von Ronald » Fr, 24. Okt 2008, 16:33
Halle Anna Maria,
da hast Du mir eine richtig schwere Frage gestellt!
Ich will mal versuchen der Sache auf den Grund zu gehen, und damit bin ich schon bei dem Ursprung angelangt. Während der Winterzeit in der Ostsee haben die skandinavischen Reeder ihre Schiffe auf den Strand gelegt, da die Ostsee zugefroren war. Hätte man die Schiffe im Wasser gelassen, hätte immer die Gefahr bestanden (je nach Eislage), dass die Schiffe vom Eis zerdrückt werden (damals war man wissenschaftlich ja noch nicht so weit wie Arved Fuchs mit seiner DAGMAR AEN). Auch Nansen hatte diese Gefahr gesehen und das Unterwasserschiff seiner FRAM daher speziell entwickeln lassen. Nun waren die Frachtsegler dazu bestimmt Geld zu verdienen und so waren sie ab der Wasserlinie bauchig, d.h. nach außen gewölbt. Dann kommt das Eis und drückt das Schiff zusammen. Es wurde also an Land geholt, gewissermaßen "auf das Land aufgelegt". Auch der Engländer kennt den Ausdruck "lay-up".
In den tidenabhängigen Gewässern der Nordsee hatte man die Schiffe dann auf Schlick gelegt. Denk mal heute noch an die holländischen Plattbodenschiffe, auch die werden dann für eine gewisse Weile, für die Dauer des Niedrigwassers, "aufgelegt" auf das Watt.
Letztlich noch, wird ein Schiff aufgelegt, ist das ein bescheidenes Gefühl für den Seemann, der an Bord ist. Es bedeutet Arbeitslosigkeit. Das ist mir ein Mal passiert 1971 mit der LUCIE SCHULTE in Bremen. Daraufhin habe ich ja dann auch beschlossen, meine Karriere nach Erwerb des Kapitänspatentes an Land fortzuführen, was wohl so einigermaßen gelungen zu sein scheint.
So, nun legen wir uns nicht auf, sondern nur wieder hin!
Ein schönes Wochenende wünscht Dir
Ronald
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Man kann sich jeden Tag ärgern, aber man ist nicht verpflichtet dazu!