von Ronald » Do, 22. Jan 2009, 16:00
Liebe Hurtigrutenfreunde,
Ich hatte heute morgen ein Schreiben mit folgendem Wortlaut im Hurtigrutenbüro in Hamburg abgegeben:
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Treibstoffzuschlag
Sehr verehrte Frau XYZ,
ich beziehe mich auf das am 20.01.2009 in Ihrem Hause geführte Gespräch, in dessen Verlauf ich Sie auf eine Erstattung bzw. Vergütung des mit der Rechnung vom 07.10.2008 uns sodann mit der geänderten Rechnung vom 30.10.2008 berechneten Treibstoffzuschlages mit Stand vom Juni 2008 ansprach. Sie sagten mir zu, einen entsprechenden Vermerk zu machen, der auch im Verlaufe unseres Gespräches erfolgt ist. Gleichzeitig baten Sie mich, die Bitte noch einmal schriftlich an Hurtigruten heranzutragen. Dieser Bitte folge ich hiermit.
Seit Juni 2008 haben sich die Preise für Treibstoffe auf etwa 1/4 des seinerzeit verlangten Betrages reduziert. Damit ist die Rechtsgrundlage für die Berechnung des Treibstoffzuschlages entfallen. Wenn Hurtigruten als Reiseveranstalter nach Ziffer 4.2.1 und Ziffer 4.2.3 der Allgemeinen Reisebedingungen das Recht hat die Triebstoffkosten zu berechnen bzw. zu erhöhen, wenn zwischen Buchungstermin und Reisedatum mehr als 4 Monate liegen, so muss dann dem Reisenden das Recht eingeräumt werden, eine Reduzierung des Treibstoffzuschlages zu verlangen - und dem Reisenden der Treibstoffzuschlag erstattet werden -, wenn sich die Treibstoffkosten innerhalb des Zeitraumes von 4 Monaten zwischen Buchung (07.10.2008) und Reiseantritt (18.02.2009) derart dramatisch reduzieren, wie es jetzt der Fall ist. Damit ist auch die Kalkulationsgrundlage für die Erhebung des Treibstoffzuschlages entfallen.
Nach meinem Kenntnisstand handelt es sich bei dem erhobenen Treibstoffzuschlag um einen Betrag in Höhe von NOK 40,00 pro Tag und Person, so dass sich auf die hier gebuchte Reisedauer ein Betrag in Höhe von 10 Tagen x 2 Personen x NOK 40,00 = NOK 800,00 ergibt.
Diese Vergütung kann gerne in Form eines während der gebuchten Reise zu verbrauchenden Bordguthabens erfolgen.
Ich würde mich daher freuen, wenn Hurtigruten diese - relativ geringe - Vergütung vornehmen würden, auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die aktuelle Buchung bereits die dritte in unmittelbarer Reihenfolge bei Hurtigruten seit 2007 ist und für 2010 bereits Anfragen bezüglich einer Spitzbergen-Umrundung erfolgt sind.
Ich sehe Ihrer Rückantwort mit Interesse entgegen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
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Erwartungsgemäß erhielt ich folgende Antwort
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Sehr geehrter Herr Wöhrn,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 21.01.2009.
Der erhöhte Treibstoffzuschlag vom 01.10.2008 wird seit dem 14.01.2009 nicht mehr erhoben. Die ursprünglichen Treibstoffkosten vom Juni 2008, die in der Reisekalkulation enthalten sind, fallen nach wie vor an und können leider nicht erstattet werden.
Sofern die Reederei in der verbleibenden Zeit bis zu Ihrer Reise eine rückwirkende Senkung der Treibstoffpreise beschließen sollte, geben wir diese natürlich umgehend an Sie weiter.
Wir bitten um Verständnis und wünschen eine erholsame und erlebnisreiche Reise an Bord der Hurtigruten.
Mit freundlichen Grüßen
XXXl
Abteilungsleitung Verkauf
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Ich habe eben mit der zuständigen Dame Abteilungsleitung Verkauf gesprochen und Ihr gesagt, dass ich mich für Ihr Standardschreiben bedanke. Ja, es wäre ein Standardschreiben, dass alle Kunden bekommen würden. Dies zeige, wie individuell die Kunden bei Hurtigruten bedient würden, erwiderte ich. Sie erwiderte, sie hätte auch mit blumigen Worten schreiben können zum gleichen Inhalt, woraufhin ich ihr vorwarf, sich noch nicht einmal mit dem Inhalt meines Schreibens befasst zu haben. Stereotype Antwort: Sie bedaure, dass die Reederei die Treibstoffzuschläge noch nicht gesenkt habe und könne daher keine Erstattung vornehmen.
Ich warf ihr vor, dass Hurtigruten damit kalkuliere, dass der in Frage stehende Betrag von 85 Euro zu niedrig sei, als dass Kunden einen Rechtstreit wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage und ungerechtfertigter Bereicherung begonnen würden, woraufhin sie schwieg.
Ich sagte ihr ferner, dass ich den Inhalt unserer Korrespondenz und die Reaktion von Hurtigruten an das Forum geben würde, woraufhin sie erwiderte, dass die Kommunikation des Forums ihr bekannt sei ….
Letztlich sagte ich ihr noch, dass man in Hamburg in letzter Zeit anscheinend weniger motiviert sei, da man wohl negative Entscheidungen bezüglich der Arbeitsplätze aus Narvik fürchte und ich wies auf den Fischkopf hin (ohne detailliert zu werden). Ferner sagte ich ihr, dass ich mich im nächsten Jahr nach anderen Spitzbergen-Veranstaltern umsehen werde.
Und tschüss! Arroganz und Massenabfertigung hat eben Fußabstimmung zur Folge.
Mich ärgert nicht, dass ich keine Erstattung bekommen habe, sondern die Massenabfertigung, stereotypen Antworten und die arrogante Art, das ist es! Wenn ich mich so verhalte in unserem Geschäft, könnten wir spätestens in drei Monaten die Kanzlei schließen!
Da kann man eigentlich nur sagen, meidet den Kontakt mit dem Hurtigruten-Büro in Hamburg, überlasst den Ärger den Reisebüros (sorry, Nils) und freut Euch, wenn Ihr eine nette Schiffsführung und Besatzung und Bedienung im Restaurant und in der Cafeteria habt. Denn eines ist klar (abgesehen von Ausnahme wie seinerzeit mir RICHARD WITH geschildert): Seeleute sind anders, denn sie haben mee(h)r Blick.
In diesem Sinne, Frieda und Nordstern, sehen wir uns an der Bar und stellen uns vor, wir hätten das erste Bier als Erstattung bekommen!
Gruß aus Hamburg
Ronald
PS. Sollte die Dame aus der Abteilungsleitung Verkauf diesen Beitrag lesen, so hoffe ich, dass sie sich den drittletzten Absatz noch enmal durch den Kopf gehen läßt und überlegt, was denn Teil der Ausbildung und des Trainings vor Ort war .....
PSPS Ach ja, ich habe noch einen Spruch, den ich im privaten wie im Geschäftsleben stets beherzige: Sei fair, man trifft sich immer zwei Mal im Leben!
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Man kann sich jeden Tag ärgern, aber man ist nicht verpflichtet dazu!