Hei Rosi.
Zu Hause war ich hier ab dem Dienstag nach meiner Ankunft (die war Freitags) - da war klar das meine Umzugshelfer mit dem Umzug für mich fertig werden und ich danach nicht noch wer weiß wie lange in völligem Chaos leben muß.
AG beantragt hab ich via Firma von Deutschland aus.
D-Nummer war nach fünf sechs Wochen dann doch mal da - da wollte meine Firma auch gerade anfangen zu intervenieren und dem Ligningskontor mal auf die Finger klopfen. AG Benachrichtigung kam am 23.11.2005 also fast zwei Monate nach Einreise.
Einkaufsmöglichkeiten - ich stolper immer mal wieder über einen Laden und wenn ich gerade entsprechend gut drauf bin stolpere ich auch schon mal rein und gucke ob die was haben was mich interessiert. Lebensmittelladen hab ich am ersten Tag gefunden - und da bin ich bis heute meistens noch, weil ich a) kein Auto habe und b) keine Lust den Kram einmal quer durch die Stadt zu tragen.
Anfangs im Job ist gut. Ich war ein Teil der Firma bevor ich überhaupt auch nur den Vertrag unterschrieben hatte. Ich hab' in der Firma alles an Rückendeckung was ich brauchen kann, wenn ich es haben will und das immer auf einem Level, dass ich nie zu irgendwas gezwungen werde. Wenn ich ein paar Tage in folge aussehe als sei ich ein paar Tage zuvor gestorben kann ich sichersein, dass die halbe Mannschaft mindestens bei meinem Chef schon mal nachgefragt hat ob er weiß was mit mir los ist und wenn ich dann immernoch nicht freiwillig komme und mit ihm quatsche kommt er eben und fragt mal nach ob ich sicher bin, dass ich noch am Leben bin. Diese Firma ist anders als alles was ich sonst gewohnt war. Seit ein paar Monaten hat z.B. mein Chef den Ersatzschlüssel für meine Wohnung, ich hab' eine Sondergenehmigung mich im Zweifel nicht bis spätestens 10:00 krank melden zu müssen, sondern auch erst später anrufen zu dürfen marke wenn ich um 6:00 mit Migräne aufwache und mir meine Tabletten in den Kopf werfe und davon dann minimal 4 Stunden wie ein Stein schlafe verpasse ich nichts und bekomme auch keine bösen Briefe weil ich mich erst um 10:05 krank gemeldet habe - da gildet dann die Devise "hauptsache Du meldest Dich überhaupt".
Und fließende Unterhaltungen waren schon im Vorstellungsgespräch kein großes Thema. Allerdings hätte ich sonst wohl auch den Job nicht bekommen, wenn ich mal ein paar Infos deute die ich neulich so bekommen habe (ich gestehe ich hatte mir auch nichts anderes vorgestellt, weil man im Konsulting in Norwegen nunmal norwegisch spricht und nicht französisch).
Und was meine Kollegen betrifft hab ich schon ganz eindeutig (und von Anfang an) das Gefühl, wenn ich Sonntags wen anriefe weil mir die Hütte abbrennt, dann steht binnen Minuten die komplette Truppe für der Tür um Löschen zu helfen.
Heimweh? Wonach denn von hier aus? Heimweh hab ich bestenfalls in Deutschland nach Norwegen. Ich liebe dieses Land, weil es mich so annimmt und sein läßt wie ich bin und ich nicht andauernd das Spiel mit den Masken spielen muß, nur weil meine Laune nicht der allgemeinen Vorstellung entspricht.
Wie war das noch heute beim Lunsj: Ein Kollege meinte irgendwas von typisch deutschem Vorgehen oder so und guckte mich nur an und meinte, nein Du bist nicht gemeint. Darauf hin meinte ich nur, dass ich neulich auf einer von einem deutschen Reiseveranstalter organisierten Reise auch nicht als Deutsche gegolten hätte, immer wenn die gemeint waren, die via Deutschland und nicht via Holland gebucht hatten wurden wir "nicht-Holländer" genannt und die anderen (zu denen auch eine Französin gehörte) waren dann die Holländer. Woraufhin mein Abteilungsleiter (!=Chef) nur meinte [seineszeichens geb. Inder]: "stimmt Du bist keine Deutsche".
Paß-Norweger zwar auch noch nicht aber das kommt dann auch bald...
Und damit bin ich dann hier mehr als ich in Deutschland je war - nämlich Teil des Ganzen beinahe egal wo ich bin.
Hoffe Du bist jetzt nicht zusehr von der Antwort geschockt.
Pannekakelansk
Die endlich zu Hause ist. Wurde ja auch langsam mal Zeit
