Back Roads

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Re: Back Roads

Beitragvon Kumulus » Mi, 16. Sep 2020, 9:58

Julindi hat geschrieben:Die Fahrt über das Fjell sieht herrlich aus - diese Strecke bin ich noch nicht gefahren, das muss ich wohl noch nachholen



Das solltest du tatsächlich mal überlegen - der Fv 50 ist anfangs durch die vielen Wendetunnel spektakulär, später auf der Hochebene sehr, sehr schön. Und es gibt zahlreiche Möglichkeiten für größere und kleinere Wanderungen. Die bekannteste ist wohl durch das Aurlandsdalen von Østerbø nach Vassbygdi. Allerdings ist diese Strecke gute 20 Kilometer lang, soll aber traumhaft schön sein.
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Re: Back Roads

Beitragvon Voronwe » Mi, 16. Sep 2020, 10:21

Kumulus hat geschrieben:
Julindi hat geschrieben:Die Fahrt über das Fjell sieht herrlich aus - diese Strecke bin ich noch nicht gefahren, das muss ich wohl noch nachholen



Das solltest du tatsächlich mal überlegen - der Fv 50 ist anfangs durch die vielen Wendetunnel spektakulär, später auf der Hochebene sehr, sehr schön. Und es gibt zahlreiche Möglichkeiten für größere und kleinere Wanderungen. Die bekannteste ist wohl durch das Aurlandsdalen von Østerbø nach Vassbygdi. Allerdings ist diese Strecke gute 20 Kilometer lang, soll aber traumhaft schön sein.


Ich bin die mal im Winter gefahren und kann mich auch noch an denn Tunnel mit Rolltor erinnern. (viewtopic.php?f=45&t=31088#p291164)

Warum bist Du denn von Deinem ursprünglichen Plan abgerückt, über Borgund zu fahren? Rein Zeit- und Entfernungstechnisch sollte da kein großer Unterschied sein. Oder war Geilo schon fest gebucht? Ich bin damals Gol - Flåm - Gol an einem Tag gefahren und fand es jetzt nicht sonderlich stressig.

Ansonsten ist ganze wieder ein bisschen Salz in die Wunde :D , denn das Aurlandsdalen hatten wir uns für dieses Jahr vorgenommen. Es gibt da übrigens einen Wanderbus, sodaß man das Auto morgens in Vassbygdi stehen lassen kann, mit dem Bus nach Østerbø fahren und dann ohne Zeitdruck zurückwandern. Soll wohl tatsächlich traumhaft sein - hoffentlich nächstes Jahr.
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Re: Back Roads

Beitragvon Kumulus » Mi, 16. Sep 2020, 11:33

Voronwe hat geschrieben:Warum bist Du denn von Deinem ursprünglichen Plan abgerückt, über Borgund zu fahren? Rein Zeit- und Entfernungstechnisch sollte da kein großer Unterschied sein. Oder war Geilo schon fest gebucht?



Durch den ungewollten Vorfall hatte ich nun eineinhalb Tage "Verspätung". Die wollte ich zwar nicht mehr einfahren, aber die Dinge, die ich vor Ort machen wollte, gingen um die Zeit nicht mehr. Schließlich bin ich erst um 16:30 Uhr von Bakka aus losgekommen. Da war der Tag für große Unternehmungen oder Wanderungen fast schon vorbei. Und in der Tat hatte ich alle Campingplätze im Voraus reserviert. Gerade wegen Corona war es mir wichtig, zu wissen, ob ein Stellplatz geöffnet hat oder ob es irgendwelche Einschränkungen gibt.

Voronwe hat geschrieben:Ansonsten ist ganze wieder ein bisschen Salz in die Wunde :D , denn das Aurlandsdalen hatten wir uns für dieses Jahr vorgenommen. Es gibt da übrigens einen Wanderbus, sodaß man das Auto morgens in Vassbygdi stehen lassen kann, mit dem Bus nach Østerbø fahren und dann ohne Zeitdruck zurückwandern. Soll wohl tatsächlich traumhaft sein - hoffentlich nächstes Jahr.


Ich wäge seit Jahren immer wieder ab, soll ich oder soll ich nicht. Die Strecke, von der man ja im Internet einiges sehen kann, muss wirklich traumhaft sein. Mich schrecken da eher die 20 Kilometer.


Im Übrigen sind deine Winterlandschaften super !!
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Re: Back Roads

Beitragvon Voronwe » Mi, 16. Sep 2020, 12:13

Kumulus hat geschrieben:
Durch den ungewollten Vorfall hatte ich nun eineinhalb Tage "Verspätung". Die wollte ich zwar nicht mehr einfahren, aber die Dinge, die ich vor Ort machen wollte, gingen um die Zeit nicht mehr. Schließlich bin ich erst um 16:30 Uhr von Bakka aus losgekommen. Da war der Tag für große Unternehmungen oder Wanderungen fast schon vorbei. Und in der Tat hatte ich alle Campingplätze im Voraus reserviert. Gerade wegen Corona war es mir wichtig, zu wissen, ob ein Stellplatz geöffnet hat oder ob es irgendwelche Einschränkungen gibt.


Ah, das mit der Uhrzeit hatte ich irgendwie überlesen. Dann ist es auch klar.


Kumulus hat geschrieben:Im Übrigen sind deine Winterlandschaften super !!


Danke. Leider hat man mit schulpflichtigen Kindern nur wenige Möglichkeiten, im Winter nach Norwegen zu kommen, denn bei einer Woche Faschingsferien lohnt die Anreise aus Süddeutschland eigentlich nicht und an Ostern ist ja norwegische Hochsaison.
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Re: Back Roads

Beitragvon Kumulus » Mi, 16. Sep 2020, 20:46

6. Tag – 07. August 2020

Morgens um 07:00 Uhr werde ich von Baumaschinen geweckt, die unmittelbar neben dem Campingplatz ein altes Haus abreißen. An Ruhe oder gar Schlafen ist fortan nicht mehr zu denken. Also aufstehen und frisch machen. Ich habe Glück und kann mich in der freien Familien- und Behindertenkabine fertig machen. Denn der Campingplatz verfügt tatsächlich nur über zwei Toiletten, einer Dusche und den Behindertenraum. Ein bischen wenig für weit über 50 Stellplätze. Hinzu kommt, dass das Wasser der Dusche in die daneben befindliche WC-Kabine läuft und überflutet. Eine Schwachsinns-Planung. Den Engpass in der so genannten „Küche“ habe ich ja schon beschrieben. Das macht alles nicht besser.

Für das Grauwasser der Wohnmobile nutzt man einfach einen Straßengulli, der unmittelbar neben einem Stellplatz vorhanden ist. Der Gipfel an Fehlplanung ist jedoch die Reinigung der Entsorgungsstation morgens um 08:30 Uhr für all die Porta Pottis, die nachts so schön gefüllt wurden und die sich jetzt über eine Entleerung freuen würden. Vor der Station reihen sich die Männer mit ihren „Goldeimern“ und warten der Dinge.

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Bei mir geht es gegen 09:30 Uhr weiter in Richtung Austbygde und Rjukan.
Am Abend stelle ich fest, ich bin wahrscheinlich noch nie so viele Serpentinen und Berge rauf und runter gefahren, wie heute. Die Strecke von Geilo nach Bjørkeflåta über den Fv 40 …….

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…. und weiter nach Austbygde, Rjukan bzw. kurz davor nach Tuddal sind echte Herausforderungen für Mensch und Maschine. Möglichkeiten zum Anhalten und Fotografieren gibt es keine.

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Dabei ist gerade die Hochebene des Fv 651 vom Gaustatoppen nach Tuddal besonders schön. Knapp 1.200 Meter über dem Meer und demzufolge nur mit geringer oder niedriger Vegetation. Eine grandiose Landschaft.

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Am Nachmittag erreiche ich Eidsborg Stavkirke und das Telemarkmuseum. Ich nehme um 16:00 Uhr an einer Führung in der Stabkirche teil und habe vorher ausreichend Zeit für das Museum und die Außenanlagen.

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Es ist alles dicht beieinander, so dass lange Spaziergänge zwischen den alten Gebäuden entfallen. Außerdem sind diese wegen Corona geschlossen und können nur von außen betrachtet werden.

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Auch beim späteren Besuch in der Stabkirche gelten Abstandsregelungen und Höchstzahlen. Nur 12 Besucher dürfen gleichzeitig in die Kirche und die Sitzplätze auf den Bänken sind markiert.

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Der Vortrag auf Norwegisch und Deutsch ist sehr informativ und gibt einen kleinen Einblick in frühere Zeiten.

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Gegen 17:00 Uhr bin ich auf dem Buøy Campingplatz in Dalen. Teilweise schön gelegene Stellplätze für kleinere Fahrzeuge direkt an der Tokke. Aber es erscheint mir alles etwas „vintage“. Mit vier, in Reihe stehenden langen Holzhäusern wirkt alles wie in einem Barackenlager. Ich glaube, ich habe aber auch immer etwas zu meckern. 

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Nach einem kleinen Imbiss mache ich einen Rundgang durch Dalen; zwei Supermärkte, ein Blumenladen, eine Pizzeria und das berühmte „Hotel Dalen“.

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Ab 300 € die Nacht lassen einen an Luxus denken. Aber die Fahrzeuge auf dem Hotel-Parkplatz und die Gäste auf der Terrasse muten anders zu. Egal, ich hatte vor der Reise versucht, ein Zimmer zu reservieren, bin dann aber nicht zum Zuge gekommen, weil das Hotel zu dem Zeitpunkt ausgebucht war.

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Imposant ist das Hotel allemal. Und wen ich früher, so zum Nachmittag, hier gewesen wäre, hätte ich einen Tee gerne auf der Terrasse dort eingenommen.

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Bereits zum Nachmittag wurde es wieder wärmer und sonniger. Am Abend kommt sogar die Sonne ganz aus den Wolken hervor und lässt den Sommer einfach Sommer sein. So ist es schön.

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Leider bleibt das nicht allzu lange so; die Sonne verabschiedet sich kurz vor 21:00 Uhr hinter den Bergen. Sofort wird es wieder kühler. Schade!
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Re: Back Roads

Beitragvon KaZi » Do, 17. Sep 2020, 7:40

Sehr schöner Reisebericht, danke. Da kommen Erinnerungen auf. :D
Gruß Karsten


https://www.kazis-seite.de
"Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg in einer Kupferrüstung zu stehen und »SCHEISS GÖTTER!« zu rufen." (Terry Pratchett)
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Re: Back Roads

Beitragvon Voronwe » Do, 17. Sep 2020, 9:01

Kumulus hat geschrieben:
Bei mir geht es gegen 09:30 Uhr weiter in Richtung Austbygde und Rjukan.
Am Abend stelle ich fest, ich bin wahrscheinlich noch nie so viele Serpentinen und Berge rauf und runter gefahren, wie heute. Die Strecke von Geilo nach Bjørkeflåta über den Fv 40 …….

Man beachte, das diese Strecke ein Teil des Norseman-Triatlons ist, der als einer der härtesten der Welt gilt:
Startet auf einer Fähre in Hardangerfjord mit Schwimmen bis Eidfjord, danach Radfahren von Eidfjord über Geilo nach Austbygde, dann ein Marathon mit Ziel auf dem Gaustatoppen (wobei sie da nur die ersten 160 hochlassen, für den Rest ist in Langevon "schon" Schluß).
Tja, per aspera at hortum :D


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Wo ist denn der Tunnel?
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Re: Back Roads

Beitragvon Kumulus » Do, 17. Sep 2020, 9:18

Voronwe hat geschrieben:Tja, per aspera at hortum.



Man könnte auch sagen: "Vor dem Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt"!



Voronwe hat geschrieben:Bild

Wo ist denn der Tunnel?



Das ist der 9,3 Kilometer lange Mælefjelltunnel, der die E 134 zwischen Århusmoen in der Kommune Seljord und Gvammen in der Kommune Hjartdal der ehemaligen Fylke Telemark abkürzt.

https://goo.gl/maps/cir2tZh9mHNs8WxB8

Der Tunnel wurde am 19. Dezember 2019 für den Verkehr freigegeben. Er verkürzt die Strecke um ca. 10 Kilometer und die Fahrzeug um rd. 18 Minuten. Der Bau hat 2 Milliarden Kronen gekostet.
(Alle Angaben von Wikipedia)

Ich wünsche einen schönen Tag
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Re: Back Roads

Beitragvon Kumulus » Do, 17. Sep 2020, 21:25

07. Tag – 08. August 2020

Heute war der bisher sonnigste Tag der ganzen Woche. Einfach nur schön. Vor allem die Strecke entlang dem Nisser, denn ich bin auf dem Weg von Dalen nach Treungen.

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Doch zuvor geht es noch über den Fv 38 immer am Vråvatn entlang. Bei so schönem Wetter macht das Auto fahren in dieser phantastischen Landschaft doppelt Spaß.

In Vrådal besuche ich die beiden alten Schleusen, die die Seenlandschaft miteinander verbindet. Einem Gedenkstein zufolge sind die Anlagen aus dem frühen 20. Jahrhundert.

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Weitere Informationen gibt es in einem Schleusenmuseum, in dem über die Geschichte der Schleusen und Gewässer, sowie das Flößen der Baumstämme in früheren Zeiten berichtet wird. Leider hatte das Museum zum Zeitpunkt meines Besuches nicht geöffnet.

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Von Vrådal aus geht es auf dem Rv 41 immer am Nisser entlang bis nach Treungen.
Ich fahre allerdings nur bis zur kleinen und schmalen Halbinsel Sundsodden und nehme für die Weiterfahrt die Fähre über den Fjonesund.

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Die Fjoneferga ist eine Kabelfähre, die Personen und wenige Fahrzeuge über die 500 Meter breite Seeenge zwischen Fjone und Sundsodden bringt. Die heutige MF „Nissen“ stammt aus dem Jahr 1976 und wird von der Kommune Kviteseid betrieben. Sie transportiert bis zu 6.000 Fahrzeuge im Jahr und ist Norwegens kleinste Kabelfähre.

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Diese Anzahl an Fahrzeugen pro Jahr erstaunt mich allerdings, denn die Fähre darf nur maximal 15 Personen und drei Fahrzeuge befördern. Normalgroße Fahrzeuge wohlgemerkt. Aber was macht man, wenn die PKw’s länger als „normal“ sind? Ganz einfach: Man schiebt die Autos Stoßstange an Stoßstange, lässt das erste Auto vorne ein wenig überstehen und das letzte Auto ebenso nach hinten. Und schon geht die Fahrt über den Teich.

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Ein echtes Erlebnis, das man sich als gelungene Abwechslung auf der Strecke gönnen sollte. Denn die Entfernungen von der Halbinsel Sundsodden bis nach Treungen über den Rv 41 ist annähernd gleich lang, wie die Entfernung von Fjone über den Fv 3380/Fjonevegen bis dorthin.

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In Treungen besuche ich das so genannte „Z-Museum“, eine Wanderung „in die gute alte Zeit“!
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Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ist alles zusammengetragen und verfügbar, was die damalige Zeit geprägt hat.

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Phantastische Oldtimer, Mickey Maus, Hausrat, Möbel, Schmuck, Uhren und-und-und. Man kommt aus dem Staunen und Schwärmen kaum noch heraus.

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Ich bin bei den kleinen Museen in Skandinavien immer etwas skeptisch, was den Informations- und Unterhaltungswert betrifft. Aber das „Z-Museum“ lohnt einen Besuch auch noch zum zweiten oder dritten Mal. Die Ausstellung ist sensationell. Und im Museumscafe gibt’s frische Waffeln – lecker!!

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Weiter geht’s auf dem Rv 41 in Richtung Åmli und schließlich bis nach Evje. Unterwegs noch jeweils einen kurzen Fotostopp an der Karlsåa steinhvelvbru und dem Lifossen in der Nidelva.

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Interessant wird es jedoch an der Koppsåna Kulturminne „Altes Sägewerk“ hinter Dølemo am Fv 413. Das Kulturdenkmal umfasst einen Staudamm, einen Schrägdamm für das Flößen von Baumstämmen, eine alte Wassermühle sowie eine alte Säge mit dazugehöriger Materialscheune. Und das alles aus dem späten 19. Jahrhundert, den goldenen Jahren des Schiffbaus in Südnorwegen.

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Abends bin ich auf dem Campingplatz in Hornnes, sehr schön am Breidflå bzw. einer Gewässerschleife der Otra gelegen. Ein eigener Badestrand lädt zum Baden ein und die Kieferplantage vermittelt ein mediterranes Gefühl. Vor allem bei den Temperaturen von 25 Grad nach am frühen Abend.

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Der Platz ist gut gefüllt und die schönsten Stellplätze sind alle belegt; die meisten davon von norwegischen Dauercampern. Kann ich gut verstehen. Ich finde trotzdem einen annehmbaren Platz und genieße unbeschwert den Abend, nachdem ich mich an der Rezeption angemeldet und bezahlt habe. Denn die war bei meiner Ankunft noch geschlossen und nur zwischen 18:00 und 20:00 Uhr besetzt.

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Abend gegen 22:00 Uhr läuft dann auch die Campingwirtin mit einer Liste über den Platz und prüft, ob alle angemeldet sind. Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser.

Die sanitären Anlagen des Platzes sind vorzeigbar und werden morgens und abends sauber gemacht Ein guter Service.
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Re: Back Roads

Beitragvon DSR-Seemann » Fr, 18. Sep 2020, 8:17

Immer wieder schön Eure Berichte und Bilder hier zu lesen und zu schauen, DANKE... :super:
MfG von der Ostsee, Micha.
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Re: Back Roads

Beitragvon Heidrun » Fr, 18. Sep 2020, 18:28

Das sind ja alles wieder wunderbare Anregungen, die Du in Deinem Reisebericht spendierst.
Und endlich auch Sonne :D
Mit der Fjoneferga muß ich auch unbedingt mal fahren, das scheint ein originelles kleines Abenteuer zu sein.
Und das Z-Museum werde ich mir für einen eventuellen Regentag im Hinterkopf abspeichern, falls ich irgendwann dort in in der Nähe bin.
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Re: Back Roads

Beitragvon Kumulus » Fr, 18. Sep 2020, 21:54

08. Tag und Rückreise – 09. August 2020

So wie gestern und heute hätte das Wetter gerne die ganze Woche über sein dürfen. Aber das kann man sich nun nicht aussuchen.

Ich lasse mir Zeit, denn als einziger Termin, den es einzuhalten gilt, ist das Check-Inn an der Fähre nach Dänemark. Dazwischen ist nichts fest geplant.

So fahre ich kurz nach 10:00 Uhr erst einmal nach Evje, um mein Dosenpfand in Wienerbrød umzutauschen. Klappt sogar. Und ich bekomme sogar noch 2 NOK zurück.


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(Die Otra bei Moisund)


Anschließend geht’s zu einer kurzen Stippvisite zu Bauer Tom auf seine „Ranch“ nach Kleppgard am Fv 419. Nach kurzem Zögern erkennt er mich und freut sich natürlich. Wir tauschen uns ein wenig aus, wie’s jedem so geht, was ich im Urlaub gemacht habe und wann die Hütte an der Otra mal wieder frei ist. In diesem Jahr ist alles ausgebucht. Er empfiehlt, miteinander im kommenden Jahr mal zu telefonieren.

Und schon bin ich wieder auf der Strecke. Aber nicht den Rv 9 sondern die Nebenstrecke über Iveland, Røyknes und Vennesla. Nebenstraßen sind interessanter und schöner! Und man bekommt mehr zu sehen; das liegt vielleicht auch daran, dass man nicht so schnell unterwegs ist.

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So komme ich an der Kirche von Iveland vorbei; bei der ich schnell noch einen Geocach finde und logge. Die Kreuzkirche aus dem Jahr 1837 wurde aus Holz gebaut und bietet Platz für bis zu 350 Besucherinnen und Besucher.

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Direkt daneben um die Ecke befindet sich die von Ronald bereits im Bilderrätsel 2151 beschriebene „Iveland-Wand“. Für weitere Informationen bitte dort noch mal nachschlagen.

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(Iveland Kraftstasjon)

Einen weiteren Stopp lege ich am Nomeland Kraftverk ein. Mit riesigem Getöse stürzt das Wasser aus dem aufgestauten Nomelandsdammen über die Kante der Staumauer über 20 Meter in die Tiefe, um letztendlich die Turbinen im Kraftwerk anzutreiben.

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Das Kraftwerk ist aus dem Jahr 1920 und erfüllt eine bedeutende Funktion für die Stromversorgung der Stadt Kristiansand. Es hat eine Gesamtleistung von 28 MW. Schade, dass man es nicht besichtigen kann.

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Es ist Mittagszeit, aber der kleine Parkplatz vor dem Kraftwerksgelände lädt nicht gerade zum Verweilen ein. So bin ich schneller wieder unterwegs als ursprünglich gedacht.

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Bis zum Einchecken am Fährterminal habe ich noch gut drei Stunden Zeit – genug für einen Besuch im Freilichtmuseum Kristiansand. „Erleben Sie die Geschichte Kristiansands und des Setedals und lassen Sie sich ins Jahr 1580 zurück versetzen, um einen Eindruck vom Leben in der alten Zeit zu bekommen. Im Freilichtmuseum können Sie nahezu 40 verschiedene Gebäude besichtigen“, wirbt das Museum in seinem Flyer. Also nichts wie hin!!

Ich fahre über Røyknes und Vennesla – eine Strecke, die ich schon im letzten Jahr gefahren bin, die aber deswegen nichts an ihrem Reiz verloren hat.

Im Museum gelten die üblichen Hygienevorschriften und einige der Häuser sind nicht geöffnet bzw. nur mit einem Guide zu betreten. Und die üblicherweise im Sommer stattfindenden Veranstaltungen wurden alle abgesagt. Vielleicht ist es auch der Grund, warum am heutigen Sonntagnachmittag so gut wie nichts los ist.

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Die Anlage macht einen gemütlichen Eindruck und vermittelt tatsächlich einen kleinen Eindruck vom Leben in früheren Zeiten. Besonders die Häuser in der Museumsstraße „Bygaden“, die früher mal in Kristiansand gestanden haben, sind sehr interessant.

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Hier gibt es eine Spenglerwerkstatt, einen Uhrmacher, Handwerkerwohnungen und auch solche von reichen Leuten.

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Interessant auch die Maritime Ausstellung in einem der Gebäude.

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In einem anderen Bereich werden alte Gebäude aus dem Setesdal gezeigt.

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(altes Schulhaus)


Und im Gartenpavillon von Konsul Mørchs werden Kaffee, Kuchen und leckere Waffeln serviert.


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Wem das alles noch nicht genug ist, kann sich in einem Gebäude die Miniaturstadt Kristiansand anschauen oder im Hauptgebäude aus Ausstellung mit Uniformen und Kinderspielzug bestaunen.

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Um 15:00 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Color Line Terminal in der Havnegata. Doch zuvor noch etwas Diesel nachtanken, denn der ist aktuell mit 13,07 NOK/Liter günstiger als in Dänemark.

Am Terminal ist zu meiner Überraschung nicht viel los. Drei Reihen Pkw und drei Reihen Wohnmobile – das war’s. Dazu in einem anderen Bereich die Lastkraftwagen – wirklich nicht viel.

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So geht das Boarding auch sehr schnell vonstatten und die MS Superspeed kann sich eine viertel Stunde früher als vorgesehen aus Norwegen verabschieden.

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Ich gehe wieder unmittelbar ins Büfett-Restaurant „Catch me if you can“ und wundere mich, dass nur höchstens 25 Prozent der Tische besetzt sind. Auf meine Frage beim Einlass, ob ich einen Platz am Fenster haben könne, antwortete der Stuart nur „Alle Gäste haben heute einen Fensterplatz im Panorama-Bereich“.


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Das Büfett ist mal wieder sensationell. Alles frisch zubereitet, in einer großen Vielfalt und super lecker! Und aufgrund der sehr geringen Belegung des Restaurants gibt es kein Gedränge. Alles sehr angenehm, ruhig und entspannt. So kann man eine Reise auch sehr schön beenden.

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(Auch im Bistro „Fly me tot he moon“ nichts los)

Pünktlich um 19:30 Uhr läuft Superspeed in den Hafen von Hirtshals ein. Die Überfahrt ging dieses Mal gefühlt sehr schnell.

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Um 19:50 Uhr bin ich bereits auf der E 39, nachdem die Zollkontrolle auch nur ein Blick durch das Autofenster war. Vier Stunden später war ich dann wieder zu Hause.

So, das war’s mal wieder – wenn auch nur eine Woche, war diese kurze Rundreise sehr erlebnis- und abwechslungsreich. Und ich habe dabei doch ein paar Dinge machen bzw. sehen können, die schon länger auf meiner ganz persönlichen „To-Do-Liste“ standen. Eigentlich sollte ich das viel öfters machen.

Bei euch bedanke ich mich für die schönen Kommentare und Rückmeldungen.

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Zum Abschluss noch ein paar Notizen in meinem Reisetagebuch:

1. Das Lammfell auf dem Campingstuhl ist klasse; bei Kälte und Hitze!
2. Die Markise am Caddy ergänzt den Camper perfekt; bei Sonne und Regen!
3. „Weniger ist mehr“ – ich habe mich mit der Kleidung zurückgehalten und hatte doch noch zu viel dabei.
4. 5-Minuten-Terrinen sind eine gute Alternative zu Würstchen im Glas als Snack zwischendurch
5. Konserven braucht kein Mensch im Urlaub; es gibt alles frisch.
6. Platz braucht man für Bier und Wein.
7. Niemand braucht eine Wasserreserve von 20 Liter, wenn man doch auf Einrichtungen mit einer Grundversorgung übernachtet. Kleiner und kompakter tut es auch. Für den freien Platz siehe Ziffer 6.
8. Nie wieder ohne „Norweger“! Selbst im Hochsommer ist es in Norge richtig kalt – arschkalt.
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Re: Back Roads

Beitragvon Fjellpolo » Sa, 19. Sep 2020, 7:23

Danke für's Mitnehmen! Leider war die Reise, bzw. der schöne Reisebericht viel zu schnell vorbei!!!

Du hast uns auf jeden Fall ganz viele schöne Ideen gegeben, wo wir auch nochmal hin müssen... Das Aurlandsdalen ist schon länger auf unserer Wunschliste - aber man muss sich immer entscheiden, wo man hinfährt bei soooo vielen schönen Gegenden. Und jede Nacht woanders, um alles abzufahren, ist uns mit 5 Leuten doch zu wenig erholsam - ständig früh aufstehen, packen und Hütten putzen muss im Urlaub nicht sein... Aber wenn die Kinder mal groß sind, kann ich mir einen Urlaub im Auto sehr gut vorstellen! Deine Tipps werden wir auf jeden Fall beachten.
Punkt 3 trifft eigentlich bei uns immer zu, sagen wir uns jedes Mal, dass man mit weniger auskommen kann.
Zu Punkt 5 muss ich widersprechen: Wir wollten dieses Jahr etliche Dosen mit Bratwurst(brät) mitnehmen - kann man wunderbar anbraten oder auch in Soßen geben, mit den norwegischen Würsten konnten wir uns bisher nicht so anfreunden... (Außer mit Pølsern im Brötchen!)

Nochmal vielen Dank für den Bericht - ich hoffe, du fährst nächstes Jahr wieder nach Norwegen und teilst die Reise mit uns!

Herzlichen Gruß, Claudia
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Re: Back Roads

Beitragvon Julindi » Sa, 19. Sep 2020, 11:02

Och schade, dass deine Reise schon vorbei ist! Vielen vielen Dank für diesen kurzweiligen und schön bebilderten Bericht.
Es ist immer wieder faszinierend, wie viele große und kleine Sehenswürdigkeiten und wundervolle Orte es "am Wegesrand" gibt, Norwegen wird einfach nie langweilig, es gibt immer wieder etwas zu entdecken. Auch in deinem Bericht habe ich so viele Orte gesehen, die ich gerne mal besuchen würde.
Sehr praktisch ist das schon, wenn man schon so weit im Norden Deutschlands wie du wohnt - da lohnt sich so eine Woche tatsächlich!!!

Fjellpolo hat geschrieben:Und jede Nacht woanders, um alles abzufahren, ist uns mit 5 Leuten doch zu wenig erholsam - ständig früh aufstehen, packen und Hütten putzen muss im Urlaub nicht sein... Aber wenn die Kinder mal groß sind, kann ich mir einen Urlaub im Auto sehr gut vorstellen!

Da stimme ich dir zu - ich würde sehr gerne mal wieder so einen Roadtrip machen wie Martin - aber mit Kindern finde ich das auch zu aufwändig - das muss noch ein paar Jährchen warten :wink:

Und Martin, ich kann dir mit Punkt 3 nur zustimmen: wir versuchen auch jedes Jahr, die Kleidung zu reduzieren, tun es auch - und doch zieht man nicht alles an...
Und Punkt 8: Ja, einen dicken Pulli braucht es immer!!

Es war jedenfalls schön, mit zu fahren - vielen Dank nochmals. :D
Reiseberichte mit Fotos auf http://www.ju-cara.jimdo.com
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Re: Back Roads

Beitragvon Ronald » Sa, 19. Sep 2020, 11:44

Moin, Martin,
wieder einmal supertoll geschrieben und ebenso fotografiert und kommentiert. Sehr schöne Ecken, von denen wir nur einige kennen. Aber wie schon geschrieben, so Wanderungen, wie Du sie unternimmst ist nichts mehr für unsere Glieder.
Nisser und Vradal sind immer wieder schön und von Marivold, wo wir unser Ferienhaus gemietet hatten, auch gut zu erreichen.
Nun wollen wir mal sehen, ob uns Corona nächstes Jahr nach Norwegen reisen lässt.
Noch einmal ganz herzlichen Dank!
Gruß
Ronald
-----------
Man kann sich jeden Tag ärgern, aber man ist nicht verpflichtet dazu!
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