dieses Mal hat es lange gedauert, bis der Reisebericht fertig war. Der Alltag mit dem üblichen Stress und der permanenten Zeitnot hatte mich dieses Mal noch schneller wieder als sonst...
Aber die ganze Familie zehrt noch immer von den schönen Tagen im Sommer in Skandinavien:
Dienstag, 05.07.2016
Nach Zittern und Bangen, ob mir der Urlaub gesundheitlich möglich sein wird, kann es nun doch wie geplant losgehen. Ein Stein fällt mir vom Herzen, da wir doch seit Jahren eine große Rundreise ersehnt hatten.
Dieses Mal fahren wir ohne Hänger, aber mit vollgepackter Dachbox los; wie seit Jahren bewährt, mitten in der Nacht. Damit haben wir schon oft Staus vermeiden können. Mitternacht starten wir in Richtung Rostock.
Mittwoch, 06.07.2016
Da es noch eine ganze Weile dauert, ehe wir uns am Rostocker Seehafen einfinden müssen, gondeln wir noch ein wenig in Rostock umher. Während wir dann am Hafen stehen, beginnt es zu regnen und der Wind frischt auf. Punkt 8.30 Uhr legt die Fähre in Richtung Trelleborg ab. Wir sind ein bisschen enttäuscht von den Aufenthaltsmöglichkeiten auf dem Schiff. Im Gegensatz zu anderen Fähren, die wir kennen, gibt es keine gemütlichen Sitzecken, sondern nur recht unbequeme Stühle… Draußen aufhalten können wir uns auch nicht; es regnet die ganze Zeit und stürmt. Gut 6 Stunden können sich ganz schön hinziehen…
Froh, in Trelleborg das Schiff verlassen zu können, fahren wir nach Hästveda, wo ich im Vandrarhem eine Hütte vorgebucht habe. Die ist niedlich klitzeklein, aber für die eine Nacht völlig ausreichend. Eigentlich müsste ich ja nach der nächtlichen Fahrt todmüde sein, kann aber nicht schlafen. So sitze ich mitten in der Nacht noch eine Stunde vor dem Hüttchen und freue mich an der Stille. Dann klappt es doch noch mit dem Schlaf.

Donnerstag, 07.07.2016
Voller Vorfreude habe ich diesen Tag herbeigesehnt. Denn in unseren ganzen vorhergehenden Skandinavien-Urlauben haben wir ja nur 1x von weitem eine Elchkuh gesehen. Deswegen legen wir auf unserem Weg nach Stockholm einen Zwischenstop in Hamneda ein für einen Besuch im Elinge Älgpark.

Jeder Besucher bekommt beim Eingang ein Sträußchen Birken- und Ebereschenzweige. Gleich am ersten Gehege erspähen die Elche auch sofort, was wir da in den Händen haben, kommen ganz ohne Scheu angetrabt und knabbern an den Zweigen. Booooaaaah, wie riesig sie sind! Und sehr schnell! Neben mir knipst eine Frau mit einem guten, altmodischen Fotoapparat. Das Geräusch vom Filmtransport hat das Riesentier erschreckt, plötzlich steht es 10 Meter weiter weg. Ich hab es gar nicht rennen sehen! Als hätte man ihn weggebeamt… Und irgendwie dachte ich immer, sie sind flauschig. Nur direkt an den Nüstern sind sie weich, der Rest fühlt sich ein bisschen an wie Drahtbürste und ist fettig wie bei einem Schaf. Eigentlich logisch, wenn man bedenkt, mit welcher Witterung sie fertig werden.
Was für ein wunderbares Erlebnis!


Pünktlich kommen wir am frühen Abend in Stockholm an, wo wir auf die Fähre nach Turku fahren. Dieses Schiff gefällt uns wesentlich besser als das vorherige! Die Kabine ist schön, das Essen ist lecker. Einziger Punkt zum Meckern: Das Angebot im Selbstbedienungsrestaurant/der Cafeteria war sehr übersichtlich, deswegen haben wir uns für das (wesentlich teurere) Grill House entschieden.

Freitag, 08.07.2016
Um 7.00 Uhr schon treffen wir in Turku ein. Frühstück auf dem Schiff klappt nicht, dafür sind wir zu spät aus unseren Kojen gerollt. Kurz hinter Turku finden wir aber schon eine kleine Tanke mit integriertem Imbiss, wo es leckere, ganz frisch belegte Brötchen gibt. Heute liegt eine laaaange Etappe vor uns, bis Oulu wollen wir es schaffen.
Das klappt auch problemlos, mit einer größeren Pause fürs Mittagessen und einigen kleineren zum Füße vertreten. Unterwegs hören wir immer mal finnisches Radio; die Kinder hauen sich bald weg bei den aufgeregten Werbeblöcken. Finnisch klingt doch recht fremdartig. „NULLAKAKS, NULLAKAKS, NULLAKAKS“, schreit das Radio.


In Oulu gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit, alles ausgebucht wegen gleich zwei Festivals, wenn ich das richtig verstanden habe. Die Rezeptionistin am Nallikari Campingplatz kann uns aus der Not helfen mit der Empfehlung, es in Ii zu versuchen. Na, den Ortsnamen finden nicht nur die Kinder total lustig. „Ii“.


Samstag, 09.07.2016
Heute haben wir eine vergleichsweise kurze Fahretappe: Ca. 290 km bis Korvala nördlich von Rovaniemi, wo für 2 Übernachtungen eine Hütte gebucht ist. Wir sind schon gespannt, ob und was sich verändert hat, denn vor 18 Jahren waren wir schon mal hier.
Zunächst legen wir in Rovaniemi einen Zwischenstop zum Einkaufen ein. Außer Lebensmitteln machen wir in einem riiiieeesigen Einkaufszentrum auch noch Schnäppchen in Form von einigen T-Shirts für Mann und Sohn.
Die Hütten in Korvala sind immer noch so nett wie damals. Neu ist eine große Husky-Zucht, die die Campingplatzinhaber betreiben. Die Kinder dürfen beim Füttern zusehen und sind total fasziniert von den netten Hunden.


Da noch viel Zeit vom Tag übrig ist, fahren wir noch mal zurück zum Weihnachtsmanndorf. Unsere Kurze ist nun doch wieder von der Echtheit des rot bemantelten Mannes überzeugt, wo er sich doch extra mit ihr hat fotografieren lassen.


Zurück in Korvala schnappt meine Familie die Angeln und testet die Ruderboote. Ich schaffe es derweilen (beim Versuch, im Kamin ein Feuer zu entfachen), den Rauchmelder auszulösen. Maaaann, drei graue Haare mindestens mehr, bei dem unerwarteten Lärm.


Es bleibt nun ganz hell nachts, die Mitternachtssonne sehen wir hier nicht direkt, aber sie scheint die Baumspitzen am gegenüberliegenden Seeufer an.
Sonntag, 10.07.2016
Eigentlich wollten wir ja noch das Goldmuseum in Tankavaara besuchen, ist uns aber doch zu weit. Gestern haben wir unterwegs noch ein großes Werbeschild für eine Amethystmine gesehen. Das klingt auch interessant und ist nur ca. 60 km entfernt. Vom gut ausgeschilderten (und von Rentieren bevölkerten) Parkplatz sind es noch ca. 2 km zu Fuß bis zur Mine. Dort gibt es auch ein kleines Café, wo man sich bis zur nächsten Führung die Zeit mit einem kleinen Imbiss vertreiben kann. Wir vier und ein holländisches Paar bekommen einen Extra-Führer, der uns auf Englisch viel Wissenswertes erzählt. Die weitaus größere Gruppe hat eine finnisch sprechende Führerin. Zum krönenden Abschluss der Tour darf jeder noch ca. 15 Minuten auf einer großen Halde buddeln, um sein persönliches Andenken zu finden. Einzige Bedingung: Der Stein darf mitgenommen werden (ob Amethyst oder nicht), wenn er in die geschlossene Faust passt. Wir haben alle Erfolg, hurra!



Den Nachmittag und Abend verbringen wir entspannt beim Grillen; der Campingplatz hat eine recht schöne, große Grillhütte zu bieten. Die steht gleich am Seeufer, wo die Kurze nicht recht entscheiden kann, ob sie sich ins kalte Wasser traut. Na, so bis zum Oberschenkel hat sie sich getraut, ansonsten hat es ihr ausgereicht, am Ufer Staudämme zu bauen und auf der Rutsche herum zu klettern. Der Große schnappt sich ein Kanu (welche den Gästen, genau wie die Ruderboote kostenlos zur Verfügung stehen) und angelt noch mal (leider wieder erfolglos).

Montag, 11.07.2016
Unsere heutige Fahretappe führt uns über ca. 400 km nach Kiruna. Eigentlich wollten wir im Eisenbahnhotel am alten Bahnhof schlafen, aber kurz vor Abreise habe ich eine Mail vom Buchungsportal bekommen, dass der Hotelbetreiber bei eben diesem Portal ausgestiegen ist. Damit ist unsere Buchung hinfällig. Also habe ich eine Übernachtung reserviert im Camp Ripan, es gibt hier komfortable Hütten (recht teuer, dafür inkl. Frühstück und Schwimmbadnutzung).
Das tolle Schwimmbad mit Riesenrutsche und beheizten Becken ist nur einen kurzen Fußmarsch von unserer Unterkunft entfernt, wir finden es toll!

Nach einer ausgiebigen Schwimm- und Rutschrunde setzen wir uns noch mal ins Auto und fahren auf den Berg, wo ursprünglich mit dem Eisenerzabbau begonnen wurde. Von da haben wir einen fantastischen Ausblick auf die Stadt, die jetzt in Betrieb befindliche Mine und das Umland. Auf dem Rückweg fahren wir noch mal näher an die Mine ran, um die langen Erzzüge zu bestaunen. Sehr beeindruckend.



Kleine Unterbrechung, in Kürze geht es weiter....
