14. Tag – 4. August 2018Heute wollten unsere beiden Jüngeren bei einer weiteren Aktion im Rahmen des Naturfestivalen mitmachen: Dem Kinderlauf des Saudehornet-Rennens.
Das „Saudehornet rett opp“ ist das steilste Bergrennen Europas mit Teilnehmern aus ganz Norwegen: Vom Hafen aus, d.h. vom Meeresspiegel, bis auf den Gipfel Saudehornet 1303 m über dem Meeresspiegel in 5,7 km. Vom Kinderlauf dachten wir, dass er ein bisschen durch Ørsta führt. Als die Jungs hörten, dass es Medaillen für alle im Ziel gibt, wollten sie unbedingt mitmachen, um eine norwegische Medaille zu bekommen. Inzwischen wissen wir, dass der „Barneløp“ für Kinder bis Jahrgang 2007 über etwa die halbe Strecke des Erwachsenenlaufs und über mehr als 400 Höhenmeter geht... Ein Plakat zum Fotografieren haben wir unterwegs gefunden, als wir den beiden Jungs hinterher gelaufen sind:

Wir mussten also mal wieder früh aufstehen, um die Jungs im Hotel Ivar Aasen für das Rennen zu registrieren und das Startgeld von 100 NOK pro Kind zu bezahlen. Der Papa war leider krank und blieb zuhause im Bett. Danach gingen wir zum Hafen und warteten bis zum Start um 9.30 Uhr. Als Deutsche waren wir die ersten...


Das Wetter war an diesem Tag leider bescheiden... Da es um 9.30 Uhr wie aus Eimern schüttete, wurde der Start spontan um gut 10 Minuten verschoben. Es hörte zum Glück erstmal wieder auf zu regnen, und die Regenjacken wurden schnell wieder ausgezogen und umgebunden. Mit einem lauten Startschuss ging das Rennen dann los, ein Auto führte die Kinder an, damit diese sich auf dem Weg durch die Stadt nicht verirrten.

Unsere Jungs waren schon in Ørsta außer Sichtweite – der Große und ich gingen in zügigem Tempo mit den Getränken, Essen und Wechselkleidung hinterher. Außerhalb von Ørsta ging es einen geraden, steilen Weg den Berg hoch. Schnell konnte ich bei solch einer Steigung nicht mehr gehen, vom Trinken mussten wir uns auch immer wieder bedienen. Mit schlechtem Gewissen dachten wir dabei an unsere beiden Jüngsten, die leider nichts hatten und alleine in einem fremden Land den Berg hoch liefen…


Zum Glück wussten wir da noch nicht, dass der Größere, der sich in diesem Jahr 2x beim Fußball den Arm gebrochen und deshalb wenig Sport gemacht hatte, zwischendurch mal 5 Minuten Pause machen musste, um nicht ohnmächtig zu werden. Der gerade mal 8-Jährige lief einfach alleine weiter und kam als erster ins Ziel!!!


Natürlich konnte er sich nicht verständlich machen und verstand nichts… Und hatte nichts zu trinken – am Getränkestand 50 m vor dem Ziel war er vorbei gelaufen… Zum Glück kam dann wohl einige Minuten später unser jetzt 11-Jähriger als 3. ins Ziel, bediente sich mit Getränken und half beim Verständigen auf Englisch: Die beiden wurden sogar interviewt und zusammen mit dem Zweitplazierten fotografiert. Ewigkeiten später kamen auch wir Wasserträger zum Ziel – uns war mächtig heiß, und die beiden Kleinen froren, weil sie schon so lange warten mussten… Aber stolz präsentierten sie ihre Medaillen:

Am Getränkestand kurz vor dem Ziel des Kinderlaufs zweigt der Weg für die erwachsenen Läufer zum Saudehornet ab, ab hier geht es dann über Stock und Stein…

Nachdem die Jungs Fleecejacken und Regenjacken übergezogen hatten, ging es wieder den Weg in anfangs strömendem Regen zurück bergab. Unterwegs begegneten uns die Wettkampfläufer, die um 11 Uhr am Hafen gestartet waren:

Abends bei der Preisverleihung im Hotel Ivar Aasen erfuhren wir: Der Sieger Stian Øvergaard Aarvik schaffte die 1303 Höhenmeter in nur 49 Minuten und 49 Sekunden! Wahnsinn!!!
In der kleinen Fußgängerzone gab es an diesem Tag als Abschlussaktion des Naturfestivalen „Gratis frukost“ – Frühstück für alle! Unsere Jungs wollten aber lieber Waffeln, die dann doch was kosteten – aber nur 1/3 der exklusiven Peer Gynt-Waffeln… Außerdem kauften wir noch eine Handvoll selbstgebastelte Lose für einen guten Zweck. Ein Paar am Nachbartisch schenkte den Jungs auch noch etliche Gewinn-Lose, und so bekamen wir viele mehr oder weniger nützliche, liebevoll eingepackte „kleine“ Gewinne…



Abends nach der Preisverleihung ging es wieder Angeln: Diesmal an den Fjord – nachdem das Angeln an den Flüssen und Seen ja bisher nicht erfolgreich war… Wir fuhren an der Küste entlang nach Rjåneset, wo vier Fjorde aufeinander treffen.



Und hier haben wir es endlich geschafft: Der erste Fisch, ein Pollack, wurde gefangen! Auf dem Rückweg von unserer Angelstelle auf dem Felsen kamen wir an zwei Norwegern vorbei, die gerade eine Makrele gefangen hatten. Da sie Makrele nicht mochten, schenkten sie uns den Fisch

. Das war ein leckeres Abendessen!!!
