Mal eben über ’n Berg: Hornindalsvatten- Lotsberg
Das wollte mein Sohn schon immer mal, mal über'n Berg. Auf unserer Wanderkarte ist auf jeder Bergseite ein Stück Weg, ein Stück müssen wir uns querbeet denken. Oder quersumpf. Man wird sehen, denken wir, so schlimm kann es nicht werden (wurde es auch nicht)

Also haben wir uns von mannen min nach dem samstäglichen Einkauf in Skauset (ca. 10 km von Nordfjordeid Richtung Hornindal) absetzen lassen und sind bergan gestiefelt. Nicht ohne vorher auf dem Hof nachzufragen, ob der Abzweig des Fußweges ab vom Traktorvei markiert ist. Wir haben schließlich schon öfters Trampelpfade verpasst. Er ist markiert, med en røde pinne. Ist laut Karte in einer Kurve, müsste leicht zu finden sein.
Bis zu eben dieser Kurve geht es gemächlich bergan, mit vielen Blaubeeren am Wegesrand, aber weit und breit kein pinne. Wir finden den Trampelpfad trotzdem, er ist nicht zu übersehen. An einer Hytte machen wir Pause, denn danach wird es ziemlich steil, so 80 Höhenmeter mehr oder weniger Treppensteigen.

Wie schaffen Kinder es nur, Treppen bergan zu hüpfen??? Schließlich sitzt man dann doch auf Maragjølsætra, verschnauft mit schönem Blick über das Hornindalsvatten.



Der „richtige“ Weg geht noch ein Stück weiter, vorbei an (nicht über!) einer schönen alten Brücke und verliert sich schließlich irgendwo im Nichts.


Aber die Richtung ist klar, einer der Bäche gibt die sie vor: geradeaus durch das Tal und ab durch eine Senke über den Berg. Den kenne ich schließlich seit meiner Kindheit, nur von der anderen Seite. Ein wenig anstrengend ist es schon, ohne Weg durch das kniehohe Gestrüpp zu stapfen, ist aber nur ein kurzes Stück (ein Stündchen oder so...), dann wird es felsiger.

Und schließlich kommt er, der Moment, auf den mein Sohn sich so gefreut hat: oben auf dem Berg auf einem Felsen (bis zu dem ich schon mit meinen Eltern gewandert bin, nur eben von der anderen Seite...) zu sitzen und genau zu sehen: da kommen wir her

und dort gehen wir hin.

Hinter uns Sonne, vor uns dicke Wolken über dem Jostedalsbreen.
Ab jetzt geht es nur noch bergab. Zum Teil unangenehm steil bergab über den Versorgungsweg des Senders. Was auch der Grund war, diese Wanderung in eben genau dieser Richtung zu gehen. Weil der Bergauf-Teil auf der Hornindal-Seite einfach schöner ist. Nächste Pause bei Lillian auf Lotsbergstøylen in der Sonne hinter dem Haus, bis es plötzlich fürchterlich donnert. Richtung Stryn ist der Himmel, und nicht nur der, grauschwarz. Also, Schluss mit gemütlich, wir eilen auf altbekannten Pfaden den Berg runter. Halbe Stunde bis Lotsberg zu unserer Hytte, dann fängt es an zu regnen.
Laut meinem Sohn die beste Wanderung des Urlaubs. Recht hat er.
Ungefähr 10 km, kinderfreundlich. (Mein Sohn ist 10 Jahre)
Karte: Statens Kartverk 1218 I
Nordfjordeid