Ich habe mich zwar vorher nicht mit diesem Thema beschäftigt, aber irgendwie habe ich nun doch das Bedürfnis, meinen Senf dazu zugeben.
Der Zeitungsartikel berichtet doch nur von einer Person. Also sehr repräsentativ finde ich das nicht. Zwar hat diese Person 300 Bewerbungen geschrieben, aber im Allgemeinen ist sicherlich von Nachteil eines kleinen Landes wie Norwegen, daß die absolute Anzahl potentieller Arbeitgeber nunmal kleiner ist als in größeren Ländern. Jedenfalls denke ich, sollte man den Zeitungsartikel nicht überbewerten.
Auf der anderen Seite stelle ich mir eine Integration in Norwegen für Einwanderer sehr schwierig vor, und das scheint ja bei der Arbeistsuche offenbar sehr wichtig zu sein.
Man lebt eher in kleinen Städten/Dörfern, in denen jeder jeden kennt - und das meist schon aus dem Kindergarten. Dort sich zu integrieren ist ja auch in Deutschland eher schwierig. Und selbst Oslo und Bergen sind jetzt nicht so groß, daß man nicht genug wichtige Leute kennen könnte, wenn man dort aufgewachsen ist. Hier im Ruhrgebiet ist es in den 100.000EW-Städten auch noch relativ übersichtlich, wenn es um Beziehungen geht, obwohl man nicht mehr jeden einzelnen kennen kann.
Und wenn man bedenkt, daß man sich auch über die Sprache identifiziert, machen es einem die Dialekte auch nicht so einfach, das scheint ja auch für die Norweger untereinander zu gelten. Ich denke da nur an die Bokmål - Nynorsk-Diskussionen einiger Norweger hier im Forum. Deutschland hat auch viele Dialekte und die Regionen ihre Eigenheiten. Aber für nicht wenige Norweger scheint mir das eine echte Glaubensfrage zu sein.
Und dann legen Norweger noch viel wert auf Traditon und Geschichte. Wer als Erwachsener Ausländer dorthin zieht, muß da sicherlich erstmal "rein" kommen.
Kann es sein, daß sich der eine oder andere Einwanderer von Land und Landschaft hat blenden lassen? Urlaub und tägliches Leben sind eben nicht dasselbe.