On the road

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

On the road

Beitragvon Kumulus » So, 31. Aug 2014, 17:22

On the road
Mein Sommerurlaub in Norwegen im August 2014

Lange hatte ich dem Urlaub entgegen gefiebert, in Reiseführern und Katalogen gestöbert, auf Internetportalen recherchiert, ausgewählt, verworfen und mich schließlich für eine Reiseroute entschieden. Nun ist der Urlaub vorbei und ich sitze wieder im Büro und jage dem alltäglichen beruflichen Wahnsinn hinterher. Trotzdem will ich mir die Zeit nehmen, ein paar Sätze und Bilder den Norwegen-Freunden und ihrer Fangemeinde zu präsentieren.

Nach einem Campinghüttenurlaub 2012 und einem Ferienhausaufenthalt im letzten Jahr, habe ich mich für den diesjährigen Urlaub eine völlig andere Reiseform entschieden – mit dem Caravan. Nicht irgendeinen, sondern einen kleinen, schnuckeligen und mit der Patina des Alters schon etwas angegrauter Eriba-Touring.

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Diese Entscheidung stellte mich schon vor der Reise vor neuen Fragen: Kraftstoffverbrauch, Mehrkosten für die Norwegenfähre und die Inlandsfähren, Mautgebühren und-und-und.
Im Nachhinein kann ich feststellen: So schlimm ist das alles nicht. Bei etwas gezielter Planung ist selbst die Überfahrt relativ erschwinglich und bei vernünftiger Fahrweise hält sich der Kraftstoffverbrauch in Grenzen. Bei mir waren es durchschnittlich 2 Liter/100 km mehr. Dem stand aber die „Freiheit“ der eigenen „Bude“ und der totalen Flexibilität gegenüber. Das hat schon einen gewissen Charme. Allerdings muss das jeder für sich entscheiden. Heute – nach 4.200 km – kann ich nur sagen, dass sich die Investition für mich gelohnt hat und ich einen sehr schönen und entspannten Caravan-Urlaub in Norwegen hatte.

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Die Anreise erfolgte über Hirtshals mit der Fjordline, die morgens pünktlich um 09.30 Uhr in Richtung Langesund ablegt. Das bedeutet, entweder eine Nachtfahrt für die Anreise von zu Hause nach Hirtshals oder eine Zwischenübernachtung. Ich habe mich für die Alternative zur Nachtfahrt entschieden und am Sonntagnachmittag, den 3. August den „wilden“ Übernachtungsstellplatz am Willemoesvej in Hirtshals angesteuert. Aber dort gab es keine Chance für ein ruhiges Plätzchen – der Stellplatz ist mit dicken Betonblöcken abgesperrt und kann nicht mehr als Parkplatz genutzt werden. Aber Wohnmobilisten sind flexibel und alternativerprobt. Und so verlagert sich die Übernachtungs-Schar spontan und ohne viel Gewese an den Strand – immer in Verlängerung des Esbern Snaresvej. „Wildes Campen“ am Strand von Hirtshals – scheinbar toleriert oder zumindest nicht verboten.
Für einen schönen Sonntagabend spielte dann noch das Wetter mit und so gab es die Möglichkeit von Stranderlebnissen und Badegenüssen (nicht für mich – die Nordsee hatte auch nicht mehr als 18 Grad).

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Am nächsten Morgen ging’s dann wirklich und richtig los: Einschiffen ab 08.00 Uhr und pünktlicher Start um 09:30 Uhr von Hirtshals in Richtung Langesund. Auf der MS Bergenfjord fiel die Orientierung leicht; erinnerte mich doch alles sehr an die Superspeed-Fähren der Colorline: im Vorschiff das Büfett-Restaurant, an den Seiten Rezeption, Schnellimbiss, Cafeteria, Sitzplätze, Spielbereich für die Kids und die Automatenfreaks; achtern eine Art Club-Lounge mit Tanzfläche und Showbühne, ein Deck tiefer der Duty-free-Bereich und die Autos auf den Decks 3 bis 5. Angenehm ist dabei doch das großzügigere Platzangebot für die Fahrzeuge. Egal ob Pkw oder Wohnmobil – nirgendwo herrschte ein Gedränge und Gequetschte, wie z. B. auf der Fjordline-Express.

Die Überfahrt begann mit einem „Run“ auf’s Frühstücksbüfett. Im Großen und Ganzen waren Angebot und Qualität in Ordnung, aber auch nicht der „Burner“. Aber immerhin konnte ich in angenehmer Atmosphäre frühstücken und so den Start in den Urlaub genießen.

Die Bergenfjord war super pünktlich und ließ die Autos um 14.00 Uhr vom Schiff. Auch die Zollabfertigung verlief ohne Verzögerungen. So etwas hatte ich die Jahre vorher in Kristiansand nicht erlebt. Waren es dort fast 60 Minuten bis man vom Schiff, durch den Zoll und auf der Straße war. In Langesund dauerte diese ganze Prozedur gerade mal wenige Minuten. Das war schon angenehm.

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Der 1. Tag bedeutete ein wenig „Kilometer fressen“. Also rauf auf die E18 und immer nur geradeaus. Ziel war Jevnaker bei Hønefoss am Randsfjorden. Gute 200 km und dreieinhalb Stunden Fahrzeit stand ich gegen 17:45 Uhr auf dem Sløvika Camping. Ein schön gelegener Campingplatz, der allerdings fest in norwegischer Hand war. Für die Saison- und Tagesgäste gab es eine feuchte Wiese am Eingang, die dann auch noch für „teuer Geld“ vermietet wird. Aber die Campingplatzgebühren sind in Südnorwegen ohnehin etwas höher als weiter im Norden. Und für eine Nacht ist auch ein etwas geringerer Standard hinnehmbar. Finde ich.

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Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück ging’s dann weiter in Richtung Norden. Immer auf der Rv 240 und der Rv 34 am Randsfjorden nach Brandsbu, später in Richtung Gjøvik und Lillehammer am Mjøsa. Das Fahren zwischen Bergen auf der einen und den Gewässern auf der anderen Seite finde ich sehr reizvoll. Auf alle Fälle bietet es unzählige Möglichkeiten für eine Pause in schöner Kulisse.

In Lillehammer überlege ich einen spontanen Besuch im Freilichtmuseum Maihaugen, verwerfe den Gedanken aber relativ schnell wieder, weil es mal wieder viel zu spät dafür ist. Bis zum Zielpunkt des Tages habe ich noch ein wenig zu fahren. Denn ich mache mal wieder die Erfahrung, dass Entfernung und Reisedauer in Norwegen nicht mit denen daheim zu vergleichen sind. Im Übrigen würde ich mir für Maihaugen auch Zeit nehmen wollen und nicht durch hetzen. Also spare ich es mir für einen weiteren Urlaub auf.

Kurz hinter Lillehammer biege ich auf den Gausdalsvegen in Richtung Skei und Fåberg ab. In der Touristeninformation erhalte ich einige nützliche Hinweise zum Gausdal, zum Peer-Gynt-Vegen und die Attraktionen der Region. Ich fahre weiter und stelle mal wieder fest - die Landschaft ist phantastisch. Schließlich lande ich im Espedalen und an der Gletscherschlucht „Helvete“, die einen Besuch wert ist. Das Höhlensystem Helvete ist ein gewaltiges Naturerlebnis, in der man sehen kann, wie die Naturkräfte auf das Gestein eingewirkt und dieses geformt hat.

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Zu den Gletschertöpfen führt ein gut begehbarer Weg. Der untere Teil ist steil, wird aber durch ein solides Geländer gesichert. Man kann durch die Felsenschlucht und durch mehrere große Gletschertöpfe laufen. Der größte hat einen Durchmesser von mehr als 20 Meter. Neben der Grotte gibt es einen schönen Park für Groß und Klein und natürlich auch die Möglichkeit auf Kaffee und frischen Waffeln. Die Gegend ist sehr schön und die Touristenattraktion angenehm gestaltet. Da bleibt man gerne mal für eine Weile.

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Ich allerdings fahre weiter und lande nach knapp 35 km in Skåbu Hyttegrend unmittelbar am Olstappen. Ein schöner Campingplatz, der von einer holländischen Familie verwaltet wird. Alles sehr hilfsbereit und liebevoll; die sanitären Anlagen und die Küche penibel sauber. Diesen Platz kann ich uneingeschränkt empfehlen.

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Nun wünsche ich erst einmal einen schönen Sonntagabend und morgen einen guten Start in die neue Woche.
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Re: On the road

Beitragvon KaZi » So, 31. Aug 2014, 18:37

Danke fürs Mitnehmen. Freu mich schon auf die Fortsetzung.
Wir haben bis jetzt auf allen Plätzen, die von Holländern geführt worden nichts zu bemängeln gehabt. :D
Gruß Karsten


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Re: On the road

Beitragvon skandinavian-wolf » So, 31. Aug 2014, 20:41

Da kann ich mich Karsten nur anschließen.
Und bei Bild 9 wirds sogar akrobatisch. :wink:
Die Aufmerksamkeit hast Du auch ohne........ :lol:
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Re: On the road

Beitragvon Fantomas » So, 31. Aug 2014, 22:59

Hi Kumulus!
Wir waren zur gleichen Zeit am gleichen Ort :) - Skabu Hyttegrend und du hast super eingeparkt! Wir freuen uns natürlich riesig über deinen Bericht. Uns hat es dort sehr gut gefallen, solche Plätze lieben wir. Sind schon gespannt, wohin es dich noch verschlagen hat. Thomas und Fanny
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Re: On the road

Beitragvon Kumulus » Mo, 01. Sep 2014, 18:38

3. Tag

Inspiriert durch die Erlebnisse von Duis-Svenni im August letzten Jahres (siehe „Einmal Nordkap und zurück“ in der Rubrik „På tur i Norge“) mache ich mich am Vormittag auf den Weg zum Peer Gynt Vegen. Svenja und Dennis hatten ja leider Pech mit dem Wetter und nicht so weitreichende Ausblicke auf der Bergstraße genießen können. Bei mir herrschte Sonnenschein und Weitsicht. Und so war die Fahrt über den Peer Gynt Vegen und durch eine der schönsten Gebirgslandschaften Norwegens ein Genuss.

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Gestartet bin ich den rund 60 km langen Bergpass von der RV 245 in Svingvoll – zunächst über den Skeivegen, der dann in den Peer Gynt Vegen übergeht. Gleich hinter Skeikampen öffnete sich eine traumhaft schöne Gebirgslandschaft. Natürlich hat der Norweger davor auch seine „Eintrittsbude“ in Form einer automatischen Mautstelle gestellt; 80 Kronen per Kreditkarte und die Schranke in eine neue und andere Welt öffnete sich.

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Der Sandweg schlängelt sich durch eine sehr schöne Landschaft. Kleine Birken und Kiefern, Heidekraut, Blaubeeren und andere Sträucher prägen das Bild. Dazu Schafe und teilweise auch Rinder und ein Duft von Sommer. Einfach phantastisch.

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Ich lasse mir sehr viel Zeit, steige aus dem Auto auch mal aus und mache eine kurze Wanderung abseits des Weges und beende meine Rundtour auf dem Peer Gynt Vegen am Gålåvatnet. Aber vorher gab’s traditionell Kaffee und Waffeln in der Lauvåsen Fjellstue.

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Bis zu meinem nächsten Event des Tages habe ich noch ein wenig Zeit. Und so erkunde ich die Gegend um Gålå und halte nach dem einen und anderen Geocache Ausschau.

Am Abend dann bin ich zum Peer Gynt Festival am Gålåvatnet. Das Ticket hatte ich mir bereits im April übers Internet besorgt und ich war glücklich, dass ich mich damals dazu durchgerungen hatte.

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Die Festival-Organisation war perfekt; egal ob Parkplätze, Merchandising, Imbiss und Getränke, Platzanweisung oder auch die Toiletten – es war alles gut durchdacht und durch aufmerksames Personal begleitet.

Eine Stunde vor dem Beginn gab es für das fremdsprachliche Publikum eine Introduktion in Englisch und Deutsch, an der ich natürlich teilgenommen habe. Einer der Schauspieler erklärte mir und einer holländischen Besucherin die Handlung, den Ablauf, die Veränderungen zu früheren Inszenierungen und Hintergründe zum Stück. Und pünktlich um 19:30 Uhr „öffnete sich der Vorhang“ vor der großartigen Kulisse des Gålåvatnet.

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Tja, was soll ich dazu sagen: Es war großartig, es war einzigartig und es war „gewaltig“. Eine für mich völlig unerwartete hochmoderne Inszenierung mit einer Musik, die auch nur Hin und Wieder und mit viel Aufmerksamkeit die traditionellen Werke von Grieg wiedererkennen ließ. Alle klassischen Stücke, wie die Morgenstimmung, Anitras Tanz, In der Halle des Bergkönigs und Solvejgs Lied werden gespielt. Sie waren aber in anderen Kompositionen eingebettet und nicht gleich zu erkennen. Trotzdem klang das phantastisch – allem Voran die fetzige Rocknummer beim Bergkönig und der sehr stimmungsvolle Tanz Anitras.

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Zur Aufführung und Inszenierung kann ich nur feststellen: Ich habe nichts verstanden und habe doch alles verstanden. Aber ich denke, so würde es einem Ausländer ergehen, der sich zum Beispiel Goethes Faust in Deutsch anschaut. Und der Gålåvatnet bietet eine phantastische Kulisse vor der Open-Air-Bühne und ihren 2.500 Besuchern.

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Das Motorboot, mit dem Peer Gynt mit seinen Freunden im 2. Teil vorfährt stammt übrigens aus der amerikanischen Serie „Miami Vice“ und wurde extra für diese Szenen ausgeliehen und eingeflogen.

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So, das war's für heute - ich wünsche einen schönen Abend.
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Re: On the road

Beitragvon Gudrun » Mo, 01. Sep 2014, 19:01

Danke schön fürs Mitnehmen. Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

Grüße Gudrun
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Re: On the road

Beitragvon KaZi » Mo, 01. Sep 2014, 19:50

Hallo Kumulus,
Und wieder ein Lesezeichen. Der Peer Gynt Veggen sieht richtig interessant aus. Das habe ich so bei
Duis-Svenni nicht mitgekriegt.

Hoffentlich dauert es nicht so lange mit der Fortsetzung. Will aber nicht drängeln. :rofl: :rofl: :rofl:
Gruß Karsten


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Re: On the road

Beitragvon syltetoy » Di, 02. Sep 2014, 12:23

Tolle Fotos.....vielen Dank.
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Re: On the road

Beitragvon turtle69 » Di, 02. Sep 2014, 14:40

Hei, Kumulus.
Auch von mir ein herzliches Dankeschön fürs mit auf die Reise nehmen.
Bin gespannt auf die Fortsetzung :D
Gruß,
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Re: On the road

Beitragvon Ronald » Di, 02. Sep 2014, 15:28

Hallo Kumulus,
das ist ja ein wirklich toller Bericht!!!! Und eindrucksvolle Fotos. Und Deine Beschreibung von der Aufführung kann ich gut nachvollziehen. Gaaanz herzlichen Dank dafür.
Gruß
Ronald

PS Das erinnert mich daran, dass ich meinen Bericht von der Autotour noch weiterschreiben muss. Vielleicht mache ich das auch erst, wenn es draußen ungemütlicher ist. Dann habt Ihr was zum Lesen.

Und die Reise mit der AMADEA (ist ja mit Ausnahme von Island alles Norwegen) muss ja auch noch beschrieben werden. Aber die Fotos sind noch nicht sortiert und ausgewertet.
-----------
Man kann sich jeden Tag ärgern, aber man ist nicht verpflichtet dazu!
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Re: On the road

Beitragvon Kumulus » Di, 02. Sep 2014, 17:32

Ronald hat geschrieben:Das erinnert mich daran, dass ich meinen Bericht von der Autotour noch weiterschreiben muss.

Und die Reise mit der AMADEA (ist ja mit Ausnahme von Island alles Norwegen) muss ja auch noch beschrieben werden. Aber die Fotos sind noch nicht sortiert und ausgewertet.


Ja, ja, immer diese Fleißarbeiten- aber es lohnt sich Ronald. Gerade bei deinen schönen Berichten und exellenten Fotos ist dir der "Ablaus" der Norwegenfreunde sicher.
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Re: On the road

Beitragvon Kumulus » Di, 02. Sep 2014, 18:14

4. Tag

Die Aufführung von Peer Gynt am Gålåvatnet dauerte bis 23.15 Uhr. Anschließend eine gut einstündige Rückfahrt zum Campingplatz. Danach bin ich nur noch todmüde ins Bett gefallen. Den nächsten Morgen und Tag habe ich deshalb ruhig angehen lassen und bin in der unmittelbaren Umgebung geblieben.

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Mit dem Auto mache ich mich auf die Südseite vom Olstappen und wandere zum Vinstrafossen. Eine schöne und leichte Tour durch den Wald, für die ich dann doch zweieinhalb Stunden (hin und zurück) brauche.

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Der kleine Ausflug lohnt sich; die Gegend ist super schön, man hat einen guten Blick über den Olstappen und der Vinstrafossen wirkt nahezu unberührt. Ich denke, so oft verirrt sich niemand hierher.

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(Anm.: Warum das Upload-Portal das Bild nicht 1 : 1 wiedergibt und auf die Seite "schmeißt" weiß ich jetzt auch nicht.)

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Wieder zurück am Auto plane ich eine Geocaching-Tour in der Gegend um den Olstappen, dem Espedalen und natürlich Skåbu. Und so lerne ich die schönen Stellen dieser Region, ihre historischen Gebäude und auch Kirchen kennen und fahre mir – so ganz nebenbei – fast das Auto kaputt. Ich hatte auf dem Feldweg vom Olstappen die Tiefe eines Schlaglochs unterschätzt. Glücklicherweise war dann doch nichts passiert.

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(Die Überreste eines alten Schmelzofens aus der Nickelerzgewinnung im 19. Jh.)

Den Nachmittag und Abend verbringe ich dann direkt am See und genieße diese herrliche Landschaft.

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Fortsetzung folgt
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Re: On the road

Beitragvon Gudrun » Di, 02. Sep 2014, 18:25

Kumulus hat geschrieben:4. Tag
Wieder zurück am Auto plane ich eine Geocaching-Tour in der Gegend um den Olstappen, dem Espedalen und natürlich Skåbu. Und so lerne ich die schönen Stellen dieser Region, ihre historischen Gebäude und auch Kirchen kennen und fahre mir – so ganz nebenbei – fast das Auto kaputt. Ich hatte auf dem Feldweg vom Olstappen die Tiefe eines Schlaglochs unterschätzt. Glücklicherweise war dann doch nichts passiert.

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...
Fortsetzung folgt
Das war hoffentlich nicht das übersehene Schlagloch :?: :wink:

Ich freu mich auf die Fortsetzung.

Grüße Gudrun
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Re: On the road

Beitragvon Kumulus » Mi, 03. Sep 2014, 18:37

5. Tag
Am Morgen breche ich meine „Zelte“ in Skåbu Hyttegrend ab und begebe mich wieder auf die Straße. Mein Ziel ist der Rondane Nationalpark und demzufolge auch der Nasjonale Turistveg Rondane (Rv27). Ich fahre von Skabu nach Vinstra und weiter auf der E6 in Richtung Ringebu.

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In Harpefoss folge ich mal wieder den Spuren von Duis-Svenni und Dennis und bestaune am Gålåvegen den engen Klamm über dem Lågen mit seinem türkisfarbenen Wasser. Leider finde ich keinen weiteren Zugang zu dieser Attraktion und mache mich relativ schnell wieder weiter. Ich muss aber auch zugeben, dass ich gar nicht lange gesucht habe. Mein Wohnwagengespann hatte ich etwas südlich der Brücke einfach an der Straße abgestellt und diese „Verkehrsbehinderung“ konnte und wollte ich auch nicht über Gebühr strapazieren.

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Die Zufahrt zur RV27, dem südlichen Startpunkt für den Nasjonalen Turistveg Rondane lasse ich links liegen und fahre weiter bis nach Ringebu. In meiner Ungeduld biege ich dort gleich hinter der Våla zu früh ab und verpasse so den Besuch der Stabkirche in Ringebu. Aber ich bin auf dem richtigen Weg zum Friisvegen, den ich mir als Alternative für den ersten Teil des Turistveges ausgesucht habe.

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Der Friisvegen (Fv 385) ist ein Hochgebirgspass, der von Ringebu nach Atna über eine Höhe von über 1.000 Metern verläuft und eine traumhafte Aussicht bietet.

Noch innerhalb des Ortes geht es rasant bergauf und so erreicht der Friisvegen schnell an Höhe und eine veränderte Vegetation; bis hin zu einer Flechten- und Moostrundra soweit das Auge reicht. Mein Wohnwagen zottelt übrigens immer brav hinterher und das Gespann schafft die Steigungen mühelos. Alles andere hätte mich auch gewundert; schließlich hat der Eriba ein zulässiges Gesamtgewicht von 750 kg und der Golf darf und kann bei einer Steigung von bis zu 12 % 1.400 kg ziehen. Und die erreiche ich mit meinem Gespann nie und nimmer.

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Der Friisvegen ist traumhaft schön und man erfährt auch hier die Weite der Natur. Ich nutze das schöne Wetter für einen kleinen Abstecher und mache eine Wanderung zum Åsdalsǣtra, einem alten „Berghof“ bzw. eher Tiergehege und Schafstall. Und nebenbei trage ich mich in das Logbuch eines dort befindlichen Geocache ein.

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Am Åsdalstjønna mache ich eine längere Pause und halte auch meine Füße in den See – brrrr – das sind nicht meine bevorzugten Temperaturen.

Schließlich fahre ich weiter in Richtung Atna und gelange auf die Rv219, der Verbindungsstraße zwischen Atna und Enden an der RV27. Die Vegetation hat nach dem Åsdalstjønna auch wieder zugenommen und so begleiten selbst hohe Kiefern und Birken meinen Weg. In Sollia Kirke komme ich zu einem der touristischen Aussichtpunkte des Nasjonalen Turistveg Rondane. Die Holzkirche stammt aus dem 18. Jahrhundert und soll eine außergewöhnliche und reich dekorierter Inneneinrichtung haben (Anm.: die man nur gegen Eintritt zu sehen bekommt).

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Ich fahre den Turistvegen weiter und komme in Atnabrua zu einer der schönsten Toilettenanlagen, die ich auf meiner Fahrt gesehen habe. Selbst ein kleines Sträußchen mit Sommerblumen steht vor dem Spiegel – das hat was. Im Übrigen sind auch der Atnbrufossen und die Außenanlagen des Museums zur Geschichte der Flusswirtschaft sehenswert.

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Natürlich mache ich jeweils einen Boxenstop an den nächsten touristischen Aussichtspunkten, dem Sohlbergplassen mit seinem fantastischen Panorama über die Gebirgszüge der Rondane

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sowie dem Rastplatz Strømbu, wo es für mich frischen Kaffee und Waffeln gibt. Und immer wieder gibt es Erlebnisse und Aussichtspunkte, bei denen ich die Einschätzung von Duis-Svenni vom letzten Jahr (Zitat: „Ich muss schon sagen, die 27 durch Rondane ist ein echtes super Highlight.“) nur teilen kann.

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Nach meiner Pause schaue auch ich kurz über die Atna und erkunde die nähere Umgebung. Leider hatte es dann angefangen, leicht zu regnen. In der Wärmehalle von Strømbu war es dann doch gemütlicher.

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Kurze Zeit später klarte sich der Himmel wieder auf und ich machte mich weiter auf den Weg ins Grimsdalen. Also runter von der Rv27 auf den Grimsdalsvegen – einer privaten Mautstraße, die mich entlang des Flusses Grimse bis in die Nähe der Grimsdalshytte führte.

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Dort machte ich Pause auf einem kleinen Wanderpark- und Campingplatz, der ausdrücklich als solcher nutzbar ist. Für 50 NOK in einer Art „Spendenbox“ kann man die Toiletten benutzen; Duschen und Waschen ginge notfalls in der Grimse, die unmittelbar an dem Platz entlang läuft. Aber auch dieser Fluss war mir für meine Verhältnisse viel zu kalt.

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Und eine Wäsche hätten mein Auto und Wohnwagen viel nötiger gehabt. Denn kurz vor der Mautstelle des Grimsdalsvegen begann es wieder heftig zu regnen; die reinste Sintflut. Der Schotterweg war im Nu weich und ich spritzte mir beim Fahren alles an das Fahrzeug und auch an den Caravan. Vor allem dieses Gemisch aus Sand, Staub und Kuhfladen war besonders „erfreulich“. Aus den vergangenen Jahren kenne ich ja, dass Schafe die Wege säumen und überall zu finden sind. Das mag sicherlich heute auch noch der Fall sein. Mir ist aber aufgefallen, dass zunehmend auch Rinder in der Natur unterwegs sind und die normalen Wege nutzen. Das hinterlässt seine Spuren. Einen Teil davon konnte ich auf dem Bug meines Wohnwagens wiederfinden.

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Am Abend mache ich noch eine kleine Rundwanderung von knapp 3 Kilometern über den „Barthstigen“ – einem Natur- und Kulturpfad, der an elf Informationspunkten Hinweise zur Natur und deren Nutzung gibt. Im Großen und Ganzen interessant – und für einen Abendspaziergang allemal empfehlenswert.

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So, das war mein 5. Tag in Norwegen. Und die Fortsetzung folgt
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Re: On the road

Beitragvon Gudrun » Mi, 03. Sep 2014, 18:46

Danke schön. Ich hoffe, es kommen noch viele schöne Tage.

Grüße Gudrun
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