Als Lehrer nach Norwegen?

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Als Lehrer nach Norwegen?

Beitragvon EvaKo » So, 25. Apr 2010, 9:55

Liebe Norwegen-Spezialisten,
mein Freund würde gerne als Chemie-Lehrer in Norwegen arbeiten, aber leider sind die Voraussetzungen nicht optimal: Wir lernen zwar seit einigen Jahren Norwegisch an der VHS, aber das geht leider eher schleppend voran. Ich würde unser Niveau als solide Basis bezeichnen, mit der man gut im Alltag zurecht kommt, aber sicherlich nicht vor eine Schulklasse treten kann. Meine Frage also: Ist es hoffnungslos, sich nach Stellen umzusehen? Gibt es deutsche oder internationale Schulen, wo die Unterrichtssprache Deutsch oder auch Englisch ist?
Das zweite Problem: Mein Freund hat keine normale "Lehrerlaufbahn" eingeschlagen, sondern ist Quereinsteiger mit einem Chemie-Diplom. Weiß jemand, ob in Norwegen nur Lehrer mit klassischer Ausbildung eingestellt werden oder gibt es auch Quereinsteiger? Werden Lehrer in Norwegen eigentlich verbeamtet wie in Deutschland?
Vielen Dank für euer Insider-Wissen!
Eva
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Re: Als Lehrer nach Norwegen?

Beitragvon keks » So, 25. Apr 2010, 10:48

Hallo Eva,

sich als Lehrer in Norwegen zu bewerben ohne fließend die Sprache zu sprechen würde ich mal als hoffnungslos bezeichnen. Schließlich steht man da den ganzen Tag vor der Klasse und muss versuchen, Wissen zu vermitteln. Ich denke mal der richtige Weg könnte da sein sich erst mal auf andere Stellen zu bewerben die nicht so eine hohe "kommunikative" Kompetenz erfordern um die Sprache im Land zu lernen.

Grüße,

Keks
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Re: Als Lehrer nach Norwegen?

Beitragvon norwegenbus » So, 25. Apr 2010, 16:59

EvaKo hat geschrieben:Meine Frage also: Ist es hoffnungslos, sich nach Stellen umzusehen? Gibt es deutsche oder internationale Schulen, wo die Unterrichtssprache Deutsch oder auch Englisch ist?



Deutsche Schule in Oslo : http://www.deutscheschule.no/de/startseite-mainmenu-1
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Re: Als Lehrer nach Norwegen?

Beitragvon svenjo » So, 25. Apr 2010, 19:27

Meine Frau lehrt deutsch an einer Privatschule. Daher hab ich ein paar Tipps:

- Über Sprachanforderungen entscheidet der jeweilige Schulrektor. Manche fordern Bergenstest von ausländischen Lehrern, anderen reicht ein kurzes persönliches Gespräch.

- In Norwegen müssen alle Lehrer ein praktisch-pädagogisches Zeugnis haben, nennt sich PPU. Man kann seine deutsche Lehrerausbildung beim utdanningsdirektoratet anerkennen lassen, aber das dauert und kostet ein bisschen was (beglaubigte Übersetzungen etc). Näheres hier

- auch Quereinsteiger brauchen ein PPU Zeugnis. Im schlimmsten Fall, wenn man seine Ausbildung nicht anerkannt bekommt, muss man das dann hier auf eigene Kosten erwerben (zB 3 Semester Teilzeitstudium)

- Man kann auch ohne PPU arbeiten, allerdings nur befristet für 1 oder 2 Semester. Festanstellung gibt es nur mit PPU.

- Chemie ist als "Realfag" eigentlich gefragt. Bewerben kann sich also lohnen, besonders wenn du noch ein Fach dazu kannst. Wenn du nur Chemie lehren kannst, musst du damit rechnen, dass du nur eine 50% Stelle findest. Das ist dann in sofern aussichtslos, als dass man eine 100% Stelle für die Aufenthaltsgenehmigung in Norwegen braucht.
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Re: Als Lehrer nach Norwegen?

Beitragvon der westfale » So, 25. Apr 2010, 19:55

svenjo hat geschrieben:Meine Frau lehrt deutsch an einer Privatschule. Daher hab ich ein paar Tipps:


- Chemie ist als "Realfag" eigentlich gefragt. Bewerben kann sich also lohnen, besonders wenn du noch ein Fach dazu kannst. Wenn du nur Chemie lehren kannst, musst du damit rechnen, dass du nur eine 50% Stelle findest. Das ist dann in sofern aussichtslos, als dass man eine 100% Stelle für die Aufenthaltsgenehmigung in Norwegen braucht.



Hei,

man braucht nicht unbedingt eine 100% Stellung um eine Aufenthaltsgenemigung zu bekommen, man muss halt nur soviel verdienen das man ohne staatliche Unterstuetzung hier klar kommt. Die Prozente sind da nicht ausschlaggebend sondern das Familieneinkommen.

Hilsen Mark
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Re: Als Lehrer nach Norwegen?

Beitragvon svenjo » Mo, 26. Apr 2010, 7:13

Ah, danke für die Berichtigung Mark. Demnach wären zwei 50%-Stellen an verschiedenen Schulen also auch eine Möglichkeit.
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Re: Als Lehrer nach Norwegen?

Beitragvon EvaKo » Mo, 26. Apr 2010, 7:34

Vielen Dank für die wertvollen Hinweise und Informationen, insbesondere zur PPU!
@Svenjo: unterrichtet Deine Frau an der Deutschen Schule ausschließlich auf Deutsch, oder kann sie sehr gutes Norwegisch? Unterichtet sie denn noch ein 2. Fach?

Wünsche allen eine schöne Woche!
Eva
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Re: Als Lehrer nach Norwegen?

Beitragvon der westfale » Mo, 26. Apr 2010, 10:51

svenjo hat geschrieben:Ah, danke für die Berichtigung Mark. Demnach wären zwei 50%-Stellen an verschiedenen Schulen also auch eine Möglichkeit.



Waehr auch eine theoretische Moeglichkeit, da hast du recht. In der Praxis aber wahrscheinlich nicht zu realisieren an zwei Schulen gleichzeitig zu Unterrichten. Ich wollt auch nur darauf hinweisen, dass nicht die Hoehe der % fuer eine Aufenthaltsgenemigung ( heisst mitlerweile, glaube ich, auch nicht mehr so) ausschlaggebend sind, sondern das Einkommen. Das wird, von Staatswegen, geprueft beim Antrag auf Aufenthaltsgenemigung. Sollte man dann unter einen Satz X verdienen, muss man halt noch einen Nachweis erbringen das man sich hier ohne staatliche Stuetze ueber Wasser halten kann.
Gibt es noch einen weiteren Verdiener in der Familie, oder Lebensgemeinschaft ist dies nun, denke ich, kein Problem mehr.

Hilsen Mark
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