Revolera hat geschrieben:@soa12 - Jetzt können wir grübeln wer wir sind...

Bei den wenigen Passagieren könnte man sich ja über den Weg resp. das Deck gelaufen sein...
Wir waren auch mit Revolera auf der Finnmarken - allerdings die komplette Tour Bergen-Kirkenes-Bergen - die Welt ist klein ...
@Revolera: Hier ein kleiner Identitätstipp
Wie Ihr alle ja schon geschrieben habt, ist Revoleras Reisebericht sehr schön - dem Votum kann ich mich nur anschließen

- darum also von mir nur noch ein paar Ergänzungen - insbesondere zur zweiten Hälfte der Reise ...
Flug: Wir sind mit der KLM von Düsseldorf über Amsterdam nach Bergen gekommen.
Vorteil: Kein Gepäck abholen und wieder einchecken in Oslo.
Nachteil: Die Hälfte des Gepäcks fehlte dann auch prompt in Bergen. Der sehr nette Flughafenmitarbeiter meinte, wir seien da nicht die einzigen ... Wir sollten mal den Namen des Schiffes und das Abfahrtsdatum aufschreiben, das Gepäck werde dann auf's Schiff geliefert. O-Ton: "Wenn es morgen kommt, kriegen Sie es in Bergen. Oder am zweiten Tag in Ålesund. Oder am dritten Tag in Trondheim ... Ich mache das schon seit 30 Jahren ..." Zum Glück stand dann das Gepäck pünktlich zur Abfahrt vor der Kabine (Es hat sich also schon allein deshalb gelohnt, in Bergen noch einmal zu übernachten

)
Revolera hat geschrieben:Das Schiff
MS Finnmarken - Kapitän Trond Holten, ein ruhiger, im Umgang mit den Passagieren fast etwas schüchterner Mann. Er war wohl als Berater bei der FRAM dabei und überführte sie auch von der italienischen Werft nach Oslo.
Schien wohl die erste Fahrt von Trond Holten auf der Finnmarken gewesen zu sein - vielleicht daher die Zurückhaltung (und vielleicht auch daher die Teilnahme an der Modenschau - siehe
Revoleras Fotos). Er war aber sicher nicht 'Captain Hollywood' (O-Ton Peter Jensen über einen der anderen Kapitäne, dem ein gewissen Drang zum Erscheinen auf Urlauberfotos nachgesagt wird ...

) Allerdings hatte Holten einen sehr trockenen Humor - hier eine Kostprobe (vom Englischen übersetzt): "Wie schaffen Sie's eigentlich, bei dem tollen Essen hier so schlank zu bleiben?" - "Das geht nur mit Korsett!"
Revolera hat geschrieben:Reiseleiter war Peter Jensen aus Hammerfest - wenn man ihn sah musste man schon lachen, er hatte immer den Schalk im Nacken.
Absolut! Auch hier eine kleine Kostprobe: Reisende: "Welche Windstärke war denn gestern?" Peter: "11!" - "Mehr nicht?" - "Nein." - Reisende (im Scherz): "Dann werde ich mich beschweren!" - Peter: "Geld zurück bekommen Sie aber nur, wenn Sie bei Meckermann Reisen gebucht haben!"
Revolera hat geschrieben:Wir waren 127 Passagiere (plus natürlich wechselnd die zu-/aussteigenden Tagespassagiere).
Ab Tromsø wurde es voller, da eine größere Gruppe von Engländern Tromsø-Kirkenes-Tromsø gebucht hatten. Nach Tromsø auf der Rückfahrt wurde es deutlich ruhiger - da waren dann nur noch ca. 60 Rundreisepassagiere an Bord. (Immer noch voller als auf der Nordstjernen, die am 05.01. noch 11 Rundreisepassagiere auf ihrer Rückfahrt dabei hatte ...)
Revolera hat geschrieben:Montag, 5. 1.[...]
Am späteren Abend zum Erstenmal Windstärke 9.
Der Kapitän erzählte bei der Brückenführung am folgenden Tag - es seien in Böen sogar Windstärke 11 gewesen. Nach einem kurzen Einsatz der Suchscheinwerfer zur Überprüfung der Wellenhöhe wurde dann der Halt in Kristiansund erstmal ausgelassen (wie auch Berlevåg später auf der Hinreise).
Revolera hat geschrieben:Dienstag, 6. 1.[...]
Nun sehen wir auch, dass die vor uns liegende Richard With ordentlich Schlagseite hat!
Ein paar meiner Fotos von der Havarie gibt's
an anderer Stelle im Forum.
Revolera hat geschrieben:Mittwoch, 7. 1.[...]
Kurz nach 23h fahren wir in den engen Trollfjord, dazu gab es grauslich gummiartigte Fischfrikadellen und Nordnorwegisches Bier. Sicher einer der schönsten Momente auf der Reise, zumal man lange auf dem Vordeck alleine ist.
Zu den Fischfrikadellen kann ich nichts sagen, die habe ich aus Vorsichtsgründen gleich mal ausgelassen ...

Aber die Fahrt in den Trollfjord war in der Tat wunderschön - hier ein paar Kostproben von den wenigen Trollfjordfotos, die bei den schwierigen Lichtverhältnissen was geworden sind:


Samstag, 10.1.Malerische Abfahrt aus Kirkenes bei Vollmond und tollem 'Abendrot' (um 12.58 Uhr - es war ja immer noch Polarnacht!). Die Rückfahrt war deutlich weniger stürmisch und ein ganzes Stück wärmer - es war übrigens bei uns auf der gesamten Reise wärmer als in der Heimat, wo uns alle vor dem ach so kalten Norwegen gewarnt hatten!

Der Besuch eines gut eingerichteten Outdoorladens ist aber vor der Reise trotzdem zu empfehlen - denn wenn man so im Wind an Deck steht, können auch 0°C verdammt kalt werden ...
Abends großer Auflauf an Deck, um die Polarlys mit lauter Musik und Bettlaken, Handtüchern usw. zu grüßen (wir haben gewonnen!!!

). Schön zu sehen, dass da auch die sonst so zurückhaltenden Norweger der Besatzung völlig 'austicken'
Sonntag, 11.1.In Hammerfest begrüßt uns Tauwetter mit +6°C, so dass der ganze Schnee fast schon wieder komplett weg ist. So können wir leider die 2 bordeigenen Schlitten der Finnmarken nicht mehr benutzen (sie stehen den Passagieren kostenlos (!) zur Verfügung).
Abends eine tolle, fast sternenklare Nacht in Tromsø, aber leider kein Nordlicht. Trotzdem tolle Lichtstimmungen - erstaunlich, wie hell es im Dunkeln sein kann ...
Montag, 12.1.Wir handeln uns Verspätung ein, weil wir vor der 'Einbahnstraße' Risøyrenna auf Gegenverkehr warten müssen. Rechtzeitig vor dem Trollfjord frischt der Wind auf, so dass wir diesmal leider nicht einfahren können. Überhaupt lassen viele Berichte vermuten, dass auf der Rückfahrt seltener eingefahren wird. Ob es daran liegt, dass auf der Rückfahrt immer der 1. Offizier (der von 14.00-20.00 Uhr Wache geht) die Entscheidung trifft und im Allgemeinen weniger risikofreudig ist?
Dienstag, 13.1.Auf der Rückfahrt stehen eher die Landschaft und die kleineren Orte im Vordergrund, heute z.B. Nesna, Brønnøysund, Sandnessjøen, Rørvik. In Brønnøysund wird heftig in der Fahrtrinne gebaggert, so dass der 1. Offizier oft die Suchscheinwerfer benutzt, um den richtigen Weg zu finden - die wissen doch wohl, was sie tun ...
In Rørvik haben wir etwas Zeit, uns auf der Lofoten umzusehen - diese Gelegenheiten, sich andere Schiffe anzusehen (normalerweise in Trondheim und Rørvik) sollte man unbedingt nutzen! Der Unterschied zwischen der Finnmarken (Baujahr 2002) und der Lofoten (Baujahr 1964) ist beindruckend - allein schon in der Größe.
Abends das 'Captain's Dinner' mit stilechten (fernsehechten?) Wunderkerzen und mit Dank des Kapitäns in perfektem (wenn auch abgelesenem) Deutsch - kann er doch Deutsch???
Mittwoch, 14.1.Trondheim - heute ein schöner Morgen ohne Schneesturm (auf der Hinfahrt hatte uns das Wetter von einer Stadterkundung abgehalten). Wir waren mal wieder vom 'normalen' Schritttempo der Norweger beeindruckt - es ist uns nicht gelungen, mit einer vor uns laufenden norwegischen Studentin Schritt zu halten - sie war einfach zu schnell! Das müssen die Wikingergene sein ...
Donnerstag, 15.1.Ein wunderschöner Sonnentag. Nachdem wir die
Richard With auf ihrem Schlepp nach Stavanger überholt haben, empfängt uns Bergen mit strahlend blauem Himmel. Da das auch schon bei der Abfahrt so ein Wetter war, beginnen wir, an der Regenstatistik von Bergen zu zweifeln ...
Hier noch eine kurze Info zum Prozedere am Abreisetag in Bergen, da das immer mal wieder gefragt wird:
bis 09.00: Koffer vor die Tür (die werden dann ins Terminal in Bergen gebracht, wo sie in einem flughafentypischen Gepäckkarussell wieder rauskommen)
bis 10.00: Räumen der Standardkabinen (auch das Gepäck muss raus, kann aber im Gepäckraum auf Deck 3 abgestellt werden)
bis 12.00: Räumen der Suiten (Zitat Peter Jensen: "Die Gäste in den kleinen Löchern müssen bis 12.00 Uhr raus.")
Soviel erstmal von mir als Ergänzung zu Revoleras Reisebericht.
Olaf