Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Voronwe » So, 19. Apr 2020, 13:27

Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Nachdem ich während meiner Studentenzeit mehrere Jahre mit dem Zug durch Skandinavien gereist war, sollte es nun einmal mit dem Auto nach Norwegen gehen.
Ein neues Jahrtausend war angebrochen, ich hatte mein Studium beendet, hatte im Januar meinen ersten richtigen Job angetreten, ein Auto war vorhanden, also was sollte mich aufhalten?
Doch halt, alleine würde es vermutlich nicht so viel Spaß machen.
Mein Kumpel S. war damals auch an Norwegen interessiert, und ich weiß nicht mehr, wer zuerst auf die Idee kam, doch gemeinsam zu fahren: Es würde mehr Spaß machen, und man hätte auch den Vorteil, daß sich die Kosten mehr oder minder halbieren würden.
Also, gesägt tun getan, und so machten wir uns an die Planung - wobei, viel war da nicht zu planen: Der Zeitraum wurde abgesteckt, die Fähre von Hirthals - Kristiansand gebucht und das war es schon: Der Plan war, sich einfach treiben zu lassen und spontan zu entscheiden, wohin es gehen sollte. S. war glücklicherweise Besitzer eines Zeltes, so daß wir wirklich komplett unabhängig sein würden.

Ein kleine Besonderheit war allerdings S. Musikgeschmack: Er war ein Liebhaber des Heavy Metals, und hier besonders der Ausprägungen Dark-, Black-, und Death-Metal (ja, ich weiß, wieviele Metal-Varianten gibt es? - Soviele wie es Bands gibt). Obwohl ich auch gerne etwas härtere Musik höre, nervt mich die Dauerbeschallung mit Metal doch etwas, besonders in seiner nicht ganz so melodischen Ausprägung. Und eigentlich klingt das ja eh alles gleich (gut, diesen Satz würde ich jetzt in Wacken nicht unbedingt äußern wollen).
Also was tun, ein Kompromiss musste her.
Dieser bestand zuerst einmal in der klaren Regel: Der Fahrer bestimmt die Musik! Desweiteren einigten wir uns auf eine Death-Metal-CD pro Tag. Glücklicherweise hatten wir, Niedersachsen der frühen 90er, die wir waren, noch einige Aufnahmen des Frühstyxsradio dabei, auf die wir uns sehr schnell einigen konnten.

Nachdem dieses geklärt war, stand der Fahrt nichts mehr im Wege. So packten wir an einem Sonnabend das Auto mit Zelt, Schlafsäcken, Isomatten und Campingstühlen, besorgten uns noch Grundnahrungsmittel bei ALDI (a.u. auch eine Palette Tuborg), und harrten der Dinge, die da kommen sollten.

Anmerkung: Da ich leider in der Zwischenzeit den Kontakt zu S. verloren habe, konnte ich ihn auch nicht fragen, ob er mit diesem Bericht einverstanden ist. Daher werde ich konsequent anonymisieren und ihm auf den Bildern maskieren. Ich denke, die Guy Fawks Maske täte ihm gefallen - sie würde gut zu seinen damaligen Ansichten passen und es ist auch eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden.


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9.7.2000 - Mit Empyrium durch Dänemark

Am frühen Morgen ging es also im südlichen Niedersachsen los Richtung Norddänemark, wo wir die Nachtfähre gebucht hatten. Ankunft in Kristiansans sollte so gegen 4 Uhr morgens sein, was wir dann erstmal machen wollten hatten wir noch nicht weiter geplant.
Das Auto war auf jeden Fall ordentlich gepackt, wir hätten sogar noch Platz gehabt.

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Ohne Probleme ging es Richtung Norden, wir waren entspannt, denn die Fähre sollte ja erst um 22:00 gehen. Es blieb sogar noch Zeit für eine Pizza als Abendessen, ich meine, es war in Aalborg, könnte aber auch in Aarhus gewesen sein.
Je weiter nördlich wir kamen, desto leerer kam uns die Gegen vor. Lebt eigentlich jemand im nördlichen Dänemark oder gibt es da nur Ferienhäuser (wenn man die Dicke der dänischen Ferienhauskataloge anschaut, könnte man meinen, daß ganz Dänemark nur aus Ferienhäusern besteht).
Das Wetter war gut, ein bißchen windig vielleicht, aber nicht wirklich stürmisch.
Etwa um 20:00 kamen wir am Terminal in Hirthals an, und dort erfuhren wir, daß die Überfahrt wegen zu starkem Wind abgesagt war. (Mmh, ist es schlau, im Skagerak Fähren einzusetzen, die ab Windstärke 6 nicht mehr fahren können?). Nun gut, was tun? Angebot von Color-Line war: entweder einen Tag später fahren, oder morgen früh von Frederikshavn nach Larvik mit einem normalen Fährschiff. Hotel in Frederikshavn bezahlt Color-Line + 2 Gutscheine zur freien Benutzung auf dem Schiff.
Die Antwort fiel nicht schwer: Auf nach Frederikshavn! Und wir hatten nebenbei sogar unser Übernachtungsproblem gelöst.
Wir waren auch nicht die einzigen, die diesen Angebot annahmen, der Verkehr Richtung Frederikshavn war doch dichter als man um diese Uhrzeit in dieser Gegend an einem Sonntag annehmen sollte.
Also kein Zelt oder Auto zum Übernachten, sondern ein richtiges Bett - Hätte schlimmer kommen können, und wir waren ja maximalflexibel.
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Ronald » So, 19. Apr 2020, 13:51

Moin,
fängt richtig gut an der Bericht! :D
Gruß
Ronald
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Man kann sich jeden Tag ärgern, aber man ist nicht verpflichtet dazu!
Ronald
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Canadier » So, 19. Apr 2020, 14:05

Reiseberichte!
Da bin ich immer gern dabei! :rocker:
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Voronwe » So, 19. Apr 2020, 14:16

Und weil ich gerade ein Flow habe:


10.7.2000 - Mit Blind Guardian von Larvik nach Heddal

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Es hieß sehr früh morgens aufstehen, denn die Fähre ging um 6 Uhr. Nun ja, wir hatten ja Zeit, und auf dem Schiff gab es diese bequemen Liegesitze, also noch mal ein Ort für ein morgentliches Nickerchen. :muede:
Die Gutscheine wurden für ein gutes Frühstück und noch ein paar Souvenirs aus dem Bordshop ausgegeben.

Am frühen Mittag kam schließlich die norwegische Küste in Sicht.
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Schließlich lag Larvik vor uns.
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Ja, da könnte man es wohl aushalten zu leben
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Die Einreise verlief unproblematisch, und wir hatten uns als Ziel schon Heddal ausgesucht - Nicht zu weit weg, aber doch noch ein kleines Stück.
Zu den Klängen von Blind Guardian (ja, eher melodisch, aber wir ja auch müde) bekamen wir einen ersten Eindruck der schönen Landschaft.
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Am späten Nachmittag erreichten wir Heddal, wo wir erst einmal die Stabkirche besichtigten. Sie war nur gerade eingerüstet, weil die Verkleidung erneuert werden musste.
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Schließlich machten wir uns auf zum Campingplatz. Die Zufahrt zum Platz führt interessanterweise über die Startbahn des Flugplatzes - also Obacht!.
Das Wetter war gut und sollte es auch bleiben, als beschlossen wir, ein bißchen zu sparen und nur zu Zelten. Nach einigen Überlegungen war das Zelt auch aufgebaut (Tip: Zeltaufbau vorher im heimischen Garten zusammen testen) und wir brieten uns in der Campingplatzküche unser Abendessen - Schmorzwiebeln auf Ciabatta-Brot. Das weiß ich nach 20 Jahren immer noch, weil uns noch ärgerten, was für ein komischen, klumpiges Brot wir da bei ALDI gekauft hätten - bis uns nach dem Verzehr dann folgender Aufdruck auf der Packung auffiel: "Zum aufbacken". :roll: :spinner:

Den Abend verbrachten wir vor dem Zelt und sahen zu, wie es langsam dunkler wurde. (Und das Tuborg wollten wir ja nicht umsonst mitschleppen). Entspannung pur
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Schließlich ging es dann doch ab in den Schlafsack.
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Rapakiwi » So, 19. Apr 2020, 14:34

Wie cool, diesen Bericht der alten Reise mit Musik zu verknüpfen!
Woher weißt du heute noch, was damals lief, dass du einen Reisetag mit einer Gruppe verbinden kannst?
Freue mich sehr auf die Fortsetzung!
Ha det bra
Anja
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Voronwe » So, 19. Apr 2020, 15:38

Rapakiwi hat geschrieben:Wie cool, diesen Bericht der alten Reise mit Musik zu verknüpfen!
Woher weißt du heute noch, was damals lief, dass du einen Reisetag mit einer Gruppe verbinden kannst?
Freue mich sehr auf die Fortsetzung!


Ich weiß es natürlich nicht mehr :mrgreen:, aber ich habe noch den Namen einiger Bands im Kopf (und inzwischen hilft auf das Internet).
Es war nur der beherschende Klangteppich der Reise, daher wollte ich das irgentwie einbinden.

(Bei der 2017 Reise hätte ich dann Harry Potter nehmen müssen :D )
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Voronwe » So, 19. Apr 2020, 16:34

11.7.2000 - Mit Burzum von Heddal nach Gol

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Ein strahlender Morgen erwartet uns. Zum Frühstück Müsli, stilecht am offenen Kofferraum.
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Unser Ziel ist es, weiter nach Norden zu fahren, mal sehen, wie weit wir kommen.

Vorbei geht es an den Produkten der Holzindustrie.
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Hinein in's Numedal.
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Während der Fahrt sehen wir einen Hinweis nach Rechts, zum Freilichtmuseum Dåsettunet. Warum nicht, also von der Hauptstraße abgebogen, und auf kleinen Straßen durch den Wald.
Wir wundern uns schon, wo wir hier landen werden, aber schließlich erreichen wir das Museum, einen kleinen Hof
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Gemütliches Utedo
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Wir sind die einzigen Besucher, unterhalten uns aber lange mit der Dame, die hier oben Aufsicht führt (ob sie auch froh über etwas Besuch ist). Worüber wir uns alles unterhalten haben, weiß ich nicht mehr, auf jeden Fall gibt sie uns den Tip, daß es im Nachbartal das Theodor-Kittelsen-Museum gibt (ich glaube, es liegt an dem Bild, was S. auf seinem Pulli trägt - ein Pestbild von Kittelsen).
Wir nehmen den Tip gerne an und fahren quer auf Schotterstraßen in's Eggedal.
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In Vatnås bewundern wir die Kirche.
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Auf einmal passiert es: Mitten auf der Straße steht eine Elchkuh. Wir können bremsen, aber bevor wir noch die Kameras herausholen können, ist sie bereits im Wald verschwunden.


Ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir Lauvila, die Villa von Theodor Kittelsen am Soneren.
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Sehr idyllisch gelegen ist dieses kleine Museum, in dem auch Führungen angeboten werden.
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Kittelsen ist ja vor allem berühmt für seine Trollbilder, und ein sehr beeindruckendes hängt im Haus. Man muß schon genau hingucken, um den Troll zu finden.
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(Quelle: Wikipedia)

Im Garten wird Malen für Kinder angeboten.
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Wohin führt dieser Weg wohl? Unserer führ jedenfalls zurück zum Auto und weiter Richtung Gol
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Zuerst müssen wir aber noch ein Fjell überwinden.
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Schließlich sehen wir das Tal mit unserem Ziel vor uns.
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Wir erreichen schließlich den Campinglatz in Gol. Da es doch etwas frisch ist, fragen wir nach einer Hütte. Leider schon alle ausgebucht. Aber einen Platz zum Zelten haben sie noch. Also gut.
Beim rückwärts ausparken an der Rezeption achten wir auf die spielenden Kinder und übersehen dabei den Wäschelaster. Ich kann hiermit definitiv verkünden, daß die Hebebühne eines LKWs stabiler ist als die Tür eines PKWs.
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Nun gut, so ein Andenken bringt auch nicht jeder aus Norwegen mit. Aber es ist zum Glück nichts Schlimmeres passiert, und wir fahren zu unserem Zeltplatz - Eine Parzelle bei den Wohnmobilen. Wärend wir das Zelt aufbauen, fahren auch die Wohnmobile übernachtungsbeabsichtigent vor und wir haben schon ein bißchen Angst das irgendjemand übersieht, daß es auf einer Parzelle schon ein Zelt steht. Aber alles geht gut.
Schließlich gibt es noch Abendessen aus der Campingküche.
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon skandinavian-wolf » So, 19. Apr 2020, 23:01

Danke für den unterhaltsamen Rückblick.
Ich weiß gar nicht mehr, was wir 1999 auf der ersten Lofoten-Tour gehört haben? Bestimmt keinen Metal - da hätte mich meine SchieMu erschlagen. :lol:
So fleißig war ich aber noch nicht, alle Bilder von damals zu digitalisieren.
Auch wenns in ein anderes Forum gehört - ich träume noch von Sabaton in Falun.
Bin gerade traurig, dass ich in 6 Wochen nicht zu Iron Maiden kann und versuche mich mit Rammstein zu trösten. :wink:

:rocker:
Uwe
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Voronwe » Mo, 20. Apr 2020, 11:06

skandinavian-wolf hat geschrieben:Bin gerade traurig, dass ich in 6 Wochen nicht zu Iron Maiden kann und versuche mich mit Rammstein zu trösten. :wink:
:rocker:
Uwe


Tja, bei Maiden habe ich mich noch geärgert, daß die Stehplätze schon ausverkauft waren (ok, keine Karten für die Ärzte bekommen zu haben hatte mich noch mehr geärgert). Inzwischen, wer weiß, wozu es gut war, keine Karten mehr bekommen zu haben. :nixwissen:
Für Fahrten über das Fjell kann ich inzwischen Pearl Jam empfehlen - Perfekte Musik für die Weite
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Voronwe » Mo, 20. Apr 2020, 13:52

12.7.2000 - Mit Ensiferum von Gol nach Lom

Heute mal finnischer Metal. Böse Zungen behaupten ja, die Hauptaufgabe von finnischen Nationalparkhütern sei es, Metalbands zu retten, die sich beim Posen für's Cover im Wald verirrt haben.
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Während der Nacht stelle ich fest, daß ein Deckenschlafsack und eine einfache Isomatte, die auf Stundententreffen in Spanien ihre Dienste durchaus gut erledigt haben, in Norwegischen Hochtälern doch nur bedingt geeignet sind. Als dann auch noch die Natur ruft, stelle ich fest, daß sich außen auf dem Zelt Raureif gebildet hat.
Nach dieser Nacht beschließen wir: Die nächste Übernachtung findet in einer Hütte statt.
Aber was hilft gegen die Müdigkeit nach zu wenig Schlaf? Richtig: Ein erfrischendes Morgenbad im nahen Bach
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Im Reiseführer lesen wir vom Ølberg bei Fagernes, der eine lohnenswerte Aussicht bieten soll. Also führt unser Weg über das Golsfjell nach Norden.
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Von weiten grüßt schon Jotunheimen, das heute auch noch auf unserer Route liegen wird.
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Aber zuerst informieren wir uns in der Touristinfo in Fagernes über den Ølberg. Ja, kein Problem, den größten Anstieg kann man auf einer Mautstraße bewältigen.
Bei Ankunft an der Straße werden wir zum ersten Mal mit dem norwegischen Mautsystem konfrontiert: Geld in Briefumschlag werfen, sich eine Quittung ausstellen und weiter geht es, auf Forststraßen bergauf.
Das letzte Stück gehen wir dann zu Fuß, hier bieten sich schon erste Ausblicke auf den Stronda-See.
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Am Gipfel breitet sich dann das volle Panorama aus.
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Die Vikinger hatten hier oben ein Signalfeuer installiert, als Teil einer Signalkette, die im Alarmfall die Bevölkerung waren sollte. Wir denken natürlich sofort an Gondor und diskutieren beim Picknick, von welcher Seite wir nun die Reiter von Rohan erwarten dürfen.
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Und hier auch mal ein Bild des Chronisten am Gipfel.
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Bei der Abfahrt gibt es noch einmal einen schönen Blick in's Tal und für die Motorbremse einen kleinen Verschnaufer.
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Schließlich fahren wir weiter Richtung in Richtung Jotunheimen.
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Wir kommen in die Rush-hour
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Die Weite der Landschaft zieht uns in ihren Bann.

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In Gjendeheim machen wir einen kleinen Spaziergang (allerdings nicht zum Bessegen)
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Einen weiteren Stopp gibt es noch beim Riddarspranget, hier kommen wir aber fotografisch zur falschen Zeit an, da die Schlucht genau im Gegenlicht liegt.
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Schließlich erreichen wir Lom. Die Kirche hat leider schon geschlossen, aber immerhin hat der Supermarkt noch offen.
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In der Touristinfo wollen wir nach einer Hütte für die Nacht fragen, aber irgendwie mißverstehen wir uns mit dem älteren Herrn an der Auskunft. Jedenfalls verlassen wir die Info erfolglos und beschließen einfach weiter zu fahren und am Straßenrand nach Schildern auszuschauen. Und tatsächlich, kurz hinter Gol finden wir schon das ersehnte "Ledige Hytte".
Ein gemütliche, alte Hütte, schön eingerichtet. Mit der Besitzerin werden wir schnell einig und so beziehen wir unser Nachtquartier.
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Allein das sanitäre ist etwas ungewohnt, Dusche und Toilette sind im Haupthaus, und zwar in der Wohnung der Besitzer. Aber zumindestens eine Waschgelegenheit existiert.
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Später kommt auch noch der Besitzer vorbei und es ist tatsächlich der ältere Herr aus der Touriinfo, der auch noch pensionierter Deutschlehrer ist. Aber wir können über die Mißverständnisse herzlich lachen.
Es erklärt auch, warum wir in der Hütte so viele deutschsprachige Bücher finden, besonders erinnere ich mich noch an ein Kochbuch "Rezepte aus dem Ruhrgebiet"
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Voronwe » Mo, 20. Apr 2020, 15:09

13.7.2000 - Mit ABBA von Lom nach Åndalsnes

Soll ja keiner behaupten, wir hätten keinen flexiblen Musikgeschmack :rocker:

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Heute achtet ein freundlicher Troll auf uns, denn heute wird es hochtouristisch - Geiranger und Trollstiegen!
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Nach einer guten und vor allem wohltemperierten Nacht machen wir uns wieder auf den Weg entlang der wildschäumenden Otta.
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Auch heute hatten wir wieder Glück mit dem Wetter - perfekte Bedingungen.

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Am der Straße immer wieder Hüttensiedlungen.
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Es wird langsam hochgebirgiger.
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Schließlich biegen wir auf die Straße nach Geiranger ab und kommen bald in Regionen, wo noch Schnee liegt.
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Man beachte besonders das passende Schuhwerk.
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Da das Wetter perfekt ist, entschließen wir uns zu einem Abstecher auf die Dalsnibba. Bis hierher die härteste Straße zu fahren: Schotterbelag, immer am Abgrund entlang und die Straßenbegrenzungssteine würden uns im Ernstfall wohl auch nicht aufhalten.
Aber schließlich ist es geschafft und die Aussicht entschädigt für die Fahrt.
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Zwei Schiffe - damals war das noch eine Seltenheit.
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Auch hier liegt noch einiges an Schnee - also Schneeballschlacht!
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Es geht weiter Richtung Geiranger.
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Mittagszeit - Picknickzeit.
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Hier treffen wir auf eine Wanderin, die uns fragt, ob wir sie ein Stück mitnehmen könnten. Gentlemen die wir sind sagen wir natürlich zu, stellen aber fest, daß wir erst einmal Teile des Autos aus- und umräumen müssen, um einen Sitzplatz zu schaffen. Unglaublich, wie so ein Wagen innerhalb nichtmal einer Woche vermüllt.
Da wir noch eine Wanderung vorhaben, können wir sie nur bis zum klassischen Aussichtspunkt mitnehmen.
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Nachdem dieser Blick genossen ist, machen wir uns auf zum Storsetterfoss, dessen Besonderheit es ist, daß man hinter ihn gehen kann.
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Dort kommt der Bach vom Gebirge...
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um sich schäumend in die Tiefe zu stürzen.
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Wie gesagt, man kann hinter den Fall gehen.
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Ein letzter Blick auf den Fall.
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Die Schafe am Weg bekommen auch ihre verdiente Aufmerksamkeit.
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Schließlich geht es in den Touristentrubel nach Geiranger. Ein bißchen kaufen wir auch ein, ich finde u.a. einen Norwegerpulli aus Baumwolle.
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Über die Adlerstraße geht es weiter mit einem letzten Blick auf Geiranger. Hier sieht man schon das Problem der Kreuzfahrtschiffe, das sich ja seitdem noch extrem verschärft hat.
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Ein letzter Blick in den Fjord.
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Nach einiger Zeit erreichen wir Eidsdal, und hier geht es zum ersten Mal auf eine Fähre.
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Und wieder geht es in's Gebirge.
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Nur die Kuh schaut zu.
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Und die Männchen haben Ruh.
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Rauma begrüßt mit einem "Muh".
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Und schließlich der nächste Höhepunkt des Tages: Trollstigen. Mit dem Bus bin ich ihn schon hochgefahren, jetzt also mit dem Auto runter.
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Obligatorischer Halt am Wasserfall - hier ist das schlimmste Stück geschafft (und war gar nicht so schlimm).
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Schließlich erreichen wir Åndalsnes, wo wir einen Unterschlupf in der Jugendherberge finden. Hier hatte ich S. von den guten Pfannkuchen zum Frühstück vorgeschwärmt.
Als ich an der Rezeption bezahle, spricht mich die Wirtin auf einmal an: "You've stayed here before". - Ja, richtig, aber das war für eine Nacht vor drei Jahren. Woher weiß sie das noch? :shock: Ich kann mich nicht erinnern, irgendetwas getan zu haben, um in Erinnerung zu bleiben. :nixwissen: Was auch immer es war, es scheint nichts schlechtes gewesen zu sein, denn ich bekomme ein Bett.

Ich war seitdem nicht mehr in Åndalsnes, habe aber immer noch die Befürchtung, daß ich, sollte ich dort nochmal auftauchen, als der mit dem Loch im Auto erkannt werde.
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Ronald » Mo, 20. Apr 2020, 15:33

Toller, interessanter Bericht. Da warst Du sich so in den 20-er Jahren?
Straßenbegrenzungssteine von Dalsnibba: Da hatte ich 1995 mit dem Wohnmobil meine ersten Erfahrungen mit "Schweissperlen auf der Stirn" …. :D
Geirangefjord: Das Schiff links könnte die BLACK PRINCE von der Reederei Fred. Olsen sein, bei dem Schiff hinten rechts bin ich mir ziemlich sicher, das es die ALEXANDER PUSHKIN ist.
Klasse, mach mal weiter, alles bekannte Orte, jedoch sind Eure Unternehmungen interessanter als unsere damals.
Gruß
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Voronwe » Mo, 20. Apr 2020, 16:27

Ronald hat geschrieben:Toller, interessanter Bericht. Da warst Du sich so in den 20-er Jahren?

Ja, also in meinen 20er-Jahren,stimmt. Ich hoffe ja, das ich in den kommenden 20er Jahren noch mindestens einmal nach Norwegen komme :D
Ronald hat geschrieben:Geirangefjord: Das Schiff links könnte die BLACK PRINCE von der Reederei Fred. Olsen sein, bei dem Schiff hinten rechts bin ich mir ziemlich sicher, das es die ALEXANDER PUSHKIN ist.


Ich habe mal auf den Originalbildern geguckt, man kann die Namen aber leider nicht lesen. Ein größeres Bild bekommst Du auch, wenn Du die Bilder anklickst.
Damals dachte man: Wow, tolle große Schiffe, heute sind das ja im Vergleich winzige Nussschalen.

Aber ich finde das eine Bild zeigt schon ziemlich gut, warum die Norweger inzwischen die Schiffe da raushaben wollen.
Zuletzt geändert von Voronwe am Mo, 20. Apr 2020, 16:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Ronald » Mo, 20. Apr 2020, 16:36

Ich habe die Schiffe anhand ihrer Rumpfform und Schornsteinfarben versucht zu identifizieren.
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Re: Norwegen 2000 - Metal to the Pedal

Beitragvon Voronwe » Mo, 20. Apr 2020, 17:51

Ronald hat geschrieben:Ich habe die Schiffe anhand ihrer Rumpfform und Schornsteinfarben versucht zu identifizieren.

:super: Bist Du nicht auch der, der selber zu See gefahren ist, oder verwechsle ich Dich jetzt mit jemandem?


14.7.2000 - Mit Morgoth von Åndalsnes nach Fyrde

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Heute ist uns der Wettergott nicht hold, aber was wäre Norwegen ohne Regen. Am Abend vorher haben wir noch den weiteren Verlauf der Reise geplant und uns entschieden, daß wir uns ab hier wieder südlich orientieren werden. Wichtige Erkenntnis war noch: Kleine Straßen fahren - je kleiner, desto interessanter.
Aber erst einmal Frühstück: die Pfannkuchen sind immer noch gut und auch ein ordentlicher Kaffee ist daß was man an diesem Tag gut brauchen kann.
Da Åndalsnes im Regen nicht wirklich viel zu bieten hat, beschließen wir, Richtung Ålesund zu fahren und uns die Stadt einmal anzugucken.

Ålesund wurde ja 1904 durch ein Feuer zerstört und danach im Jugendstil wieder aufgebaut, und das macht die Stadt sehr schön und faszinierend.

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Nebenbei ist der Wettergott doch nicht so ungnädig - Es regnet immerhin nicht mehr.

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Im Hafen decken wir uns für das Mittagessen ein: Krabben direkt vom Kutter.
Bevor wie Ålesund verlassen geht es natürlich noch zum Aussichtsberg.

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Der Plan war ja: Kleine Straßen. Daher setzen wir jetzt mit der Fähre nach Festøya über, nehmen aber nicht die E-Straße, sondern einen kleinen Fylkeveien am Hjørungsfjord entlang.

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Für diesen Bus ist hier Schluß
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Die Straße führt hoch in die Berge.
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Ein Blick zurück zum Fjord.
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On the road again...
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Schließlich erreichen wir eine Hüttensiedlung. Natürlich, denn wo es schön und etwas abgelegen ist, hat schon jemand eine Hütte hingebaut.
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Wir nutzen die Bank vor einer dieser Hütten als Rastplatz und lassen uns erst einmal die Krabben schmecken.
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Und weiter geht die wilde Fahrt auf schottrigen Wegen.
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Die Kurven sind interessanterweise asphaltiert.
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Hier nochmal das Loch in seiner ganzen Schönheit.
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Eine schöne Gegend, und die niedrigen Wolken schaffen eine ganz eigene Stimmung.
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Schließlich erreichen wir den Austefjord.
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Wir entdecken einen Campingplatz mit Hütten direkt am Fjord und entscheiden uns, hier heute unser Nachtlager aufzuschlagen. Die Hütten sind spartanisch eingerichtet, aber bieten ein Dach über dem Kopf und sind damit ok.
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Den Abend verbringen wir damit, das Auto komplett aus- und wieder einzuräumen und mal wieder ein bißchen Ordnung zu schaffen. Zur Belohnung gibt es dann ein Bier mit Fjordblick.
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