Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon Julindi » Fr, 13. Mär 2026, 11:42

Montag, 5.1.26
Wecker um sieben, heute ist alles durchgetaktet - Frühstück, Abwasch, Hundegassi, fertig machen, Betten abziehen, durchkehren… um 9.15 Uhr schließe ich die Haustür ab und will gerade den Schlüssel in der Box verstauen, als er mir aus der Hand und durch die Ritze der Terrasse fällt… Sch…! Wir brauchen mit allen Tricks eine halbe Stunde, bis wir ihn wieder geangelt haben. So, jetzt aber los. Heute fällt uns der Abschied besonders schwer, denn es hat wieder schön geschneit und jetzt beginnt der Schnee endlich, auf den Bäumen liegen zu bleiben und alles in ein Winterwonderland zu verzaubern… schade.

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Aber wir freuen uns auch auf zu Hause. Alles läuft wie geschmiert. Wir fahren gerade durch einen der vielen Tunnel der E6 in Oslo, als plötzlich unser Auto nicht mehr reagiert… wir werden immer langsamer, bei treten des Gaspedals passiert nichts, außer, dass der Motor aufheult - wie bei einem Schaltwagen, wenn kein Gang drin ist und man Gas gibt. Das Auto findet die Gänge nicht mehr. Horror - mitten im Tunnel, der LKW hinter uns kommt immer näher… Warnblinker an... auf einmal fasst der Gang wieder, aber nur unter lautem Geräusch, wir erreichen gerade noch die nächste Abfahrt, die auch noch bergauf geht und bleiben stehen. Mit Mühe und Not lassen wir uns noch rückwärts an den Rand rollen, sodass die anderen Autos passieren können. Ein paar kleinere LKWs fahren so dicht an uns vorbei, dass ich Angst habe, gleich noch mitgeschleift zu werden, echt gefährlich hier. Es ist 12.25 Uhr und wir rufen bei der Ford Assurance (Mobilitätsgarantie) an - nur eine Computerstimme, dann bricht die Verbindung ab. So ein Kack. Ein Auto von Statens Vegvesen fährt vorbei und hält. Der nette Norweger sagt, er ruft die Polizei und direkt den Abschlepper, dann ginge es schneller, denn O-Ton: "Wir müssen euch hier wegbringen - schnell!". Dann fährt er auf die Abfahrt, auf der wir stehen und stellt sich mit seinem Fahrzeug in den Weg, sodass er die Ausfahrt sperrt… jetzt ist es zumindest ungefährlicher - wäre ein größerer LKW gekommen, wäre das nicht lustig geworden. Um 13 Uhr kommt der Abschlepper, der uns Huckepack nimmt. Noch lachen wir und nehmen es mit Humor, wie wir da so aufgeladen durch die Gegend fahren. Der Fahrer versucht eine Werkstatt für uns zu finden… keiner nimmt uns, teils sind sie noch zu (Urlaubszeit), die meisten aber so voll, dass sie nichts mehr annehmen. Gegen 13.30 Uhr stehen wir endlich bei einem auf dem Hof, der sagt, sie können es sich aber erst frühestens morgen anschauen, eher übermorgen.

Da stehst du – nachmittags, mit zwei Kindern, Hund und voll geladenem Auto bei -12 Grad - plötzlich obdachlos und ohne Plan. Erster Gedanke: Sch… - wo schlafen wir? Jeder, der einen Hund hat weiß, dass es schwierig ist, eine Unterkunft zu finden, in die man den Hund mitbringen darf… und dann auch noch so kurzfristig!!
Erst mal ins Büro - die Kommunikation ist schwierig, der „ukrainische Russe" spricht nur gebrochen Englisch und halt russisch, doch es klappt irgendwie. Er schaut sich das Auto kurz an, um zu sehen, ob es was Kleines ist. Ein paar Telefonate mit seinem Boss… ach, der kommt doch erst nächste Woche und kann dann erst schauen, was es genau ist - und da es mit hoher Wahrscheinlichkeit das Getriebe ist, dauert das dann mit Teilebeschaffung 2-4 Wochen. So, das sitzt. Was sollen wir tun? Meine Knie zittern, mir wird schlecht - richtig schlecht. 1000 Gedanken schießen mir durch den Kopf. Oh Gott die Kinder, die Tochter muss mit der Hand zum Arzt, die Schule beginnt, wir müssen arbeiten, die Fähre fährt, wo schlafen wir denn überhaupt und wie kommen wir denn dort hin, wir können nicht so lange bleiben und warten, wie kommen wir heim, wie kommt das Auto heim…??? Ich würde am liebsten heulen. Atmen! Atmen!

Eins nach dem anderen – am Wichtigsten ist erst einmal die Unterkunft. Mit zittrigen Händen suche ich auf dem Handy nach einer Unterkunft, in die man auch Hunde bringen kann. Alles wahnsinnig teuer. Ah, ich hab was, weiter weg, sieht aber gut aus - wie lange soll ich buchen, ich weiß ja GAR NIX. 5 Nächte? Okay, gebucht. ADAC anrufen. Das übernimmt mein Mann… nach circa 25 Minuten Telefonat kann der Typ uns nichts anbieten außer einen Flug… hä? Und den 40 kg Hund nehme ich auf den Schoß? Und das Auto, wie kommt das zurück? Tja, weiß er nicht, aber er könnte einen Flug buchen. Hört der nicht zu? Hund? … und dann legt dieser Depp einfach auf. Okay… das muss doch ein böser Traum sein – oder ein schlechter Scherz von „Verstehen Sie Spaß?“

Der Typ von der Werkstatt sagt, dass er in einer Dreiviertelstunde schließt und wir raus müssen. Voll schön - mit Druck im Rücken läuft‘s in Extremsituationen einfach besser. Wo müssen wir nun hin? In der Bestätigungsmail der Unterkunft steht, wir sollen uns nach der „map below“ richten und mit dem Handy einchecken. Statt einer „Map“ steht aber in der Mail leider nur der Platzhalter „map.jpg“ und wie das mit dem Einchecken geht überfordert mich grade ungemein. Ich suche mir die Telefonnummer von Topcamp Bogstad raus und erkläre dem Typen, Markus, die Situation. Er merkt offensichtlich wie verzweifelt ich bin und sagt mir, ich solle über „Bolt“ ein Taxi rufen und mich bei ihm melden, wenn wir da sind. Ich google das … und muss mir jetzt auch noch eine Taxi-App runterladen und dort die Kreditkarte hinterlegen… schöne neue Welt, alles digital. In unserer Notsituation hätte ich einfach lieber angerufen und ein Taxi bestellt, anstatt mir mit zittrigen Fingern und einem Klumpen im Magen ein Konto bei Bolt anzulegen. Aber es klappt und eine halbe Stunde später steht Mehmet da. Er schaut auf uns, das Gepäck, den Hund… hmmm, okay, das passt schon irgendwie. Alles ist (gequetscht) drin und wir fahren - im Berufsverkehr eine Dreiviertelstunde zur Unterkunft. Mehmed ist Syrer und hat den Innenraum auf 31 Grad geheizt… und wir in Winterklamotten, wir sterben fast. Angekommen an der Unterkunft rufe ich wie vereinbart Markus an. Dieser kommt und macht uns auf. Meine Güte, dieses kleine Appartement ist wie eine Oase in der Wüste. Es ist warm, sanftes Licht, schön eingerichtet. Puh - durchatmen!

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Jetzt kann ich in Ruhe telefonieren und rufe meine Ford-Mobilitätsgarantie an. Ich gebe alles durch und sie sagen, sie kümmern sich und melden sich morgen. Ich bin erleichtert, habe Kopfweh, will einfach nur Ruhe.

Auf das Positive konzentrieren! Wir sind gesund, wir haben ein Dach überm Kopf, es ist schön hier, neben uns ist ein Supermarkt, eine Tankstelle ist auch in der Nähe… Ich mache eine Hunderunde zum Durchatmen. Jetzt erst merke ich, dass wir unterhalb des Holmenkollen sind, man kann hier gut spazieren gehen. Um halb sieben gehen wir an der Tanke Burger essen. Danach noch für‘s Frühstück im Kiwi einkaufen und den restlichen Abend müssen wir einfach nur runterfahren, die Kinder dürfen zocken und Fernsehen.
Abends noch eine Hunderunde bei Schneefall und wir fallen todmüde ins Bett.

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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon Andrea.t77 » Fr, 13. Mär 2026, 12:58

Hallo Jule,

wunderschöne Winterfotos und tolle Spaziergänge von dir.

Darf ich fragen, wie das dort mit den Skipässen funktioniert? Also in Österreich haben wir ja immer Tagespässe bzw. Mehrtagespässe, die so teuer sind, dass wir möglichst lange pro Tag auf den Brettern stehen wollen und somit erst nach dem Mittag zu starten nicht in Frage kommt... Drum die Frage, ob Ihr dort vielleicht pro Liftfahrt bezahlt, es also ne 10-er Karte oder sowas gibt?

Oh ja... die Nuancen von Kindergeschrei... Wir mussten in Norwegen auch schon zum Arzt, damals mit unserem 8-Monate-Sohn :(
Aber auch bei uns war es eine sehr nette Erfahrung, auch uns wurde sehr freundlich und zuvorkommend geholfen.

Ich hoffe ja, dass es das nun war mit den negativen Überraschungen :wink:

Vielen Dank für die Fortsetzung.
LG, Andrea
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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon Andrea.t77 » Fr, 13. Mär 2026, 13:00

... warte ab, was da noch kommt... :|


Oh, ich hatte nur bis zum 3.1. gelesen... die neueren Tage kamen während des Lesens und meiner Antwort...

Dann begebe ich mich mal - ein bisschen angespannt - an die Fortsetzungen... :shock:
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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon syltetoy » Fr, 13. Mär 2026, 13:12

Das sind Dinge die man nicht braucht…..ich leide mit euch …..was passiert wohl noch ?
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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon Andrea.t77 » Fr, 13. Mär 2026, 13:13

OK... nun auch die letzten beiden Tage gelesen... Krass... Da hält man ja schon beim Lesen die Luft an...

Sehr eindrücklich, wie du das beschreibst, auch deine Gedanken und Gefühle. Das ist sooo nachvollziehbar, manche Erfahrungen braucht man einfach nicht... :-?

Danke für dein ehrliches Teilen.

LG, Andrea
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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon MarkusD » Fr, 13. Mär 2026, 19:42

Hallo Jule,

als jemand der immer alleine unterwegs ist kann man es nur schwer nachvollziehen, was in so einer Situation plötzlich alles aufploppt. Deine eindrücklichen Schilderungen führen es einem aber „gut“ vor Augen. Ich halte die Luft an und hoffe das Beste...

Gruß, Markus
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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon Wollina » Fr, 13. Mär 2026, 21:02

Ein schöner Bericht, aber zum Schluß, daß braucht kein Mensch. Ich fühle mit euch.

Uns ist es mal im Sommer in Süd-Schweden so ähnlich ergangen. Lässt nicht so stressig, wie bei euch. Das Wohnmobil ging auf der Schnellstraße kaputt, Telefon mit Autoclub in München ohne Probleme, Abschleppwagen wurde geschickt, und zur Werkstatt gebracht, konnten im Wohnmobil schlafen, nächsten Tag wurde das Fahrzeug untersucht, Motor-Totalschaden, konnte nicht in Schweden repariert werden. Nächsten Tag wurde uns aus Deutschland ein Polo geschickt für die Heimreise und 14 Tage später kam unser Wohnmobil per Hukepack. Es war Sommer, ohne Kinder und Tier, also kein Vergleich.

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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon syltetoy » So, 15. Mär 2026, 18:25

Wann geht es denn weiter, es ist sooooooo spannend was ihr noch erlebt habt.
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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon Julindi » Mo, 16. Mär 2026, 10:20

Danke für Euer Mitgefühl und Mitfiebern 8)
Jetzt geht's weiter... bleibt spannend!

Dienstag, 6.1.25
Ich werde von einem Anruf geweckt - „anonym“ ruft an. Die Leute von der Ford-Assistance. Es tut ihnen ja so leid, aber da der Abschlepper nicht von ihnen organisiert wurde und das durch uns geschehen ist, können sie leider nichts mehr für uns tun. Äääähhh what the f….?? Ich frage die Dame, ob ich mich gerade verhört habe - der Abschlepper wurde außerdem nicht von uns, sondern direkt von Statens Vegvesen organisiert - und wir waren in einer gefährlichen Notlage, die schnellstmöglich entschärft werden musste. Nein, tut ihr leid, sie können nichts machen. Ich wiederhole der Dame, dass wir hier mit zwei Kindern und Hund festsitzen und sie mir ernsthaft sagt, sie können nichts machen, weil „die Regeln so sind“? Ja, tut ihr leid.
Ich lege auf. Und heule erst mal kurz. Das muss raus. Und mir ist schlecht. Dann erst einmal durchatmen, nachdenken - meine eMails nach der HUK durchforsten und nach meinem Vertrag suchen, anrufen. Ich erreiche nach relativ kurzer Wartezeit jemanden, mit dem ich alles durchgehe. Wir erhalten bald einen Rückruf, sagt sie. Ich muss raus. Ich laufe mit dem Hund eine Runde über den riesigen Platz, der jetzt im Winter ganz leer ist, im Sommer jedoch hunderte Stellplätze für Wohnmobile bietet. Das tut gut. Und dann rüber zur Tanke und Kaffee holen, nach „Hause“ wackeln“ und ganz dick Freija-Schokoschmiere auf Weißbrot genießen. Lecker. Positiv denken. Es könnte schlimmer sein! Tatsächlich erhalte ich einen Rückruf von der HUK und es sieht so aus, als würde jetzt alles geregelt werden. Aber ich glaube gerade alles erst, wenn es definitiv passiert – also Daumen drücken!

Nachdem wir gefrühstückt und ein bisschen gegammelt haben, jage ich alle raus. Dieses Warten macht verrückt. Nach dem morgendlichen Schneefall scheint nun die Sonne, es ist tolles frostiges Wetter und wir machen einen Spaziergang, direkt hier gegenüber ist der Oslo Golfclub (im Winter frei zugänglich auch für Menschen mit nicht so viel Geld), über dessen sehr weitläufiges Gelände man bis zu einem See wunderbar spazieren kann. Die Schneedecke glitzert in der Sonne und nachdem wir gesehen haben, dass alle Osloer hier ihre Hunde von der Leine lassen, tun wir das auch.

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Die Kinder und der Hund lassen hier kräftig Energie raus und können endlich unbeschwert den Schnee genießen. Es ist schön ihnen zuzuschauen, wenigstens sie haben grad nicht so viele Sorgen! Wir treffen noch einen alten Norweger auf Langlaufski, mit dem wir uns nett unterhalten, und der sich freut, mal wieder Deutsch zu sprechen.

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Als wir wieder Heim kommen, kaufen wir im Kiwi was zum Mittagessen. Gegen zwei kommt dann endlich der ersehnte Anruf der HUK … und der beginnt mit „ich habe leider keine guten Nachrichten für Sie“. Da hätte ich am liebsten gleich das Handy aus dem Fenster geworfen.

Die Rückführung des Autos ist tatsächlich relativ unkompliziert (zumindest in der Theorie). Bei unserem Rücktransport aber, da Fliegen nicht infrage kommt, wird es schwierig - und wahnsinnig teuer. Zum Einen ist es so, dass KEINE norwegische Autovermietung ein Auto hergibt, das in Deutschland zurück gegeben wird – lediglich Hertz am Flughafen hat sich dazu bereit erklärt… und da das Fahrzeug zurück nach Norwegen geführt werden muss, belaufen sich die Kosten auf über 4.000 € für drei Tage Mietwagen. Übernommen werden bei unserem Vertrag nur 1.000 €. So, das sitzt. Wir müssen uns besprechen und legen auf. Ein Freund von uns ist parallel dabei zu checken, wieviel es kostet, wenn er aus Deutschland mit einem Mietwagen hochfährt, uns den Wagen da lässt und selbst zurück fliegt. Und die Rechnung ergibt, dass Miete, Brückenüberquerung, Benzin-, Übernachtungs- und Flugkosten nur ca. 1000 € billiger kommt… und wir überlegen uns auch: wollen wir das unserem Freund antun? Das ist voll der Stress, am Ende passiert dem noch was (denn mit Allwetterreifen ist das nicht optimal), außerdem müssten wir dann nochmal zwei Tage länger hier warten …Wir entscheiden uns dagegen und für den wahnsinnig überteuerten Mietwagen. Wir wollen heim. Wir müssen heim. Also noch ein Telefonat mit der HUK und eine Viertelstunde später habe ich den Vertrag für den Mietwagen im Postfach. Eine kleine Erleichterung - doch wie gesagt: ich glaube alles erst, wenn es auch wirklich passiert.
Als nächstes: Fähre suchen. Wir werden bis Malmö fahren und mit der Finnline fahren. Okay, das ging schnell.
Nächster Schritt: Mail an die Autowerkstatt, die informieren wie es weiter geht. Und wir müssen unbedingt nochmal ans Auto, schaffen das aber nicht während der Öffnungszeiten. Ivan hat uns seine Privatnummer gegeben und sehr lieb von ihm: er kommt morgen Abend um sieben nochmal, damit wir ans Auto können. Vielleicht kommt so langsam das Glück zurück.

Für die Versicherung muss ich Formulare und Fragebögen ausfüllen, damit sie die Rückführung überhaupt durchführen können - ich habe leider keinen Drucker im Handgepäck. Also laufe ich zur Rezeption und frage Markus, ob er mir etwas ausdrucken kann. Klar kann er. Als ich dann auch noch seine Pointer-Hündin kraule und die gar nicht mehr von mir weg will, unterhalten wir uns noch eine ganze Weile.

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Bei Kiwi holen wir uns Tiefkühlpizza zum Abendessen. Und Chips. Und Schoko. Wir brauchen alle Nervennahrung! Mal sehen, was morgen noch so passiert.
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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon Wollina » Mo, 16. Mär 2026, 11:40

Ich leide mit euch. Wenn ich das lese kommen die Erinnerungen wieder hoch.

Bei uns war damals auch ein Ford als Basisfahrzeug unter dem Wohnmobil. Wir hatten ca 2 Jahre vor dem Schaden in Schweden einen Total-Motorschaden in Deutschland auf der Autobahn. (Auch damals wurden wir vom Automobilclub abgeschleppt; bekamen einen Leihwagen, Auto kam auch huckepack zu der Heimat-Werkstatt und bekam einen Austausch Motor) Wir bekamen dadurch wir eine Ford Assistance Garantie,
Ich rief also dort auch zuerst an und wurde abgewimmelt. Seit dem 2. großen Schaden nie wieder Ford. Ich halte sehr viel von der Versicherung über einen Autoclub, ist zwar teurer als Autoversicherung. Es wurde bei uns alles bezahlt. Passiert ist es etwas nördlich von Varberg in Schweden.
Ich bin gespannt, wie es bei euch weiter geht!

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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon syltetoy » Mo, 16. Mär 2026, 12:34

Aufregend, was mich wundert das der ADAC sich so schlecht verhält, die holen die Autos normalerweise zurück, es kann allerdings Monate dauern.
Es bleibt spannend.
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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon Wollina » Mo, 16. Mär 2026, 14:41

@syltetoy
Bei uns war es der Automobilclub, zwar nicht ADAC sondern ARCD, nicht die geringsten Probleme.

Wenn ich es richtig gelesen habe, war es erst eine Anfrage bei der Ford Assistance Garantie und anschließend über Autoversicherung HUK.

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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon syltetoy » Mo, 16. Mär 2026, 14:50

@ Wollina
Der ADAC hat doch den Rückflug angeboten, da gehe ich dann davon aus das eine ADAC Mitgliedschaft besteht.

Ich hatte in Norwegen auch mal Pech mit einem Marderbiss, war kein Problem mit dem ADAC ,ich bekam drei Tage einen Leihwagen.
Und von meinem Schwager wurde ein Fahrzeug nach einem nicht verschuldeten Unfall in Schweden auch zurück geführt…..es dauerte allerdings längere Zeit, die PKWs werden gesammelt bis sich ein Rücktransport lohnt.

Darum meine Überlegung warum sich der ADAC so schlecht verhält.
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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon Wollina » Mo, 16. Mär 2026, 15:31

Richtig mit ADAC hab ich überlesen, ging nur Flug und ohne Hund?
Und die Übernachtung, alles blöd gelaufen. Wahrscheinlich nur eine Aushilfskraft.

Ich kann mich an unsere Strandung in Schweden erinnern, war wochentags morgens, nachdem uns die Ford Assistance Garantie ...abgewürgt hat, habe ich sofort unseren Autoclub angerufen und die haben alles organisiert. Den Abschlepper, die Werkstatt, sowie den Rücktransport und wir brauchten keine Unterkunft wegen Wohnmobil. Der ARCD hat mit der Werkstatt selbst gesprochen, hat uns aus Schleswig-Holstein einen Polo geschickt für unsere wichtigste Bekleidung und Lebensmittel, damit wir selbst nach Hause fahren konnten., das Auto musste am nächsten Tag wieder abgegeben werden. Wie gesagt, wir waren ohne Kinder, ohne Tiere.

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Re: Urlaub im Nesfjellet … mit Überraschungen

Beitragvon MarkusD » Mo, 16. Mär 2026, 19:47

Julindi hat geschrieben:… Wir brauchen alle Nervennahrung! Mal sehen, was morgen noch so passiert.

Da stellt sich mir die Frage, wie würde man da selbst in so einer Situation reagieren. Man hat nicht immer alles unter Kontrolle, andere (in eurem Fall statens vegvesen) treffen Entscheidungen (die dringend geboten waren) die dann plötzlich zu ungeahnten Konsequenzen führen, die völlig konträr zu jedem Gerechtigkeitsempfinden stehen. Da kann man schwer die Contenance behalten.

Versicherungen die dann mit fadenscheinigen (weil es so irgendwo im berühmten „Kleingedruckten“ steht) Argumenten nicht einspringen wollen, da würde mir auch mehr als nur der Kragen platzen. Und dass dann ernsthaft solche Summen aufgerufen werden es euch zu ermöglichen ca. 1.400 km von Oslo nach Hause zurück zu legen. Da lugt doch schon mehr als nur eine dreiste Ausnutzung eurer Lage hervor.

Gruß, Markus
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