Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge Frau

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Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge Frau

Beitragvon pauliwest » Mi, 15. Apr 2015, 18:39

Hallo!:)

Ich (weiblich, dann 19) habe vor im Mai/ Juni nächsten Jahres für etwa drei Monate durch Norwegen zu reisen -mit Rucksack, Zelt, Kocher und allem was dazu gehört. Ich habe bisher wenig Campingerfahrung, aber diese Reise ist mein größter Traum.
Mein Plan ist, in der Nähe von Oslo zu starten und dann die ersten ein, zwei Wochen in Straßennähe zu bleiben und mich weitestgehend zu Fuß fortzubewegen. Ich möchte nicht quer durchs Land wandern, sondern in Richtung Süden und dann in Küstennähe entlang. Nachts kann ich mir für die ersten Nächte vorstellen, in einer Hütte zu übernachten, um erst mal ein Gefühl für das Land zu bekommen (ich war noch nie da).
Ich bin schon öfter alleine gereist (wenn auch nicht auf diese Art und Weise) und gehe davon aus, dass ich das schaffen kann. Ich möchte diese Reise nicht dazu nutzen Wanderprofi zu werden, sondern meine eigenen Grenzen zu erfahren und reine Natur und das "ursprüngliche" Leben zu erfahren. Dabei möchte ich so wenig Kontakt zu anderen Menschen haben/ touristische Anlagen nutzen.
Wie gefährlich ist es, als junge Frau wild zu campen? Meint ihr, dass mein Vorhaben realistisch ist? Ich werde vorher auf jeden Fall nochmal ein paar Tage in Deutschland wandern und campen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Einschätzung geben könnt!

Vielen Dank und einen schönen Abend!:)
Pauli
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon Ari » Mi, 15. Apr 2015, 20:22

Hallo Pauli,

Von Oslo aus in Richtung Süden aus in Küstennähe passt nicht ganz zu Deinem Wunsch möglichst wenig Menschenkontakt zu haben. Grade der Bereich des Oslofjordes ist einer der am dichtesten besiedeldsten Bereiche in Norwegen egal auf welcher Seite des Oslofjordes Du Dich bewegst. Wildcampen stelle ich mir für diesen Bereich eher schwierig vor. Es gibt in Norwegen sicherlich andere Gegenden, die sich für längere Wanderungen außerhalb der Zivisilation eignen. Ob das ohne große Wandererfahrung so empfehlenswert ist, möchte ich nicht beurteilen. Außerhalb der Zivisilation heißt natürlich auch schnell außerhalb von gekennzeichneten Wegen, so dass man schon eine gewisse Erfahrung mit GPS und ähnlichem haben sollte. Die Gefahr sehe ich hier eher nicht in der Frage "allein reisende Frau" sondern "alleine unterwegs ohne Wandererfahrung". Aber das können die Wandererfahrenen sicherlich besser beurteilen als ich.

Viele Grüße,
Ari
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon fcelch » Mi, 15. Apr 2015, 20:43

Hei,

ich würde das nicht als gefährlich einstufen. Ich glaube sogar das es in N ungefährlicher als an den meisten stellen auf der Welt ist. Man kann natürlich aber auch in N am falschen Ort zur falschen Zeit einem Deppen begegnen.

Nun, was dein Wandervorhaben betrifft:
Du hast genug Zeit, also taste dich langsam ran. Die klassischen Wandergebiete mit gekennzeichneten Wegen, auf denen man auch je nach Region kaum jemanden trifft, liegen oft im Fjell, im Gebirge. Da ist es meist wegen Altschnee vor Juli nicht ratsam zu wandern. Das betrifft aber nicht die Region an der Südküste.....die ehr nicht klassische Wanderregion ist.

Schau mal zu Infos hier:
www.huettenwandern.de

und was das gekennzeichnete Wegenetz des DNT betrifft auch hier:
https://ut.no/kart/

Grundsätzlich eine tolle Idee was du da vor hast. Nur Mut, unbedingt machen!

Gruß,
FCElch
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon EuraGerhard » Do, 16. Apr 2015, 9:37

Hallo Pauli!

fcelch hat geschrieben:ich würde das nicht als gefährlich einstufen. Ich glaube sogar das es in N ungefährlicher als an den meisten stellen auf der Welt ist. Man kann natürlich aber auch in N am falschen Ort zur falschen Zeit einem Deppen begegnen.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, dass für Dich als alleinreisende junge Frau eine Übernachtung in der norwegischen Wildnis sogar ungefährlicher ist als auf einem Campingplatz. Auf Campingplätzen begegnet man halt doch auch in Norwegen immer wieder Leuten, die ihren Alkoholkonsum nicht im Griff haben und dann so manche Hemmung verlieren ...

Ansonsten:

Wichtigstes Zubehör für eine Wanderung sind gute Schuhe! An denen sollte nicht gespart werden, und idealerweise läufst Du sie einige Zeit vor der großen Tour auf einigen Tageswanderungen schon mal ein. Natürlich solltest Du auch sonst kleidungsmäßig für einige Regentage in Folge gerüstet sein.

Und fürs Übernachten brauchst Du ein gutes Zelt. Das muss kein sündteures Expeditionszelt sein, aber es sollte auch nicht gerade ein Billigteil vom Lebensmitteldiscounter sein. Du musst das Zelt natürlich auch alleine schleppen können. Brauchbare 1-Personen-Zelte, die nicht mehr als ca. 2 kg wiegen, gibt es ab ungefähr 150 €. (Da passt dann aber wirklich nur eine Person rein.

Schlafsack und Isomatte brauchst Du natürlich auch. Schlafsackkauf ist eine sehr individuelle Angelegenheit, da kann ich Dir nur empfehlen, Dich in einem guten Outdoorladen eingehend beraten zu lassen. Und was Isomatten betrifft, so geht nichts über selbstaufblasende Matten. Wobei auch hier wie beim Zelt gilt: Je leichter, desto teurer.

Orientierung: Sehr wichtig, denn im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Norwegen noch große Flächen richtige Wildnis. Manchmal sind es etliche Kilometer über rauhes Gelände bis zur nächsten Straße, und nicht immer gibt es markierte Wanderwege. Und der Nebel kann manchmal so dicht werden, dass man die Hand vor Augen nicht mehr sieht, geschweige denn Wegmarkierungen. Ein Outdoor-GPS-System, welches mit normalen Batterien betrieben werden kann(!!!), sollte daher immer mit. (Von normalen Batterien kannst Du ein paar Reservesätze dabeihaben, und notfalls gibt es leicht Nachschub. Zur Sicherheit solltest Du aber zusätzlich auch Karte und Kompass dabeihaben, und damit umgehen können.

MfG
Gerhard
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon muheijo » Do, 16. Apr 2015, 12:48

"Fuer den Fall, dass..." wære es hilfreich, dass du irgend jemandem Info darueber gibst, wann du wo gedenkst hinzuwandern. Damit meine ich nicht eine detailierte Routenplanung im Voraus, du kannst weiterhin spontan bleiben.
Aber wenn du mit irgendeinem Tagesziel losmarschierst, ist es sinnvoll, jemandem mitzuteilen, was du vor hast - und fortlaufend** Statusmeldungen abgibst. Dann kann dieser "Jemand" ggf. zeitnah Hilfe veranlassen.

Es kommen immer wieder mal* Leute abhanden, kommen mit verknakstem Fuss nicht weiter oder man spekuliert ueber møgliche Opfer bei Erdrutschen, whatever, und es erleichtert die Entscheidung über Suche (oder "Nicht-Suche") ungemein, wenn man in etwa weiss, wo du bist oder zumindest sein kønntest.
Sucht man nach erst nach dir, weil du seit 2 Wochen in D zurueckerwartet bist, ist es sicher zu spæt.

Wie gesagt, die Spontanitæt muss darunter nicht leiden, deine Freiheit soll das nicht einschrænken - einfach nur "Jemand" fortlaufend** informieren.
(*) Keine Angst, meist passiert gar nix! :wink:
(**) fortlaufend heisst natuerlich nicht halbstuendig, sondern vielleicht tæglich.

Gruss, muheijo
"Nicht diejenigen sind zu fürchten, die anderer Meinung sind, sondern diejenigen, die anderer Meinung sind, aber zu feige, es zu sagen."

(Napoléon I.)
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon pauliwest » Do, 16. Apr 2015, 22:49

Hallo!:)

Vielen Dank erst mal für eure Antworten! Die haben mir schon sehr weitergeholfen. Ich habe mich genauer informiert und beschlossen, meine Wanderroute etwas zu verändern. Mein grober Plan sieht jetzt so aus:
Oslo - Kristiansand (Bus) - Skrelia - Setesdalen - Folgefonna Nationalpark - Geiranger - Gudbrandsdalen - Gutulia - Oslo
Das sind noch keine exakten Wege, sondern soll erst mal ein allgemeiner Eindruck sein. Was sagt ihr dazu? Meint ihr das ist machbar in drei, vier Monaten? Kennt ihr eine gute Internetseite wo ich die Route mit ungefährer Kilometerzahl eingeben kann (Google Maps gibt mir immer eine Fehlermehldung)? Und wo kann ich mir die genauen Routen des DNT angucken? Brauche ich für die so einen Schlüssel und bekomme ich den, wenn ich Mitglied werde?

Ich hoffe, ihr könnt mir ein paar dieser Fragen beantworten :) Noch einen schönen Abend und vielen Dank!
Liebe Grüße,
Pauli
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon EuraGerhard » Fr, 17. Apr 2015, 8:54

pauliwest hat geschrieben:Und wo kann ich mir die genauen Routen des DNT angucken? Brauche ich für die so einen Schlüssel und bekomme ich den, wenn ich Mitglied werde?

Du kannst Dir die Routen auf der Homepage des DNT angucken: Klick!

Du musst nicht Mitglied im DNT sein, um die DNT-Hütten benutzen zu können. Aber die meisten unbewirtschafteten Hütten sind mit einem Standardschloss verschlossen, wenn niemand da ist. Und um den Standardschlüssel zu bekommen, musst Du Mitglied im DNT sein. Auf bewirtschafteten Hütten brauchst Du natürlich keinen Schlüssel, aber falls Du mal - natürlich in strömendem Regen :wink: - vor einer verschlossenen Hütte stehst, hast Du ohne Schlüssel Pech gehabt.

MfG
Gerhard
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon fcelch » Fr, 17. Apr 2015, 11:25

Pauli,

ich habe dir beides geschickt:
Einen link zur deutschen Seite wo du alle Infos zum DNT findest. Auch die Adresse in Deutschland wo du Mitglied warden kannst und wo du den schlüssel bekommst.
Außerdem habe ich dir die Karte verlinkt.
------> s. oben

Aber aufpassen: Im Mai gibt das noch nichts mit dem Wandern im Gebirge.....und vor Juli an sehr vielen stellen auch nicht. Zu viel Restschnee.

Gruß,
FCElch
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon arippich » Fr, 17. Apr 2015, 23:28

Hi Pauli,
ich finde es schwierig auf Deine Frage Empfehlungen zu geben, weil ich denke, dass Deine Vorstellungen über das Wandern/Trecking in Norwegen nicht ganz der Realität vor Ort entsprichen.
Deswegen würde ich Dir empfehlen Dich ein bisschen mit dem Land zu befassen, einen Reiseführer zu lesen um Dir erst einmal klar zu sein welche Art von Urlaub Du machen möchtest, bevor Du mit der Detailplanung anfängst.

Ich vermute nämlich, dass es sinnvoller für Dich wäre das Land mit Zug/Bus/u.U. Trampen zu bereisen und die eine oder andere Wanderung einzuschieben und dabei mit einfacheren Gebieten anzufangen.

Norwegen ist ein tolles Revier für Weitwanderungen und es gibt endlose Möglichkeiten.
Eine längere Treckingtour zu organisieren ist aber logistisch anspruchsvoll und auch das Terrain und Wetter sind oft nicht ohne. Nichts was ich einem Anfänger empfehlen würde, noch dazu wenn er/sie allein unterwegs ist.
Der DNT z.B. rät generell davon ab allein ins Fjell zu ziehen.

Anders als z.B. auf vielen Weiterwanderwegen in Mittel/Südeuropa gibt es viel weniger Infrastruktur und Möglichkeiten Proviant nachzukaufen im Norden fehlt die Möglichkeit meist völlig.

Du hast geschrieben, dass Du Dich am Anfang in der Nähe der Straße bewegen willst, das ist in Norwegen auch oft die einzige Möglichkeit sich fortzubewegen, allerdings ohne Fußweg o.ä.
Es ist nicht wie in D, wo nahezu die gesamte Landschaft wirtschaflich erschlossen ist und man deshalb alle Nase lang Wege hat.
Im südlicheren Gefilden ist zudem i.d.R. (in den Tälern) das gesamte bewirtschaftbare Land genutzt. Stellen zum Wildzelten etc. sind schwierig zu finden.
Frei bewegen kann man sich vor allem in den Bergen.

Was ich an Deiner Stelle machen würde ist mir erst einmal jemanden suchen, der mitkommt.
Dann würde ich zusehen Wander/Outdoorerfahrung, z.B. auf einem einfachernen Weitwanderweg, oder auch auf einer Paddeltour/Floßtour o.ä., zu sammeln.
Mir fällt dazu z.B. der Bohusleden bei Göteborg http://bohusleden.se/lang/de/ (ist nicht Norwegen, aber landschaftlich cool und gut zu erreichen - Norwegen ist am Ende nicht mehr weit :D).
Vielleicht machst Du auch erst mal was Organisiertes. Der DNT bietet z.T. auch geführte Touren an.

Gruß,
Andrej
arippich
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon strandsegel » Sa, 18. Apr 2015, 17:16

Hallo ´Pauli,
ich sehe es ebenso wir arippich.
Um Norwegen zu genießen schließe Dich einer Gruppe oder einem erfahrenen Wanderer an. Es gibt zu viele Unwägbarkeiten: sehr schwieriges Gelände, plötzlicher " Wintereinbruch", ohne GPS geht nicht. Und um die Zeit liegt in vielen Regionen noch Schnee.
Liebe Grüße
strandsegel
 
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon pauliwest » Mo, 20. Apr 2015, 19:16

Hallo :)

Danke für eure Antworten und Ratschläge. Ich hab mir das tatsächlich nochmal durch den Kopf gehen lassen und werde voraussichtlich diesen Sommer für zwei Wochen nach Norwegen fahren. Dann kann ich meine Tour in Mini -Ausgabe mal auszuprobieren und mir die Fjordruta in Südnorwegen vornehmen. Bei Fragen dazu, werde ich allerdings einen neuen Thread eröffnen ;)

Vielen Dank trotzdem für eure Hilfe und Tipps!
Einen schönen Abend euch,
Pauli
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon fcelch » Mo, 20. Apr 2015, 20:22

Pauli, wenn du 3 Monate Zeit hast würde ich es nicht auf 2 Wochen eindampfen. Nimm dir mehr Zeit und mach dir keinen Druck....und dann los. So lange wie es dir gefällt. Wer weiss ob du die Chance für einen langen Trip ein zweites Mal bekommst.
Grusd
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon arippich » Di, 21. Apr 2015, 1:18

fcelch hat geschrieben:Pauli, wenn du 3 Monate Zeit hast würde ich es nicht auf 2 Wochen eindampfen. Nimm dir mehr Zeit und mach dir keinen Druck....und dann los. So lange wie es dir gefällt. Wer weiss ob du die Chance für einen langen Trip ein zweites Mal bekommst.
Grusd
Fcelch


Das sehe ich anders. Zumindest wenn es um längere Fjelltouren geht.

Jemanden der nach eigener Aussage keine "Campingerfahrung" hat, was für mich Erfahrungen mit Mehrtagestouren in den Bergen ausschließt, der ganz offensichtlich falsche Vorstellungen von der Landestopologie hat, kann ich nicht guten Gewissens empfehlen den Rucksack schultern und alleine loszuziehen.
Da ist die Entäuschung, wenn nicht Schlimmeres, vorprogrammiert.

Es ist ein sinnvoller Ansatz erst einmal auf kürzeren Touren Erfahrungen zu sammeln, bevor man Größeres wagt. Gerade weil sie so viel Zeit hat und nicht hetzten muss, kann sie das in einem Urlaub machen.
Bei 0 Erfahrung würde ich als Alleinreisende aber sowieso was Organsiertes empfehlen.
arippich
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon Gudrun » Di, 21. Apr 2015, 8:09

Ich bin nicht ängstlich, habe Campingerfahrung, wandere - auch allein in mir bekannten Gegenden. Aber eine Mehrtagestour allein querfeldein im Fjell - fast weglos - würde ich nicht wagen. Da fehlen Kenntnisse zur sicheren Orientierung ohne Hightech, wenn die Sicht tagelang keine 100 m beträgt. Da fehlt die leichte Ausrüstung, die trotzdem für plötzlichen Kälteeinfall geeignet ist. Da fehlt die Kondition. Ich schätze, man trägt so 20 kg ohne Wasser durch die Gegend bei einer Mehrtagestour? Das kann leicht ins Auge gehen.
Was anderes ist es, wenn man eine Route geht, die sich an den Ortschaften orientiert, auf der man sich prakitsch nicht verlaufen kann, weil sie einer Küste oder einem Flußlauf folgt. Ich denke an so etwas wie den Hohe-Küsten-Wanderweg in Schweden. Gibt es da was in Norwegen? Die Topografie ist ja doch ganz anders als in Schweden. Mehrere solche Wege kombiniert ergeben ja auch einige Wochen. Ist das vielleicht eine Alternative?

Grüße Gudrun
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Re: Into the Wild -Wandern und Zelten in Norwegen als junge

Beitragvon pauliwest » Di, 21. Apr 2015, 9:18

Hallo Arippich, hallo Gudrun,

danke für eure Einschätzung. Der Sinn meiner Tour soll jedoch eigentlich werden, eben nicht mit anderen Menschen zu wandern oder nachts in Ortschaften zu übernachten. Wenn ich das möchte, kann ich auch in Deutschland wandern oder in irgendeinem Touristenort auf Mallorca Urlaub machen. Mir ist klar, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist, direkt drei Monate durchs Fjell zu wandern. Deswegen plane ich jetzt auch, zuerst einmal für zwei Wochen in Südnorwegen zu wandern, und habe da bisher die Fjordruta im Kopf. Die soll sehr gut beschildert und größtenteils auch ohne große Höhenmeter sein.

Liebe Grüße,
Pauli
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