gestern von einer kleinen Bustour aus Norwegen zurück nachfolgend ein Reisebericht :
Übers Wetter soll man ja nicht meckern, wenn nicht diese gnadenlose Hitze gewesen wäre. Wir
sind am 23.6.09 losgefahren und natürlich voll in Selbige reingerauscht. Auf der anderen Seite
hat es natürlich Eindrücke hinterlassen, die ich so auch noch nicht erlebt habe.
Da war die Fahrt über die Atlantikstraße......die Hustadvika wie ein mit Öl begossener Ententeich und bei
27°C im Schatten, den es dort nicht gibt.
Zuvor in Kristiansund habe ich die Midnatsol noch abfahren sehen - wir waren leider zu spät dran.
Dann Alesund und mein besonderes Anliegen auf dieser Tour. Am Nachmittag bezogen wir unser Domizil, das
SAS-Hotel am Ende des Hurtigrutenkais. Für das Abendessen habe ich mich gleich abgemeldet, schließlich hatte ich
Wichtigeres zu tun. An der Querseite des Schuppens auf dem Kai wurde fernglasbewaffnet Posten bezogen. Zum Glück
gibt es dort ein kleines Bänkchen. Von weitem habe ich sie dann kommen sehen, und um 18 Uhr schwebte sie heran -
die Lofoten.
Unter einem Vordach an der Kaiseite fand ich auf einem für Vardö bestimmten Holzstapel einen Schattenplatz.
Die Hühnerleiter wurde herangefahren und dann strömte es......Meine Güte, wieviele Leute passen eigentlich auf
dieses kleine Schiff. Na ja, bei diesem Traumwetter waren es zum größten Teil natürlich Tagespassagiere zum Geiranger.
Jedenfalls dauerte es endlos lange, bis der Kai leer war - und ich saß immer noch auf meinem Holzstapel.
Es erschien der 1. Offizier auf dem Kai und ein Koch o.ä. unten an Deck. Zusammen schafften sie durch die Seitenöffnung
Proviant aufs Schiff. Vorne wurde derweil geladen was das Zeug hält. Zum Glück war das vordere Deck schon so voll gestapelt, dass
man mir meinen Holzplatz gelassen hat.
Nach getaner Arbeit ging der Erste wieder an Bord, stützte sich auf dem unteren Deck auf die Reling und steckte sich eine Zigarette an.
Derweil schaute er ständig zu mir rüber, und irgendwann lächelte er.....Dann zeigte er zur Hühnerleiter, was wohl heißen sollte dass ich
ruhig an Bord gehen dürfe.
Ich schüttelte nur langsam den Kopf. Inzwischen hatte ich nämlich wieder diesen blöden Kloß im Hals, der sich immer einstellt, wenn ich dieses Schiff sehe......
Nachdem nun die "echten" Passagiere langsam wieder eingetrudelt waren, war es Zeit zum Ablegen und zum Verlassen des Holzplatzes.
Langsam ging ich zur Kaikante wegen der Fotos. Der Erste, immer noch da, guckte mich an und schien zu überlegen. Ich habe nur gelächelt
und eine schöne Reise gewünscht. Irgendwie hat er wohl gedacht:" Woher kenne ich die?" Gesehen hatten wir uns natürlich immer mal in Rörvik im Winter..... Dann fuhr die Lofoten langsam davon - und ich wäre gerne mitgefahren.
Am nächsten Tag stand das Erklimmen des Vestkapps an - Ententeichzustand auch auf Stadhavet - irgendwie unwirklich. Den Besuch
kann ich nur jedem Überlandfahrer empfehlen. Die Aussichten von dort oben sind einfach grandios..Eine Kuriosität am Rande: Unterhalb
des Kaps gibt es einen kleinen Ort namens - Honningsvag ! Ich dachte erst, wir hätten uns verfahren.......
Die nächste Übernachtung war in Florö. Morgens am 28.6. dann an Bord und Leinen los , Fahrt nach Bergen mit der Nordkapp. Wie schon mal erwähnt, wäre ich ja lieber am nächsten Tag mit der Finni gefahren.
Auch auf dieser Fahrt nur Ententeich. Eigentlich bin ich ja nicht gerade Fan dieser 90er-Jahre-Schiffe, aber ich muss zugeben, dass sie mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Für die Sommertouren bei so einem Wetter ist sie sogar besser geeignet als die Finni. Durch das gestaffelte Heck hat man dort viel mehr Platz zum windgeschützten Sonnenbaden - wenn mans mag. Auch ganz oben findet man geschütztere Plätze.
Innen ist es auch sehr freundlich und gemütlich. Alles in allem hat würde ich sie empfehlen.
Zum Kugeln war noch das Gesicht der Dame in der Cafeteria. Dorthin führte mein erster Weg - zwecks Kauf des bekannten Kaffeebechers.
Sie hat mich angeguckt, als wenn ich......" Der kostet 209,-NOK" klärte sie mich auf. Ich nickte weise lächelnd. Zögernd rückte sie ihn raus.
4 x habe ich ihn während der Tour befüllt und hatte damit über die Hälfte wieder raus. Der Rest ist eben Souvenir
Der Tripp nach Bergen war traumhaft. Man konnte eigentlich ständig vorne im Bug stehen. Das bisschen Fahrtwind bei der Wärme machte
gar nichts aus. War schon traurig, als wir das Schiff verlassen mussten. Und das bei 30°C in der Innenstadt.
Übrigens: Bergen in der Hochsaison bei so einem Wetter.....muss ich nicht noch einmal haben.
Und nun beginnt das Warten auf den 14.9. - Dann darf ich wieder mitfahren.
Liebe Grüße
Renate


Seine Frau war allerdings anderer Meinung.


