Danke für die netten Komplimente
Jetzt geht es weiter - ein ganz wichtiger Tag in meinem Leben... mit der Walsafari habe ich mir einen Kindheitstraum und Herzenswunsch erfüllt... wenn ich darüber schreibe, bekomme ich fast Pipi in die Augen...
(Wieder viele Bilder auf der HP)
Sonntag, 13.8.23Heute geht natürlich Wecker, es ist halb acht, um viertel nach neun müssen wir bei der Walsafari einchecken. Ganz bewusst frühstücken wir mit Bedacht (zu oft habe ich von schrecklichen Mageninhaltswiedergaben bei Walsafaris gelesen): es gibt Banane, Apfel und Zwieback. Wir packen alles zusammen, räumen die Zimmer (Checkout per Telefon) und schlendern rüber zur Walsafari Andenes. Wir werden freundlich empfangen, bekommen unser Ticket und eine halbe Stunde später beginnt die Führung, die von einer Biologin geleitet wird. Wir lernen allerlei über die Wale, ihren Körperbau, Verbreitungsgebiete und Vorlieben, über die Gegebenheiten der Insel Andøya mit dem vorgelagerten Bleik-Canyon, bestaunen das riesige Skelett eines Pottwals und können auch jederzeit Fragen stellen. Nach der kurzweiligen Führung geht es ab auf‘s Boot, den Kutter „Reine“. Die Sonne scheint, es sind 18 Grad (gefühlt 25), die See ist schön ruhig. Trotz der augenscheinlich ebenen Wasseroberfläche schaukeln wir durch die Dünung hoch und runter. Zur Vorsicht kauen wir alle ein Superpep-Kaugummi.

Was soll man sagen, bei so einer Safari starrt man meist einfach nur auf die nicht sehr spannende Wasseroberfläche. Eine erste wunderschöne Ablenkung vom Starren ist eine Schule von 30-40 Rundkopfdelfinen, die miteinander schwimmen, mit ihren Flossen auf die Wasseroberfläche klatschen und kunstvoll aus dem Wasser springen.

Es ist so schön ihnen zuzusehen, nicht nur die Kinder sind begeistert, ich habe ein Dauergrinsen im Gesicht. Diese Tiere sind wunderschön. Mit auf dem Boot sind Biologen, die auch auf andere Tiere, wie beispielsweise die kleinen Papgeientaucher oder auf die uns stets begleitenden Eissturmvögel aufmerksam machen. Jederzeit stehen sie für Fragen zur Verfügung, was ich auch gerne nutze.
Unter dem Boot sind Mikrofone angebracht, mit denen die Crew die Unterwassergeräusche wahrnimmt, sie lauschen, ob sie die ausgesendeten Klicklaute der Pottwale (die sie beim Jagen aussenden) hören. Und da sind sie! Jetzt wird es spannend. Leider sehr weit entfernt sehen wir einen Pottwal auftauchen. Der Blas ist gut zu sehen, aber eben sehr weit weg. Wir folgen aber kurz darauf einem anderen Wal, der aktiv seine Laute von sich gibt. Wir fahren und fahren… und es passiert nichts. Den Kindern ist natürlich voll langweilig. Kein Wunder, wir sind mittlerweile schon drei Stunden auf dem Wasser, davon vielleicht 20 Minuten Spannung … und nun folgen wir seit einer Stunde diesem Wal, der einfach nicht auftauchen mag. Ich beruhige die Kinder: der Pottwal muss bald an die Oberfläche kommen - denn normalerweise (das haben wir vorhin gelernt) tauchen sie ca. 45 Minuten, „unser“ Wal ist also schon eine ganze Weile drüber…
Es dauert noch ein bisschen - aber dann taucht er auf, ganz in der Nähe. Und es ist soooo herrlich. Nach dem Auftauchen müssen sich die Wale erholen und ihre Muskeln durch Atmung erneut mit Sauerstoff füllen, um wieder abtauchen zu können. (Vor dem Abtauchen wird nämlich die Luft aus den Lungen raus gepustet, den Sauerstoff beziehen die Wale unter Wasser ausschließlich aus den Speichern in den Muskeln).

Also haben wir Zeit, diesen Giganten zu beobachten, wie er sich an der Oberfläche ausruht und bläst (Pottwale haben ihr Blasloch links und nicht in der Mitte… was man hier alles lernt…

). Während wir ihn beobachten kommt mir der Gedanke, wie klein dieser große Koloss im riesigen Meer doch wirkt… und wie klein wir wiederum sind… da kommt etwas Ehrfurcht auf.
Nach circa 15 Minuten atmen taucht unser Wal bilderbuchmäßig ab, „gewarnt“ werden wir durch den Ausruf „diving“ vom Kapitän, sodass wir uns alle auf die Ansicht der Fluke vorbereiten und Fotos machen können.

Alle an Bord klatschen, lachen, freuen sich. Welch ein Erlebnis!! Einfach überwältigend, es berührt mich ganz tief – Gänsehaut!!. Ich bin selig, und die Kinder sagen wortwörtlich: „dafür hat sich die Langeweile zwischendurch total gelohnt“. Wir sind alle hellauf begeistert. Jetzt drehen wir ab Richtung Andenes, auf dem Rückweg gibt es Gemüsesuppe und Brötchen. Jetzt merke ich erst, welchen Hunger ich habe. Die gesamte Überfahrt über gab es Tee, Kaffee und Kekse, was ich mir aus Angst vor Übelkeit verkniffen habe, jetzt gönne ich mir das volle Programm. Die Suppe tut gut, denn obwohl es heute recht warm ist, ist der Fahrtwind richtig kühl.

Die Rückfahrt ist total kurzweilig und bietet unheimlich schöne Ansichten auf Andøya, wie die spitzen und abgerundeten Berge, die schroff aufsteigen, oder die Gebirge, die sich im Hintergrund im Dunst sich abzeichnen… Bei der Anfahrt auf Andenes sieht man im Hintergrund imposant die Gipfel von Senja, sieht toll aus!
Total glücklich kommen wir am Hafen an, springen ins Auto und machen uns auf die 2 ½-stündige Heimfahrt. Diesmal fahren wir an der Ostseite der Insel entlang, auch wunderschön… wer braucht schon Kanada, schießt es mir durch den Kopf, als wir gerade eine Straße fahren, die durch beidseitig aufragende Berge gesäumt ist. Man, wie ich das alles hier genieße!

Auf der Fähre von Flesnes nach Refsnes (es ist schon 19.30 Uhr) essen wir noch was und kommen erschöpft, aber unheimlich zufrieden wieder am Ferienhaus an. Ein total gelungener 2-Tages-Ausflug! Andøya – absolutes Hightlight!