Nachtrag zum Nordkapp: Der kleine Abstecher belief sich mal eben auf 1.000km.

Ein wenig wir ein grandioses Fest - zuerst der Rausch, danach dann der Kater...
Der morgendliche Blick aus unserem 'Wohnzimmerfenster' über den Fjord Richtung Breivikeidet (der Campingplatz ist in Terrassen angelegt, man kann also schön gucken).

Die Sanitärräume sind groß und sauber, nach den letzten beiden Tagen Katzenwäsche nutzen wir das weidlich aus. Eigentlich wollten wir noch etwas die Gegend um Svensby 'erfahren', aber wir haben zu sehr gebummelt und müssen zügig los zur Fähre.
Nicht viel los heute Morgen...

Ich will euch nicht langweilen, aber das Wetter ist...


Panorama gibt's auch:

Ich bin jetzt wieder einige Zeit am Steuer, daher wenige Bilder von tagsüber. Unser Ziel ist diesmal klar - wir wollen es bis Senja schaffen, aber über die umständliche Route: Zunächst fahren wir 'zurück' nach Tromsø, dann weiter nach Kvaløya, zuletzt die Fähre Brensholmen-Botnhamn.
Kurze Pause auf Kvaløya in der Nähe der Felsritzungen unweit des Ryatunnels (ein Tipp hier aus dem Forum, herzlichen Dank dafür an dieser Stelle!), dann kehren wir doch wieder um, um die 'Inlandsroute' zu fahren.

Kurzer Fotostopp am Ersfjordbotn (wir lassen wenig aus...


Insgesamt ist es hier spürbar touristischer geworden - zum einen versetzt uns das einen kleinen Stich, denn wir wollen ja im hohen Norden die große Weite und Einsamkeit erleben, zum anderen sind wir uns bewusst, dass wir selbst auch nur Touristen auf der hektischen Durchreise sind und anderen durchs Fotomotiv latschen (ganz zu schweigen den Einheimischen, denen wir ab einer bestimmten Dosis auf den Keks zu gehen beginnen).
Und ein wenig kommt natürlich auch ein Effekt zum Tragen, den wir vor ein paar Jahren auf Island schon bemerkt haben: Wenn in Rom eine 30köpfige Touristengruppe an der Kreuzung steht, fällt das kaum auf. Quillt dieselbe Gruppe auf Island vom Parkplatz zu einem schönen Wasserfall, dann meinen wir, das die Authentizität des Ortes gehe unter und das alles ganz schrecklich ist. Wir sind alle etwas eitel.
Aber tatsächlich, alles um uns boomt: Als wir zuvor am Flughafen vorbeifuhren landete just in jenem Moment wieder eine Eurowings aus Deutschland, kurz darauf kommt uns ein normalgroßer Reisebus mit Touristen auf Tagestour entgegen. Auf einer shipspotting-Website finden sich in Nordnorwegen zu diesem Zeitpunkt drei große Kreuzfahrtschiffe, darunter auch 1-2 von Aida (welche genau habe ich vergessen/verdrängt, eines war die Aidasol, meine ich).
Kvaløya ist auch gut bebaut - kein Wunder, mit dem Auto ist man ratzfatz in Tromsø: Natürlich führt jedes Sträßchen zu einem Häuschen, das ist bei uns in Deutschland nicht anders. Tromsø (Kernstadt) ist in den letzten 10 Jahren um 10.000 Menschen gewachsen, das ist eine Steigerung von satten 130% (die ganze Kommune sogar 150%). Der Lehrer, den wir vor ein paar Tagen im Bus getroffen hatten, schimpfte sehr: Die Mieten würden dermaßen steigen, man müsse einfach aufs Land ziehen (und wieder steigt die Zersiedlung...)
Die Inlandsroute ist schön. Sämtliche Ausweichbuchten sind von Einheimischen zugeparkt, die bei dem tollen Wetter mit ihren Ski unterwegs sind...

Und natürlich bummeln wir wieder, und wieder wird es spät, und wieder hetzen wir dem Fähranleger entgegen. Kurz vor Brensholmen erhaschen wir einen Blick auf das offene Nordmeer - zu diesem Zeitpunkt steht glasklar fest, dass wir für einen kurzen Abstecher nach Sommarøy keine Zeit haben werden - next time...


Die Fähre liegt schon am Kai. Kurzer Schreckmoment: Die Warteschlange ist ziemlich lang, die Fähre nicht übertrieben groß... Am Ende schaffen wir es, aber hinter uns ist nur noch Platz für bestenfalls zwei normale Pkw - das war knapp (es hätte tatsächlich noch eine spätere Überfahrt gegeben, aber wir wollten nicht in der einbrechenden Dunkelheit fahren).

(Link anklicken)
Die 'Skutvik' ist Jahrgang 1972 und damit ein wenig älter als ich. Der Salon und das Deck erinnern intensiv an die Hurtigruten-Schiffe der 'alten Generation' - hach

Das Wetter hat sich etwas zugezogen, dafür ist der Wind nicht besonders stark (fast mild), das Wasser ist ruhig und es gibt es tolle Lichteffekte:


Wir haben den Durchblick!

(meine Frau und meine Tochter sehen Tiere im Wasser - ziemlich groß, aber leider weit weg... Seehunde? kleine Wale?)
Blick zurück, ich konnte mich nicht entscheiden:



(weit hinten ein toller Fels - Tussøya?)
Wir sind auf Senja. Heute ist wieder Freistehen angesagt. Wir passieren mehrere Plätze, aber keiner ist geeignet (Vieles, was auf google vielversprechend ausschaute, können wir beim ersten Augenschein streichen: nicht geräumt, offizieller Ausweichpunkt o.ä.) Wir sind unterwegs Richtung Husøy - wenn es der letzte Platz auf der Liste nicht ist, dann müssen wir runter in den Ort.
Wir haben Glück, der Platz, unmittelbar vorm Tunnelportal gelegen, ist reichlich groß, kein ausgewiesener Ausweichplatz und hat einen traumhaften Blick über den Fjord bis nach Fjordgård...

(Link anklicken)
Und weil es so schön ist, noch mal als 360°-Panorama incl unserem Wohnmobil

(Link anklicken)
Aufgrund der Feiertage herrscht wenig Verkehr auf der kleinen Straße, aber nicht 'nichts' - auch mehrere Sattelschlepper donnern noch vorbei, die wohl die fischverarbeitenden Betriebe in Husøy ansteuern. Insgesamt aber doch eine ruhige Nacht. Wolken am Himmel und eine sehr schwache Aurora-Prognose beduten, dass wir auch heute Abend wieder kein Polarlicht sehen werden - *seufz*