Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge Frau

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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon zhnujm » Di, 21. Apr 2015, 18:02

Die DNT Routen sollten eigentlich alle ausreichend markiert sein.
Die Fjordruta hört sich zum ausprobieren doch ganz gut an.

Auf nicht markierte Wege oder weglos wirst du um Ruhe zu haben in Norwegen nicht wechseln müssen.

Wichtig ist, zum Wandern nicht zu früh im Jahr losfahren, auch wenn kein Schnee mehr liegen sollte ist der Boden meist noch durchnässt von der Schneeschmelze und eigentlich kleine Flüsschen können noch deutlich grösser wirken :wink:
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon arippich » Di, 21. Apr 2015, 23:44

Hi Pauli,
ich wollte Dir Dein Vorhaben nicht ausreden, im Gegenteil.

Meine Frau und ich sind selbst begeisterte Weitwanderer und machen seit gut 25 Jahren Touren mit dem Zelt (die längste war bisher 5 Wochen am Stück, wir planen aber noch eine längere und wollen die Nordlandruta komplett laufen).
Seit gut 11 Jahren trecken wir hauptsächlich in Norwegen. Viele Touren haben wir mit unseren Kindern gemacht, die jetzt etwa in Deinem Alter sind.
Es gibt kaum etwas, das mir mehr Spaß macht und je abgelegener, desto besser :D, wewegen wir fast nur noch im Nordskandinavien wandern. (falls es Dich interessiert, in der "Pa tur..." Rubrik gibts ein paar Reisebereichte von uns).

Ich bin nur der Meinung, dass Deine ursprüngliche Idee, am Anfang mit dem Rucksack auf/in der Nähe von Straßen zu laufen in Norwegen nicht funktioniert und auch keinen Spaß machen würde.
Das Land besteht oft aus steilen, felsigen Bergen, die Straßen sind entsprechend schmal, es gibt keine anderen Wege, absolut nix für Wanderer.
Da das meiste nutzbare Land genutzt ist (siehe dazu den Thread zum Jedermansrecht in dieser Rubrik), gibt es wenig bis keine Stellplätze zum Wildzelten.
Hier mal ein Maps/Streetview Link aus der Gegend um Geiranger (das in der Saison zudem noch touristisch gut besucht ist) für einen Eindruck (muss in neuem Tab/Fenster geöffnet werden, damit es funktioniert) : https://www.google.de/maps/@62.095839,7.224092,3a,75y,339.89h,79.1t/data=!3m4!1e1!3m2!1sq_ipXCnmdSl9J1RTDrGzHg!2e0

Herrvorragend wandern und meist ohne Probleme (mal abgesehen von Sumpf, Geröll) zelten kann man im Fjell. Hier halte ich es aber, gerade für einen Alleinwanderer mit wenig Erfahrung, für besser erst einmal mit einer kürzeren Tour zu starten um Erfahrung zu sammeln.
Norwegen ist (abhängig von Region und Wanderzeit) nicht unbedingt ein leichtes Terrain für Rucksackwanderer, gerade wenn man mit schwerem Zeltgepäck unterwegs ist.
Die Wegbeschaffenheit und Anspruch der Routen kann stark variieren, gut ausgetretene Wanderwege wie in Mitteleuropa sind eher selten. Die Wege sind meist deutlich weniger begangen,

im Norden trifft man auch in 10 Tagen selten mehr als eine Handvoll Wanderer. Wir haben auch schon Touren abseits markierter Wanderwege gemacht, dort war über diesen Zeitraum niemand außer uns.
Aber auch im Süden ist es (je nach Gegend) selten voll.
Das Wetter kann stark wechselhaft sein, Minusgrade sind auch im Sommer möglich. Wir hatten bisher Minimum -4 im August und bis -10 Anfang Oktober. Im Juli ist es meist wärmer (im Norden aber u.U. sehr mückig).

In abgelegenen Gebieten kann man schon mal 3-4 Wandertage bis zur nächsten Straße brauchen, was nicht unbedingt heißt man ist zurück in der Zivilisation.
Da es oft keine Netzabdeckung gibt, hat man im Falle einer Verletzung als Alleinreisender ein echtes Problem (in Hüttenbüchern Routenplanung hinterlassen).
Ich habe mir deshalb nach einem Sturz mit ausgekugeltem Finger deshalb für den Fall der Fälle einen GPS Tracker mit Satellitennotruffunktion zugelegt.

Deine Idee die Fjordrute zu laufen, halte ich vor dem Hintergrund für sehr gut.

Ich würde die Planung Deiner Tour aber auch vom Wetter abhängig machen. Es macht wenig Freude in einer Region/Zeit wandern zu wollen, in der es sich richtig eingeregnet hat. Mit ein bisschen Pech kann das auch 2 Wochen am Stück so gehen.

Was das Gepäckgewicht angeht, so ist meine Frau i.d.R. für eine 10 Tagestour autark, d.h. den Proviant für die ganze Zeit dabei, mit max 18kg unterwegs, ich trage Zelt und den Größtteil der Nahrung und komme auf max. 28kg.
Wasser ist zum Glück in Norwegen absolut kein Problem, das gibt es im Fjell in Hülle und Fülle in bester Qualität.
Ich würde als Frau zusehen auf jeden Fall unter 20kg (inklusive Gewicht des Rucksacks) zu bleiben. Wie schon oft erwähnt, leichte Ausrüstung ist teuer.

Mit einer DNT Mitgliedschaft spart man wegen des Rabatts auf die Übernachtung ca. ab der 4. Hüttenübernachtung. Zudem ist man nicht darauf angewiesen, dass jemand vor einem die Hütte aufschließt (im Norden kann man da u.U. unverichteter Dinge wieder abziehen, da man Hütten oft für sich alleine hat).
Außerdem hat man Vorrang vor Nichtmitgliedern, sollte die Hütte mal voll sein.

Gruß,
Andrej
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon zhnujm » Mi, 22. Apr 2015, 22:02

pauliwest hat geschrieben:.... und größtenteils auch ohne große Höhenmeter sein.


Hallo Pauli, weil ich das grad so lese, ich kenne die Fjordruta zwar nicht aber wenn ich beim wandern in Norwegen etwas gelernt habe dann ist es das es keine Wanderungen mit wenig Höhenmetern gibt :D
Es sei denn es ist ein Strandspaziergang...

Die Fjordruta hat nach meiner Karte z.b ca 6200 HM auf 150km Länge.
Deshalb auch mein Tipp auf Gepäckgewicht achten, 20kg sind spätestens am zweiten Tag mehr als es sich anhört.
Zumal du wenn du allein unterwegs bist (wie ich eigentlich auch immer) auch die Sachen allein tragen musst die man normalerweise teilen kann (Zelt, Kocher).

Die Broschüre und Website kennst du schon ?
http://www.kntur.no/Fjordruta_Brosjyre.pdf
http://ut.no/tur/2.2179
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon Aurora » Mi, 22. Apr 2015, 23:08

Packplan:

Esbit Kocher (ja der reicht)
Einen Topf (darin kann man auch braten und das kann man zuhause üben)
Becher, Besteck, Schale passt alles in den Topf (kann man auch bei der Bundeswehr als Set bekommen) :lol:

Klopapier
2 T-Shirts
3 Unterhose
3 Socken
2 leichte Hosen
1 Trekkingschuhe (nicht unter 150 Euro, Meindl, Lowa etc.)
Schlafsack (nicht mehr als 2,5 kg) Mammut, Ajungilak sind da so Namen
Iso Matte (Schaumstoff keinen Quatsch) die aufblasbaren gehen kaputt ! ja immer !
Karte und Kompass (Seminar bei Globetrotter besuchen !) https://www.globetrotter.de/info/garmin ... /workshops
Erste Hilfe Set (Seminar besuchen bei der Outdoorschule Süd) http://www.outdoorschule-sued.de/cms/in ... tdoor.html

das soll nur mal dazu anregen das ganze etwas mehr als Super Abenteuer zu sehen und nicht so sehr auf die SOOO ViiiEELEN Probleme.

Der Kurs bei Globi ist super und die Kurse bei der Outdoorschule sind auch schon ein eigenes kleines Abenteuer von beiden
wirst Du mit tollen Erahrungen zurück kommen neue Leute kennen und wieder etwas mehr für DEINE TOUR wissen.

Mach die Planung doch schon zum Abenteuer ! Kennst Du OSM Open Street Map ? Gibt es bei dir Geochaching ? Nimmt dich vielleicht jemand mit und erklärt Dir die Benutzung vom GPS ? Können die erfahrenen Outdoorleute Dir vielleicht nen Schlafsack, Zelt, Rucksack leihen ? Du kannst noch mehr als genug Geld ausgeben probier das Zeug lieber erstmal aus damit du weisst was DU gut oder nicht gut findest.

Jede Abend nur ein Video :wink: https://www.youtube.com/channel/UCS4LBg ... jiQI4aPjtg

Gruss aus Trosmø

Aurora
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon pauliwest » Do, 23. Apr 2015, 16:16

Hallo,

danke für eure Ratschläge Andrej und Zhunujm, und deinen Packplan Aurora, klingt wirklich ziemlich gut!:)
Ich hab mir das Buch über die Fjordruta gekauft und werde mich da mal ein bisschen einlesen.

Vielen Dank und noch einen schön sonnigen Nachmittag :)
Pauli
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon arippich » Do, 23. Apr 2015, 16:22

Klar, Spaß und Abenteuer sind wichtig, man sollte aber zumindest halbwegs im Bilde sein was einen erwartet, damit man eine realistische Planungsgrundlage hat.
Ich finde es als Einstieg zwar optimal allein ins Fjell zu ziehen, aber 2 Wochen Tour auf markierten Wanderwegen klingen für mich deutlich näher am Machbaren, als 3 Monate von Olso irgendwohin zu wandern.

Ansonsten sind Packlisten was sehr Individuelles, jeder hat eigene Prioritäten.

Ich habe z.B. weniger Klamotten (Wolle stinkt nicht, hin und wieder wird gewaschen).

Mir fehlt uf Auroras Liste (Sommer):

Regenjacke/Windschutz (ich habe Beides dabei)
Mütze oder Stirnband
Regenhose (je nach Tourlänge/Wetterlage)
warme Fleece/Woll-/Kunstfaserjacke für Pausen und das "Lagerleben"
langes Shirt/dünner Fleece für kühle Tage
Sonnenschutz, u.U. Sonnenbrille
Wasserflasche und/oder Wassersack
Regenhülle für den Rucksack
Kleine Sitzmatte aus EVA o.ä, wenn man auf Pausen nicht die Isomatte rauskramen will

Im Spätsommer/Herbst noch eine Stirnlampe, im Sommer ist es hell genug.

Als Besteck reicht mir ein Spork (https://www.globetrotter.de/shop/light- ... =cURf0eMj6) + Messer, das ich für Fisch sowieso dabei habe.
Das Bundeswehrzeug ist oft unnötig schwer.

Ich habe einen Gassturmkocher, Esbit wäre mir zu langsam und bei Wind im kahlem Gelände zu nervig.

Auf längeren Touren Nähzeug, Reparaturkleber wie Seamgrip (für Schuhsohlen, Matten, Zeltboden etc.)

Was den Schlafsack angeht, so finde ich Daunensäcke besser, sie sind leichter, bieten das bessere Schlafklima, lassen sich kleiner verpacken und halten länger. Sind aber teurer und man muss sie vor Feuchtigkeit schützen. Für Fjelltouren im Sommer würde ich Komforttemp. (obere nach EN) bis -5°C nehmen (evtl. gebraucht kaufen/ausleihen).
Ajungilak wurde im Übrigen von Mammut gekauft.

Den Rucksack würde ich nicht leihen, es sei denn er passt zufällig gut. Ein Rucksack muss individuell passen.
Hier am besten in einem Geschäft beraaten lassen, in dem man die Säcke mit Gepäck längere Zeit probetragen kann (z.B. Globetrotter).

Wenn Du jemanden findest, der Dir ein vernünftiges Zelt leiht, ist das cool. Mehr als 2,5-max 3kg sollte das nicht wiegen.

Karte/Kompass wurde schon erwähnt. GPS braucht man auf markierten Wegen nicht. Ich habe eines für den Notfall dabei, verwende es aber auch zur Planung/Navigation im weglosen/unmarkierten Gelände zusammen mit der Karte.

Hochwertige Isomatten bestehen aus EVA Schaum (Handelsbegriff Evazote) die sind robust und warm, aber nicht bequem, die hier geht halbwegs wg. ihrer Form (http://www.amazon.de/Thermarest-Isomatt ... herma+rest):
PE Matten aus dem Baumarkt taugen nix.

Mit "aufblasebaren" Matten von Therm-a-Rest habe ich durchweg gute Erfahrungen, auch was die Langzeithalbarkeit (>10 Jahre bei jährlich 1-2Monaten Nutzung) angeht. Die gehen also nicht immer kaputt.
Dafür sind sie schwerer und teurer, aber um Welten bequemer.

Viel Spaß beim Planen.
Andrej

P.S: Das ist der letzte Mammutkommentar zum Thema, versprochen :wink:.
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon EuraGerhard » Do, 23. Apr 2015, 17:27

arippich hat geschrieben:Mit "aufblasebaren" Matten von Therm-a-Rest habe ich durchweg gute Erfahrungen, auch was die Langzeithalbarkeit (>10 Jahre bei jährlich 1-2Monaten Nutzung) angeht. Die gehen also nicht immer kaputt.

Kann ich nur bestätigen: Sowohl mit den Original-Matten von Therm-a-Rest als auch mit den etwas preisgünstigeren Nachbauten von Jack Wolfskin haben wir durchweg gute Erfahrungen gemacht. Nach vielen Jahren treuer Dienste ist uns bisher eine Wolfskin-Matte kaputtgegangen, allerdings nachdem wir sie längere Zeit verliehen hatten.

Kann natürlich sein, dass es auch hier inzwischen Piraten-Produkte aus Fernost gibt, da darf man sich dann natürlich auf nichts verlassen.

MfG
Gerhard
Früher war (fast) alles schlimmer.
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon Gudrun » Do, 23. Apr 2015, 21:15

arippich hat geschrieben:Mütze oder Stirnband
Nicht gegen die Sonne, sondern gegen die Kälte bzw. den kalten Wind. Beim letzten Urlaub endlich dabei gehabt. Sonst immer vergessen und ewig bereut. Auch wenn wir keine Mehrtagestouren machen.

Grüße Gudrun

Ach so: wir fahren nicht im Winter sondern um die Sommersonnenwende herum.
Gudrun
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon RichardEisenherz » Fr, 26. Jun 2015, 13:35

Also ich bin auch schon allein in Norwegen mit dem Rucksach unterwegs gewesen oder hatte es zumindest vor. Meine ersten zwei Wochen habe ich allein verbracht, zu Fuß war ich unterwegs, aber für mich war klar Norwegen wir ein Wanderurlaub! Nach besagten zwei Woche hatte ich allerdings gleich die ersten Menschen getroffen und mich mit diesen zusammen geschlossen. Norwegen is allein wirklich schön un man kann gut seine ruhe haben, allerdings macht es in der Gruppe gleich doppelt Spaß!
Aber gefährlich war es für mich nicht!
RichardEisenherz
 
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon strandsegel » Fr, 31. Jul 2015, 12:48

Ein Hallo an Dich.
Du hast zu Anfang auch geschrieben das Du Dich allein verpflegen willst. Womit, wie Kochen, wie Transportieren, wo Einkaufen? Und alles mußt Du ja auch schleppen.
Das halte ich für Schwierig wenn Du so wenig wie möglich Kontakt halten willst.
Ich halte auch die Idee sich zu melden für wichtig, Unwegbarkeiten können immer `mal passieren.
Warst Du jetzt schon für die 2 Wochen in Norwegen und hast erste Erfahrungen gesammelt?

Liebe Grüße
strandsegel
 
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