Bevor mein Name bald in "Dunkelrot" auf der Liste erscheint hier der erste Teil des Reiseberichtes:
27. September 2009
Distanzreise an Bord der MS NORDKAPP von Ørnes nach Harstad
Kapitän: Geir Eriksen Hotel Manager: Mats Pettersen Reiseleiter: Marco
Um 9:30 Uhr soll die Abfahrt der MS NORDKAPP in Ørnes sein. Am Kai ist viel Betrieb. Kurz vor der regulären Abfahrtszeit bekommen wir die Info, dass das Schiff eine Stunde Verspätung hat, also zurück ins Womi. Erst als wir wieder Bewegung am Kai vernehmen unternehmen wir den zweiten Versuch. Es ist stürmisch und Regentropfen fallen, als das Schiff in Sicht ist.
Wir checken ein und bekommen die Kabine Nr. 361. Eine erste Begutachtung ergibt, dass das Bad unter Wasser steht. Ab zur Rezeption und wir bekommen eine andere Kabine zugewiesen, Nr. 317, diese befindet sich im vorderen Teil des Schiffes. Es ist 10:40 als wir Ørnes verlassen. Das Restaurant ist geschlossen und wir bekommen kein Frühstück mehr. Zur Mittagszeit geht es ins Restaurant, so verpassen wir die Anfahrt auf Bodø. Es ist sehr stürmisch und das Anlegemanöver sehr schwierig. Die Ankerkette wird zur Hilfe genommen. In Bodø soll die Verspätung durch eine verkürzte Liegezeit wieder eingeholt werden. Da am Nachmittag aber scheinbar die Fähre nach Moskenes nicht fährt, stehen über 10 Autos zum Verladen bereit. Fazit davon, Verspätung. Als der Kapitän das Schiff zum Auslaufen klar gemacht hat, kommt eine Sturmfront übers Meer gezogen. An Ablegen ist nicht zu denken. Die Ankerkette kann nicht eingeholt werden, denn dann würde das Schiff komplett auf den Kai gedrückt. Also abwarten. Endlich ist es soweit, eine ruhigere Phase wird gleich genutzt. Dann sind wir auf Kurs Richtung Landegode Fyr. Wir treffen den Reiseleiter Marco und kommen sofort mit ihm ins Gespräch. Kurz darauf beginnt auf Deck 7 die Polartaufe. Über dem Meer ziehen bedrohliche Wolken auf und es beginnt, heftig zu regnen. Als dann König Neptun dem Meer entsteigt, wird der Himmel freundlicher. Bald darauf spielen sich grandiose Lichtstimmungen am Himmel und auf dem Wasser ab. Als wir den Leuchtturm Landegode Fyr erreichen, ist ein ganz spezielles Licht. Noch spannender wird es, als wieder eine Sturmfront aufzieht. Tapfer stehen wir am Heck, um spektakuläre Fotos zu schießen. Die Wellen werden intensiver und es drehen sich überall auf dem Wasser kleine Windhosen. Wir sind begeistert von diesem Anblick, als wir jedoch zweimal unfreiwillig auf den Bänken mit den Rettungswesten landen, ist es Zeit sich ins Innere zurück zuziehen. Die Schräglage des Schiffes ist extrem und der Wind bläst uns so arg entgegen, dass es sehr schwierig ist, zu den Türen vorzudringen. Doch dann ist es geschafft. Die Wellenberge werden höher und höher, die MS NORDKAPP ächzt und stöhnt. Die Fahrt über den Vestfjord hat es in sich. Bei diesen Wetterbedingungen ist es durchaus möglich, dass Stamsund nicht angelaufen werden kann. Der Kapitän startet trotzdem einen Versuch und es gelingt ihm, das Hafenbecken zu erreichen. Somit kann für viele Passagiere der Wikinger-Ausflug nach Borg stattfinden. Nur die Gangway für die Passagiere kann nicht heruntergelassen werden, die Wellenhöhe ist zu gewaltig. Das Schiff hebt und senkt sich um einige Meter. Alle Passagiere müssen das Schiff über den Fahrzeugaufzug und die Autorampe verlassen. Das Entladen der Pkws nimmt viel Zeit in Anspruch. Endlich nimmt die MS NORDKAPP Kurs auf Svolvær. Die Schiffsbewegungen steigern sich wieder. Die südgehende Hurtigrute MS TROLLFJORD kommt uns entgegen. Die beiden Schiffe begrüßen sich im Dunkeln mit Lichtsignalen. An den schwankenden Lichtern des entgegenkommenden Schiffes kann die Wellenbewegung und die Intensität gut abgelesen werden. Erst bei der Hafeneinfahrt in Svolvær lässt das Schaukeln nach. In Svolvær wird die Abfahrtszeit wieder verändert, da auf die Ausflügler gewartet werden muss. Bald folgt das nächste Highlight, der Raftsund. Um 23 Uhr wird auf Deck 7 eine Trollfjord-Suppe (Fischsuppe) serviert und der „Trollfjordknert“, ein wärmendes Getränk angeboten. Plötzlich wird es auf dem Außendeck unruhig. Es wird gejubelt, einige Passagiere sind außer sich vor Freude, ich schau zum Himmel und entdecke, Nordlicht. Das ist also der Grund für die Freudenausbrüche. Norbert holt die Kamera aus der Kabine, doch die kräftigsten Erscheinungen sind schon wieder vorbei. Recht schwach hält es sich über eine Stunde. Ab und zu ziehen ein paar Wolken auf, aus denen es leicht tröpfelt, dies ist für die meisten Mitreisenden der Grund, das Außendeck zu verlassen. Für uns ist es schon zum Ritual geworden bis zur Raftsundbrücke an Deck zu bleiben, so auch heute. Die Bewölkung hat stark zugenommen und es sind kaum noch Sterne am Himmel zu sehen. Mitternacht ist bereits überschritten und wir sagen, Gute Nacht.
Fortsetzung folgt
Gruß Gerhild




