wenn einer eine Reise macht,

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wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon der westfale » Mi, 30. Dez 2009, 21:20

Endlich hatten wir den 17. Dezember und es sollte auf Weihnachtsbesuch nach Deutschland gehen. Abends zuvor wahren noch Freunde da um uns zu verabschieden und noch mal drauf hinzuweisen das es in Kristiansand noch glatt sein koennte, also lieber etwas frueher raus. OK die Faehre ging um 8 Uhr morgens, 3 Stunden brauchen wir plus etwas Luft, wir entschieden uns um halb vier loszufahren.
Die Fahrt klappte wieder erwarten gut, war sogar noch Zeit fuer eine kleine Kaffeepause. Super. Das einzige was mir ein wenig sorgen machte war das der Wind aufgefrischt hatte.
In Kristiansand angekommen ging es direkt zum Faehranleger durch den Chek-in und danach in die Autoschlange, brauchten aber nicht lange warten und konnten recht schnell auf die Faehre fahren, danach zu unseren reservierten Restaurantplaetze und weil sich nun ein etwas groesserer Hunger meldete, auf zum Bufet.
Punkt acht Uhr ging die Faehre raus, wir waren bester Stimmung, schnell noch ausgerechnet, abends um acht muessten wir bei unseren Lieben sein.
Als wir dann aus den geschützten Hafen heraus kammen wurde die Nordsee schon ein wenig lebhafter, die Faehre schaukelte etwas. Naja das wird schon, fuehlt sich ja noch ganz gut an, wenns nich schlimmer wird. Eine halbe Stunde spaehter war es dann schlimmer, das Schiff ging auf und ab es wahr schon schwer einigermasen gerade zu gehen, allerdings wollten wir nun auch nichts mehr vom Bufet.
Eine weiter halbe Stunde spaehter hatte das " es wurde noch schlimmer" noch einen drauf gelegt. Ueberall im Schiff klapperte Geschir, jeder versuchte irgenwie halt zu finden, Kinder fingen an vor Panik zu schreien wenn das Schiff wieder tief in die Wellen viel. Das Bordpersonal verteilte hecktisch " Spuktueten " an alle die nun eine oder mehrere brauchten, die die keine wollten bekamen dennoch welche. Letzlich wahr wenig spaehter fast jeder Seekrank. Ueberall Menschen mit Tueten vorm Gesicht, ringsum eine Akustik, die alleine einen schon zum mitmachen beim lustigen Tuetenvollmachen animierte. Dazu immer wieder das tiefe absacken des Schiffes und immer wieder schlug die Gischt oben an die Fenster in sicherlich 15 m Hoehe. Es wurden oefters Autobesitzer zu ihren Fahrzeugen per Durchsage gebeten. Warum konnten wir nicht klaeren, hatten sowas aber vorher auch noch nicht erlebt.
Endlich nach mehr als 3 Stunden konnten wir Daenemark sehen, die See wurde etwas ruhiger und die vielen gruenen Gesichter hellten sich ein wenig auf. Aber da der Wind sehr stark blis hiess es von Kapitaens Seite wir muessen etwas vorm Hafen warten, bis es ruhiger wird. Um kurz nach zwoelf bewiss der Kapitaen das sein Humor mehr als trocken ist und er sagte uns ganz ruhig das wir nun wieder noch Norwegen zurueck fahren, da wir bei den Wind nicht in Hirshals einlaufen koennen. Fassungslosigkeit machte sich breit, keiner konnte glauben was er gerade gehoehrt hatten, viele fragten noch mal nach. Es blieb aber dabei, wir mussten wieder zurueck durch den selben Sturm, wieder ging es auf und ab, dennoch wahren viele nun gefasster. Auch wurden die " Spucktueten" nicht mehr so sehr strapaziert. Zur Entschaedigung durfte jeder vom Mittagsbufet nehmen. Einige nahmen es gerne an, andere lehnten dankend ab.
Wir mussten nun auch Rueckenwind gehabt haben, denn wir wahren in zwei ein viertel Stunden zurueck. In Kristiansand angekommen, jetz ein zweites mal, konnten wir waehlen, umbuchen auf einen anderen freien Tag, oder mit der Faehre abends um sechs noch einmal unser Glueck versuchen. Wir versuchten es noch einmal um sechs. Also von der Fahre runterfahren, einmal ums Zollgebaeude, wieder einchecken und in die Schlange anstellen. Zwischenzeitlich, waehrend wir warteten das wir borden konnten wurde das Schiff von oben bis unten gereinigt. Es ist doch einiges neben die Tueten gegangen und es hatte auf den ganzen Schiff nach Erbrochendes gerochen. Halb sechs, endlich konnten wir borden, wir hatten aus Sicherheitsgruenden und um ein wenig schlafen zu koennen noch mal extra Plaetze gebucht. Kurz nach den borden schaukelten wir wieder Richtung Hirshals, allerdings langsammer als noch am Morgen und dadurch wohl auch einiges ruhiger. Auf jeden Fall sahen wir nun niemand mehr mit "Spucktuete". Kurz vor Daenemark wurde das Schiff immer langsammer, um zehn Uhr waren wir immer noch nicht eingelaufen, dann die Durchsage es wird nich vor zwoelf Uhr nachts etwas mit den Anlegen der Wind ist immer noch zu stark. Um zwoelf die naechste Durchsage, es dauert noch einmal eine Stunde. Dann aber war es endlich soweit wir legten an, wir konnten es kaum glauben, alle liefen zu ihren Autos nach der Ansage und nun wahren wir im Auto und warteten darauf das wir endlich runter fahren konnten. Es dauerte eine Ewigkeit, aber dann rollte unsere Schlange los, wir fuhren, endlich, aus den Bauch des Schiffes, jetz ging es endlich Richtung Deutschland. Doch kaum wahren wir aus den Schiff, fuhren wir in 20 cm Neuschnee. Der sollte uns nun noch die ganzen 800 Kilometer begleiten. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ausgerechnet hatten wir, das wir Donnerstagabends um acht Uhr in Deutschland bei unseren Lieben ankommen wollten. Angekommen sind wir Freitagmorgens um zehn Uhr.
Unser Fazit, waehre die Faehrfahrt normal verlaufen, wuerden wir uns schon in zwei Wochen nicht mehr daran erinnern, nun haben wir etwas was wir unseren Enkeln noch erzaehlen koennen.

Bis dahin Mark
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon Gudrun » Mi, 30. Dez 2009, 22:46

Wer's noch nicht erlebt hat, mag's nicht glauben. Wenn es so ausgeht wie bei Euch, ist es vielleicht nicht schlecht, dass uns von der Natur manchmal unsere Grenzen gezeigt werden.

Danke für den trotz der Unbilden kurzweiligen Bericht.

Guten Rutsch Gudrun
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon tropenfisch » Do, 31. Dez 2009, 4:53

der westfale hat geschrieben:Punkt acht Uhr ging die Faehre raus ... Endlich nach mehr als 3 Stunden konnten wir Daenemark sehen, ...kurz nach zwoelf bewiss der Kapitaen das sein Humor mehr als trocken ist und er sagte uns ganz ruhig das wir nun wieder noch Norwegen zurueck fahren ... In Kristiansand von der Fahre runterfahren, einmal ums Zollgebaeude, wieder einchecken und in die Schlange anstellen. ... Kurz nach den borden schaukelten wir wieder Richtung Hirshals. Kurz vor Daenemark wurde das Schiff immer langsammer, um zehn Uhr waren wir immer noch nicht eingelaufen, dann die Durchsage es wird nich vor zwoelf Uhr nachts etwas mit den Anlegen der Wind ist immer noch zu stark. Um zwoelf die naechste Durchsage, es dauert noch einmal eine Stunde. Dann aber war es endlich soweit wir legten an
Wäre einmal interessant zu wissen wie oft soetwas pro Jahr vorkommt - absoluter Einzelfall oder doch ab und an die Regel ?! :?:

Wenn's kein Einzelfall wäre, so würde mich diese Unflexibilität bei der Hafenauswahl wundern. Warum ist es nicht dann möglich, alternativ Hanstholm oder Frederikshaven anzulaufen, wenn Hirtshals wieder einmal "dicht" ist?
Oder alternativ gleich die Fahrt ausfallen zu lassen ... :roll:

Ok, es mag vielleicht sein daß die Colorline-Superspeed's keine stationären Beladungsbrücken brauchen (brauchen sie? MS Silvia Ana brauchte sie - glaub' ich jedenfalls - nicht) und daß es vielleicht vertraglich nicht so leicht möglich ist andere Häfen anzusteuern. Dennoch frage ich mich, was auf die Dauer günstiger wäre?

Einen guten Rutsch und alle besten Wünsche für 2010.
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon filzlaus » Do, 31. Dez 2009, 6:15

Oh je, ich habe schon beim Lesen das Wanken des Schiffes gespürt und ich denke, ich hätte an Weihnachten noch eine Spucktüte gebraucht.
Es gibt aber auch Erlebnisse, auf die man verzichten kann. :wink:
Auf jeden Fall lustig geschrieben.
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon der westfale » Do, 31. Dez 2009, 14:14

tropenfisch hat geschrieben:[quote="der westfale"Wäre einmal interessant zu wissen wie oft soetwas pro Jahr vorkommt - absoluter Einzelfall oder doch ab und an die Regel ?! :?:

Wenn's kein Einzelfall wäre, so würde mich diese Unflexibilität bei der Hafenauswahl wundern. Warum ist es nicht dann möglich, alternativ Hanstholm oder Frederikshaven anzulaufen, wenn Hirtshals wieder einmal "dicht" ist?
Oder alternativ gleich die Fahrt ausfallen zu lassen ... :roll:

Ok, es mag vielleicht sein daß die Colorline-Superspeed's keine stationären Beladungsbrücken brauchen (brauchen sie? MS Silvia Ana brauchte sie - glaub' ich jedenfalls - nicht) und daß es vielleicht vertraglich nicht so leicht möglich ist andere Häfen anzusteuern. Dennoch frage ich mich, was auf die Dauer günstiger wäre?

Einen guten Rutsch und alle besten Wünsche für 2010.


Hei Tropenfisch,

leider kommt das schon mal vor. Ich denke das einige hier im Forum schon aehnliches erlebt haben. Letzendlich sind die daenischen Haefen das Nadeloehr. Ob nun Hansholm oder Hirshals angesteuert wird. Habe schon vor beiden Haefen gewartet bis das Schiff einfahren konnte. Nur habe ich bis dato noch nicht eine Extrarunde drehen muessen.
Es war wohl dieses Jahr auch, oft recht stuermisch. Zumindest hat es bei einigen Bekannten und Familienmitgliedern, die die selbe Route gewaehlt hatten, einen gehoehrigen Strich durch die Zeitrechnung gemacht.
Da wir nun in Norwegen leben und man hier bei vielen Sachen Zeit und Geduld haben muss, haben wir jetz die Zeit und Geduld dazu. Bleibt uns auch nichts anderes uebrig.

Hilsen Mark
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon tropenfisch » Do, 31. Dez 2009, 15:35

der westfale hat geschrieben:Letzendlich sind die daenischen Haefen das Nadeloehr. Ob nun Hansholm oder Hirshals angesteuert wird. Habe schon vor beiden Haefen gewartet bis das Schiff einfahren konnte. Nur habe ich bis dato noch nicht eine Extrarunde drehen muessen. Es war wohl dieses Jahr auch, oft recht stuermisch.
Hallo Mark, daß Schiffe mitunter vor dem Hafen Hirtshals warten müssen habe ich bereits mehrfach gelesen. Das liegt doch aber m.E. mehrheitlich nicht am Sturm sondern an den "verkorksten" Hafeneinfahrten mit Buhnen, Molen, etc.

In Rostock-Warnemünde z.B. laufen die Fähren von/nach DK, SWE und FIN dank der breiten Hafeneinfahrt (große Fähren, Containerschiffe, etc. können sich bequem begegnen) solange ein und aus, wie der Wellengang auf der offenen Ostsee eine sichere Fahrt erlaubt. Bei der Hafeneinfahrt sind dann jedenfalls nicht der Sturm oder zu hoher Wellengang das Problem (liegt vielleicht daran, daß die Schiffe direkt gerade in das Hafenbecken von Warnemünde einlaufen können und keine Kurven fahren müssen (ich glaube, in Hirtshals ist das so):

http://static.panoramio.com/photos/original/8230814.jpg
http://static.panoramio.com/photos/original/8230800.jpg
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon EuraGerhard » Do, 31. Dez 2009, 16:01

Hallo,

das Problem bei Häfen wie Hirtshals und Hanstholm, aber auch Frederikshavn ist, dass diese direkt ins offene Meer münden. Es handelt sich also nicht um Naturhäfen wie z.B. Kristiansand, Oslo, Kiel, Göteborg, oder auch Warnemünde. Ihre Hafenbecken sind daher ausschließlich durch künstliche Wellenbrecher (Molen) geschützt.

Natürlich könnte man theoretisch auch bei einem künstlichen Hafenbecken die Einfahrt so breit bauen, dass große Seeschiffe selbst unter ungünstigsten Bedingungen sicher ein- und ausfahren können. Da künstliche Molen aber extrem aufwändig in Bau und Unterhaltung und damit sehr teuer sind, muss man hier einen Kompromiss eingehen. Und deshalb können diese künstlichen Häfen ab einer bestimmten Windstärke nicht mehr angefahren werden.

MfG
Gerhard
Früher war (fast) alles schlimmer.
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon motorkruizer » Fr, 01. Jan 2010, 13:43

Hei,hei
Hatte schon lange drauf gewartet das was kommt über diesen Tag:::.Wollten auch nach DK zum einkaufen...Ok
das war für uns nicht ganz so tragisch!!!!Sind dann halt ein bischen Schiff gefahren!!!! Aber wir haben auch gedacht........... :roll: Die armen Leute die jetzt nach Hause müssen!!!! ...ABER,,seid froh das Ihr es am gleichen Tag noch mal versucht habt nach DK zu kommen.Am nächsten Tag morgens wäre das nämlich nix geworden..
Da ist die Superspeed garnicht gefahren....hatte irgend einen Schaden am Bugpropeller!!! Fuhr erst wieder Nachmittags!
Aber wie sagt man...Da steckste halt nicht drin!!! Achso,das Geld hat man aber ganz problemlos wieder zurück bekommen!!!
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon tropenfisch » Fr, 01. Jan 2010, 15:39

EuraGerhard hat geschrieben:das Problem bei Häfen wie Hirtshals und Hanstholm, aber auch Frederikshavn ist, dass diese direkt ins offene Meer münden. Es handelt sich also nicht um Naturhäfen wie z.B. Kristiansand, Oslo, Kiel, Göteborg, oder auch Warnemünde. Ihre Hafenbecken sind daher ausschließlich durch künstliche Wellenbrecher (Molen) geschützt.
Ok, die Unterscheidung nach "Naturhafen" und "Kunsthafen" hatte ich gar nicht so gesehen - ist aber natürlich einleuchtend.

EuraGerhard hat geschrieben:Natürlich könnte man theoretisch auch bei einem künstlichen Hafenbecken die Einfahrt so breit bauen, dass große Seeschiffe selbst unter ungünstigsten Bedingungen sicher ein- und ausfahren können. Da künstliche Molen aber extrem aufwändig in Bau und Unterhaltung und damit sehr teuer sind, muss man hier einen Kompromiss eingehen. Und deshalb können diese künstlichen Häfen ab einer bestimmten Windstärke nicht mehr angefahren werden.
Gut, es ist natürlich klar, daß ein Umbau viel viel Geld kostet (was derzeit niemand hat und so schnell auch niemand mehr haben wird).

Da darf man den Verantwortlichen aber auch mal die Frage stellen, wie vorausdenkend oder nicht-vorausdenkend sie einst bei der Planung und Umsetzung des Hafens waren. Hätten sie damals etwas weiter gedacht, so wäre die Konzeption vielleicht etwas anders ausgefallen die die heutigen Probleme bei Schlechtwetter würden erst gar nicht auftreten.

Ok, den Hafen dürfte es schon etwas länger geben und damals hat eben noch niemand an Großfähren gedacht, aber naja ... ein bisschen mehr Weitsicht würde uns in Detailfragen und auch als Gesellschaft insgesamt ein großes Stück helfen (Rente, Staatsfinanzen, Verkehrkonzepte, Städtebau, etc.) ... :roll: :roll: :roll:
Zuletzt geändert von tropenfisch am Fr, 01. Jan 2010, 15:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon lajobay » Fr, 01. Jan 2010, 15:47

das liest sich spannend und lustig.Für mich als grossen Fan schweren Seegangs auch was zum Schmunzeln.Wobei mir klar ist,dass die Leutchen,die sowas nicht vertragen,das freilich gar nicht lustig finden.Mir wäre dann der Spass spätestens auch vergangen,wenn ich erfahren hätte,es geht ohne Anlegen am Zielhafen zurück zum Ausgangshafen :shock: Wohl dem, der Zeit hat... hilsen, Lars
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon tropenfisch » Fr, 01. Jan 2010, 15:51

lajobay hat geschrieben:das liest sich spannend und lustig.Für mich als grossen Fan schweren Seegangs auch was zum Schmunzeln.Wobei mir klar ist,dass die Leutchen,die sowas nicht vertragen,das freilich gar nicht lustig finden.Mir wäre dann der Spass spätestens auch vergangen,wenn ich erfahren hätte,es geht ohne Anlegen am Zielhafen zurück zum Ausgangshafen :shock: Wohl dem, der Zeit hat... hilsen, Lars
Ja, ich mag ebenfalls Seegang (muß ja nicht gleich ganz extrem sein :wink: ), betrachte aber natürlich auch die Kostenseite für die Fährenbetreiber - und da machen sich eben Verzögerungen, Ausfälle und "unnötige Rückfahrten" wie die oben beschriebene (auf Dauer) nicht so ganz gut.
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon der westfale » Fr, 01. Jan 2010, 19:56

motorkruizer hat geschrieben:Hei,hei
Hatte schon lange drauf gewartet das was kommt über diesen Tag:::.Wollten auch nach DK zum einkaufen...Ok
das war für uns nicht ganz so tragisch!!!!Sind dann halt ein bischen Schiff gefahren!!!! Aber wir haben auch gedacht........... :roll: Die armen Leute die jetzt nach Hause müssen!!!! ...ABER,,seid froh das Ihr es am gleichen Tag noch mal versucht habt nach DK zu kommen.Am nächsten Tag morgens wäre das nämlich nix geworden..
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den Propellerschaden hattenn sie schon am Abend, der Kapitaen sprach zumindest einmal davon und begruendete damit eine weitere Verzoegerung. Zum Glueck kamen wir dann aber doch noch in den Hafen.
Es ist uns auch nichts anderes uebrig geblieben als es am selben Tag nachmittags nochmal zu versuchen. Viele Alternativen hatten wir ja nicht, wir sind mal davon ausgegangen das die Faehre wohl am Wochenend sehr voll wahr, vielleicht sogar Ausgebucht und eine Autotour per Landweg via Oslo, Schweden und Daenemark wahr bei den Wetter nun wirklich keine Alternative.
Sagen wir mal haben Glueck im Unglueck gehabt.

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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon mosaglas » So, 03. Jan 2010, 18:34

Ich hatte den Bericht vor ein paar Tagen gelesen und dachte noch so: "Oh je, hoffentlich ist das Wetter besser, wenn ich auf Besuch nach Hause fahre von Bergen nach Hirtshals mit Fjordline." Tja und was soll ich sagen? Es war nicht besser...

Alles fing ja ganz harmlos an. Freitagmorgen, 1. Januar, wenig los in der Fähre, dem verschneiten Bergen dabei zuschauen, wie es immer kleiner und kleiner wurde, um dann hinter der nächsten Kurve zu verschwinden und sich auf die bevorstehende Reise und den Besuch zu Hause zu freuen. Den ganzen Vor- und Nachmittag tuckerten wir so vor uns hin, nichts erwähnenswertes passierte, die meiste Zeit war ja auch noch Land auf beiden Seiten. Abends legten wir pünktlich in Stavanger an und überpünktlich wieder ab. So weit so gut.
Wir beschlossen recht früh schlafen zu gehen, da die Fähre um 7 Uhr morgens in Hirtshals ankommen sollte und wir noch durch halb Deutschland fahren mussten. Die Kabine, klein, direkt über dem Maschinenraum (kein Problem, wir hatten extra Ohrstöpsel eingepackt), sollte also unsere nächtliche Ruhestätte sein. Nach dem Abendessen ging es dann auch schon bald ins Bett, da wir wiegesagt, eine lange Reise vor uns hatten. Der Wecker wurde auf 5.45 Uhr gestellt, damit noch genug Zeit bliebe, zu frühstücken. Ich dämmerte in meinem Hochbett vor mich hin, konnte nicht richtig einschlafen, vielleicht war es die Vorfreude, vielleicht das ständige Klacken des aufgeklappten Notbettes, was mich wach hielt. Der Seegang zunächst ruhig, wurde etwas rauher, soweit kein Problem, mir machen ein paar Wellen nichts aus. Doch mitten in der Nacht, so gegen 1 Uhr, wurde ich doch etwas mehr hin und hergeschüttelt. An Schlaf war nun nicht mehr zu denken, obwohl ich recht stabil auf der Seite lag. Ich hatte eher weniger Angst aus dem Bett zu fallen, als dass unsere Sachen im Zimmer umherflogen und zum Beispiel die Brille auf dem Boden landete. Immer wieder schielte ich also auf die Ablagefläche, doch so hoch waren die Wellen nun doch nicht. Einschlafen konnte ich leider immer noch nicht, also dämmerte ich weiter im Halbschlaf vor mich hin, versuchte das Schaukeln des Schiffes zu meinem Wiegenlied zu machen, was leider nicht so ganz funktionierte. Die ganze Nacht ging es so weiter, als ich meinen Tiefpunkt erreicht hatte und gerade dabei war einzuschlafen, klingelte der Wecker. Also Licht an, aus den Federn, als eine Durchsage kam, dass wir um 10 Uhr in Hirtshals anlegen würden. 10 Uhr? :?: Hatte sich da jemand versprochen? Allerdings war die 10 sowohl in der norwegischen, als auch in der deutschen und englischen Version aufgetaucht, komisch... Aber eigentlich sollten wir doch um 7 Uhr anlegen. Also zur Rezeption, nachfragen. Ja doch, 10 Uhr, wir könnten noch mal ein, zwei Stunden weiterschlafen, technische Probleme und Wetterverhältnisse... Also gut, wieder ins Bett, Licht aus, schlafen, doch immer noch konnte ich nicht richtig einschlafen und wieder klingelte der Wecker just in dem Moment, als ich gerade ins Reich der Träume hinübergleitete. Aufstehen, anziehen, wieder eine Durchsage. Wegen technischer Probleme, einer der Schiffsmotoren war ausgefallen :shock: und Sturm in Hirtshals würde sich unsere Ankunftszeit in Hirtshals um weitere 5 Stunden verschieben. Erwartete neue Ankuntszeit 15 Uhr. Zähes warten begann, immer wieder der Blick nach außen, die Feststellung, dass das Land auf der "falschen Seite" ist, auf der Karte geguckt, wir fuhren wohl ein bisschen an der dänischen Küste entlang. Der Wellengang hatte sich wieder einigermaßen beruhigt. Wir konnten ziemlich normal laufen, ohne auszusehen, als hätten wir zu viel getrunken. :wink: Gegen 13.40 Uhr wurden wir langsam etwas nervöser, würde eine neue Ansage kommen, dass wir umkehren würden (wohin auch immer)? Oder dass sich unsere Einfahrt nochmals verspäten würde. Um halb drei dann endlich eine Ansage, nur auf norwegisch, zu genuschelt, nichts verstanden. Raus geschaut, da ist ja Land, ganz nah! Das ist eindeutig Hirtshals. Zur Rezeption geeilt, Bestätigung bekommen: "Ja, wir legen gleich an!" Halleluja!!! Mit knapp 8 Stunden Verspätung kamen wir also in Hirtshals endlich an. Die Reise durch Dänemark und Deutschland wurde auch noch mal interessant, aber das ist eine andere Geschichte.
Eine Fährfahrt, die ist lustig, eine Fährfahrt die ist schön... :wink:

So viel also zum Thema, ob das öfters der Fall ist.

gruß
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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon der westfale » So, 03. Jan 2010, 19:00

Hei mosaglas,


schoener Bericht. Bin mal gespannt ob noch einige andere zu den Unwillen auf hoher See etwas Berichten koennen.
An all die, die jetzt nachdenken ob sie vielleicht einen anderen Weg nach Norwegen nehmen sollen. Wenn man Seekrank wird denkt man zwar das man stirbt, hat man dann aber wieder festen Boden unter den Fuessen ist alles vergessen. :wink:
Ehrenwort :P

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Re: wenn einer eine Reise macht,

Beitragvon Gudrun » So, 03. Jan 2010, 19:14

der westfale hat geschrieben:Hei mosaglas,
An all die, die jetzt nachdenken ob sie vielleicht einen anderen Weg nach Norwegen nehmen sollen. Wenn man Seekrank wird denkt man zwar das man stirbt, hat man dann aber wieder festen Boden unter den Fuessen ist alles vergessen. :wink:
Hilsen Mark


Hallo Mark, kannst Du Gedanken lesen? Ich hab mich schon gefragt, ob Ihr Norwegen für Euch behalten wollt :?: :roll: :wink:

der westfale hat geschrieben:Ehrenwort :P

Ehrenwort :?: - Also dürfen wir doch rein in Norge :lol:

@mosaglas: Bist Du gut durch D gekommen? Da war/ist es ja an vielen Stellen auch "wellig".

Grüße Gudrun
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