Unsere Auswanderung
Wir hatten alles geplant für den Umzug am 1.1.2010
Wir kauften uns einen Dachkoffer, einen Fahrradhänger um auch unsere 3 Fahrräder mitzunehmen. Da ich selber angst hatte im Winter Auto zu fahren, fragten wir unseren Freund ob er mitfahren wolle. Wir hatten uns für die ersten 4 Wochen eine Ferienhütte gemietet, die Stavanger kommune wollte uns ja bei der Haus suche behilflich sein. Beim Anmelden auch, und wir verließen uns darauf. Im August lösten wir unseren Haushalt auf, denn Olli musste nach Berlin zum Norwegischkurs 3 Monate. Ich zog mit unserer Tochter und unseren 2 Hunden und 2 Katzen zu „Freunden“. Dort bekamen wir deren Keller .Grausame Zeit, heute sind wir keine Freunde mehr.
Also alles geklappt auf den letzten Drücker, am 31.12.haben wir noch neue Winterreifen bekommen…Alles war Stress. Die Fähre von Hirtshals bis Kristiansand sollten wir um 21.15 Uhr nehmen. Jede Autoreperaturfirma fragte uns, ob wir wirklich mit dem Auto-Ford Escort Kombi mindestens 13 Jahre alt, auswandern wollen. Das machte natürlich Mut, aber da wir kein Geld für ein neues Auto hatten, mussten wir das Risiko auf uns nehmen. Wir hatten nur mein letztes Friseur Gehalt ,1000Euro für den Januar, und da ich bis zum 17.januar in Arbeit stand, dachten wir uns, das Geld für den halben Monat, pünktlich kommt so das wir ohne Probleme bis zum 12.2.2010 klarkommen würden.An diesem Tag sollte ja das Gehalt und unsere Umzugsprämie kommen. Wir starteten um 8Uhr mit einem so voll gepackten Auto nach Wilhelmshaven, um unseren Freund abzuholen. Ich war mir gar nicht sicher ob sich das Auto noch bewegen würde, weil er so voll war, aber er tat es. Dachkoffer ausgereizt ,50kg, auf der Anhängerkupplung hatten wir 3 Fahrräder , im Kofferraum lagen unsere 3 Bettdecken, 2 Hunde, Werkzeugkoffer. Dann saßen Meine Tochter und ich hinten, zwischen uns dann unsere Lunchtasche.Kopfkissen.Olli und Lothar hatten noch eine Tasche und noch eine Decke vorne, ich denke Lothar(Fahrer hatte den meisten Platz. Unsere anderen Kartons 42 an der Zahl hatten wir erst noch untergestellt. Es wurde für Silvester und 1. Januar Unwetter Meldungen wurden ausgesprochen, so das ich mir sehr viele Gedanken machte. Aber es lief alles bestens, den Hunden im Kofferraum ging es bestens, die schliefen und verhielten sich ruhig. Gegen Nachmittag waren wir in Dänemark angekommen, da begann der Schnee, das ging so schnell das die Straßen so vollgeschneit waren. Die großen Räumfahrzeuge fuhren. Es wurde dunkel und mein Scheibenwischerwasser fror ein, da ich zu spät, den Frostschutz eingefüllt hatte. Das beschwerte natürlich die Sicht unseres Freundes. Wir kamen aber trotz allem wunderbar voran. Als plötzlich die Straße vereist war und unser Freund seine Zigarette ausmachte und dabei die Kontrolle über das Fahrzeug verlor und wir voll auf einem verschneiten Hügel auffuhren. Da Deutschland uns das Leben mehr als schwer machte hatte ich kein Geld mehr gehabt um ADAC für das Ausland zu bezahlen. Da hatten wir das Elend. Wir bekamen den Wagen einfach nicht mehr runter von diesem Hügel. Es war Schweine Kalt und schneite ohne Ende. Viele Menschen hielten an und sahen dass sie nichts tun konnten, also fuhren sie weiter. Da stoppte dann wieder ein Auto und ein Mann und seine Frau stiegen aus, versuchten mit uns zu sprechen, da Olli ja den Kurs gemacht hatte konnte er sich etwas mit ihnen verständigen. Niemand aber versuchte unseren Wagen von dort da oben runter zu ziehen. Ich hatte mich so geärgert dass ich das Geld nicht mehr für den ADAC hatte, aber nun war es zu spät. Also standen wir dort. Den Hunden war gottseidank auch nichts passiert. Dann sagte das Ehepaar ich solle mit den Hunden und Kind zu ihnen ins Auto steigen. Also tat ich was man mir sagte. Ich wusste ja nicht wo es hinging. Also setzten wir uns in den wunderbar warmen wagen. Wir fuhren zu der Familie nach Hause, die frau machte den Kamin an und rief sofort bei der Fähre an und klärte es ab das wir am nächsten Tag kommen würden. Der Mann fuhr sofort wieder los um die Männer zu holen. Ich und fabienne saßen da und ich fragte ob ich bei meiner Mutter anrufen dürfe. Ich durfte und erzählte ihr dass wir einen Unfall hatten, und ich den Wagen reparieren lassen muss, ob sie uns finanziell unter die Arme greifen würde, wenn es notwendig sein würde. Sie sagte ja, so konnte ich erst mal atmen. Dann waren die Männer da, erzählten das sie den Wagen vom hang runter bekommen hatten, und da tat sich das volle elend auf, die gesamte Front hat es zerfetzt. Kühler kaputt, lambardsonde war auch im Hintern. Wir saßen da waren völlig fertig, da wir nun ja nicht wussten wie wir überhaupt weiter kommen sollen, denn Olli sollte ja am 4.1.seine neue Arbeit anfangen. Und Geld für ein neues Auto hatten wir ja auch nicht. Wir waren völlig fertig. Die Frau hatte in der Zeit alles Mögliche aus Ihrer Truhe geholt und in den Ofen geschmissen, um etwas Essbares zu zaubern. Wir wurden von dieser wunderbaren Familie eingeladen, wir durften dort übernachten und Björn arbeitete als Krankenwagen Fahrer aber früher hatte er KFZ Mechaniker gelernt. Was dann geschah war echt ein wunder. Björn setzte sich ins Internet suchte die teile und fand diese, machte für den 2.1.einen klar. Unser wagen war inzwischen auch schon auf deren Hof gelandet, der NAF kam und ich durfte 400euro bezahlen. Aber der Wagen war da, und so konnten wir essen und uns auch noch betrinken. Das waren echte Engel. Am nächsten Morgen fuhr Björn los und besorgte alle Teile und ging in seine Werkstatt und reparierte den Wagen, so dass wir auch am Abend, (nachdem wir soviel essen mussten, den ganzen Tag lang) wieder starten konnten. Er hatte unsere Front mit Kabelbindern zusammen gebaut. Der Wagen sah aus?!Aber er fuhr und das war ja die Hauptsache. Also gegen 21Uhr auf die Fähre und dann nach 3 Stunden dann den ersten Besuch in Norwegen. Durch den Zoll und dann dieser Blick- Herrlich unglaublich überwältigend, direkt an der Straße ging der Felsen grade nach oben, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Es war so Schweine kalt das uns die Fenster von innen gefroren. Da auch mein Temperatur Regler im Hintern war, stand dieser immer auf kalt, egal ob der Motor warm war oder kalt. Deshalb fuhr Lothar ohne Heizung, da er angst hatte das uns alles einfriert. Na dann könnt ihr euch ja auch vorstellen wir kalt es im Auto war, bei einer Außentemperatur von -17 Grad….wir froren und außerdem hatte ich angst, weil in Norwegen, die Straßen an manchen Stellen ja nicht grade sehr übersichtlich waren und auch sehr schmal. Mein vertrauen war ja nun auch weg, also konnte ich das nicht mit ansehen, als er so schnell die berge rauf und runter fuhr. ich hatte angst, es war nicht schön.
Es waren von Kristiansand bis nach Stavanger ja nur 211km, so dachte ich, na dann sind wir ja bald im Ferienhaus. Ja haste gedacht. Wir waren nach harten 5Stunden endlich in Sviland gelandet. Aber da wir ja noch nie da waren, wussten wir auch nicht genau welche Straße die richtige war. Also fuhren wir eine Straße hoch, als wir bemerkt hatten dass diese mehr als glatt war, die eine Eisfläche war und ich frage mich heute noch wie Lothar es geschafft hatte dort hoch zu kommen. Aber er schaffte es, aber wir fanden unsere Hütte nicht. Olli stieg aus und suchte in der Fremde die richtige Straße. Es war so kalt. Es dauerte ca.10 Min und dann kam Olli wieder und sagte dass wir falsch seien, die nächste Straße ist es. Also wieder den Hügel runter und die nächste Straße hoch. Wir fuhren die Hügel hoch und runter und es war alles voller Schnee, dann standen wir auf dem Hügel und da war nur eine schmale Straße, die richtig schräg runter ging und ich hatte nur gedacht, wenn Lothar da runter fährt dann fahren wir in den Abgrund. Und er fuhr, nachdem olli endlich unsere Hütte gefunden hatte. Da waren wir endlich. Nach so langer Fahrt sovielen Eindrücken und Stress. Es war 6Uhr und wir müssten ja auch noch nach Stavanger fahren, da olli ja nächsten Tag arbeiten sollte. Also sagten wir uns das wir 2 Stunden schlafen und dann nach Stavanger. Wir kamen in die Ferienhütte und diese war so etwas von kalt. Sch**** keine Heizung, nur so eine kleine. Da wir ja noch nie in Norwegen waren, waren wir ja auch nicht erfahren mit den Heizungen in Norwegen, also musste ich doch etwas lächeln. Ich kann euch sagen, die ganzen Wochen die wir in dieser Hütte wohnten, sind wir immer mit Joggingklamotten ins Bett gegangen, da dieser Raum sehr kalt war….
So wenn ihr Wissen wollt wie es weiter geht-da wir ja noch lange nicht am Ende unserer Erfahrungen, sind. Schreibt mich an und ich sende euch den Rest per email, weil es doch den Rahmen sprengt.
Und GOODBYE DEUTSCHLAND wollte unsere Auswanderung nicht begleiten….Das wäre doch der Hammer gewesen, oder was meint ihr?



