2022 Skandinavien – Rundreise

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Julindi » Fr, 15. Sep 2023, 11:15

Vielen Dank für das Einstellen des Berichts und der vielen Fotos :D
Euer Ausflug nach Molde und die Atantikstraße wecken Erinnerungen an unsere Reise von 2021 und die Fotos von Bud bestärken mich darin, nächstes Jahr einen Abstecher dorthin zu machen.
Freue mich auf mehr (Meer)
Viele Grüße,
Jule
Reiseberichte mit Fotos auf http://www.ju-cara.jimdo.com
Julindi
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Fr, 15. Sep 2023, 18:22

5. Reisebericht unserer Skandinavien Rundreise 2022, vom 02.09. bis 05.09.2022, von Bud zum Hegg Camping bis Järpen (S)

Hallo ihr Lieben zuhause,
wir haben wieder einen Ortswechsel vorgenommen. Von Fjordnorwegen ins Schwedische Wintersportgebiet, wo wir wandern wollen. Und Pilze, Baubeeren und Preiselbeeren suchen und kosten.
Nun haben wir ja schon die Hälfte unserer diesjährigen Reise längst überschritten und fühlen uns schon fast wie auf dem Heimweg.
Heute waren wir in Östersund und haben das Jämtli Museum besucht. Morgen gehen wir wandern. Davon mehr im nächsten Reisebericht.
Uns geht’s gut, Geist und Gesundheit sind frisch, wie die Temperaturen hier oben.

Freitag, 02.09.2022, 08:00 Uhr, 7 Grad warm, bedeckt, Taunässe

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Heute fahren wir nach 6 Tagen in Bud weiter, diesmal nach Osten.
Die Tage waren bis auf den Anreisetag Samstag entspannt, der immer beständige, oft kalte Wind hat uns das Leben außerhalb des Wohnwagens nicht leichter gemacht. Im Windschatten des WW war es auszuhalten, mit dem Windschutz erst recht.

Der CP war mit Norwegern sehr gut besetzt, sie waren meist noch in den Kojen, als wir uns zum Aufbruch machten. Um 09:20 verabschiedeten wir uns von K und T und wünschen ihnen, dass sie ihr Technikproblem bald in Griff bekommen.
Bei 12 Grad Außentemperatur ist die Klimaanlage im Galaxy gefordert. Wir fahren die Straße 64 nach Molde zurück um dann immer auf der E 39 Richtung Trondheim zu fahren.

Es ist Ebbe in den Fjorden, viel Tang liegt offen. Schwalben, Spatzen, Elstern und Stare sind zu sehen, in den Bergen ist noch Nebel an den Gipfeln.

Als wir in Molde den Fjord entlangfahren, sehen wir eine zweistrahlige Passagiermaschine neben uns starten. Sie war schneller, wir durften ja nur 80 km/h fahren.

Die Fahrt war landschaftlich reizvoll, es ging bergauf und -ab, oft durch Täler, in denen sich die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe die Hand reichten, einer neben dem anderen.
Kühe, Schafe und einmal zwei Schweine, die im Sonnenlicht rumsprangen (ich habe schon 4 Wochen keinen Schweinebraten mit Knödeln mehr gegessen, fällt mir ein) und eine Freilandgänsefarm, wo die Gänse Gras fressen können, bevor der Martinstag kommt, sahen wir heute unterwegs.

Und eine Fährstrecke von Kannestraum nach Halsa hatten wir auch, nebst einigen Brücken über die Fjorde.

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Vor Orkanger fahren wir über eine Hochebene, viele kleine Hütten zeigen, dass sich hier ein Skigebiet befindet.
Bei Orkanger biegen wir links auf die 710 ab, die 40 Kilometer am Trondheim Fjord entlang nach Norden führt.

Erstmals sehen wir goldgelbe Getreidefelder in Norwegen, auch Erdbeerfelder mit Vogelscheuchen waren an der kleinen Straße zu sehen.
Um 14:00 Uhr erreichen wir nach 4 Stunden Fahrzeit und 248 gefahrenen Kilometern den Hegg Camping & Freizeitpark und stellen alles (Markise, Tisch, Stühle, Windschutz) auf und machen eine Kaffeepause.

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Der Moverantrieb rutscht am Reserverad, das wir aufgezogen haben, auf Gras durch. Warum?
Es dauert nicht lange und schon fallen uns im Sonnenschein bei 15 Grad die Augen zu.

Wir sind auf einem sehr ruhigen CP angekommen, es gibt auch kein WIFI. Ein Glück, dass ich gestern noch den Reisebericht versandt habe.

Nach dem Schläfchen haben wir noch eine kleine Runde zum nahen Hafen gedreht.

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Die Hurtige Kong Harald ist im vor uns liegenden Trondheim Fjord durchgefahren,

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wie auch viele andere Frachtschiffe. Wer Trondheim anlaufen oder es verlassen will, muss vor uns durch. Sackgasse. Ein neues Kinoprogramm für uns. Vor uns.

Weil es hier besonders ruhig ist, haben wir überlegt, am Sonntag zum Storsand Gard Campingplatz in Malvik zu fahren um am Montag Trondheim zu besuchen.
Auch wenn wir dort schon ein paar Mal waren, da rührt sich jedenfalls was.
Seit langem wieder werden wir heute im Abendlicht vor dem Wohnwagen zu Abend essen.

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Vor uns der Trondheim Fjord, die schrägstehende, gleißende Sonne, das wummern der Motoren der Frachtschiffe und auf dem Teller Spaghetti Bolognese, das hat schon was. Und dazu natürlich auch ein bis zwei Bierchen trinken.

Der Sonnenuntergang war schön anzusehen, jetzt um 21:30 Uhr leuchtet die Sonne hinter den Inseln und taucht sie in rosa Licht.

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Überall sind Lichter zu sehen und ich kann an den vorbeifahrenden Schiffen das Dampferlicht und die Sektorenlichter rot und grün, je nach Kurs, erkennen.
Der kleine Hafen ist ebenfalls befeuert.

Das Abendrot erlischt langsam und wir hoffen, einen strahlenden Sternenhimmel zu haben. Wir sind ja ganz weit draußen und abseits vom Lichtertrubel.
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Fr, 15. Sep 2023, 19:57

Samstag, 03.09.2022, 08:30 Uhr, 13 Grad, leicht bewölkt
Wir hatten eine absolut ruhige Nacht. Das Firmament wurde durch die Beleuchtung des CP leider nicht so dunkel und die Sterne nicht heller, wie ich erhoffte.
Dafür war das Lichtorchester am Horizont und am Fjord interessant.
Wo die Menschen überall siedeln, wo sie kleine Regionalflughäfen (gegenüber bei Brekstad) bauen und wo sie spazieren fahren ist schön zu sehen.

Beim Frühstücksfernsehen mit Sonnenschein am Rücken und Blick auf den Fjord

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sehen wir Motorboote, Fähren, Segelyachten und blicken auf eine Gezeitenlinie am Wasser, die eine ganz andere Kräuselung aufweist.
Ein Buchfink zwitschert in der Erle, Bachstelzen laufen durchs Gras auf der Suche nach fressbarem. Spatzen, im Gegensatz zu Bud, fehlen.

Wir fahren ein paar Kilometer zurück nach Selva, kaufen beim Supermarkt ein und weiter geht die Fahrt auf einer kleinen Sandstraße zum Agdenes fyr.
Am Parkplatz steigen wir aus und wandern die 800 m zum Leuchtfeuer, das am Eingang des Trondheim Fjordes liegt und einen weiten Blick zulässt.

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Natürlich war an diesem exponierten Ort auch schon der unselige Adolf und hat eine Geschützstellung hinterlassen.
Wir erfreuen uns am Blick in den Fjord und die umliegenden Inseln und wandern gemütlich zum Auto zurück.

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Dann fahren wir zurück, am Hegg Camping vorbei zum Ende der Straße, die zum Schluss eine Sandstraße wurde, zum Faernes ferjekai.

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Hier gibt es tatsächlich auch einen CP mit vielen feststehenden Wohnwägen und ein Rorbuer Fischernest. Am kleinen Fähranleger mache ich ein paar Fischzüge, leider ohne Erfolg.

Bei der Rückfahrt bleiben wir bei einem Bauernhof stehen, bei dem auch Getreide mit langen Grannen (Gerste?) angebaut wird, das noch nicht geerntet wurde.
Nach Rückkehr zum CP macht Gerti sich schön, ich nehme – oben ohne – ein Sonnenbad und gehe in mich.
Oben ohne bei 16 Grad in der Sonne zu sitzen ist very british, vorne heiß → hinten eiskalt. Aber schön ist es.

Eine Hurtige ist, ohne Trondheim am Tag anzulaufen, zwischen den Inseln vor uns nordgehend durchgefahren. Ein Kriegsschiff ebenfalls,

Danach gehe ich zu Grete um die zwei Übernachtungen zu bezahlen, denn wir wollen Morgen nach Trondheim fahren und es übermorgen besuchen.
Bei der Überprüfung, ob der Storsand Gard CP offen ist und einen Platz für uns hat waren wir erstaunt. Er ist nur bis 1. September offen.
Auch der CP in Flakk hat bereits zu.
Und der Dritte in Vikhammer hat zu, weil in den Hütten Flüchtlinge aus der Ukraine untergebracht sind. Nun standen wir da, mit ungewaschenem Hals und ohne CP.

Weil es hier kein WIFI gibt, mein neuer Windows 11 Laptop einen Netzwerksicherheitsschlüssel zum einloggen des Huawei Rooters, für den ich eine Daten-SIM-Karte für Internetzugang gekauft habe verlangt, den ich nirgendwo finde, mein Smartphone einen Vertrag nur für Germanien hat, bin ich aufgeschmissen und kann mich nur noch mit der Trommel verständigen.

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Zur weiteren Reiseplanung und Kommunikation in Norwegen und Schweden aber eher ungeeignet.

Gerti wurde also beauftragt, weitere CP’s in Trondheim ausfindig zu machen und abzuklären, ob unser nächstes geplantes Ziel in Schweden, der Ristafallet CP in Järpen offen ist und einen Platz für uns hat. Er ist aktuell offen. Was ich auch bei der Routenplanung schon eruiert habe.
Dann haben wir beschlossen, dorthin zu fahren, 275 km ist die Strecke, also so etwa 4,5 Stunden reine Fahrzeit. Gerti hat die Koordinaten schon ins Navi eingegeben.

Dann haben wir gemeinsam unser aufgebautes Equipment rund um den WW abgebaut und verstaut und sitzen nun bei Sonnenuntergang im erwärmten Wohnwagen und sind etwas bedeppert.

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Trondheim war zwar ungeplant, dennoch erwischt uns die Situation auf dem falschen Fuß.

Norwegen wollten wir nicht fluchtartig verlassen und haben nun zwei Tage Zeitvorsprung, die wir sicher irgendwo verbringen werden, wo es nicht nur schön, wie hier ist, sondern auch ein bisschen mehr los ist.

Und WIFI kein Fremdwort für den Betreiber eines CP ist. Entschuldigung Grete, so heißt die Betreiberin.
Heute werden wir etwas früher die Segel streichen und in die Kojen gehen, denn im Frühtau müssen wir auf die Walz gen Schweden fahren.
Ingo Martin
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Fr, 15. Sep 2023, 20:39

Sonntag, 04.09.2022, 06:30 aufstehen, 9 Grad, Sonne pur, Ostwind

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Heute fahren wir vom Hegg Camping in Norwegen am Trondheim Fjord zum CP Ristafallet in Järpen in Schweden.

Schnell kommen wir heute in die Gänge, wir wollen ja weiterreisen. Dusche, Frühstück und anspannen im Schnelldurchgang, die Sonne ist gnädig und erwärmt die Glieder.

Punkt 08:00 Uhr fahren wir ab, alle anderen Norwegischen Mitcamper schlafen noch.
Wir sind nun schon 4 Wochen unterwegs und haben den Scheitelpunkt unserer Reise erreicht, jetzt geht es nach Osten und dann nur noch südwärts. Auf der 710 fahren wir 55 km nach Orkanger zurück um dann auf die E 39 Richtung Trondheim/Narvik abzubiegen.

Am Sonntag früh ist noch kein Verkehr auf der Straße, bis Orkanger haben wir gerade mal 10 PKW und zwei Kraniche in einem abgeernteten Getreidefeld gesehen. Bei Trondheim tanken wir für 2,45 €/l fast voll, die Landebahn des Flughafens ist weit in den Trondheim Fjord hinausgebaut.

Bei Stjordalshalsen biegen wir um 10:00 Uhr von der E 39 rechts auf die E 14 Richtung Sundsvoll (am Bottnischen Meerbusen) ab und fahren einen Fluss aufwärts durch ein schönes Tal. Kartoffelfelder und ein paar Bauernhöfe sind am Wegesrand, die Riksgrense zu Schweden ist noch 66 km entfernt.

Das Tal weitet sich, Straße, Bahnlinie, Wald und der Fluss teilen es sich. Elch – Gebotsschilder tauchen auf, die Hirschschilder Norwegens sind Vergangenheit.

Grüß Gott Bergland, Servus Fjordland, ein wenig Schwermut kommt auf.

Die Straße E 14 geht immer weiter aufwärts, erste Hinweise auf ein Alpincenter lesen wir und sehen die Lifte und Loipen auf einem Hochplateau. Eine Langläufergruppe ist auf Rollerski auf der Straße unterwegs.
Um 11:00 Uhr machen wir nach 185 gefahrenen Kilometern eine Pause. Die E 14 ist gut befahrbar und führt durch weites Land. In der Ferne ist die Bergkette, die Norwegen von Schweden trennt zu erkennen.
Kurz danach sind wir an der Riksgrense zu Schweden.

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In Storlien erreichen wir das Fjell Handel Center, ein riesengroßes Einkaufscentrum und kaufen ein. Ja, in Schweden sind die Geschäfte auch am Sonntag geöffnet.

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Schneescooter-Bahnen sind neben der Straße ausgesteckt, Schilder warnen, wenn die Bahnen die Straße queren.
Um 12:30 Uhr ist es bei Sonnenschein 12 Grad warm, als wir uns Are, dem Wintersportort nähern.

Der Berg Areskutan, 1.420 m hoch, ragt aus der Landschaft. Bei der Durchfahrt durch Are, das auch stark vergrößert ist, sehen wir ein Schild: Schokoladenmanufactur. Schade, dass Sonntag ist und der Laden nicht geöffnet war.

Um 13:20 Uhr erreichen wir den CP Ristafallet und checken für drei Tage ein. Wir stellen den Wohnwagen auf, nachdem wir die Ost-West-Achse wegen des Sonnenverlaufes festgestellt haben und machen vor dem Wohnwagen Brotzeit.

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Der Wasserfall in unmittelbarer Nähe rauscht, er ist aber nicht so mächtig wie bei unserem letzten Besuch im Frühsommer 2016.
Danach machen wir ein Schläfchen, weil der Aufbruch doch früh begann und die Fahrt lange war.
Nun sind wir von Fjordnorwegen ins schwedische Wintersportgebiet (Are Alpin Ski, Östersund Biathlon) gefahren, ein landschaftlich großer Unterschied.
Hier wollen wir mehrere Tage bleiben und Are und Östersund besuchen und wandern. Auch Pilze und Beeren finden und essen. Mal sehen, ob wir’s überleben.

Jetzt um 20:15 nach 4 Wochen Enthaltsamkeit vom Fernseher habe ich den TV eingeschaltet, er hat sich automatisch den Satelliten gesucht, sich eingeloggt und wir sehen den Flug des Phönix. Grund des Einschaltens war, dass wir hier in Schweden kein DAB im Radio empfangen können und uns Country- und Retromusik fehlt. FM ging natürlich.
Ich wollte deshalb am Multimedia-TV mit unserem USB-Musikstick Musik in den Wohnwagen zaubern. Nun wissen wir, das TV und Musik vom Stick im WW möglich sind. Auch gut.

Montag, 05.09.2022, 08:30 Uhr, 8 Grad, Sonne pur
Heute Nacht war es bitter kalt, wir haben beide in der Frühe wie die Schneider gefroren. F ü n f Grad war es frisch.
Also vor dem Aufstehen erst den kleinen Heizlüfter auf Vollgas stellen und unter der Bettdecke ruhig verhalten.
Bei einem CP-Nachbarn aus den Niederlanden ist die Windschutzscheibe gefroren.

Als es erträglich warm wurde bin ich zum Sanitärgebäude gegangen und habe mich unter der Dusche aufgewärmt.

Gerti hat den Begriff „Wintercamping“ kreiert, der passt genau.

Ein Schweizer CP-Nachbar erzählte mir, dass seine Frau letzte Nacht schöne Bilder der Aurelia Boralis (Nordlicht) gemacht hat und sie mir gezeigt.
Blende 2.8, ISO 800, 8 Sekunden Belichtung, Zeit 23:40 Uhr, Westen.
Also nur etwas später als wir die Lesestunde beendeten, hat das Firmament geleuchtet.

Heute werde ich aufpassen, denn wir haben wieder den ganzen Tag über tiefblauen Himmel gehabt.

Zum Tag selbst gibt es folgendes zu berichten:
Nach dem Frühstück sind wir 35 Kilometer nach Are gefahren, haben am Bahnhof geparkt und danach das schlafende Örtchen besucht.
Ein Wintersportort in der Nichtsaison ist keinen Pfennig wert. Egal ob Seefeld, Cortina D’Ampezzo, Canazei, Kitzbühel etc.

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Es wird gebaut und erweitert, die Läden sind geschlossen, der Gilb sitzt drin.
Einzig das kleine Einkaufszentrum am Bahnhof konnte uns erfreuen. Wir haben Geld SEK Schwedische Kronen gebunkert, beim ICA Obst und Gemüse eingekauft und für 2,495 €/l vollgetankt, das war ein knapper Hunderter.
Dann sind wir zur Kabinbanan (Bergbahn) gefahren, die auf den Areskutan schwebt. Die Gondeln haben wir schon gesehen.

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Aber wir hatten kein Glück, in der Zwischensaison gibt es nur am Freitag bis Sonntag Gondelbetrieb. Heute war Revisionsbetrieb. Schade, der Blick aus 1.420 Metern Höhe wäre bei dem heutigen Superwetter richtig schön gewesen.

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Wir sind anschließend 20 Kilometer zurückgefahren und ins Valadalen Naturreservat abgebogen. Da haben wir in Ottsjö das Auto abgestellt und den Weg 261 begangen, der zum See führt und etwa 3 Kilometer lang ist.

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Unterwegs sind wir an vielen Hütten vorbeigekommen, die oft versteckt in kleinen Wäldchen stehen.
Drei Birkenpilze habe ich gefunden, die Gerti geputzt und zum Trocknen aufgeschnitten hat. Eine Pilz APP hat geholfen, sie eindeutig zu identifizieren.

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Nach Rückkehr zum CP haben wir Kaffee getrunken und ein wenig geruht.
Danach sind wir eine Wasserfall-Runde gegangen und einige schöne Blicke auf ihn geworfen. Im Frühherbst ist der Wasserstand nur die Hälfte dessen, die wir bei unserem 2016er Besuch nach der Schneeschmelze erlebt haben. Das Rauschen ist eher ein Gemurmel.

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Jetzt um 18:00 Uhr bereitet Gerti das Abendessen zu, ich sitze in der Sonne und schreibe händisch Eindrücke des heutigen Tages für den Reisebericht.
Wir haben danach unseren Ausflug für Morgen besprochen. Valadalen Wanderung oder Östersund, die Biathlon Stadt. Auch wenn wir sie schon einmal besucht haben, will Gerti nach Östersund.
Weil wir uns also stadtfein machen, habe ich nach 4 Wochen zum Ersten Mal die PKW-Fensterscheiben außen und innen saubergemacht. Auch das Rückfenster vom Wohnwagen, durch das wir die Welt um uns erblicken.
Vorher war sie eher trüb, nun ist sie glasklar. Gut fürs Aurora schauen von innen bei arktischen Temperaturen draußen.
Aber 2016 im Mai hat es auch nur 10 Grad gehabt, wie ich aus dem alten Reisebericht lesen konnte.
Ingo Martin
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Sa, 16. Sep 2023, 20:33

6. Reisebericht unserer Skandinavien Rundreise 2022, 06.09. bis 07.09.2022, Järpen und Umgebung

Dienstag, 06.09.2022, 08:30 Uhr, 10 Grad, blauer Himmel

Die gestrige Nordlichtjagd ging bis 24 Uhr und war nur wenig erfolgreich. Der Sternenhimmel dagegen war eindrucksvoll. Seit langem haben wir so ein klares Firmament nicht mehr gesehen.
Das Nordlicht selbst war wie wenn riesige hellgrüntürkise Halogenscheinwerfer den westlichen Himmel erleuchten. Eher statisch als flackernd. Ich war mit der großen Nikon zu unerfahren, um die richtige Einstellung zu finden und ohne Stativ zu wackelig um das wenig Sichtbare zu digitalisieren. Es war auch stockdunkel und kalt.
Gerti hat mit dem handy Eindrücke festgehalten.

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Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend. Ein neues Spiel – ein neues Glück?
Wir sind dann um 10:30 Uhr die E 14 nach Östersund gefahren, einfach 79 Kilometer, und haben bei dem Jämtli Museum geparkt. Weil ich den Parkautomaten nicht füttern konnte, haben wir schwarz geparkt.
Das Nationalmuseum Jämtli is an arena for art and design experiences with painting, sculpture, crafts and design, so steht es im Flyer.

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Wir waren sicher weit über zwei Stunden im Museum unterwegs und haben die vielen Exponate und Themenausstellungen der Region Jämtland bewundert.

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Dann sind wir zu Fuß die Kyrkgatan zum Rathausplatz gegangen, haben uns ein wenig erinnern können an 2016.

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Die Storgatan ist die belebteste Einkaufsstraße in Östersund, natürlich haben wir geshoppt und die vielen Geschäfte angesehen.

Aber 200 Meter weiter war die Einkaufswelt wieder vorbei. Die Prästgatan und die Köpmangatan wurden durchwandert und dann sind wir zum Hafen marschiert. Auf einer Bank am Storsjön See sitzend haben wir das 1875 gebaute Ausflugsschiff M/S Thomee und den Skihang auf der gegenüber liegenden Fröson-Halbinsel auf uns wirken lassen.

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Später sind wir zum Auto zurückgegangen, haben kein Pickerl am Scheibenwischer vorgefunden, oder gibt’s so etwas nachträglich digital?
Um 15:00 Uhr haben wir Östersund den Rücken gekehrt, obwohl wir auf unserer weiteren Reiseroute auf dem Weg zum Bottnischen Meerbusen wieder durchfahren werden.
Auf der Rückfahrt haben wir noch bei einer eindrucksvollen Kirche Halt gemacht, wie immer hatte der liebe Gott und sein Bodenpersonal keine Zeit für uns.

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Bei einem COOP wurde auch fürs Abendessen eingekauft.
Wir würden auch mal zum Essen gehen, aber es gibt in den Nordischen Ländern kein Wirtshaus, einen Griechen oder Italiener wie wir es in Germanien kennen. Bars, Restaurants, Asiatenfood, Burger Läden und Freßstandl sind schon da, laden aber nicht ein.

Und eine Leberkäs Semmel wie sie der Franz Eberhofer beim Simmerl kauft und im Büro isst, kennen sie nicht, weil’s keinen Metzger gibt. Und keinen Händlmeier Senf. Soviel zur Esskultur hier oben. Aus bayerischer Sicht.


Über den Tag hat sich der Himmel eingetrübt, aber 15 Grad sind hier oben schon eine ganze Menge. Und wenn ich die Bürger ansehe, wie wenig sie bei diesen Temperaturen anhaben, stellt’s mir die Ganserlhaut auf.

Der kleine CP hat sich heute früh geleert, nun ist wieder Leben eingekehrt, Schweden und Norweger sind da, und wir.

Abendessen gibt es aus Gertis Werdshus, Burger, Gemüse, Salzkartoffeln und Salat, wenn das nichts ist. Und der Saxenkamer Birnschnaps wird heute sein irdisches Leben aushauchen.
Morgen werden wir zum Wandern gehen, das Wetter scheint zu halten.
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Sa, 16. Sep 2023, 21:02

Mittwoch, 07.09.2022, 08:30 Uhr, Nebel über dem CP
Mit dem kleinen Freund auf 15 Grad im Automatikmodus eingestellt ist die Nacht auch hier erträglich. Heute haben wir Wanderer aus Deutschland getroffen, die in einer Hütte in Valadalen wohnen, die erzählten, diese Nacht hat es MINUS 5 Grad gehabt.

Erstmals erleben wir Frühnebel hier am Ristafallet Wasserfall.

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Einige Mitcamper fahren ab, als wir noch beim Frühstück saßen.
Nachdem Gestern der letzte Reisebericht nur ohne die Bilder gesendet wurde, weil die Leistung des CP-Rooters schwach ist, habe ich gestern Abend noch einmal die Bilder zum Text rausgesucht und die Mail wieder versandfertig gemacht. Wenn ich Internetzugang habe, den es nur oben an der Rezeption am Eingang gibt.

Auch habe ich eine Buchungsanfrage an den nächsten geplanten CP in Ramvik am Bottnischen Meerbusen fertiggemacht, die ich in der Frühe an der Rezeption absandte.

Um 10:30 Uhr fahren wir ins Valadalen Naturresavat ab, das etwa 30 Kilometer südwestlich vom Ristavallet CP liegt. Das Wetter wird besser, die Sonne zeigt sich, je höher wir kommen. Der Tau glitzert im Gras und an den Bäumen. Es ist nur 5 Grad warm.
Bei einem kurzen Halt, um die Luft zu schnuppern und die Sonnenstrahlen zu spüren, finde ich auf der Suche nach Pilzen ein Elch-Schäufele und kurz danach einen ganzen Elchkopf, leider ohne die Schaufeln.

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Wir machen einen kurzen Halt beim Wasserfall Valafossen und wandern an ihm entlang.

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Bei der Weiterfahrt sehen wir einen großen Trecker, der den Straßenrand mit einem Riesen-Fadenschneider abmäht, auch am Parkplatz, an dem wir nun stehen.

Wir fahren weiter nach Valadalen, stellen uns auf den Parkplatz und suchen auf den Hinweistafeln nach dem richtigen Weg für eine Wanderung aus.

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Um 11:45 Uhr machen wir uns bei herrlichem, noch etwas kaltem Herbstwetter auf den Weg 283, der 12,2 Kilometer lang ist und 5 Stunden dauert. Wir haben uns bei der Nummer des Weges vertan, eigentlich sollte der Weg 281 über 4,5 Kilometer und 2 Stunden erwandert werden.

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Bis wir draufgekommen sind, dass die sehr schöne Wanderung viel zu Lange dauert und uns überfordert, dauerte es zwei Stunden.

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Unterwegs habe ich immer wieder Birkenpilze gefunden und mitgenommen. Gerti wird sie später putzen und zum Trocknen vorbereiten.
Wir haben auch Blaubeeren, Preiselbeeren und Wacholderbeeren gefunden.

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Der Weg führte am Fluss entlang, ging durch Hochmoore. Umgedreht haben wir an einem früher landwirtschaftlich genutzten Feld, das der Natur abgetrotzt wurde. Immer wieder waren kleine Feuerstellen eingerichtet, auf denen man seine Brotzeit warm machen kann. Wir sahen viele kleine Mäuse und Spitzmäuse am Weg liegen, warum auch immer.

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Um kurz nach drei Uhr waren wir wieder am Parkplatz, sind dann noch zu einem Museum, das das frühere Leben der Menschen zeigt gegangen und haben es angesehen.

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Dann sind wir wieder zum Ristafallet CP zurückgefahren.

Ich habe sofort den Laptop geschnappt und bin zur Rezeption hochgegangen und die Mails gecheckt. Ramvik hat Platz für uns, der nächste Halt ist geklärt.

Danach sind wir noch in Stockholm und unser letzter Halt dieser Reise ist Halmstad an der schwedischen Westküste. Und gleich danach sind wir noch ein paar Tage in Fehmarn bei der Jugend.
Später habe ich die morgige Abfahrt vorbereitet, Gerti hat die Pilze zum Trocknen vorbereitet und wir haben zu Abend gegessen.
Dass ich täglich am Reisebericht schreibe und die Bilder des Tages sichte, ist ja immer gleich.

Ja, liebe Mitreisende, mir macht es Spaß, die Reise auf diese Weise noch einmal zu erleben. Auch wenn es etwas mühsam ist, sie hier im Forum abzubilden.
Aber wir erholten uns heute bei schönstem Wetter bei einem Biergartenbesuch, einer guten Brotzeit und einer Maß Wiesenbier.
Und wir dürfen nicht vergessen, wie gut es uns geht!
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Kumulus » So, 17. Sep 2023, 15:42

Vielen Dank für die schöne Fortsetzung. Auch wenn ihr inzwischen Norwegen verlassen habt, bleibt es unterhaltsam, interessant und erlebnisreich.
Und nach eurem Besuch im Nationalmuseum Jämtli gibt es auf meiner To-do-Liste einen weiteren Punkt für eigene Unternehmungen.
Weiter so

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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Mo, 18. Sep 2023, 13:33

7. Reisebericht unserer Skandinavien Rundreise 2022, 08.09. bis 10.09.2022, von Ristafallet/Järpen nach Ramvik

Hallo,
Gestern war Gestern und Heut ist Heut(e).
Wir sind heute 4 Stunden vorwiegend nach Osten weitergezogen, haben 295 Kilometer unter die Räder genommen und rund 120 € Dieselkosten ärmer. Auch die Schweden langen beim Dieselpreis kräftig zu, unter 2,45 €/l geht nichts.
Nun sind wir an der Höga Kusten in Ramvik am Snibbens CP angekommen. Die Aufstellerei war nervig, der Moverantrieb funktionierte nicht, ich musste den WW mit dem PKW an den Stellplatz rangieren. Heute früh bei der Abfahrt ging noch alles.

Also Puls wieder runterfahren und Kaffee trinken im Sonnenschein, aber bei kaltem Wind.
Nun haben wir wieder am Stellplatz WIFI und SAT.
Die Ausflüge der nächsten Tage in die Region suchen wir noch heraus.

Donnerstag, 08.09.2022, 07:45 Uhr, 6 Grad, Nasskalt, Nebel, H E R B S T
Heute geht die Fahrt von Ristafallet nach Ramvik, vom Gebirge an die Ostsee.

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Deshalb sind wir schon früher aufgestanden, haben schneller gefrühstückt und den WW abfahrbereit gemacht.
Punkt 09:00 Uhr fahren wir die steile Auffahrt zur Rezeption, öffnen die Schranke mit unserem Code und biegen auf die E 14 ein. Den Weg bis Östersund kennen wir schon und freuen uns, dass schon nach 20 Minuten die Sonne durch ein paar Schleierwolken scheint.

Wir sind bis Östersund fast alleine auf der Straße unterwegs. Achten ganz besonders auf die vielen Blitzampeln, die den Staatssäckel Schwedens füllen sollen. Sie werden angekündigt und oft nur 100 Meter danach steht der Starenkasten mit dem Blitzlicht.
Unterwegs sehen wir in einem Feld 4 Kraniche stehen, die vermutlich auf Thermik waren, um den Flug nach Süden zu starten.
Ab Östersund fahren wir fast 150 Kilometer geradeaus auf der Straße 87 bis Solleftea.

Durch endlose Wälder, vorbei an Seen und über Flüsse, nur ab und an ein paar Häuser. Uns kommen einige leere Holzlaster entgegen, später fahren wir an einer riesigen Zellstofffabrik vorbei.
Ein bisschen langweilig ist die Fahrerei durch die begrenzte Geschwindigkeit auf 90 km/h schon, ich darf/sollte mit dem Gespann nur 80 km/h fahren. Aber die Hinweise auf, und die Blitzampeln halten einen wach.

Um 13:00 Uhr kommen wir in Ramvik am Snibbens CP an,

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bei dem wir 2011 auf unserer ersten Wohnwagenreise in den Norden, schon einmal standen.
Die Rezeption war geschlossen, eine Telefonnummer wurde von Gertis Smartphone aus angerufen und Jesica kam kurz danach mit dem Auto vorbei.

Wir haben unsere Wünsche vorgetragen, Sonne, einen schönen Stellplatz am See, WLAN- und SAT-Verbindung und vieles ging in Erfüllung.
Das Aufstellen bereitete Probleme, weil der Mover-Radantrieb nicht funktionierte. Viele Minuten probierte ich manches, ohne Erfolg. Dann rangierte ich den WW mit dem PKW an unseren Stellplatz und stellten auf.

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Danach las ich mich in die Bedienungsanleitung des Truma-Movers ein und wir stellten fest, dass eine Sicherung (40 A) durchgebrannt war, die ich durch eine 30 A Sicherung aus Bordmitteln ersetzte.
Danach ging der Mover mit der Fernsteuerung wieder. Wie heute Früh bei der Abfahrt in Ristafallet. Und vielleicht nicht mehr beim nächsten Mal?

Nach einer Kaffeepause sind wir auf einen Aussichtshügel hinter dem CP gewandert und haben einen schönen Blick auf den Storfjorden gehabt.

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Auch einige junge Birkenpilze habe ich gefunden, die Gerti zum Abendessen gedünstet hat und zum Putenfilet mit Kartoffeln und Salat servierte. Hoffentlich waren es Birkenpilze. Aber das werden wir erst Morgen sehen.
Um 20:30 Uhr geht ein rotoranger Vollmond im Osten über dem See auf.

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Wir sitzen im warmen Wohnwagen und suchen unser Morgiges Ausflugsziel aus.
Dass die Queen verstorben ist, blieb uns in den Nachrichten nicht verborgen.
Ingo Martin
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Mo, 18. Sep 2023, 13:58

Freitag, 09.09.2022, 08:30 Uhr, 15 Grad, bewölkt, zunehmender linder Wind
Auch wenn es an der Ostsee deutlich wärmer als im „Gebirge“ ist, habe ich den Heizlüfter in Gang gesetzt und für wohlige Wärme im WW gesorgt, bevor wir aufgestanden sind.
Ein erster Check aller Körperfunktionen hat gezeigt, dass die gestern Abend verspeisten Birkenpilze auch welche waren. Und keine Giftpilze, die uns ans Leder wollten.

Wir werden nach dem Frühstück einen ersten Ausflug nach Bönhamn und danach zu den Rotsidans Schären fahren. Und natürlich versuchen, 40 A Sicherungen irgendwo zu erstehen.

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Um 10:15 Uhr sind wir vom CP abgefahren und haben unseren ersten Halt an der Högakustenbron, einer gigantisch großen Hängebrücke über den Angermanälven zu machen.

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Am Parkplatz war auch ein Bus mit älteren Bürgern, die wir beobachteten. Und uns nicht zu erkennen gaben.
Spannende Schilderungen und Kommentare waren zu hören.
Dann sind wir wieder auf die E 4N aufgefahren und haben sie bei Dala verlassen. Auf kleinen Sträßchen sind wir Richtung Ostsee gefahren, haben in Nordingra Lebensmittel eingekauft und Pfandflaschen abgegeben.

An einer kleinen Werkstatt habe ich gehalten, um nach einer 40 A Sicherung zu fragen, leider waren Sicherungen nur bis 30 A vorrätig.
Die Fahrt durch Farmland und an kleinen Weihern vorbei ging rauf und runter.
Dann erreichten wir Bönhamn und sahen weit auf die im Sonnenlicht glitzernde Ostsee hinaus. Der Hafen gehört zu einem kleinen Fischerdörfchen, die Häuser und Vorgärten sind liebevoll gepflegt. Die kleine Kirche war geöffnet, zeigt wie schlicht zum lieben Gott gebetet werden kann.

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Im Gegensatz zur Asam- oder der Wies Kirche, die protzig wirken. Aber wenn der Seelenhandel viel Geld einbringt, sind die Kirchen halt auch prächtiger.
Wir machten einen Rundgang durch den kleinen Ort und kurz darauf sind wir nach Rotsidan weitergefahren. Am ersten Parkplatz haben wir den Galaxy abgestellt und uns auf den Weg gemacht, der uns durch den Wald nach einer 3/4 Stunde an die Klippen an der Ostsee führte.
Vom Gletschereis blankgescheuerte Felsen bilden die Küste, Holzstege, schöne Sitzgelegenheiten und ein Grillplatz laden zum Verweilen ein.

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Unsere heutige Diätwanderung bescherte jedem von uns in der Pause eine halbe Birne und einen Schluck Kirschsaft.
Auf den Klippen sind wir einige Meter gewandert und haben dieses einmalige Naturerlebnis genossen.

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Zu den Höga Kusten folgende Info:
Seit 10.000 Jahren erhebt sich die, von Gletschern niedergedrückte Landmasse langsam aus dem Meer. Untiefen wurden zu Schären, welche zu kleinen Holmen, zu Inseln, zu Hügeln und letztendlich zu hohen Bergen wuchsen.
Die Landerhebung begann mit einem unglaublichen Tempo, wurde im Laufe der Jahrtausende jedoch immer langsamer. Heute sind es nur noch 0,8 cm pro Jahr. Was weltweit trotzdem einzigartig ist!

Der Name Höga Kusten entstand in den frühen 1970er Jahren. Skulekogen wurde 1984 ein Nationalpark und schließlich wurde Höga Kusten im Jahre 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, das bis heute einzige Naturerbe Schwedens.

Weil heute Freitag ist und die Werkstätten meist um 16 Uhr schließen sind wir wieder zurück zum Auto gewandert und haben uns auf den Weg nach Kramfors, einer größeren Gemeinde gemacht, um das Sicherungsproblem zu lösen. Unterwegs haben wir eine Schar Kanadagänse an einem kleinen See gesehen.
In einer kleinen Tankstelle haben wir erfahren, dass es in Kramfors ein Geschäft geben soll, das ggf. geeignete Sicherungen hat. Mekonomen hieß des Spezialgeschäft für Autozubehör und Ersatzteile, das wir noch vor Ladenschluss erreichten. 9 Sicherungen mit 40 A zum Preis von 44 SEK sind nun im Fundus des Wohnwagens gelandet,

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eine wurde sofort in den Sicherungskasten eingesetzt. Hoffentlich hilft’s weiter und der Mover versieht seinen Dienst wieder klaglos.
136 Kilometer lang war unsere heutige Ausflugsfahrt und wir sind zufrieden mit dem, was wir erleben durften. Diese Gegend kannten wir ja überhaupt noch nicht.
Deshalb werden wir auch noch ein paar Tage bleiben und sie erkunden.
Hinter uns geht die Sonne unter und färbt die Wolken hellrot. Weil es wieder kalt geworden ist, verlasse ich den Wohnwagen nicht, um ein weiteres Foto zu machen.
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Gudrun » Mo, 18. Sep 2023, 14:18

Danke dafür, dass Du Deine Erinnerungen mit uns teilst. Höga Kusten ist wirklich eine spannende Landschaft, die auch uns jedesmal bei der Fahrt in den Norden Norwegens zu einer kurzen oder längeren Unterbrechung zwingt.

Gut, dass die Pilze nicht giftig waren. Ob es Birkenpilze waren?
Ingo Martin hat geschrieben:Unterwegs habe ich immer wieder Birkenpilze gefunden und mitgenommen. Gerti wird sie später putzen und zum Trocknen vorbereiten.
Wir haben auch Blaubeeren, Preiselbeeren und Wacholderbeeren gefunden. Bild
Das sind jedenfalls Rotkappen.

Grüße Gudrun
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Mo, 18. Sep 2023, 14:24

Samstag, 10.09.2022, 08:30 Uhr, 11 Grad, bedeckt
Still ruht der See vor uns.

Heute machen wir einen Ausflug nach Härnösand, einer kleinen Stadt an der Ostsee, die etwa 25 Kilometer südlich von Ramvik ist.
Über die Straße 90 und die E 4-S sind wir schnell in Härnösand und stellen in der Nähe vom Gästehafen den Galaxy ab.
Über die Brücke sind wir bald im Centrum.

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Es ist ganz schön was los, die Wahlen stehen in Schweden an und viele Parteien sind auf Stimmenfang und preisen sich an, um ihre Favoriten in den Reichstag zu bekommen.
Wir gehen schmunzelnd an den vielen Ständen vorbei zum Östanbäcken, einem gut erhaltenen Viertel mit Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Häuserfront zur Sandstraße ist kahl, die Hinterhöfe sind liebevoll gestaltet.

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Weiter geht’s zur Domkyrkan, die 1846 eingeweiht wurde. Beim Besuch bemerken wir, dass bald ein Orgelkonzert stattfinden wird. Wir setzen und hin und harren der Dinge, die kommen werden.

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Es findet ein Samstagskonzert mit Lars G. Fredrikson an der Orgel statt.
Insgesamt drei Stücke hat er gespielt. Das Preludium och fuga a moll von J. S. Bach hat schon das packen gebraucht. Was war das für eine schwermütige Zeit und wie haben die Leute damals gelebt, dass als Kulturgut dieses Musikstück rauskommt?
Das Stück Andante con moto E dur von Alexandre Guilmant war angenehm musikalisch anzuhören.
Von G. F. Händel folgte das Allegro vivace B dur, das die Domkirche angenehm füllte. Und das Konzert war von etwa 30 Personen und uns gut besucht.
Danach haben wir die Storgatan, die Einkaufsstraße besucht und später einen Rundweg um den kleinen Hafen gemacht.

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Von den Sozialisten haben wir rote Rosen geschenkt bekommen, die wir beim Vorbeigehen an den anderen Parteistandeln geschwenkt haben. Und alle haben sich gefreut.
Das Bil-Museum (historische PKW und Motorräder) haben wir nicht besucht, der Eintritt war uns für das Gebotene zu hoch.
Dafür haben wir die Dampflokomotive Astrid, die hier oben gefahren ist, im Trockenen besucht.

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Sie ist durch ein falsch gestelltes Signal vom rechten Weg abgekommen und in einen Fluss gestürzt. Sie wurde geborgen und wieder restauriert.

Bei Lidl wurde noch eingekauft.
Wir haben festgestellt, dass viele Migranten in dem Städtchen wandeln.

Beim Heimfahren habe ich den Galaxy nach fast 6 Wochen Fahrt in einer Bilvask (Waschanlage) für 299 SEK, rund 30 € waschen lassen. Das war aber nicht das teuerste Programm, das hätte 399 SEK gekostet. Die Autoreifen wurden gecheckt und auf den richtigen Druck gebracht.
Unterwegs sahen wir viele Stare, die in Trupps vermutlich südwärts unterwegs waren.
Wir sind auch Zugvögel und machen uns bald auf den Weg nach Süden. Immer die E 4 nutzend nach Stockholm.

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Ingo Martin
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Mo, 18. Sep 2023, 17:47

8. Reisebericht unserer Skandinavien Rundreise 2022, 11.09. bis 13.09.2023, Ramvik bis Stockholm

Hallo,

langsam geht unsere diesjährige Reise zu Ende.
Viele Erlebnisse haben sich eingeprägt, sind uns nicht mehr zu nehmen. Wir werden noch lange davon zehren. Im kalten Winter.
Aber es gibt auch ein neues Jahr mit neuen Zielen, die es zu entdecken gibt. Die Welt ist bunt und spannend. Auch wenn heute das Wetter eher trist war und die Stimmung gedrückt hat.

Wir sind noch einen oder zwei Tage in Schweden (Halmstad) und fahren dann weiter nach Fehmarn, wo wir schon erwartet werden.

Ein wenig graust es mich schon, dass wir wieder nach Hause zurückmüssen. In eine Welt, die so viel anders ist, wie wir sie die letzten Wochen erleben durften.
Liebe Grüße aus Stockholm senden euch

Sonntag, 11.09.2022, 08:30 Uhr, 13 Grad, bedeckt, Windstill
Heute wollen wir einen Ausflug zum Skuleberget, einem Wanderberg der auch Europas größte Klettersteiganlage hat, machen.
Er ist etwa 55 Kilometer nördlich von Ramvik und über die E 4 zu erreichen.

Um 10:30 Uhr machen wir uns auf den Weg, fahren wieder über die hohe Brücke und düsen mit 110 km/h auf der E 4. So schnell sind wir lange nicht gefahren, meist ist hier 70 – 90 km/h auf den Straßen angesagt.
Nach Docksta sind wir deshalb schnell gekommen und haben am Skuleberget Center geparkt. Wir sehen schon viele Menschen, die mit Kletterausrüstung ausgestattet werden, um die Via Ferrata, den Klettersteig, zu erklimmen. Einige sahen wir schon beim Aufstieg.
Wir sind ins Dokumentationscenter gegangen und haben die Dauerausstellung im Naturum Höga Kusten am Fuße des Skuleberges besucht. Hier wurde die Entstehung des Küstenabschnittes dokumentiert und man ist ganz Stolz, eine Erhebung von 295 Metern Höhe aufweisen zu können, die sich im Laufe von 10.500 Jahren durch den Rückgang des Eises gebildet hat.

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Nach dem Besuch des Naturums sind wir zur Seilbahn weitergefahren, weil Sonntag ist, war sie geöffnet. Wir haben uns eine Berg- und Talfahrt genehmigt und sind in den 4-er Lift gestiegen, der uns langsam zum „Gipfel“ brachte.

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Oben angekommen konnten wir einen weiten, atemberaubenden Blick in die Gegend werfen. Auf die Schärenküste und in die weiten Wälder bis an den Horizont.

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Ein Rundweg führte um den Gipfel mit stets neuer Sicht in die Landschaft. Nach einer guten Stunde haben wir den Gipfel umrundet und einige schöne Bilder gemacht.

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Der Indian Summer hält Einzug, die Blaubeeren schmecken köstlich und wir nehmen Abschied von den Höga Kusten und der Ruhe der Landschaft.

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Von Morgen an ist es mit der ruhigen Landschaft vorbei, wir gehen auf die Piste und fressen die Kilometer in den Süden.
Während ich den heutigen Reisebericht schreibe, senkt sich die Sonne im Westen und wirft ein mildes Licht auf den still ruhenden See.

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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Mo, 18. Sep 2023, 18:23

Montag, 12.09.2022, 07:30 Uhr, 6 Grad warm, taufrisch, leicht bewölkt
Heute geht es im Frühtau wieder gen Süden weiter. Wir fahren von Ramvik nach Stockholm, das wir Morgen besuchen wollen.

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Um 08:45 Uhr fahren wir vom CP Ramvik ab, der Mover hat funktioniert. Wir fahren die E 4 südwärts. Am Navi ist der Pfeil der Fahrtrichtung ebenfalls von oben (Norden) nach Süden.
Die E 4 ist gut zu fahren, sie ist anfangs 3-spurig, später, als wir uns Stockholm näherten 4-spurig, bei Stockholm selbst bis zu 8-spurig.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung war meistens 110 km/h, wir sind zwischen 85 und 95 km/h gefahren und haben insgesamt 456 Kilometer in 6 Stunden geschafft. Mit einer kurzen Tank- und Rastpause.

Von der Fahrt selbst gibt es wenig zu berichten. LKW-Kontrollen mit großem Polis Aufgebot, tote Füchse und ein toter Waschbär, riesige Industrie- und Gewerbegebiete, immer größer werdende Landwirtschaftliche Produktionsbetriebe im flacher werdenden Land, abgeerntete Felder, entgegenkommende LKW mit Sicherungsfahrzeugen (Bräd Last/Überbreite).

Die Temperatur stieg unterwegs bis auf 20 Grad, soviel hatten wir seit langer Zeit nicht mehr. Und auch keinen Regen, der letzte Regentag war in Bud, also oben links auf unserer Reisekarte.

Der Verkehr hat immer mehr zugenommen, je näher wir Stockholm kamen, die letzten 20 Kilometer bis zum Bredäng Campingplatz waren etwas nervig. Aber das Navi hat seine Aufgabe gut gelöst und uns sicher ans Ziel gebracht.
Auf diesem CP waren wir auch 2011 schon, hatten aber keine Erinnerung mehr, wie und wo er liegt.
Wir haben einen geraden Stellplatz ausgesucht und mit dem Mover aufgestellt. Er funktioniert – wenn er will.

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Anschließend haben wir eine große Brotzeit vor den Wohnwagen gemacht, die auch das Abendessen war.
Ich habe mich kurz auf’s Ohr gelegt und meine Augen gepflegt. Und meinen Rücken, in den beim Aufstellen eine Hexe geschossen ist.
Morgen werden wir 700 Meter zum Bahnhof Bredäng marschieren und mit dem Zug nach Stockholm Centralstasion fahren und die Stadt zu Fuß erobern.

Dienstag, 13.09.2022, 08:30 Uhr, grauer Himmel, 09:00 Uhr Regen, 15 Grad
Heute wollen wir Stockholm besuchen.
Die Frage ist nur, reicht der Knirps oder muss es der Stockschirm sein.

Die Jugend hat heute früh schon eine Sprachnachricht geschickt und sie freuen sich, wenn wir schon früher als am Samstag in Fehmarn sind. Oder noch früher, wenn das Wetter so bleibt, wie gerade. Der Regen prasselt auf’s Wohnwagendach.

Wir haben 6 Wochen nichts mit Masken am Hut bzw. an Mund und Nase gehabt.
Wie auch sonst niemand auf unserer Reiseroute.
Nun haben wir sie dabei, es könnte sein, dass sie in öffentlichen Verkehrsmitteln notwendig werden.

Um 10:15 Uhr gehen wir zum Bahnhof Bredäng, mit Stockschirm, kaufen 2 Tickets zur Zentralstation und steigen in den Zug.
Die Fahrt dauerte etwa 20 Minuten, mir ist vorgekommen, dass Gerti und ich die einzigen zwei Menschen waren, die nicht mit dem Smartphone beschäftigt waren.
Bei strömendem Regen sind wir die Drottninggatan zum Reichstag, dann zum Königlichen Schloss gegangen.

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An der Oper stehen goldene Figuren, prachtvolle Hotels und Bürgerhäuser stehen am Wasser. Stockholm ist auf 7 Inseln aufgebaut.

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Auf unserem Rundgang erreichten wir die Östermalms Saluhall, eine Markthalle in alten Gebäuden mit Spitzengastro.
Schon beim ersten Rundgang ist uns das Wasser im Mund zusammengelaufen. Wir haben uns von unseren Augen verleiten lassen und jeder hat ein Brot mit Lachs, Garnelen, Ei und Salat gegessen, ich habe mir ein Bier geleistet.

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So oft kommen wir ja nicht mehr nach Stockholm zum Speisen. Das Ambiente für uns und der Profit des Betreibers stimmten.
Aber wenn die Schweden mehr Geld verdienen als wir Germanen, dann schöpfen auch die Gastronomie und der Handel mehr ab.
Mal sehen, wo und wann bei uns der Krustenbraten vom Strohschwein mit Energieaufschlag unter 20 € zu haben sein wird.

Mit Spezialkruste auf bzw. neben dem Fleisch liegend, reimportiert aus dem fernen China, weil die Chinesen die Schwarte auf den exportierten Schweinehälften aus Germany nicht mögen?!

Nach unserer Mittäglichen Sause sind wir bei weniger Regen durch die Altstadt geschlendert, haben im Hafen einem kleineren Kreuzfahrtschiff beim Anlegen zugesehen.

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Auch die Tauben haben das frische Regenwasser zur Gefiederpflege genutzt.

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Einen Franziskaner wie hier in München, gibt es schon seit 100 Jahren in Stockholm.

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In einer Bar haben wir bei strömendem Regen Kaffee getrunken und ihn abgewettert.
Und für die jüngste Enkelin haben wir nun auch ein Mitbringsel aus Schweden gefunden.
Bei Regen ist ein Stadtbesuch nicht wirklich schön.

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Deshalb haben wir ihn um 15:30 Uhr beendet und sind mit der Bahn wieder nach Bredäng zurückgefahren.

Morgen werden wir rund 500 Kilometer nach Halmstadt weiterfahren. Von der Ostsee (Stockholm) zum Kattegatt (Halmstad) wird quer durch Südschweden unsere Reise auf der E 4 gehen.
Und wir haben einen Tag länger in Fehmarn für die Jugend.
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Ingo Martin » Mo, 18. Sep 2023, 21:55

9. Reisebericht unserer Skandinavien Rundreise 2022, vom 14.09. bis 28.09.2022, von Stockholm über Fehmarn nach München zurück

Hallo,
wir sind ja schon letzten Donnerstag in München angekommen und haben unsere diesjährige Reise beendet.
Es gab in der Zwischenzeit vieles zu erledigen und die Zeit vergeht ja viel schneller, je älter man wird.
Mit unserem letzten Reisebericht wollen wir euch am Rest der Reise teilnehmen lassen, der etwas unruhiger war und keine Reisehöhepunkte mehr hatte.

Zuhause ist alles neu, wir müssen uns erst wieder einleben nach 8-wöchigem Reiseleben unterwegs im Norden Europas. Der in uns immer noch viele neue Eindrücke hinterlässt.

Wir haben wochenlang nichts bis wenig von Politik, von Corona, Gaspreisen und sonstigem Weltgeschehen gehört und sind darüber glücklich.
Die Süddeutsche Zeitung vom Wochenende hat mich einige Lese-Stunden gekostet, nun bin ich restlos aufgeklärt und angekommen. Und das Hacker Kellerbier schmeckt immer noch gut und kostet kein Vermögen.

Wir wünschen euch eine gute Zeit, bleibt gesund und munter.
Liebe Grüße von Gerti und Ingo


Mittwoch, 14.09.2022, 07:30 Uhr, 10 Grad, bewölkt

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Heute ist wieder Fahrtag, etwa 500 Kilometer nach Süd-Westen, von der Ostsee zur Nordsee. Von Stockholm nach Halmstad.
In der Frühe hat der Regen aufgehört und beim Aufstehen war der Himmel bedeckt.
Regenlachen überall.

Zielstrebig bereiten wir die Abfahrt vor, frühstücken nur kurz und sind um 08:40 Uhr schon fertig zu Abfahrt.
Durch Stockholm und die vielen Vororte haben wir bestimmt eine halbe Stunde gebraucht.
Danach hat sich das Verkehrsaufkommen beruhigt und wir sind auf der E 4 Süd gut vorangekommen.
Ich bin um die 90 km/h gefahren, um die LKW in Schach zu halten, die ich mit über 100 km/h überholte.

Unterwegs wurde das Land immer flacher, die Felder der Agrarier immer größer. Auch die Ställe (Zuchthäuser) und die Silos mit dem Futter daneben.
Wir sahen Rehe, eine große Gruppe Kraniche, immer wieder Schwäne, die in Wiesen grasten. Erstmals auch wieder Greifvögel, die auf Pfosten hockten.

Um 11:45 Uhr ist die Hälfte der heutigen Fahrtstrecke erreicht, es zieht sich. Der Wind kommt von Westen und treibt den Kraftstoffverbrauch nach oben. Heute lag er bei 13,4l/100 km, der Stirnwiderstand des Gespanns ist groß.

Der Vätternsee zeigt Wellen mit Kämmen, das Wetter ist gut. Kumuluswolken hängen im Himmel.
Langsam nähern wir uns unserem heutigen Ziel Halmstad und verfranzen uns an einigen Kreisverkehren, die unser Navi noch nicht kennt.
Aber auch so lernt man die Landschaft kennen.

Um 15:00 Uhr erreichen wir den First Camp Hagön in Halmstad nach 6 Stunden und 15 Minuten und 489 gefahrenen Kilometern.

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Ein Tankstopp und eine Rastpause haben die Fahrt unterbrochen.
Der CP ist gleich hinter dem breiten Sandstrand, der zum Meer führt. Der Wind ist heftig, beim Aufstellen hat es kurz geregnet.
Danach haben wir Tee getrunken um etwas Abstand von der Reise zu bekommen und uns beratschlagt, wie wir unsere Reise fortführen.
Weil das Wetter für Morgen nichts Gutes verspricht, was einen Besuch von Halmstad und dem langen Sandstrand interessant machen würde, werden wir nach Fehmarn weiterfahren.

Abendessen wie immer aus Gertis Bordküche. Schweinefilet, Salzkartoffel, Leipziger Allerlei und Salat, dazu zwei Kinderbiere, so nennen wir die leichten 3,5 %er aus heimischer Produktion. Nach getaner Arbeit soll man es sich auch gut gehen lassen.
Danach haben wir einen langen Strandspaziergang gemacht und Muscheln gesammelt. Leider gibt es nur zwei Arten davon.

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Wir haben unseren Sohn telefonisch informiert, dass wir bereits Morgen nach Fehmarn kommen, was die Kinder sowieso schon angenommen haben.

Nun sitzen wir bei heftigem Wind, der den Wohnwagen ab und zu schüttelt, bei unseren abendlichen Hausaufgaben.
Gerti strickt, ich schreibe, wir essen Kekse zum Wein und der Heizlüfter sorgt für wohlige Wärme.
Der TV streikt, weil die Antennenschüssel zu sehr gebeutelt wird und den Satelliten nicht findet.
So geht unser letzter Abend in Schweden zu Ende. Und wir beginnen Morgen ein neues Kapitel unserer diesjährigen Reise.

Donnerstag, 15.09.2022 07:30 Uhr, 14 Grad, viel Wind, bewölkt

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Eine windige, unruhige Nacht geht zu Ende. Ein Fahrtag steht an.
Wir gehen um 09:00 Uhr auf die Piste und fahren auf die E 6 Richtung Malmö. Bei der Ausfahrt Helsingborg biegen wir ab um mit der Fähre nach Helsingör (DK) zu fahren. Das Fährterminal zu finden war schwierig, weil ich die falschen Koordinaten für den check in aufgeschrieben habe. Aber wir haben das Terminal der ForSea Ferries dann doch gefunden, 1.220 SEK gezahlt und um 11:00 Uhr abgelegt.

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Die Überfahrt dauerte nur 20 Minuten, die wir im Auto sitzend, verbrachten.

Wir erreichten Helsingör und eine lange Kolonne LKW und PKW zwängte sich durch Helsingör Richtung E 55 Kopenhagen.

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Unser Ziel Rödby, der Fährhafen nach Puttgarden (D) lag nun 200 Kilometer vor uns.
Rund um Kopenhagen war der Teufel los, viel Verkehr, 8-spurige Autobahn mit vielen Ausfahrten, typisch für das Umfeld einer Großstadt. Wir haben alles gut überstanden, lediglich die Suche nach einer Tankstelle gestaltete sich schwierig.

Aber wir hatten ja noch für 10 Kilometer Diesel im Tank, als wir eine Tankstelle in einem kleinen Ort kurz vor Rödby fanden.
Die Landschaft war eintönig, keine Berge, Wälder oder Seen, nur flaches Agrarland, Kühe und Pferde weideten auf Wiesen. Ein paar Rehe sahen wir auch.

Wir erreichten Rödbyhavn um 14:00 Uhr, zahlten 1.265 DKK für die Überfahrt und reihten uns in Lane 10 ein.

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Um 14:20 Uhr legte die Fähre ab und wir erreichten um 15:05 Puttgarden, den Fährhafen auf Fehmarn.

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Deutschland hat uns nach 7 Wochen wieder.
Eine endlose Schlange LKW und PKW wälzte sich durch die Insel Fehmarn um über die Fehmarnsund Brücke das Festland zu erreichen.
Wir haben den Hinweis des Navi-Mädchens, rechts über Landkirchen zu fahren, ignoriert. Weil wir ja wissen, wo die Jugend wohnt und wie wir da hinkommen.

War nichts, von Norden kommend gibt es keine Ausfahrt auf der E 47. Deshalb sind wir über die Brücke, die gerade saniert wird, gefahren um bei einer ARAL-Tankstelle zu wenden.

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Um 16:00 Uhr waren wir dann bei der Jugend und wurden herzlich empfangen. Die Enkelkinder haben beim Aufstellen des Wohnwagens geholfen und wir haben einen schönen ersten Abend erlebt.

Freitag, 16.09. bis Dienstag, 27.09.2022, Fehmarn
Wir haben viele schöne Tage in Fehmarn erlebt,

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wenn man meinen körperlichen Einsatz bei der Haussanierung ausblendet.

Ich habe meinem Sohn jeden Tag bei den Malerarbeiten geholfen. Was mir nicht leichtgefallen ist, weil die Hexe im Lendenwirbel jeden Tag Tribut von mir forderte. Wärmflasche und Voltaren brachten abends etwas Linderung.

Gerti hat unsere Schwiegertochter beim Kinderhüten und -bespassen unterstützt. Die kleine, 4 Monate alte Enkelin, hat es ihr besonders angetan und sie ist oft mit ihr im Kinderwagen unterwegs gewesen.
Die großen Enkelkinder sind ganz liebe Kinder und haben uns viel Freude bereitet.
Jeden Morgen haben sie an den Wohnwagen geklopft, wenn sie in den Kindergarten bzw. in die Schule aufgebrochen sind. Miteinander haben wir Hausaufgaben gemacht.
Ganz so, wie vor vielen Jahrzehnten mit den eigenen Kindern.

Wir bewunderten unseren Sohn, mit welchem Einsatz er das Fehmarner Domizil wieder auf Vordermann bringt.
Gerne haben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten geholfen, einen Umzug aus dem Haus am Niederrhein nach Fehmarn zeitnaher zu machen.
Wir beide haben auch einmal eine Auszeit von der Arbeit genommen und sind spazieren gegangen, haben im Hofkafe Kaffee und Kuchen genossen. Zu mehr hat es dieses Jahr nicht gereicht.

Der Einblick in das Familienleben der nun 5-köpfigen Familie hat uns an unser Leben vor langer Zeit erinnert, als unsere Kinder noch klein waren und uns brauchten.
Aber es war eine ganz andere Zeit, in der sie mit uns aufgewachsen und groß geworden sind. In den 70er und 80er Jahren.
Wir werden uns am Mittwoch wieder auf den Weg machen und in zwei Etappen nach München zurückfahren.

Mittwoch, 27.09.2022 Fahrt von Fehmarn nach Coswig (Sachsen-Anhalt) 476 Kilometer in 5:40 Stunden gefahren

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In der Nacht vor der Abfahrt habe ich viel nachgedacht, ob alles klappen würde. Und bin die vielen Schritte die zu erledigen sind, durchgegangen.
Um 07:30 Uhr sind wir aufgestanden, Die Enkelkinder haben sich in die Schule bzw. den Kindergarten verabschiedet. Wann werden wir uns wiedersehen?
Dann haben wir uns frisch gemacht und gefrühstückt.
Danach den Wohnwagen fahrfertig gemacht und an den Galaxy angehängt. Alles hat geklappt. Wir haben uns von der Jugend verabschiedet und sind durch die regentiefe Wiese auf die Straße gefahren.
Ein paar Stare und Schwalben sind noch auf der Insel.

Gleich nach der Fehmarnsund Brücke haben wir den Tank vollgemacht, der Dieselpreis lag bei nur 1,94 €, fast 50 ct weniger als in Skandinavien.
Nach 5 ½ Stunden Fahrzeit und 476 Kilometern sind wir am Wohnmobilstellplatz Marina Coswig an der Havenburg angekommen und haben uns am Automaten eingeloggt.

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Unterwegs gab es natürlich auch was zu sehen:
Solarstromfelder, Windparks, Sonnenblumen- und Maisfelder, Rehe, Kühe, eine Gänsefarm und bei Neuruppin viele Kraniche auf einem abgeernteten Feld.
Noch am Nachmittag sind wir zu Fuß ins nahe Coswig gegangen um die Füße auszuschütteln. Ein verfallendes Schloss, ein schöner Rathausplatz und Kirchen haben wir gesehen. Viele schöne Häuser aber auch verfallende Gebäude zeigen die Entwicklung Coswigs nach der Wende.
Bei einem NETTO Supermarkt haben wir noch Genussmittel und Obst eingekauft, bevor wir an den CP zurückgewandert sind.

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Abends wollten wir in der Havenburg, einem Freizeitpark, essen. Aber im Freien bei vielleicht 10 Grad macht das keinen Sinn. Deshalb wurden Gertis Bordküche und der Heizlüfter angeworfen.
Die Nacht an der Elbe war kalt und ruhig.

Donnerstag, 28.09.2022 Fahrt von Coswig nach München, 490 Kilometer, 6 ½ Stunden, 13,5l/100 km

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Früh um 08:00 Uhr sind wir aufgestanden um den langen Fahrtag nach München zu beginnen. In Wittenberg, gleich in der Nähe von Coswig, soll es in der Nacht nur 4 Grad gehabt haben, sagte die Radiomoderatorin.
Beim Frühstück sahen wir Elstern, einen Grünspecht und Rotkehlchen, Seidenreiher flogen über der Elbe.
Punkt 09:00 Uhr sind wir abgefahren, haben im Autohof um 2,09 €/l vollgetankt, bevor wir auf die Autobahn aufgefahren sind.

Das Rennen nach Süden beginnt auf’s Neue.
Der LKW-Verkehr ist sehr gewöhnungsbedürftig, manchmal überhole ich auf der dritten Fahrspur um nicht endende Elefantenrennen überholender LKW ein Ende zu bereiten.

Ich frage mich, warum man Gesetze erlässt, wenn sie nicht eingehalten und nicht überwacht werden.
Ja, ich weiß ja auch, dass ich nur 100 Km/h auf den Autobahnen fahren sollte.

Das Wetter bessert sich, wir sehen mal wieder die Sonne. Aber auch Windparks und Gewerbegebiete. Am Horizont waren himmelhohe Rauchsäulen zu sehen, wir fahren gerade an Leuna vorbei.
Die Natur ist schon ziemlich herbstlich, noch steht ab und zu Mais auf den Feldern. Die Autobahn wird bergiger. Um 11:00 Uhr fahren wir bei Lobenstein über die Brücke der Deutschen Einheit und sind wieder in Bayern.
Bei Schnaittach fahren wir auf einen Autohof um zu tanken und zu rasten.

Danach beginnt der letzte Teil unserer diesjährigen Reise, die Fahrt nach München. Der Verkehr nimmt ab Nürnberg stark zu, Baustellen rund um Nürnberg nerven.
In der Hallertau sehen wir, dass der Hopfen bereits eingebracht ist, ein gutes Zeichen dafür, dass es im nächsten Jahr Bier geben wird.
Bei Garching biegen wir von der Autobahn ab und fahren nach Fischerhäuser, um den Wohnwagen abzustellen.

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Der Wohnwagen wird teilweise ausgeräumt und der Galaxy befüllt. Dann fahren wir nach München und stellen fest, dass die Straße, in der wir wohnen, neugestaltet wird und zum Teil gesperrt ist.
Wir finden dennoch einen Platz um das Auto auszuladen und die Wohnung zu befüllen.

Später gehen wir zum Schinkenpeter, um nach 8 Wochen Abstinenz einen Schweinsbraten zu verköstigen. Mit einem Wiesenbier passte er auch gut zusammen und hat mich friedlicher werden lassen.

Nun beginnt das große Aufräumen des Reiseequipments, die Säuberung der Kleidung und Wäsche und zuletzt das Unterstellen des Wohnwagens in der Halle. Bis zum nächsten Mal.

8 Wochen waren wir unterwegs, erstmals haben wir den Herbst im Norden erlebt und sind viele schöne Erlebnisse reicher. Gerti hat die Reise gut überstanden, das Knie hat die „Strapazen“ überstanden.

Insgesamt sind wir 6.700 Kilometer gefahren, die Rückreiseetappen ab Ramvik waren lange. Je weiter wir nach Süden kamen, desto ungemütlicher wurde die Umgebung. Die Ruhe, die von der Landschaft im Norden ausgeht, wird uns fehlen.
Wohin uns die nächste Reise führt ist noch offen.

Und hier ein Nachtrag:
Wir sind in 2023 9 ½ Wochen im Süden Europas unterwegs gewesen.
Über Südfrankreich (Camargue) die Mittelmeerküste runter bis Tarifa, dann über Sevilla an die Algarve. Von dort hoch nach Lisboa und durch die Extremadura nach Toledo, eine wunderschöne Stadt.
Zaragossa, Navarrete, Bidart und Andernos wurden besucht. Danach ging es über Lyon und Freiburg zurück nach München.

Bild

Und wohin wir im nächsten Jahr reisen, steht noch in den Sternen.
Die nächste Reise ist von der Gesundheit von Gerti und mir abhängig.
Den Rest haben wir im Griff.
Es kann sein, dass der Pendel wieder nach Norden ausschlägt, wo es noch viel Neues zu entdecken gibt.

Soviel zu unserer Skandinavien - Rundreise 2022.
Grüße
Ingo
Ingo Martin
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Re: 2022 Skandinavien – Rundreise

Beitragvon Gudrun » Mo, 18. Sep 2023, 22:14

Ganz, ganz herzlichen Dank für den kurzweiligen Reisebericht.

Viele Grüße Gudrun
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