Nachdem wir also den Nachmittag/ Abend in Tromsø verbrachten, warteten wir gespannt auf das Anlegen der M/S Polarlys kurz vor Mitternacht. Nachdem wir uns in der Innen-Kabine (660) einquartiert haben, sahen wir uns noch auf dem Schiff zur Orientierung um, bevor es dann bald ins Bett ging.
Was mir in der Kabine auffiel - in der Nasszelle, gegenüber der Toilette, neben dem Duschvorhang, in Höhe des Türgriffs...
Weiß jemand von euch, was DAS ist?? [Auflösung in der Slideshow unten im Link...]
Ich hatte mir für die Nacht 2x den Wecker gestellt, da eine große Chance auf Polarlichter angesagt war.
Allerdings ist das Licht der Stadt in Tromsø so hell, dass man den Sternenhimmel gar nicht richtig sehen konnte, zumal es auch etwas wolkig war.
Meine Hoffnung lag also in der finsteren Nacht unterwegs.
Doch als ich das erste Mal gegen 02:30 Uhr raus ging, war der Himmel in der Ferne noch von Tromsø erleuchtet.
Und beim nächsten Aufstehen gegen 03:30 Uhr war es dann dicht bewölkt, es nieselte und außerdem begann es auch schon langsam zu dämmern.
Also nichts mit Nordlichtern dieses Mal.
So hiess es erstmal weiterschlafen.
Hab auch glatt die nordgehende M/S Trollfjord, die uns bei Harstad entgegen kam, verpasst. Schade.
Egal. Also - aufstehen und frühstücken.
Sohnemann kommt nicht so richtig aus dem Knick, so dass ich vor dem Frühstück noch eine Deckrunde mache - mit der Kamera, versteht sich.
Sieht nicht gerade nach Frühling aus:
Unsere Kabine haben wir bis Risøyhamn.
Dann ziehen wir mit unserem Rucksack in die Panorama-Lounge um. Dort gibt es gemütliche Sofa-Ecken.
Wobei die Sofa's auf der M/S Nordstjernen gemütlicher waren - mit richtig vielen Kissen und Decken.
Eine Decke konnte man sich auf der Polarlys aber auch gegen ein Depositum von kr 100 pro Stück ausleihen.
Es geht weiter nach Sortland. Vorher gibt es noch eine Begegnung mit dem Bus der Vesterålen-Ausflügler.
Dieser fährt langsam über die Brücke bei Sortland, so dass sich die Passagiere winken und gegenseitig fotografieren können.
Einige auf dem Schiff wedeln mit ihren Handtüchern.
Ein Wunder, dass der Bus nicht umkippt - ist doch der Fahrer der einzige, der bei dieser Aktion noch auf der linken Seite ist...
Zwischen Sortland und Stokmarknes:
Es ist Nachmittag - Anlegen in Stokmarknes. Während ich Lust auf das Hurtigruten-Museum hab, legt sich Max lieber auf's Sofa.
Zurück auf dem Schiff, musste ich mir erstmal meinen Möwen-Klecks von der Schulter beseitigen.
Nur gut, dass die nicht auf den Kopf getroffen hat...
So geht es weiter nach Svolvær.
Durch den Raftsund. Zunächst bis zum Trollfjord.
Wir fahren nicht hinein. (Dies ist wohl offiziell erst ab Ende April erlaubt.)
Die Seeadler-Ausflügler fahren hinein und locken anschließend mit mitgebrachtem frischen Fisch die Seeadler an.
Ich sehe allerdings nur Möwen um das Boot kreisen.
Und plötzlich kommt ganz majestätisch ein Seeadler und kreist über der Polarlys. Gelegenheit für ein paar Schnappschüsse.
Die weitere Fahrt nach Svolvær genießen wir bei schönstem Wetter, Wind und Ruhe.
In Svolvær vertreten wir uns die Beine. Ich wollte Max das Rica-Hotel zeigen, wo wir im Februar mit der Firma waren. (Dort gibt es u.a. ein Zimmer mit Loch im Fussboden, durch das man angeln kann....)
Das Hotel hatte allerdings geschlossen (Osterferien...).
Nach ein paar weiteren Fotos gehen wir an Bord und essen in der Caféteria Abendbrot.
Max hatte Lust auf einen Hamburger ohne Pommes. Für mich gab es Ofenkartoffel mit Sauerrahm, Bacon und Salat (für gerademal kr 69). Und lecker war es auch.
Eine Weile nach Svolvær kam uns dann die nordgehende "Kong Harald" entgegen.
Die Überfahrt über den Vestfjord gestaltete sich etwas sehr schaukelig, so dass uns mulmig wurde und wir dann auf der Polarlys doch lieber auf Reisetabletten zurück gegriffen haben.
Die gab es an der Rezeption - kr 38 für die 10er Packung. So konnten wir dann gut durchschlafen, bis wir nach 2 Uhr in Bodø angelegt haben.
Kurz vor dem Aussteigen noch fix eine Foto-Runde durch das Schiff...
Weitere Fotos gibt es hier.
Nach einer 1,5-stündigen Autofahrt waren wir dann wieder daheim nach einem wundervollen und erlebnisreichen Oster-Ausflug mit der Hurtigrute.
Mein persönliches Fazit aus dem Vergleich der HR-Schiffe M/S Trollfjord (auf der war ich im Juni 2008 von Kirkenes bis Bodø unterwegs), M/S Polarlys und M/S Nordstjernen:
Fahren macht auf allen Spaß. Jedes Schiff hat seine Reize und seine Vorteile.
Aber eine ganze Rundreise würde ich am liebsten mit der M/S Nordstjernen machen. Das ist kein schwimmender Hotelblock sondern noch ein Schiff, bei dem eher das Feeling einer richtigen Seereise auf kommt. Das Schiff ist zwar alt, bietet aber jeden Komfort, den ich auf einer solchen Reise brauche und haben möchte. Sicher, es ist schön, im Pool zu sitzen, während die schneebedeckten Berge an einem vorüber ziehen. Aber für Individualität verzichte ich gern darauf. Auch Friseur und Fitnessraum brauch ich auf so einer Reise nicht. Lieber bin ich ein Gast und keine 'Nummer'.
Einen weiteren Vorteil hat ein kleineres Schiff auch - es artet nicht in Massenabfertigung auf den Ausflügen aus, denn die sind dann nicht so voll...
Ich hoffe, die M/S Nordstjernen bleibt noch eine Weile in Betrieb.
Und bis zur ersten Gesamt-Rundreise bleibt mir, die anderen Schiffe auf Kurztrips kennenzulernen.


