Zur Freundin migrieren - Einschätzung

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Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon raph.w » Mi, 01. Sep 2010, 5:59

Liebes Forum,
zunächst einmal hallo zusammen und schon herzlichen Dank für's Lesen. Ich denke derzeit sehr darüber nach, den Sprung in den deutschen Norden zu wagen und ich würde gerne für zusätzliche Klarheit eine oder mehrere Meinungen bekommen, da ich selbst ehrlich gesagt nur wenig über Norwegen "an sich" bescheid weiß. Dafür zunächst der leider etwas kitschige Hintergrund: Ich habe vor bald einem halben Jahr eine Norwegerin kennen gelernt, die demnächst nach Oslo zieht. Wir sind seit Tag Eins unserer Bekanntschaft ein Paar (in gerade Fernbeziehung), es läuft wirklich sehr, sehr gut und ich habe im Gefühl, dass könnte die vielzitierte "Eine" sein und ich bin mehr als bereit für sie einen solchen Schritt zu wagen. Schon allein dass ich über letzteres nicht eine Sekunde zweifle, sagt mir, dass sie jemand besonderes ist und nicht nur irgendein Mädchen. Die Freundin würde sich über meinen Zuzug auch sehr freuen. Allerdings sitze ich seit einigen Wochen wie von meinen deutschen Professoren für mich vorgesehen in den Büros einer US-amerikanischen Hochschule und soll dort meine vorgezogene Promotion beginnen. Seit jeher habe ich wenig Lust noch an selbiger zu arbeiten und will das Ganze ehrlich aufgeben (die Zweifel am Sinn der Promotion hatte ich schon lange, nur noch keine bessere Alternative, sodass ich leider einfach immer weiter gemacht habe). Ich würde dann im Dezember nach Deutschland zurückkehren, meine Masterarbeit in VWL schreiben (die ich sonst zwischengereicht, wenn ich gleich meinen Ph.D. angehängt hätte), mein Norwegischselbststudium intensivieren und dann nach Möglichkeit bald nach Oslo nachkommen. Norwegisch spreche ich derzeit noch keines außer ein paar Wörter, aber ich möchte anfangen bereits jetzt zu lernen, nur lässt mir mein Status Quo als Doktorand leider wenig Luft zum atmen.

Nun der Clue: Ich habe folglich meiner akademischen Karriere (bin 24) einen Fokus auf theoretische Arbeit gelegt, will aber eigentlich nicht mehr akademisch tätig bleiben. Meine Profs werden mich wohl ohnehin verstoßen, wenn ich jetzt alles hinschmeisse, aber darüber komme ich schon weg. Ich wundere mich aber, was ich als Volkswirt mit zugegebenermaßen hervorragender Abschlussnote aber wenig drum herum für eine Chance in Norwegen hätte. Ich habe allerdings noch gute Computerkenntnisse, da ich im Bereich sogenannter Simulierter Modelle arbeite und ich überlege sogar, neben einem ersten Job ein Fernzweitstudium in Informatik nachzureichen; sowas gibt es ja auch in Teilzeit. Allerdings habe ich auf den Seiten des UDI gelesen, ich müsste gewisse Einkommensgrenzen überschreiten und darüber mache ich mir Sorgen. Einen Job findet man ja immer, aber dann soll ich gleich ca. NOK 338.000 im Jahr (= ca. 3.500 Euro im Monat?!) verdienen, wenn ich die Webseite richtig gelesen habe. Das klingt doch etwas viel für ein Einstiegsgehalt.

Ich wollte jetzt einfach mal vorsichtig fragen: Wie schwer werde ich mir denn tun? Probieren werde ich's auf jeden Fall, aber mehr wissen ist dann doch immer besser als weniger wissen. Danke also für eure Einschätzung und eure Hilfe!

Viele Grüße aus Kalifornien, Rafael
raph.w
 
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon xingox » Mi, 01. Sep 2010, 7:08

Hallo rafael,
du scheinst ein helles (rationales?) köpfchen zu sein. ein wirklichen tip kann dir glaube ich niemand wirklich sicher geben, da es bei dir um mehr, wie "nur" eine auswanderung geht.
als mensch mit versäumnis den akademischen grad zu vollenden und ein paar jährchen älter und somit auch schon in ungemütlicheren lebenssituationen gewesen, kann ich dir nur von meiner erfahrung berichten, die besagt, dass ich es bitter bereut habe, die studiensituation alzu leichtfertig mit dünnbrettbohrerei verbracht zu haben. mir ist der fehlende akademische grad schon einige male auf die füße gefallen. deswegen kann ich dir nur raten das studium inkl. promotion zu beenden. so leicht wie jetzt wirds nie wieder. und wahre liebe wartet, oder?
allerdings kann ich dir auch nur meine erfahrungen aus d schildern und ich habe schon gehört, daß in n die situation mit dem bewerten von akademischen graden anders ist.
Har det
Ingo
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon olly40 » Mi, 01. Sep 2010, 7:23

Hei.
Als erstes und mir wichtigstes möchte ich dir raten: brich nichts ab, was du bereits angefangen hast. Mach deinen Dorktor weiter. Die Liebe wird das sicher überstehen :knutschen: . Es könnte aber sonst sein, dass du das irgendwann in deinem Leben bereust. Wer weiß schon, was noch in deinem Leben passiert, noch bist du jung.
Auf der anderen Seite frage ich mich, wo du das mit den 338.000 Kronen pro Jahr her hast. So viel haben wir als Familie nicht, deswegen kann ich mir das nicht vorstellen. Vielleicht kannst du mal einen Link hier einsetzen.
Ich habe eine Seite (http://www.dinside.no/29355/180-250000) mit Durchschnittseinkommen, aber obwohl diese von 2002 sind, kannst du dir wohl vorstellen, dass es auch 2010 nicht soooo viel mehr sein kann, um ein Minimum für seinen Lebensunterhalt zu haben. Vielleicht ist das das Durchschnittseinkommen, was du in deinem späteren Beruf zu erwarten hast?
Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück für deine neue Liebe und glaube dir, wenn du sagst, es kann was fürs Leben werden. Ich finde, die Norweger sind freundlicher und entspannter als Deutsche, also sehr liebenswert :wink: . Mach weiter so, geh deinen Weg, aber lass dir auch die nötige Zeit.
Hilsen Daggi
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon Gudrun » Mi, 01. Sep 2010, 13:57

Hallo Rafael,

hast eine PN.

Liebe auf den ersten Blick auf Dauer gibt es. Ich würde die berufliche Chance nutzen. Die hast Du nur jetzt. Wenn ich das richtig lese, ist doch die Dauer der Fernbeziehung absehbar? Um den Kontakt zu Deiner Freundin zu halten, gibt es heute so viele Möglichkeiten. Weiß schon, dass das ein Zusammensein nicht ersetzt. Trotzdem: Gemeinsam einsam die Tage zählen und durch.

Grüße Gudrun
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon thinktwice » Mi, 01. Sep 2010, 18:55

Hallo Rafael,

mal 'ne Frage: wie lange soll Deine Promotion denn dauern? Wenn ich es richtig verstanden habe hast Du gerade erst angefangen... Da hast Du aber noch einen ganz schoenen Schlauch vor Dir! 3-4 Jahre and einer Promotion arbeiten, die Dich wenig interessiert ist meiner Ansicht nach keine gute Perspektive. Ich kenn Leute, die haben 10 Jahre erfolglos an ihrer Promotion gearbeitet und aus mangelndem Antrieb letzten Endes aufgegeben.
Wer steht dann besser da: Bachelor mit Berufserfahrung oder erfolgsloser Doktorand?

Hast Du mal ueberlegt Deinen Master bzw. Doktor in Oslo zu machen? Das waeren dann zwei Fliegen mit einer Klappe...und so weiter.

Du hast ja Deinen Bacherlor in VWL, wenn ich es recht verstehe- stehst also nicht ohne Abschluss da.
Bewirb Dich doch auch einfach mal so auf Jobs.

Im Uebrigen ist der Arbeitsmarkt fuer Akademiker in Norwegen sehr begrenzt. Elitefoerderung existiert praktisch nicht und die Chancen Deiner Qualifikation (PhD) entsprecht eingestellt zu werden schaetze ich eher gering ein.

Das deckt sich jetzt nicht mit der Meinung der anderen hier, ich weiss. Aber als jemand der mit 'nem Akademiker verheiratet ist (und die ganze Promotions- und Postdoc klamotte durchgezogen hat) moechte ich jeden warnen an der Uni zu bleiben nur weil man keine bessere Idee hat oder weil es sich so bequem ergab. Wenn man nicht fuer seine Arbeit 'brennt'' geht man diese Tage dort schnell unter.

Du hast zwei grosse Fragen offen: die nach Deiner beruflichen Zukunft und nach Deiner Privaten. Versuche sie getrennt voneinander zu loesen. Deine Freundin kann Deine beruflichen Zukunfstfragen nicht loesen und sollte auch fuer sie letzlich nicht verantwortlich gemacht werden. Mach bitte nicht den Fehler und schmeiss alles fuer sie hin ( auch wenn ich sonst romatisch veranlagt bin!!!)!
Ich hoffe, Du findest eine gute Loesung!!!

Lykke til!
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon raph.w » Mi, 01. Sep 2010, 19:45

Hallo zusammen,
danke für all' eure Antworten. Vielleicht zur Aufklärung meiner akademischen Situation: Ich habe einen (deutschen) Master in VWL kurz vor Vollendung; nur auf Grund meiner akademischen Leistungen darf ich bereits jetzt an einem Promotionsprogramm in den USA teilnehmen, um bei Erfolg einfach hier zu bleiben. Schon allein letzteren zweifle ich an, weil ich meine drei Stunden pro Tag mit Skype nach Norwegen verbringe während meine lieben Kommilitonen schon morgens um 7 Uhr an ihren Essays sitzen. Und selbst wenn, dann hätte ich tatsächlich noch mindestens 4-5 Jahre Promotion vor mir. Deshalb würde ich auch weniger etwas abbrechen als gar nicht richtig damit anfangen. Wenn ich abbrechen würde, könnte ich meinen Master in wenigen Wochen fertig machen, das wäre quasi nur die ein oder andere Formalie.

Einen Doktor in Norwegen habe ich in Erwägung gezogen, aber ich würde lieber anfangen zu arbeiten, weil ich, wie du schon sagtest, tatsächlich der Leidenschaft ermangle, wie ich immer mehr feststellen muss. Dazu kommt, dass ich mich später lieber auf mein Privatleben konzentrieren möchte; ich brauche gar nicht "Karriere" zu machen und ich wäre folglich auch mit dem relativ wenigeren Geld zufrieden.

Dass ich beide Probleme getrennt bearbeiten sollte, sehe ich im übrigen auch so, aber obige Ausführungen lassen wohl hoffentlich vermuten, dass die Freundin mehr Auslöser als Grund für meine Schlussstrich-Pläne ist. Ich war auch am meisten darüber neugierig, wie meine Chancen mit meiner geschilderten Qualifikation wohl wären. Ich kenne den norwegischen Arbeitsmarkt leider viel zu wenig, aber ich dachte mir, warum nicht beide Neuanfänge an einem Ort zusammenbringen. Und meine Freundin ist Ingenieurin, die tut sich so leicht, die weiß gar nicht wie das ist, einen Job zu suchen ;) An dem Entschluss selbst zweifle ich aber jede Nacht weniger, ich hätte der Uni zugegebenermaßen ja schon viel früher den Rücken kehren sollen und das ist ein guter Anlass, das endlich umzusetzen.

Danke an alle! Lg, Rafael

PS: @olly45: Wenn ich weiterblättere finde ich: Sivilökonom: http://www.dinside.no/29434/over-400000, das wäre dann im Durchschnitt sogar mehr als ich dachte. Die Zahl habe ich von: http://www.udi.no/Norwegian-Directorate ... pecialist/
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon ThorstenF.H. » Mi, 01. Sep 2010, 20:23

hei,

mann mit vorstellungen und zielen.
1. ist der doktor hier in N anerkannt? wenn nein dann lass es gleich bleiben.
2. liebe zu eine norwegerin ist super. norwegerinen sind viel besser wie deutsche mädels. ( sorry an alle deutsche frauen die das lesen)
3. ich kenne ein paar studierte hier in N (B.A., master, dip. ing. usw.) die sehr unzufrieden mit dem gehalt sind das sie bekommen. sie haben es genau so gemacht wie du es vorhast. mit nicht wirklich viel berufserfahrung hier her und den erst besten job genommen den es gibt.
klar finden sich super bezahlte stellen. man muss sie nur suchen und etwas glück haben.

wenn du lust und zeit hast noch weiter zu studieren denn guck dir mal die hochschule in telemark an, speziell Bø. hier wird alles mit wirtschaften gelehrt und du bekommst auch noch kostenlos einen sprachkurs. http://www.hit.no/nor/HiT/AA-studere-ve ... nistrasjon

vielleich ist ja auch was für dich dabei.

viel glück
di di di di di di di di di di di di di di di di di di di di di diiiiiiiiii
(Morgenstemning av Edvard Grieg)
ThorstenF.H.
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon raph.w » Mi, 01. Sep 2010, 21:36

Hallo Thorsten,
danke auch für deine Antwort. Allerdings werde ich, wenn ich schon nach Norwegen gehe, sicher zur Freundin nach Oslo ziehen und nicht ins Umland. Außerdem wüsste ich nicht, warum ich noch an einer Präsenzuni studieren sollte, wenn die Gehälter für "Studierte" ohnehin nicht so gut sind. Ich probier's einfach und nehme dann eben nicht den erst-, sondern den zweit- oder drittbesten Job und hoffe, das mein Gehalt irgendwo stimmt. Nach zwei oder drei Jahren Berufserfahrung kann ich den Job dann ja wechseln und vielleicht habe ich bis dahin mein Informatikzweitstudium fertig. Mit zwei Abschlüssen und dann hoffentlich guten Sprachkenntnissen sollte ich doch was finden. Die Norweger haben ja auch Unis, deren Absolventen Jobs suchen. Wird für mich schon auch was dabei sein. Ich bin einfach mal positiv; was anderes bleibt mir ja auch nicht übrig.
Liebe Grüße, Rafael
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon thinktwice » Do, 02. Sep 2010, 7:58

raph.w hat geschrieben:... Ich probier's einfach und nehme dann eben nicht den erst-, sondern den zweit- oder drittbesten Job und hoffe, das mein Gehalt irgendwo stimmt. Nach zwei oder drei Jahren Berufserfahrung kann ich den Job dann ja wechseln und vielleicht habe ich bis dahin mein Informatikzweitstudium fertig. Mit zwei Abschlüssen und dann hoffentlich guten Sprachkenntnissen sollte ich doch was finden. Die Norweger haben ja auch Unis, deren Absolventen Jobs suchen. Wird für mich schon auch was dabei sein. Ich bin einfach mal positiv; was anderes bleibt mir ja auch nicht übrig.
Liebe Grüße, Rafael


Finde ich die beste Einstellung. Positiv bleiben!
Beziehungen sind hier in Norwegen fuer die Arbeitssuche seeeehhr wichtig. Wenn Deine Freundin jemanden kennt, der Dir beim Einstieg helfen koennte... hast Du gleich viel bessere Chancen!

Es ist natuerlich Deine Entscheidung, aber wenn ich an Deiner Stelle waere wuerde ich die Promotion abbrechen, Master abschliessen und dann weiter sehen. Wie sagt man noch so schoen: lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! 4- 5 Jahre Promotion sind 'ne lange Zeit. Wenn Du weisst, das es eigentlich nicht Dein 'Ding' ist, brich es so frueh wie moeglich ab. Je laenger Du es hinauszoegerst umso schwieriger und komplizierter wird es. Und Deine Professoren wuerden warscheinlich eine schnelle Entscheidung auch begruessen. Niemand wird Dir einen Strick daraus drehen, das Du einen 'falschen' Schritt gemacht hast. Aber ihn nicht zu korrigieren kann Dich die Gunst der Profs kosten (und auf die bist Du angewiesen bis Du Deinen Master fertig hast....).
Ich habe so viele Leute an den Unis 'herumhaengen' sehen- sie taten niemanden einen Gefallen damit. Sich selbst am allerwenigsten! Ein ehrliches Wort und verantwortungsbewusstes/ konsequentes Handeln wird Dich am Weitesten bringen, meiner Meinung nach. Aber wie gesagt, dass ist meine persoenliche Ansicht zum Thema.

In jedem Falle - Viel Glueck
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon Marika Anna L » Do, 02. Sep 2010, 20:06

Habe dein posting mit interesse gelesen, und so beim ersten spontanen lesen dachte ich spontan daran das du ja emotionell auch Achterbahn fahren musst..ohne dir zu nahe treten zu wollen.
Eine Freundin von mir zieht auch aus der Nähe von Oslo hoch in den Norden, weil sie dort ihre grosse Liebe gefunden hat.
Es spielen dabei so viele Sachen eine Rolle, die nur du selbst entscheiden kannst. Und ob man dabei auf das Herz oder auf den Verstand hören soll ? Das kann dir wohl keiner sagen.

Das wird dir wohl kaum weiterhelfen, aber du scheinst entschlossen zu sein auf dein herz zu hören.

LG
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon Larth » Sa, 04. Sep 2010, 22:15

Hi Rafael,

ich glaube, Norwegen wäre ein Fehler für dich. Ist nur meine Einschätzung deiner Lage, sorry.

Hol das Mädel doch lieber nach Kalifornien. Wenn sie nein sagt, dann sagt dir das vielleicht ja was. Ausserdem ist Kalifornien doch wärmer.

Alles Gute! 8)
Larth
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon Gudrun » So, 05. Sep 2010, 10:14

Larth hat geschrieben:Hi Rafael,

ich glaube, Norwegen wäre ein Fehler für dich. Ist nur meine Einschätzung deiner Lage, sorry.

...


Bin zwar grundsätzlich dafür, die Chance auf eine Promotion zu nutzen, aber wenn das Raphaels Ding nicht wirklich ist, warum soll dann Norwegen schlechter sein als Kalifornien?

Grüße Gudrun
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon Marika Anna L » So, 05. Sep 2010, 14:28

Rafael hat wie es aussieht eine berufliche Grundlage. Aber ohne Ausbildung sieht es hier für viele Bescheiden aus.
Wenn man jung und verliebt ist denkt man meistens nicht ans Alter, an Deiner Stelle Rafael würde ich das nicht aufs Spiel setzen. Aber das ist Meine Meinung....

Hier kommen viele Leute her und scheitern. Zumindest weiss ich von einigen.
Beziehung beendet, arbeitslos, keine Ausbildung, Saisonarbeit....am Anfang mag das ja ausreichen und viele finden dann evtl, auch einen beruflichen Einstieg, aber nicht alle....wünsche dir alles Gute
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon raph.w » Mo, 06. Sep 2010, 9:27

Liebes Forum,
danke wiederholt für eure Ratschläge, aber meine berufliche Zukunft muss ich wohl selbst entscheiden, über deren Hintergrund wisst ihr naturgemäß weniger als ich und ich würde selbigen in einem solchen Forum auch nie im wahren Detail teilen. Ich denke, selbst meine engen Freunde können mir hier nur bedingt Ratschläge gehen, weil was die richtige Entscheidung war, kann man trotz allem immer erst nachher sagen, wenn überhaupt. Die ganze Akademia war auch eher als Hintergrund für die Möglichkeit zur Einschätzung meiner Berufschancen gedacht und auch nur hierin wollte ich beratschlagt werden. Ich weiß, dass ihr es gut meint, aber ob ich promovieren will ist am Ende (m)eine Bauchfrage und selbiger sagt derzeit einfach klar nein. Ich quäle mich doch nicht durch meine Zwanziger für ein Stück Papier mit Siegel. Und trotz eurer Bedenken: In Norwegen gehen jedes Jahr hunderte Volkswirte von den Unis und ich würde mal behaupten, dass ich akademisch weiter gekommen bin als mindestens 90% von diesen Uniabgängern, zumindest das weiß ich. Da werde ich schon einen Job finden. Wenn jetzt, nachdem ich es doch auf gewisse Weise doch irgendwo weit gebracht habe, trotzdem alles schiefgeht, die Freundin mich verlässt und ich arbeitslos in den Straßen Oslos vor mich hin sieche, dann kann ich ja auch immer wieder nach Deutschland zurück gehen. Denn da bekomme ich mit meinem Masterabschluss sofort einen Job, auch so viel Selbstvertrauen habe ich jetzt mal einfach. Das im Zweifel dann gescheiterte Oslokapitel kann ich dann ja immer noch als "interkulturelle Kompetenz" und "Auslandserfahrung" verpacken. Ich bleibe einfach, wie gesagt, positiv und werde sehen. Vielleicht gehe ich es ja auch erstmal einfach langsam an und mache ein Praktikum.
Falls aber doch noch jemand eine Erfahrung zum Jobmarkt für Wirtschaftswissenschafter in Norwegen, insbesondere Oslo mit mir Teilen möchte: Ich nehme selbige freudigst entgehen.
Danke euch allen für eure Einschätzungen. Liebe Grüße, Rafael
raph.w
 
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Re: Zur Freundin migrieren - Einschätzung

Beitragvon Schnettel » Mo, 06. Sep 2010, 14:08

raph.w hat geschrieben:Die Zahl habe ich von: http://www.udi.no/Norwegian-Directorate ... pecialist/
Guck dir mal das hier an: http://www.udi.no/Norwegian-Directorate ... -permits-/ Besser wære natuerlich, du liest dir die norwegischen Seiten durch. Die neuen Einwanderungsregeln sind noch nicht auf allen Seiten auf Englisch uebersetzt.
Und norwegisch solltest du eh einigermassen kønnen, wenn du hier arbeiten willst. ;-)

Was den Arbeitsmarkt betrifft, kann man keine pauschale Beurteilung abgeben.
Ich selbst bin Dipl.-Kauffrau - habe aber seit Studienabschluss in der IT gearbeitet und bin auch hier IT-konsulent. (SAP inhouse)
Und entgegen vieler anderer Ansichten findet man sogar in der Pampa nørdlich des Polarkreises solche Jobs. ;-)
Man kann also nicht mal grundsætzlich sagen, Oslo - oder die Grossstædte sind da besser geeignet als Sprungbrett.
Dort gibt es zwar die grøsseren Angebote - aber auch die grøssere Konkurrenz...
Doch letztenendes gehørt da immer Glueck dazu.
Oder Vitamin "B".
Nur ca. 40% freier Stellen werden auch ausgeschrieben. Der weitaus grøssere Teil wird durch persønliche Kontakte oder Eigeninitiative der Bewerber besetzt.

Meine persønliche Erfahrung war, dass es schwer war, von Dtl. aus einen Job zu finden. Gute Resonanz auf die Bewerbungen zwar - aber immer mit dem Tenor "wenn ich denn dann in Norwegen sei, kønne ich mich ja nochmal melden". Will das nicht verallgemeinern - aber man sollte sich auch nicht wundern, wenn man nicht so ohne weiteres aus dem Ausland zum Vorstellungsgespræch eingeflogen wird.
(Als ich dann in Norwegen war, und eine der Firmen, bei denen ich mich von D aus bewarb, davon Wind bekam, wollten die mich doch tatsæchlich abwerben - "...man hætte ja da noch eine Bewerbung von mir liegen...")

Um einen In-etwa-Ueberblick ueber den Arbeitsmarkt fuer Volkswirte zu bekommen, dann schau doch einfach mal rein bei http://www.nav.no.
Dann bekommst du zumindest mal ein Gefuehl dafuer, was gesucht wird und wo.
Eine andere Møglichkeit ist, potenzielle Arbeitgeber rauszusuchen, und sich blind zu bewerben - oder zumindest nachzufragen.

Wegen eines Mindestgehalts brauchst du dir m.E. jedoch keine Gedanken machen. Solange du innerhalb von 6 Monaten Arbeitssuche in Norwegen was findest mit einer Vollzeitstelle, dann reicht der Nachweis des Arbeitsvertrages vollkommen aus.

Oder du heiratest fix deine Freundin und wanderst auf "Familienzusammenfuehrung" ein... ;-)

Na dann - viel Glueck!
Når livet gir deg sitroner - be om Tequila og salt!
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