Wie auch schon 2011 diese Jahr ein Reisebericht.Viel Spass.
Anmerkungen und Kritik erwünscht.
Einleitung:
Dieses Jahr wollten wir mit den Kindern mal eine Auto-Hinfahrt über Nacht wagen. Erstes Ziel sollte wieder die Hytte / Sommerhaus unserer Freunde in der Nähe von Fredrikstad sein. Im Vorjahr sind wir 16 h via Vogelfluglinie gefahren, dabei nur ca. 1 h durch 2 kleine Staus verloren. Das war die Richtzeit für 1250 km.
Der ganze Urlaub stand ein wenig unter schlechten Vorzeichen



Hinfahrt:
Abfahrt Freitagnachmittag 6.7.2012 um 17:15 im Bergischen Land bei Köln, wir hatten uns mal optimistisch zum Frühstück in Norwegen angemeldet. Vom Freitagsstau und Ferienanfangswahnsinnsstaureiseverkehr war nix zu sehen



Zwischenbemerkung:
Elin hatte auf dem Dampfer das Antibiotikum genommen und nach 20 km musste ich in DK mal kurz die Abfahrt runter, denn die Kleine hatte eine Tüte gefüllt



(ENDE Zwischenbemerkung!)
In Helsingör kamen wir gegen 2 Uhr an und die nächste Fähre ging erst um 3 Uhr. „So ein Mist“ sagte die Frau im Auto vor uns, wenn ich gewusst hätte das die hier nicht mehr alle 20 Min fahren, dann wären wir über die Brücke“. Das habe ich auch gedacht

Die Fähre war dann überpünktlich und wir waren kurz nach 3 Uhr in Schweden. Bis dahin hatte niemand schlafen können. Ab 3 wurde es langsam hell, die tollen Autobahnen in S mit dem dämlichen Tempolimit machen dann aber doch müde. Hah, und (stolz!!!) ich habe es geschafft einen dieser Nachttankautomaten zu bedienen. Das Ding hat ohne Knurren meine EC-Karte vom Girokonto genommen

Gegen 6 Uhr sind wir dann hinter Göteborg zum Amerikaner (MC D.)…..endlich mal jemand der offen hat um einen Kaffee zu kaufen. Ich bin mit dem Kaffee mal an die frische Luft und wurde gleich noch Zeuge eines „Unfalls“. Ein Mädel (Angestellte, Feierabend?) kam raus, parkte rückwärts aus….blieb stehen, kramte und zog einen Schlüssel aus der Tasche (wohl irrtümlicherweise eingepackt ?). Statt den reinzubringen hat sie dann rückwärts manövriert. Hätte sich fast den Spiegel an einer Laterne abgefahren….ich dachte noch: “Glück gehabt“….und ist dann mit lautem „KRAAACH“ 3 Meter weiter im Rückwärtsfahren vor das MC Donalds Ausgabefenster gefahren



Nun, pünktlich vor der norwegischen Grenze fing es erstmalig an zu regnen und wir haben noch 2 Prachtexemplare an Elchen direkt am Autobahnrand im Kornfeld gesehen


Kurz nach 8 Uhr am 7.7. waren wir dann bei unseren Freunden (neue Rekordzeit, knapp 15 h) und haben erstmal gefrühstückt. Dann bis nach dem Mittag geschlafen….es war ja eh am regnen. Wir waren alle etwas platt und haben den Nachmittag rumgegammelt, sind ein wenig zwischen den Hütten rumgelaufen (Wetter besser), gegessen, erzählt. Einfach koselig!!!





Fazit Anreise:
- 1250 km in knapp 15 h (inkl. 2 Fähren)
- Durchschnittsgeschwindigkeit Haustüre – Haustüre 108,7 km/h, Verbrauch 8,1 ltr auf 100 km
- einmal geblitzt in D auf der Autobahn
- hat alles überraschend gut geklappt…etwas müde, aber OK
8.7. bis 10.7. Fredrikstad
Ausflug auf die äußeren Inseln von Hvaler, südlich von Fredrikstad:
Sehr schöne Gegend, sehr maritim. Wird von fast allen Reiseführern ausgelassen. Inseln, Hafen, Boote, Wald, Brücken….sehr toll, keinen ausländischen Touri gesehen, noch nicht einmal Holländer


Ein wenig wie auf den Alandinseln. Ein Gewirr von Schären und Inseln. Im „letzten“ Ort Skjärhalden haben wir am Hafen in der Sonne gesessen und die tollen riesigen Motorboote und Jachten bewundert. Und leckeres Eis gegessen. In Summe 13 Kugeln im Hörnchen (Kugel etwas größer als die Standardkugel bei uns) -> bezahlt habe ich umgerechnet 25 Euro (nur mal so zum Vergleich). Einiges los am Hafen, einfach schön in der Sonne. Leider die Camera vergessen.
Am nächsten Tag Fahrt mit Jons Boot raus aus der Bucht:
Das macht irre Spaß, auch wenn meinen Frauen das Geschaukel bei irrem Tempo nicht ganz geheuer ist



Wir sind zu einer Insel mit Leuchtturmhaus gefahren. Angelegt, über die Insel gelaufen und irgendwo an einem 5 Meter Strand noch die Füße gebadet. Auch da überall Bötchen unterwegs, einfach toll bei so perfektem Sommerwetter (überraschenderweise Kaiserwetter).




Auf der Rückfahrt noch geangelt und Alex hat, als sie mal kurz die Angel halten sollte, einen Dorsch gefangen. Jon: “Das ist der erste Fisch der von diesem Boot aus gefangen wurde“. Und irgendwie habe ich das auch geglaubt.


Nach dem Mittagessen in der Stadt am Fluss waren wir an der Hütte am Strand und die Kinder haben gebadet. Den Rest des Tages haben wir in der Sonne gesessen und gefühlt nur gegessen (selbstgemachtes Eis, Schokokuchen…)….einfach Urlaub. Und Bier!







Alles ist so schön unaufgeregt und spontan. Wir überlegen, was wir wohl den Rest des Urlaubs machen. Die Wettervorhersage ist nicht berauschend

Der Morgenkaffee vor der Hütte auf den Steinen in der Sonne….darauf hatte ich mich schon wochenlang vor dem Urlaub gefreut




Chillen in der Sonne:

Unsere Freundin Unni



Was tun?
Morgen wollen wir weiter.
Wir hatten verschiedene Varianten überlegt:
1. Wandern in der Hardangervidda von Hütte zu Hütte, 1 Woche lang
2. Wandern weiter nördlich im Tafjordfjell. Das hörte sich sehr gut an, schöne Runde von 5 bis 7 Tagen, alles selbstbediente Hütten. Nachteil: recht weit zu fahren

In beiden Gebieten liegt noch viel Schnee und das Wetter sieht dort für die nächsten Tage (wie dem Rest Norwegens) bescheiden, verregnet aus

3. Nochmal Rondane wandern…..wie 2011. Aber auch da kein besseres Wetter

Mittwoch 11.7.2012:
Wir brechen auf Richtung Hardangervidda. Wer nicht wagt, der nicht…..naja, schaun wir mal. Wir fahren durchs Numedalen. Meist regnet es und erst als wir am Nachmittag eine Hytte auf einem Campingplatz ca. 5 km vor Rödberg am See nehmen, hört es auf und auch die Sonne schaut noch kurz raus

Donnerstag 12.7.2012
Vom Numedal fahren wir bei immer wieder leichtem Regen nach Geilo. Dort ist es trocken

Hoffentlich steht das Auto mit dem halben Hausstand noch dort wenn wir zurück kommen.

Nun der schwierigste Teil des Tages: Rucksäcke packen. Das dauert fast eine Stunde denn alles muss zusammengekramt werden. Zum Schluss checke ich noch einmal meine bewährte Liste „Rucksackwandern“. Die Kinder haben ihre eigenen Vorstellungen was mit muss. Gegen 15:00 geht’s los nach Vivelid. Statt 1,5 h brauchen wir 2,5 h. Es regnet immer wieder, der Untergrund ist oft total aufgeweicht, sumpfig, der Weg teilweise ein Bach




Dann endlich Vivilid in Sicht:


Der „Hüttenvater“ ist sehr nett und freut sich, dass ich ein wenig norwegisch spreche und quatscht mir die Ohren voll



Zu essen gibt es Lammsuppe, Lammbraten, Gemüse, Kartoffeln, Pudding, Kaffee, Tee. Das Lamm ist nicht unser Favorit, schmeckt aber „den Umständen entsprechend“ gut. Wenn man es mag bestimmt ein Leckerbissen. Wir mögen es nicht besonders


Der Ofen ist an und wir sitzen noch lange im gemütlichen Aufenthaltsraum, lesen und schauen in die Karte.

Der „Klo des Grauens“ sollte nicht unerwähnt bleiben

Ganz übele Geschichte!!!
Ich bekomme noch Würgereize wenn ich daran denke

Es gibt ja Plumsklos die OK sind, und solche wo die Luft von unten durchs Loch zieht. Der in Vivilid ist einer der 2. Sorte und neben dem der Rondvasbu-Hütte in Rondane absoluter Top-Spitzenreiter der übelsten Örtchen die ich je besucht habe.
Die rechte Tür führt zum Ort des Horrors:

Freitag 13.7.2012
Erstmal frühstücken.
Mir liegt der olle Hammel noch schwer im Magen und der Ort des Grauens muss leider beehrt werden

Das Frühstück ist aber super.

Es regnet morgens immer noch leicht, es ist sehr nebelig, manchmal kann man keine 100 Meter schauen. Der Wetterbericht sagt für die nächsten 2 Tage nur wenig Regen für die Westvidda voraus, aber sehr wolkig. Es sind um 10:00 nur 7 Grad draußen vor der Hütte.

Wir beschließen erstmal ein Stück Richtung Hedlo / Hadlaskard zu laufen um dann nach einer halben Stunde am Abzweig zu entscheiden ob wir die 4 h bis Hadlaskard laufen oder über einen kleinen Schlenker zum Auto zurückkehren. Der Weg ist sehr, sehr matschig








Wir sind schon ein wenig traurig das die geplante Wanderung von 6 - 8 Tagen im warsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen ist.

Aber es war nicht sinnvoll weiter zu gehen.....

Als wir das Auto nach 2,5 Stunden erreichen, regnet es wieder stark. Es wird eine Tortur alles ins Auto zu bekommen. Wir hatten die Rucksäcke aus diversen Kartons bepackt und nun können und wollen wir im Regen nicht alles aus- und umpacken. Also notdürftig ein paar der nassen Klamotten wechseln und die nassen Rucksäcke ins Auto stopfen.
Dann im ersten Gang und Bremse die Haarnadelkurven der schmalen Schotterpiste wieder runter rollen.

Wohin fahren?
An der Westküste soll es trocken sein und wärmer

Wir fahren über Eidfjord, Odda, Rosendal. In Odda war es noch kurz trocken, fast ein wenig sonnig. In der Hoffnung das es auf der anderen Seite des Folgefonntunnels vielleicht sonnig ist fahren wir die 12 km durch den Berg. Dort wieder übeler Regen, Mist



Der Bereich des Hardangerfjords bei Rosendal ist eine wirklich trostlose Gegend. Wir finden keine vernünftige Übernachtungsmöglichkeit (Hütte). Vor ca. 15 Jahren waren wir bei Sonne schon einmal hier, aber auch damals hat uns das nicht sonderlich begeistert. Diese Ecke des Hardangers kann man wirklich auslassen.
Vieles wirkt ein weinig vergammelt, weit und breit keine Campingplätze und Hütte.
Vor Jahren haben wir uns bei Sonne mal diese Barionie (oder so), das Schlösschen, in Rosendal angesehen. Naja, ganz nett, aber dafür Umwege fahren? Sowas gibts bei uns an vielen Ecken daheim.
Es regnet wie aus Kübeln. Wir haben keine Lust mehr zu fahren…..aber wenn keine schönen Plätze mit Hütten kommen….was tun? Wir fahren immer weiter und nehmen diverse Tunnels und eine Fähre zur Insel Stord. Erst in Valevag (es regnet nicht mehr) finden wir eine Hütte. Ca. 30 km nördlich von Haugesund. Es ist nach 18 Uhr und wir brauchen noch 3 Stunden um die Sachen aus dem Kofferraum zu ordnen, zu waschen und alles zum trocknen aufzuhängen.
@Hubi (....soll bleiben


Samstag 14.7.2012 bis Dienstag 17.7.2012
Erstmal 10 km fahren um Brötchen zu bekommen



Dann von Valevag gen Süden über die E39 und die Inseln. Viele Brücken und eine Fähre.



Tolle Landschaft:



@Hubi hat schon angerufen und gefragt, ob ich mit auf die geplante gutten-fisketour (Männerangeltour) kommen möchte. Klar will ich, das klingt zu verlockend.
Wir kommen gegen 14:00 am Utstein Kloster Hotel an. Wir bekommen ein Familienzimmer, Hubi hat das für uns organisiert

Richtig chic.

Und mal ehrlich:
Für manche Hütte zahlen wir 900 bis 950 NOK pro Nacht. Da ist das hier inkl. Wahnsinnsfrühstück für 1250 NOK für uns vier preislich OK (also verglichen mit norwegischem Preisniveau

Eine halbe Stunde später lernen wir @Hubi und seine 2 Töchter kennen, sie wohnen direkt 150 m vom Hotel entfernt ein wenig den Berg rauf mit toller Aussicht. Endlich trifft man sich mal persönlich.
Kurz nach 16:00 startet die Angeltour mit Hubis Boot. Ein Norweger, je ein in N lebender Australier und Pole, ein Touri aus Australien und wir 2 deutsche. Lustige Sache, es wird reichlich Bier und auch noch hochprozentiges getrunken


Das Boot schwankt schön und geangelt wird auch. Ein Australier wird seekrank




Einige Fische fangen wir auch noch.

Ein Trick sei hier verraten:
Damit der Fisch auch so schön gross aussieht wie auf dem Foto oben hält man ihn schön weit vorgestreckt vor die Kamera....also so hier:

Abends sitzen wir 4 dann bei Hubi und seinen Töchtern. Er grillt und wir haben einen sehr schönen Abend. Die Kinder hüpfen auf dem Trampolin und wir können das Baden im Pool draußen nur mit Mühe auf den nächsten Tag verschieben. Das kleine Kätzchen „Google“ will Elin mit nach Deutschland nehmen. Hubi hat nichts dagegen, aber ich. Den Kindern erzähle ich was von Zollbestimmungen für die Eifuhr kleiner Katzen

Am Sonntag gibt’s tolles Frühstück im Hotel.
Wir sitzen im lichtdurchfluteten Wintergarten direkt am Wasser. Traumhaft.



Mittags laufen wir zu siebt zum Utstein Kloster. Dort ist heute ein kleiner Markt und man kann alles besichtigen.

Später essen wir Hubis selbstgebackenen, hervorragenden Erdbeer- und Apfelkuchen, fahren noch mal fischen.



Abends sitzen wir nach dem gemeinsamen Essen noch lange zusammen. Das ist aber auch ne tolle Aussicht hier:

Die Aussicht und die Inseln sind wirklich toll. Es scheint immer mal wieder die Sonne, zwischendurch kommen aber auch ein paar Schauer runter. Alex liegt Montag leider flach


Überall auf den Inseln hier sind Steinmauern wie man es von den Bildern aus Irland kennt. Viele Schafe und Kühe….und Möwen, Schwäne. Diese Ecke Norwegens ist wirklich toll und wir verstehn gut, dass Hubi hier nicht wieder weg möchte. Es ist vielleicht nicht die Stelle Norwegens, die man bei einer ersten Reise besucht, wenn man das Fjordland-Bilderbuch-Norwegen sucht (Fjorde, Gletscher, Wasserfälle). Aber allemal ein Geheimtipp für „Norwegen für Fortgeschrittene“.
Den Abend verbringen wir noch einmal bei gemeinsamen Abendessen und wir alle stellen fest, das Hubis Versuch „mein erster frittierter Backfisch“ voll gelungen ist


Wir führen wirklich schöne nette Gespräche, auch über ernsthafte Themen. Es sind 3 schöne Tage und wir freuen uns über die tolle Gastfreundschaft von Hubi und seinen Töchtern. Nun kannte man sich schon so lange aus dem Forum, es war wirklich schön, sich einmal persönlich zu treffen. Und wir hoffen, dass wir uns wieder sehen, vielleicht auch bei uns in Deutschland….


Dienstag 17.7.2012
Wir fahren auf Mosteroy vom Utstein Kloster Hotel im Regen ab.
Wohin


Das ist erstmal offen. Nochmal Preikestolen….ach nein, da waren wir schon 2 Mal und Alex ist noch nicht fit. Wir fahren erstmal Richtung Stavanger und dann durchs Övstebödalen / Hunnedalen / Sirdal, denn die Täler kennen wir noch nicht. Tolle Landschaft, aber leider immer wieder Regen und keine 10 Grad im Gebirge. Brrrr.
An irgendeinem Supermarkt im Nirgendwo machen wir Pause, holen Brot und Butter und essen den selbstgeräucherten Lachs von Hubi dazu. Soooo lecker


Bei Sirdal schauen wir uns nach einer Übernachtungshütte um. Hütten gibt’s hier viele, aber das ist alles Wintersportgebiet hier….und entsprechend wenig bis gar nichts los

Wir haben auch keine Lust auf eine Hütte im Nieselregen bei Kälte. Was sollen wir dann hier? Also fahren wir weiter über die tolle Strecke bis runter nach Nomeland im Setesdalen.

Auch dort schauen wir uns noch 2 Hütten an…..die eine ist aber auch nichts, die andere für 1300 NOK zu teuer und so fahren wir (mal wieder) bis Neset am Byglandsfjord. Dort bekommen wir eine tolle Hütte erstmal für 2 Tage. Genau diese Hütte wollte Alex haben, die fand sie 2011 so toll. Die Kinder sind happy

Mittwoch 18.7.2012
Ein Sommertag!


Wir trinken den Kaffee auf der Veranda mit Blick auf den See in der Sonne







Danach Frühstücken.

Es soll ein Faulenzertag werden. Die Kinder wollen im See baden. Einige mutige sind schon im Wasser. Schwer zu schätzen wie kalt, aber kalt! Irgendwann sind die Kinder tatsächlich im Wasser und Papa wird als Memme beschimpft. Ich brauche einige Anläufe und gehe dann auch rein. Brrrrrrrr. Alex nimmt ihren Husten als Ausrede.




Beweisfoto:

(mir wird jetzt noch kalt!!!)


In der Sonne ist es richtig warm. Leider können wir die tolle Hütte nur für 2 Tage haben und müssen dann für 2 weitere Tage in die Nachbarhütte umziehen. Abends schauen wir schon mal nach einer Fähre für die Heimfahrt. Entweder ab Kristiansand alles ausgebucht oder viel zu teuer….bis auf eine Ausnahme: Sonntag 6:45. Diese buchen wir. Brauchen dann aber für die letzte Übernachtung noch eine Hütte.
Ob wir dann heim fahren oder noch ein paar Tage z.B. an die Nordsee, das halten wir noch offen. Alex ist immer noch erkältet.
Donnerstag 19.7.2012
Wir wollen @Bibi besuchen die rund eine Stunde von unserem Standort entfernt wohnt. In Deutschland kommt sie aus der gleichen Ecke wie wir. Morgens lassen wir es langsam angehen und fahren dann über Evje nach Birkeland. Schöne kleine Strassen. Wir machen noch einen kurzen Abstecher nach Lillesand. Dort strahlender Sonnenschein an der Küste. Netter Ort, wir laufen nur eine knappe halbe Stunde umher.

Dann fahren wir zu @Bibi. Ab Birkeland müssen wir noch eine sehr kleine Strasse ca. 13 km fahren. Die letzten km sind Schotterpiste. Kaum Häuser. Ganz am Ende wohnt @Bibi mit ihrer Familie. Ein tolles Haus haben sie dort gebaut

Wir haben einen sehr schönen Nachmittag und erzählen bei Kaffee und Kuchen und lernen Bibis Familie kennen.
Die Umgebung ist wirklich traumhaft, aber auch sehr einsam. Wir überlegen lange ob wir so einsam wohnen könnten. Eine Zeit lang, aber für immer? Es reizt sehr…..aber eine Antwort finden wir für uns nicht auf diese Frage.
(leider kein Foto gemacht)
Freitag 20.7.2012
Wir wollen wandern, die Sonne scheint

Auf der anderen Seite des Campingplatzes laufen wir den markierten Weg den Berg rauf. Von oben tolle Aussicht. Alex kommt kaum mit, sie hustet noch sehr stark und ist nicht fit und fühlt sich schlapp. Wir machen ein paar Pausen und laufen ca. 2 h den Weg rauf.
DA ist unsere Hütte:





Trolle habe ich auch gesehen:




Nach einem Picknick gehen wir retour. Alex legt sich direkt ins Bett als wir ankommen, Hannah hat nun auch Bauchweh und bekommt Fieber.
Nachts wird’s mir auch kotz-elend und ich verbringe einige Stunden im Bad. So ein Mist!
Ich danke Gott, dass ich nicht auf Vivilid auf dem Horror-Klo des Grauens sitzen muss.

Samstag 21.7.2012
Letzter Tag, schön sonnig.
Wir wechseln die Hütte 10 km weiter nach Evje auf den CP Odden. Sehr gepflegter großer Platz. Sehr saubere und von innen neue Hütten. Gefällt uns gut

Die Aussicht ist nicht besonders grandios, aber OK am Fluss. Alle Einrichtungen sind Tiptop. Außer einem Holländer habe ich nur Norweger gesehen.
Ich habe bis zuletzt in Neset im Bett gelegen und lege mich auch in der neuen Hütte hin, nachdem ich mir in der Apotheke noch was gekauft habe.
Heimfahrt Teil 1, Sonntag 22.7.2012:
Wir fahren gegen 5 Uhr ab und erreichen pünktlich die Fjordline in Kristiansand. Boarding sofort. Wie schon im Vorjahr erwähnt ist das Parken im Bauch der Fähre sehr abenteuerlich. Jeder cm wird genutzt.
Aber das Boot ist klasse


Ich kann nicht verstehen wieso die Fjordline oft zu Unrecht kritisiert wird. 2011 hatten wir das Mittagsbuffet mitgebucht, dieses Jahr das Frühstücksbuffet. Das ist super. Die Fähre fährt 2:15 in irrem Tempo gen Dänemark. Wir waren schon eine halbe Stunde vorher an Bord und konnten so fast 3 h Dauerfuttern. Ich kann nur jedem empfehlen das Essen mit zu buchen, so teuer ist das gar nicht.
In DK rauschen wir gen Süden. Autobahnsperrung



Also kurz beraten…..dann abfahren mit dem Ziel CUXHAVEN. Über Land quälen wir uns zur Elbfähre in Glückstadt und dann weiter nach Cuxhaven. Ein Kasten blitzt noch ein Foto von mir, lt. Tacho 40 km/h zuviel. Das wird teuer.....Mist


Nach ein wenig suchen und klingeln finden wir eine Fewo die uns gefällt und wo der Preis (80 Euro/Tag inkl. Bettwäsche und Handtüchern….ca. 90 qm) stimmt. Hier bleiben wir noch 4 Nächte.
Montag 23.7 bis Donnerstag 26.7.2012
In Cuxhaven genießen wir die Sonne und machen an einem Tag eine tolle Wattwanderung. Es geht 13 km über den Meeresboden bei Ebbe zur Insel Neuwerk. Dort 4 h auf die Flut warten, und dann mit dem Boot 1,5 h retour. Tolle Sache.






Der Strand ist nicht so unser Ding. Da ist nur 2 mal in 24 Stunden für je 2 Stunden Wasser (einmal davon nachts). Außerdem stehen überall nur Strandkörbe rum. Aber das Watt ist schon toll, das Wasser geht 20 km zurück. Und man sieht an der Fahrrinne der Elbmündung ständig die riesigen Schiffe aus Hamburg ein- und auslaufen.




Heimfahrt Teil 2
Ist schnell erzählt: Abfahrt 9:15
460 km
13:30 daheim.
Garten sieht aus wie bei Dornröschen. Also mähen, auspacken, waschen....
Fazit des Urlaubs:
Highlights waren die Besuche bei Unni & Jon, bei @Hubi und der Nachmittag bei @Bibi :super:

(Wir hatten noch weitere freundliche Angebote für Besuche aus dem Forum. Vielen Dank dafür, vielleicht klappt es im nächsten Urlaub....schade das man in 3 Wochen nicht alles machen kann)
Natürlich die Landschaft….die ist einfach unglaublich

Ansonsten sind wir traurig, dass die geplante Wanderung ins Wasser gefallen ist. Außerdem waren wir alle nicht fit, Elin vor dem Urlaub, alle anderen im Urlaub mal krank


Die Hütten kamen uns teilweise ungepflegt vor

Cuxhaven war zum Abschluss noch toll

Das ewige ein- und auspacken ging uns doch ganz schön auf den Keks, da bleibt die Erholung ein wenig auf der Strecke

Nach 2 Sommerurlauben in Norwegen beschließt der familienrat auf der Heimfahrt (vorerst) das 2013 ein "stationärer" Urlaub an der Ostsee in einer ferienwohnung gemacht werden soll. Warten wir es ab.
Noch ein paar Anmerkungen, fast alles keine neuen Erkenntnisse, aber immer wieder verblüffend:
Campinghütten:
Irgendwie hatte ich die von früher gepflegter in Erinnerung, das fiel uns schon 2011 auf. Vor 15 Jahren war für uns eine Hütte Luxus wenn es regnete. Heute finde ich teilweise erschreckend, was man für umgerechnet 100 bis 150 Euro / Tag angeboten bekommt. Uahhhh. Aber vielleicht sind unsere Ansprüche auch gestiegen, ich bin mir da nicht sicher.
Durchschnittsgeschwindigkeit:
Knapp 1500 km in N, davon viel Autobahn, aber auch mal ein paar km Schotterpiste und auf der Landstrasse bin ich auch mal 110 km/h gefahren.
Schnitt am Ende 57 km/h. Dazu kommen die Wartezeiten an den Fähren.
Mehr als 60 sollte man wirklich NIE kalkulieren (netto, ohne Pausen)
Preise:
Da darf man einfach gar nicht drüber nachdenken!
Auch diese Jahr wieder ein paar Beispiele:
- 3 Kugeln Eis in Cuxhaven 1,50 Euro…..eine Kugel in N: 2 bis 3 Euro
- Glas Nutella (Original) in N 7 Euro, in D knapp 2 Euro
- Süßigkeiten, Erdbeeren, Salat….oft Faktor 3 bis 5
…..ich denke nicht mehr drüber nach!
Reisen allgemein:
Das was ich früher so genossen habe: Das Fahren durch die Landschaft und alle 2 oder 3 Tage eine neue Unterkunft suchen…..das ist mit Kindern keine wirkliche Erholung. Das ständige ein- und auspacken ist uns irgendwann auf den Keks gegangen. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass wir in N nun südlich von Trondheim fast jede Strassen schon mehrmals gefahren sind…..und natürlich weil wir immer viel zu viel Kram mitschleppen.
Landschaft:
Einfach unglaublich, unbeschreiblich….muss man selber gesehen haben.
Menschen:
Etwas trödelig aber einfach nur nett und herzlich


….kein Vergleich zu den Knurrköppen an deutschen Ost- und Nordseeküsten






Licht:
Schon irre wie verschwenderisch in N mit dem Strom umgegangen wird. Nicht nur das im Bad den ganzen Tag das Licht brennt. Auch Straßenlaternen und die Lampen vor irgendwelchen unbewohnten Hütten im Gebirge brennen bei Sonnenschein.
Meine Theorie: Beim Hausbau wird irgendwann der Strom angeklemmt und alles brennt. Fertig! Es gibt gar keine Schalter


Schöne Sitte:
Wir lieben das „Takk for mat“ (Danke für das Essen) nach dem Essen und auch die Frage der Kinder: „Kann jeg gar fra bordet?“ (darf ich aufstehen ? )
....irgendwas habe ich bestimmt noch vergessen, ihr werdet es mir sagen.
Viele Grüße,
FCElch und Familie