von Svensson » Do, 27. Jul 2006, 15:44
Da ich Deine Idee interessant finde, und Dolmetschen und Übersetzen studiere (so langsam nähere ich mich dabei dem Diplom), möchte ich gern ein paar Worte allgemein über das Übersetzen und den Berufsalltag, soweit ich davon bisher mitbekommen habe und ihn einschätzen kann, verlieren.
Es ist zunächst ein großer Unterschied, ob man ÜBERSETZERIN (und/ oder auch Dolmetscherin) oder FREMDSPRACHENKORRESPONDENT(in) werden möchte - das als wichtiger Hinweis. Um Übersetzerin zu werden, sollte man das entsprechende Diplom erwerben, das heißt, man kann sich an deutschen Hochschulen bewerben (in Norwegen direkt dürfte das kaum anders sein)- einige verlangen einen sehr guten Abi-Schnitt, da es fast immer deutlich mehr Bewerber als Studienplätze gibt, an anderen kann man leichter unterkommen. Grundsätzlich sind die Plätze an den besseren Hochschulen aber rar gesät. Als Übersetzerin verdient man in erster Linie dann ganz gut Geld, wenn man sich auf ganz spezielle Fachgebiete konzentriert und entsprechend hochspezialisierte Fachtexte übersetzen kann (Technik, Medizin, Jura...).
Die Tätigkeit des Fremdsprachenkorrespondenten bezieht sich mehr auf Büroarbeit und ist damit überhaupt nicht zu vergleichen. Ich kenne aber einige Leute, die eine entsprechende Ausbildung absolviert haben und nun ein Diplom als Übersetzer draufsatteln wollen.
Da ich zusätzlich die norwegische Sprache lerne, habe ich mich in den letzten Jahren mal im Netz informiert, dabei aber nur einige Hinweis auf Übersetzerbüros gefunden. Wie auch in Deutschland werden die meisten wohl als Freelancer arbeiten.
Bedenke aber, dass Du in Norwegen das Problem hast, dass Du grundsätzlich nur Norwegisch-Deutsch übersetzen kannst. Es stellt sich die Frage, ob das reicht. In zwei Fremdsprachen (z.B. Norw.-Englisch) zu übersetzen, ist bei hochkomplizierten Texten utopisch, das würde wohl auch kein Kunde akzeptieren. Daher bietet es sich für uns Übersetzer am ehesten an, in bilingualen Ländern wie Kanada zu arbeiten (wo man etwa Engl.-Deutsch und Franz.-Deutsch übersetzen kann), wenn man nicht in Deutschland bleiben will. Fraglich ist auch, ob Norwegisch-Kurse genügen können, um wirklich schwere Texte übersetzen zu können - gerade in kleineren Fremdsprachen kommt noch die Problematik hinzu, dass es nahezu keine Fachwörterbücher gibt und man sich in viele Bereiche sehr mühsam und eigenständig einarbeiten muss.
Okay, das mal so allgemein als Gedanken zum Übersetzen, vielleicht kann jemand dazu im Bezug auf Norwegen noch mehr sagen.