begrenzt ist, muss man seit letztem Jahr mit einigen Monaten Wartezeit rechnen. Ausserdem gilt, dass man entweder sein Wahlfach prioritiert oder den Ort, an den man möchte. Unbedingte Voraussetzung ist, dass man fliessend norwegisch sprechen und schreiben kann (oder schwedisch oder dänisch), sonst hat man keine Chance - es besteht ja kein Mangel an "turnusleger" - man konkurriert also mit allen anderen Bewerbern.
Der grosse Bedarf an Assistenzärzten ist ebenfalls zurückgegangen, da immer mehr Norweger mit ihrem Studium fertig werden. Es ist auch für Norweger schwieriger geworden, eine Stelle zu finden. Auch hier gilt: norwegisch muss man können, um überhaupt eine Chance auf eine Stelle zu haben!
Ein gewisser Bedarf besteht noch bei "kommuneleger", also als Hausarzt.
Ich bin als Fachärztin hierher gekommen und habe über die ZAV (Zentralstelle für Arbeitsvermittlung, damals noch Frankfurt) einen Sprachkurs in D gemacht - bevor ich hierher gekommen bin. Es wurden schon damals nur Fachärzte und Ärzte, die sich verpflichtet haben, als Hausärzte zu arbeiten, für den Kurs akzeptiert.
(Auf der Seite vom norwegischen Arbeitsamt gibt es auch Infos:
http://www.aetat.no/InfoWeb/english/eng ... tment.html )
Als Facharzt hat man dagegen immer noch gute Chancen, eine Arbeitsstelle zu finden. Da besteht z.T. immer noch ein erheblicher Mangel.
Insgesamt ist hier in Norwegen die Anzahl offener Stellen in den letzten Jahren aber deutlich zurückgegangen, besonders bei den Assistenzärzten.
Soweit ich weiss, ist es in Schweden noch leichter, da es dort mehr unbesetzte Stellen gibt. Im Forum vom deutschen Ärzteblatt (
http://www.aerzteblatt.de/v4/foren/foru ... orumid=139 ) gibt es eine Auslandsrubrik, da kannst Du einiges dazu finden.
Hilsen
Susanne