Fremdsprachenkorrespondentin

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Fremdsprachenkorrespondentin

Beitragvon seil_av_stein » Do, 27. Jul 2006, 9:42

Hi,

wie so viele hab ich vor irgendwann nach Norwegen auszuwandern. Mach zwar zur Zeit ne Ausbildung, mit der ich aber in Norwegen nix anfangen kann und auch nicht will.
Hab nun vor in Richtung Fremdsprachenkorrespondenz/Übersetzerin zu gehen. Schwerpunkt Englisch natürlich, aber in Hinblick aufs spätere Auswandern möchte ich natürlich auch mein Norwegisch vertiefen.
Hat irgendjemand Tipps, wie sich das verbinden lässt. Wie z.B. Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und separat dazu ein Sprachkurs in Norwegisch. Bringt´s sowas?
Bin da bisschen unbeleckt und meine Planung steckt noch in Kinderschuhen, aber es wäre nett, wenn mir da jemand Infos zukommen lassen könnte, auch ob man mit dem Beruf im Land Chancen hat. Bei Aetat war z.B. nicht so viel herauszubekommen.
Vielen Dank schonmal,
hilsen,

Manuela
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Re: Fremdsprachenkorrespondentin

Beitragvon Svensson » Do, 27. Jul 2006, 15:44

Da ich Deine Idee interessant finde, und Dolmetschen und Übersetzen studiere (so langsam nähere ich mich dabei dem Diplom), möchte ich gern ein paar Worte allgemein über das Übersetzen und den Berufsalltag, soweit ich davon bisher mitbekommen habe und ihn einschätzen kann, verlieren.

Es ist zunächst ein großer Unterschied, ob man ÜBERSETZERIN (und/ oder auch Dolmetscherin) oder FREMDSPRACHENKORRESPONDENT(in) werden möchte - das als wichtiger Hinweis. Um Übersetzerin zu werden, sollte man das entsprechende Diplom erwerben, das heißt, man kann sich an deutschen Hochschulen bewerben (in Norwegen direkt dürfte das kaum anders sein)- einige verlangen einen sehr guten Abi-Schnitt, da es fast immer deutlich mehr Bewerber als Studienplätze gibt, an anderen kann man leichter unterkommen. Grundsätzlich sind die Plätze an den besseren Hochschulen aber rar gesät. Als Übersetzerin verdient man in erster Linie dann ganz gut Geld, wenn man sich auf ganz spezielle Fachgebiete konzentriert und entsprechend hochspezialisierte Fachtexte übersetzen kann (Technik, Medizin, Jura...).

Die Tätigkeit des Fremdsprachenkorrespondenten bezieht sich mehr auf Büroarbeit und ist damit überhaupt nicht zu vergleichen. Ich kenne aber einige Leute, die eine entsprechende Ausbildung absolviert haben und nun ein Diplom als Übersetzer draufsatteln wollen.

Da ich zusätzlich die norwegische Sprache lerne, habe ich mich in den letzten Jahren mal im Netz informiert, dabei aber nur einige Hinweis auf Übersetzerbüros gefunden. Wie auch in Deutschland werden die meisten wohl als Freelancer arbeiten.

Bedenke aber, dass Du in Norwegen das Problem hast, dass Du grundsätzlich nur Norwegisch-Deutsch übersetzen kannst. Es stellt sich die Frage, ob das reicht. In zwei Fremdsprachen (z.B. Norw.-Englisch) zu übersetzen, ist bei hochkomplizierten Texten utopisch, das würde wohl auch kein Kunde akzeptieren. Daher bietet es sich für uns Übersetzer am ehesten an, in bilingualen Ländern wie Kanada zu arbeiten (wo man etwa Engl.-Deutsch und Franz.-Deutsch übersetzen kann), wenn man nicht in Deutschland bleiben will. Fraglich ist auch, ob Norwegisch-Kurse genügen können, um wirklich schwere Texte übersetzen zu können - gerade in kleineren Fremdsprachen kommt noch die Problematik hinzu, dass es nahezu keine Fachwörterbücher gibt und man sich in viele Bereiche sehr mühsam und eigenständig einarbeiten muss.

Okay, das mal so allgemein als Gedanken zum Übersetzen, vielleicht kann jemand dazu im Bezug auf Norwegen noch mehr sagen.
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Re: Fremdsprachenkorrespondentin

Beitragvon seil_av_stein » Do, 27. Jul 2006, 18:10

Danke für die Informationen.
Bin mir schon im Klaren darüber, dass sich Übersetzer von Fremdsprachenkorrespondenten unterscheiden. Hatte das nur als eine Option in Erfahrung gebracht, dass man erst seinen Fremdsprachenkorr. machen kann, um sich danach auf den Beruf des Übersetzers spezialisieren zu können.
Hab schon erkannt, dass das mit dem Job als Übersetzerin in Norwegen schwierig wird. Mir geht´s in erster Linie darum, einen Beruf zu erlernen, den ich problemlos in Norwegen anwenden kann (und der mir natürlich Spaß macht und mir was bringt), denn das ist mein absolutes Ziel, was, sagen wir mal in 8 Jahren, realisiert sein sollte. Will nur eben jetzt schon mit dem Planen anfangen.

Wäre dankbar für mehr Gedanken dazu, insbesondere was den Beruf des/der Fremdsprachenkorrespondenten/in anbelangt.
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Re: Fremdsprachenkorrespondentin

Beitragvon Imsewims » Do, 27. Jul 2006, 20:16

Ich bin Dolmetscherin hier in Oslo. Allerdings bin ich Gebærdensprachdolmetscherin. Ich dolmetsche in zwei Fremdsprachen: Norwegisch und norwegische Gebærdensprache. Ich muss sagen, dass ich mir da nicht gerade den leichtesten Job ausgesucht habe! Aber natuerlich macht es auch grossen Spass, und man kommt viel rum und erlebt viel.

Ich habe mir ueberlegt, eine Uebersetzerlizenz mir zu besorgen (man muss einen Test machen in Bergen). Aber dafuer braucht man eine sehr grosse Fachsprachenkenntnis (Jura, Technik, Naturwissenschaften und so) und das trau ich mir nicht zu. Ich weiss nicht, wie die ganzen Dinge auf Deutsch heissen :oops:

Ich seh schon mal Stellenausschreibungen fuer Uebersetzer. Aber das ist immer von Deutsch zu Norwegisch und immer so technische Sachen. Hier eine aktuelle Annonse:
https://www.aetat.no/sbl/as/stillingsso ... id=1161551

Ich habe jedoch gehørt, dass es grosse Nachfrage gibt, was Uebersetzen von norwegischer Prosa ins Deutsche angeht.

Frilanceuebersetzen ist ein ganz schøn einsamer Job. Und wenn du im Ausland wohnst, verlierst du schnell das Gefuehl fuer, was richtig ist in deiner Muttersprache.

Ueber Fremdsprachenkorrespondentin weiss ich leider nix.
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Re: Fremdsprachenkorrespondentin

Beitragvon Svensson » Sa, 29. Jul 2006, 15:54

Hallo Imsewims!

Deine Informationen zum Dolmetschen klingen wirklich interessant. Wie und wo hast Du denn Deinen Abschluss gemacht - an einer Universität?

Mich würde interessieren, ob man Übersetzer ausschließlich durch den Test werden kann (bei uns in Deutschland gibt es die Möglichkeit, staatlich geprüfter Übersetzer zu werden, wenn man kein Übersetzerstudium hinter sich hat, was aber nur sehr schwer zu schaffen ist), oder ob es dafür in Norwegen auch Studiengänge gibt.

Du sprichst noch von der "großen Nachfrage für norwegische Prosa ins Deutsche". Beziehst Du "Prosa" auf Literatur, oder meinst Du andere Textsorten?

Zu guter Letzt: Kannst Du mir sagen, wie gut man als Dolmetscher oder Übersetzer (vor allem im technischen Bereich) in Norwegen leben kann? Das heißt, sind die Einkommen in dem Bereich relativ hoch? In Deutschland lässt es sich mit der richtigen Spezialisierung gut davon leben, in einigen anderen Ländern dagegen leider weniger.

Vielen Dank für Deine Infos! :-)
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Re: Fremdsprachenkorrespondentin

Beitragvon Imsewims » Sa, 29. Jul 2006, 21:36

Ich habe meine Ausbildung hier in Oslo an der Uni gemacht. Nur um das noch mal klar zu stellen: wenn man norwegische Gebærdensprachdolmetscherin ist, kann man damit nur in Norwegen arbeiten, da Gebærdensprachen in jedem Land unterschiedlich sind. Ich dolmetsche also von norwegischer (und schwedischer/dænischer/englischer und manchmal deutscher) gesprochenen Sprache zu Norwegischer Gebærdensprache.

Hier gibt es einen Uebersetzerstudiengang an der Høyskole in Kristiansand. Allerdings ist das von englisch/deutsch was auch immer zu Norwegisch, das heisst, eigentlich nur fuer Muttersprachler.

Deutschland ist der grøsste Handelspartner Norwegens, deshalb ist immer Nachfrage an Uebersetzungen ins Deutsche. Wie viel weiss ich allerdings nicht.

Was das mit der Prosa angeht, war es von mir vielleicht ein falscher Begriff. "skjønnlitteratur" auf Norwegisch... Ich kennen jemanden, der Gedichte uebersetzt, aber der macht das wohl eher als Hobby, oder "Kunst".

Ich hab mir schon mal ueberlegt, mit deutschen Verlægen Kontakt aufzunehmen um zu høren, wie die Lage so steht. Aber ich hab ja kein offizielles Papierchen, dass ich schriftlich uebersetzen kann...
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Re: Fremdsprachenkorrespondentin

Beitragvon seil_av_stein » Mi, 02. Aug 2006, 11:19

Also, will ich Übersetzerin in Norwegen sein, muss ich sozusagen eine Fachausbildung im Land gemacht haben? Hab bisher noch nichts in Deutschland gefunden, wo ne Ausbildung in dieser Richtung angeboten werden würde. Nur mehr oder weniger allgemeine Sprachkurse.
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Re: Fremdsprachenkorrespondentin

Beitragvon Imsewims » Mi, 02. Aug 2006, 20:13

Wie gesagt muss man fuer die Ausbildung in Norwegen so gut wie norwegischer Muttersprachler sein, weil man nur lernt, von anderen Sprachen ins Norwegische zu uebersetzen.
Und normal ist ja eigentlich, in die eigene Muttersprache zu uebersetzen.
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